Archiv für homophobie

Rückblick: Niki Lauda und die Homophobie in Österreich

Posted in feminismus, medien, politik, sexismus with tags , , , , , , , , , on Februar 17, 2011 by stefon

Einige werden es mitgekriegt haben, andere viell. nicht. Daher ein kurzer Bericht was es mit Niki Lauda und seiner Schwulenfeindlichkeit auf sich hat.

Nachdem in der Tanzsendung Dancing Stars im ORF angekündigt wurde, dass Alfons Haider dort mit einem Mann tanzen würde, hat Niki Lauda in der Zeitschrift Österreich in einem Interview folgendes von sich gegeben:

… Ich will nicht, dass meine Kinder im ORF sehen, dass ein Mann mit einem Mann tanzt – und dass sie glauben, das nachmachen zu müssen. Seit Jahrhunderten tanzen Männer mit Frauen in unserer Kultur – und das soll man nicht kaputt machen…

…Ich fordere, dass der Herr Generaldirektor Alex Wrabetz, der ja in aufrechter Ehe lebt, diese schwule Tanz-Nummer stoppt – und dass man dem PR-geilen Alfons Haider nicht gestattet, im öffentlich-rechtlichen ORF eine schwule Show abzuziehen. Und ich fordere, dass auch der Stiftungsrat und die Politiker hier ein klares Wort sprechen…

Daraus lässt sich ableiten dass Nikia Lauda Homosexualität als etwas „unnormales“, „ekliges“ sieht. Etwas dass z.b. keinen Kindern gezeigt werden sollte. Klar ist auch: Es geht hier zwar AUCH um Alfons Haider, aber primär um seine sexuelle Neigung!

Nicht genug dass die Zeitschrift Österreich einem grossen Publikum recht unkommentiert die diskriminierenden Aussagen von Lauda zeigt, äussern sich weitere „Prominente“.

Dagmar Koller: Ich find das unappetitlich, er tut uns allen nichts Gutes, auch sich selber nicht. Ich sage das ganz bewusst, obwohl ich die Ikone der Schwulen bin. Auch in ­homosexuellen Kreisen kommt das nicht gut an. Wer soll denn der Mann bei diesem Tanzpaar sein? Oder tanzt Haider mit einem Transvestiten?

Toni Polster: Tanzen ist die ewige Auseinandersetzung der Geschlechter – das war in der Geschichte so und soll auch in Zukunft so bleiben. Wenn ich heutzutage meinen Fernseher aufdrehe, überkommt mich das Gefühl, ich bin abnormal, weil ich heterosexuell bin und nicht schwul.

Alleine an diesen Kommentaren lässt sich erahnen: Es ist in Österreich nicht mal ein Fauxpas sich disriminierend bis verhetzend über Homsexuelle Menschen in der Öffentlichkeit auszulassen.

Wären die Reaktionen der Menschen in Österreich klar gegen die oben aufgeführten Positionen, wäre das ganze noch auszuhalten, dem ist jedoch nicht so. Um die Aussagen von Lauda und Co zu skandalisieren brach ein Shitstorm (viel viel Kritik in kurzer Zeit) über die Facebook Seite von flyniki.com herein.

Bei den folgenden Diskussionen fand sich eine handvoll von sich wiederholenden Argumentationsmustern von AnhängerInnen Laudas die ich hier gerne betrachten möchte.

Meinungsfreiheit Laudas wird eingeschränkt

Durch die viele Kritik an Laudas homophoben Aussagen wurde der Vorwurf der AnhängerInnen laut dass die Meinungsfreiheit von Lauda eingeschränkt werden würde. Auch das Wort Zensur wurde gebracht, oft gemeinsam mit der Forderung die Admin der Facebook Seite sollten doch die Postings der KritikerInnen löschen bzw. diese User sperren.

Von Zensur und dem Entzug der Meinungsfreiheit von Lauda kann natürlich nicht die Rede sein. Er ist ein Prominenter in Österreich, er ist vermögend und er hat Kontakte in Medien und Politik. Am Interview mit der Zeitung Österreich zeigt sich auch: Er kann seine Positionen einem weiten Publikum präsentieren.

