Archiv für frauen

Alltagssexismus, heute: watzmann

Posted in feminismus, frauen, sexismus with tags , , , , , on Juni 19, 2011 by stefon

Würde mensch jede Werbung, die sich der erniedrigenden und sexualisierten Darstellung von Frauen bedient, anprangern, würde nicht mehr viel Zeit für anderes bleiben. Daher beschränke ich mich hier auf Vorfälle von Salzburger Firmen. Heute darf ich die cultbar/lounge/garde watzmann vorstellen.

watzmann Werbeplakat

watzmann Werbeplakat

Unkreativerweise bedient sich die Bar in ihrem Plakat den Blickfang von dünnen und genormten Frauenkörpern. Dabei wird im Namen der Veranstaltung „Private Summer Parts“ direkt auf die Geschlechsteile von Frauen verwiesen (private parts).

Wäre auf dem Plakat auch ein Mann in engen Shorts und genormten Körper, könnte mensch der Firma „nur“ unkreative Werbung und unsensiblen Umgang mit Körpernormen vorwerfen. So wird wie üblich die Frau sexualisiert und als Objekt darstellt.

Update:
Wer sich beim watzmann beschweren will: Die Email Adresse newsletter@watzup.at und es gibt auch ne Facebook Fan Page

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Die natürliche Passivität der Frauen

Posted in feminismus, frauen, medien, sexismus with tags , , , on Juni 5, 2011 by stefon

Nicht erst seit kurzen werden Verhaltensweisen die sich durch Sozialisation und Erziehung ergeben, auf biologische Ursprünge zurückgeführt. Das Verhalten von Mann und Frau ist dabei eines der Klassiker. Können Frauen nicht einparken, können Männer nicht multi-tasken, können Frauen emotionaler agieren, sind Männer in Bezug auf Orientierung um längen voraus. Diese Reihe könnte quasi endlos fortgeführt werden.

Da hilft es auch nichts, dass die Unterschiede zwischen den (sozial konstruierten) Gruppen Mann/Frau kleiner sind als die individuellen Unterschiede in den Gruppe selbst. Sprich: Unterschiede zwischen Männern sind grösser als der durchschnittliche Unterschied zwischen Mann und Frau.

Interessanterweise scheint auch das „Fakt“ der heimischen Frau und des jagenden Mannes bei den Vorfahren der Menschen nicht ganz so klar und auf der Hand zu liegen.

Bei den frühen Vorfahren des Menschen waren die Frauen die Abenteurer (sic!) und zogen hinaus in die Welt, während die Männer eher häuslich waren und ihr Leben in unmittelbarer Umgebung ihres Geburtsorts verbrachten.
(Quelle: dieStandard.at)

Dabei ist die Frage, inwiefern sich aus beispielsweise Zähnen solches Verhalten ablesen lässt legitim. Umgekehrt folgert aber bei solcher Kritik auch: Die wandernden Männer und die am Feuer wartenden Frauen lassen sich durch solche Forschung genauso gut/schlecht argumentieren.

Alltagssexismus, heute: Stadtbus und Egger-Lienz Heimfest

Posted in feminismus, frauen, sexismus with tags , , , , , , on März 10, 2011 by stefon

Eigentlich wollte ich ja in meinem letzten Posting über den Weltfrauentag bereits zwei graphische Beispiele von Sexismus zeigen, jedoch wäre das Posting dann doch arg lang geworden.

Mein erstes „Fundstück“ stellt ein Plakatsujet für das Studifest im Egger-Lienz Heim in Salzburg dar.

Plakat für Egger-Lienz HeimfestBegründung für den Vorwurf des Sexismus:

  • Wir leben in einer Welt in der Frauen in Werbung und Film zumeist als Sexobjekte dargestellt werden. Ein Sujet für ein Studifest. welches einen Hintern zeigt der begrapscht wird, weckt Assoziationen mit sexueller Belästigung von Frauen. Das Sujet stellt diese Belästigung jedoch nicht in negativer Form dar, sondern in positiver, da ja mit dem Sujekt beworben wird
  • Selbst wenn es umgekehrt, also eine Frauenhand auf Männerhintern darstellen würde, wäre es ein Fall von Sexismus. Da sexuelle Handlungen an einer anderen Person nur mit Konsens erfolgen sollten
  • Durch das nichtzeigen des Gesichtes wird dem ganzen noch eine Anonymität vermittelt, die ja genau bei Festen vorhanden ist. Und oft zu begrapschen führt

Bedanken kann mensch sich für das Sujet auf der Facebook Seite des Egger-Lienz Heimfestes oder per Mail: office@egger-lienzheim.at. Bedauerlich auch, dass gerade der Verband sozialistischer Studierender (VSSTÖ)  Salzburg mit den FestbetreiberInnen kooperiert. Feedback kann ihnen auch per Mail: salzburg@vsstoe oder auf deren Facebook Seite gegeben werden.