Dabei muss es jedoch anderen Menschen, den KritikerInnen erlaubt sein ebenfalls Positionen zu vertreten. Diese können jedoch nicht auf Reichtum und Bekannheit zurückgreifen. Deren Instrument ist nun eben deren Beharrlichkeit, Anzahl und eben die Möglichkeiten des Web 2.0.

Distanz von Homophobie, aber Versuch des Verbannes aus Öffentlichkeit

Natürlich fanden sich sehr viele klar homophobe und zum Teil auch gewaltverherrlichende Kommentare gegenüber Schwulen in der Diskussion. Doch es gab auch Menschen die sich Lauda Meinung anschlossen, die sich von Homophobie distanzierten: „nix gegen Schwule haben, aber…“

Um genau dieses „, aber…“ geht es hier. Meist bedeutete dieses „, aber… “ solange sie keine homosexuellen Menschen in der Öffentlichkeit, im Fernsehen, … sehen müssen. Hier wird also gesagt: Was die Menschen privat machen, tun, ausleben ist deren Sache. Küssen in der Öffentlichkeit, zwei tanzende Männer, … wäre jedoch das aufs Auge drücken der sexuellen Neigung.

Dabei übersehen diese Menschen jedoch dass heterosexuelle Händchen halten, quasi jede Serie, usw usf. Quasi jedes Gespräch und jede Handlung in der Öffentlichkeit heterosexuelle Normen reproduzieren.

Die Wut gegen Sichtbarmachung von homoexuellen Verhalten scheint also die Wut gegen das „Unnormale“ zu sein.

Zusammenfassung

Es zeigt sich ganz klar: Homsexualität wird von vielen nicht als normal wahrgenommen, Medien haben kein Problem damit, sexistische und homosexuellen feindliche Positionen zu verbreiten. Der Kampf gegen Homophobie sollte also weiterhin geführt werden.

SPÖ Salzburg keine Scheu vor rechts-extremer Partei?

Posted in politik, rassismus with tags , , , , , , , , , , on Dezember 13, 2008 by stefon

Noch zweieinhalb Monate sind es bis zur Landtagswahl. Für die SPÖ als derzeitige Nummer eins im Land kommt auch die FPÖ als künftiger Koalitionspartner in der Landesregierung durchaus infrage.

Für die derzeitige Nummer eins im Land, die SPÖ, lautet das Motto: Alles ist möglich.

Es muss also möglich sein gegen Homosexuelle zu hetzen und  rassistisch und xenophob zu sein.
Das alles muss wohl drin sein, solch eine Partei will die SPÖ als potentielle Koalitionspartnerin ansehen?

Damit stellt sich die SPÖ selbst als rückwärtsgewandte und nationalistische Partei dar.

Quelle: orf.at

Update: Auch im DerStandard Interview vom 11.1.09 schliesst Burgstaller keine Partei aus

ÖsterreicherInnen über die „Homo-Ehe“

Posted in sexismus with tags , , , , on November 27, 2008 by stefon

Bas|sen|a sammelte im Juni 2008 die „besten“ Stellungnahmen auf den Gesetzesentwurf bezügl. der Homosexuellen Ehe in Österreich…

Ein kleiner Ausschnitt…

Homosexuelle sind als Menschen genauso schätzens- und achtenswert wie heterosexuell orientierte Menschen. Und anstatt ihr Leid noch zu vergrößern indem man so tut als sei alles in Ordnung sollte man sie besser unterstützen indem man ihnen Wege und Mittel zur Verfügung stellt um ein nach unseren bisherigen Rechtsvorstellungen geordnetes und glückliches Leben als Heterosexuelle führen zu können. Christliche, liebevolle Seelsorge durch geschulte Therapeuten wäre z.B. ein Weg.

Die Geschichte lehrt uns mehrfach, dass Gesellschaften, welche diesen Schutz von Ehe und Familie vernachlässigt haben, und zwar zugunsten einer permissiven Haltung zu allen Möglichkeiten menschlichen Zusammenlebens, auch in sexueller Hinsicht, dies mit ihrem Untergang bezahlen mussten.

….

Mehr Zitate finden sich im Originalposting.

Quelle: Bas|sen|a

Familienkunde statt Verhütungsunterricht

Posted in feminismus, frauen, politik, sexismus with tags , , , , , , on Oktober 26, 2008 by stefon

„Familienkunde statt Verhütungsunterricht“ fordert die Christenpartei.

„Die Christen“ fordern in der Schule Familienkunde statt Verhütungsunterricht. Familienkunde ist die umfassende Persönlichkeitsbildung im Respekt gegenüber der menschlichen Natur und der weiblichen und männlichen Identität, aufbauend auf dem christlichen Menschenbild. Jugendliche sollen insbesondere über die Schönheit von Ehe und Familie informiert werden.

Ich will den ChristInnen nicht unterstellen mit dieser Forderung die Anzahl der Aids Ansteckungen in die Höhe treiben zu wollen. Was jedoch steck dann hinter dieser Forderung?

Es ist ein verquertes Menschenbild. Und es ähnelt dem was die Republikaner unter Bush in den letzten Jahren versucht hatten: Enthaltung statt Verhütung.

Weiters zementiert diese Forderung den Anspruch der Ehe zwischen Mann und Frau als allein selig machende und „normale“ Beziehungsform. Homosexuelle Paare und AlleinerzieherInnen sind natürlich wieder aussen vor.

Durch die massive Verbreitung von Verhütungsmethoden, schlechter Aufklärung und sexueller Frühsensibilisierung wird in den Jugendlichen das natürliche Verständnis für Einheit und Treue schon in frühen Jahren bewusst zerstört. Die aktuellen Aufklärungsmethoden höhlen die Bedeutung der Sexualität aus und vermitteln eine pervertierte Form von Liebe, was die körperliche und seelische Gesundheit jedes Menschen in Gefahr bringt.

Ich setze mich natürlich für Aufklärung und massive Verbreitung und Information über Verhütunsmethoden ein. Jedoch sollte mensch die Sorge der ChristInnen um die Bedeutung der Sexualität nicht ganz verwerfen.

Anstatt jedoch Enthaltsamkeit zu predigen und „nicht-normale“ (sprich, alles was nicht hetereosexuell in einer Ehe stattfindet) zu dämonisieren, sollten die ChristInnen sich die Werbungen im Fernsehen und die Plakatflächen ansehen. „Sex sells“ ist eine Binsenweisheit, nichts desto trotz von den Auswirkungen hinterfragenswert.

Menschen sollten bewusst und lustvoll mit ihrer Sexualität umgehen können.  Ohne Druck und moralische Predigten für sich entscheiden wann etwas passt und wann nicht.
Und in diese Entscheidungen hat sich weder Kirche, Staat und die Christen Partei einzumischen.
Diese sollte besser versuchen den Leistungsdruck in der Gesellschaft und die Sexualisierung der Werbung und des Alltags entgegentreten.

Quelle: Familienkunde statt Verhütungsunterricht – Die Christenpartei

Molterer lässt gesetzeswidrig Homo-Pornos beschlagnahmen

Posted in politik with tags , , , , , , on September 27, 2008 by stefon

Wie soeben bekannt wurde hat Finanzminister Molterer die Zollverwaltung angewiesen,
homosexuelle Pornografie zu beschlagnahmen, obwohl diese seit Jahren nicht mehr strafbar
ist. Das Rechtskomitee LAMBDA (RKL), Österreichs Bürgerrechtsorganisation für homo- und
bisexuelle sowie transidente Frauen und Männer, fordert die sofortige Aufhebung der
Anweisung.

Ich habe dem Herrn Molterer auch eine E-Mail mit folgendem Inhalt geschickt. Viell. sendet ihr auch eine Mail bezügl. dieses Vorfalls an  wilhelm.molterer@bmf.gv.at

Sehr geehrter Hr. Willi Molterer,

Ich habe auf der Homepage des Rechtskommitee LAMBDA [1] gelesen dass sie angeordnet haben Pornos mit homosexuellen Inhalt bei Zolldurchsuchungen beschlagnahmen zu lassen.
Wie in der Presseaussendung von LAMBDA [2] zu lesen ist, sind Pornos mit homosexuellen Inhalt jedoch seit langem legal.
Brechen sie hier bewusst die Gesetze oder ist ihnen da ein Fehler unterlaufen?

Anmerken muss ich noch dass der Satz „…bei Unzuchtsakten mit … Personen desselben Geschlechts oder mit Tieren“ diskriminierend und abwertend ist. Vergleichen sie Homosexualität mit Sex mit Tieren?!

Mit der Bitte um Aufklärung
Vorname Nachname

[1] http://www.rklambda.at/
[2] http://www.rklambda.at/dokumente/news_2008/News-de_PA-080924-Porno.pdf

Quelle: Oliver Ritter

Stellungnahmen zum Lebenspartnerschaftsgesetz

Posted in politik, sexismus with tags , , , , on Juli 6, 2008 by stefon

Stellungnahmen zum Lebenspartnerschaftsgesetz kann mensch auf der Homepage des Parlaments vorgenommen werden.

Wie „tolerant und offen“ ÖsterreicherInnen dabei sind hat Oliver Ritter in seinem Blog aufgezeigt.

„Eine Homo-Ehe wäre ein falsches Signal für unsere Kultur und auch für die Zukunft unserer Landes. Ich denke dass eine Zustimmung zu dieser Regelung nur ein Teilschritt ist. Der nächste Schritt wäre eine Eintragung von Polygamie, dann ginge es weiter mit der nächsten Forderung wie z.B. das tragen Schusswaffen, etc.“

Von diesen Ausagen gibts es noch mehr Beispiele in seinem Blogeintrag.

Quelle: Oliver Ritter

Expect Resistance – Against Homophobia

Posted in aktivismus, feminismus, frauen, sexismus with tags , , , , , , , , on Juni 18, 2008 by stefon

Kein Fussball dem Sexismus fordert die Expect Resistance Kampagne.

wenn von anfang bis ende juni verstaerkt besoffene maennerhorden durch
die stadt ziehen, dann ist fussball-em in wien. einige hassen fussball,
manche lehnen den ‚volkssport nr 1‘ zwar nicht pauschal ab, kucken gern
auch mal das eine oder andere spiel, doch kritik am grossevent em gibts
zuhauf.

ussball ist nach wie vor ein von maennern dominierter sport, positionen
gegen sexismus oder homophobie sind leider noch immer eine raritaet auf
dem spielfeld und den tribuenen. zwar wurden mittlerweile auch frauen
als zielgruppe von der fussballindustrie ‚entdeckt‘, eine vermeintlich
‚frauengerechte‘ aufbereitung des kickens beschraenkt sich meist auf
sexistische stereotypen: die spieler sind sexy, das erklaeren der
abseitsregel der originellste aufreisstrick der welt und ueberhaupt
machen sich in der medialen bildberichterstattung frauen im knappen
bikini bestens als tribuenenaufputz.

statistiken aus deutschland berichten von einem anstieg der gewalt gegen
frauen anlaesslich der wm 2006 um bis zu 30% – die zusammenhaenge
fussball, alkohol, hitze und zelebrieren einer – ueber laendergrenzen
und teams hinausgehenden – gestaerkten maennlichkeit werden nicht nur im
stadion sichtbar, sondern auf der strasse und zu hause weitergetragen.

die fanmeile in wien befindet sich mitten in der stadt – die
konfrontation mit besoffenen, sexistischen maennerhorden scheint fuer
jede frau unumgaenglich. zwar verspricht das frauenministerium eine
kampagne gegen gewalt an frauen waehrend der em, darauf warten wollen
wir aber nicht und selber aktiv werden. ideen gibts genug – einbringen
erwuenscht!

Wer sich in Wien rumtreibt und das Thema interessiert, schaut einfach mal bei denen vorbei.