Das nächste Fundstück wurde bei einer Bushaltestelle des Stadtbuses Salzburg gefunden. Aufgehängt wurde es aufgrund des Aussetzen des Busverkehrs aufgrund des Faschingsdienstages.

Aushang Stadtbus Salzburg

Begründung für den Vorwurf des Sexismus:

  • Klischee von „schwacher“ Frau und den sie „tröstenden, starken“ Mann wird gezeigt und verstärkt
  • Während die angebildete Frau emotional agiert, wird der Mann rational dargestellt (er weist darauf hin: der Bus kommt ja bald wieder)

Wo kann mensch sich über das Motiv aufregen: kundenservice@salzburg-ag.at

Wer Anfragen an die angegebenen Stellen schickt: Bitte deren Rückmeldung in einem Kommentar hier vermerken! Danke

Weltfrauentag – Wirklich notwendig?

Posted in feminismus, frauen, medien, politik, sexismus with tags , , , , , , on März 8, 2011 by stefon

Am heutigen 8. März jährt sich zum 100 Mal der Weltfrauentag. Dieser Tag wurde aufgrund fehlender Rechte von Frauen vor 100 Jahren begründet und wird seitdem begangen. Auch dieses Jahr gibt es eine Reihe von Veranstaltungen, Demos usw.. Manche mögen sich dabei fragen: Ist dieser Tag notwendig?

Letzendlich wurde doch die Hauptforderung der FeministInnen erfüllt: Auch Frauen dürfen wählen. Dabei darf aber eines nicht aus dem Auge verloren werden, das ist beleibe nicht das einzige was FeministInnen zu erreichen versuchten und versuchen.

Auch nachdem Frauen wählen durften, war es ihnen nicht erlaubt ohne der Erlaubnis von Männern zu arbeiten, Abtreibung wurde in jedem Fall hart bestraft und den Strafdelikt „Vergewaltigung in einer Beziehung“ gibt es auch noch nicht SO lange. Es zeigt sich: Frauenrechte bedeuten mehr als Wahlrecht. Und je nach Strömung des Feminismus (den davon gibt es viele) sind noch unterschiedlich viele Dinge zu erreichen.

Eien kurze Liste zeigt was nach 100 Jahren Weltfrauentag und feministschen Kampf immer noch nicht erreicht wurde

  • Frauen sind in hohen politischen Ämtern und Unternehmenspositionen nur marginal vertreten
  • Frauen werden in Werbung und Film weiterhin grossteils nur als Sexobjekte und schmückendes Beiwerk verwendet
  • In Österreich gibt es gerade erst 2 Rektorinnen (von 21 RektorInnen-Posten)
  • Frauen sind von Gewalt überproportional betroffen
  • Frauen verdienen in Österreich im Schnitt 20% weniger als Männer

Während alleine das als Grund zählen dürfte wütend zu werden, ist die Betrachtung des Weltfrauentages in den Medien mehr als beschämend. Salzburger Nachrichten, DerStandard und diePresse waren sich nicht zu schade anti-feministische, unsachliche und erz reaktionäre Artikel zu bringen. Ein Auszug?

Die ebenfalls ständig kolportierten höheren Einkommen von Männern sind Folge von Überstunden, von Karriere-Ehrgeiz und der Tatsache, dass Frauen Ausbildung und Job weniger nach Verdienstchance als nach der Freude am Beruf aussuchen. Was nachvollziehbar ist, aber nicht bejammert werden sollte
[Salzburger Nachrichten vom 3.3.2011 – Andreas Unterberger]

Alle Frauen haben also weniger Lust auf Karriere, Männer sind die harten die Karriere über das eigene Wohl stellen? Grob stereotyp und wirft gesellschaftliche Probleme auf die einzelne Person zurück.

Die feministische Doktrin von der Unterdrückung des weiblichen Geschlechts lässt sich schon seit längerem nicht mehr belegen. Frauen gelten im Gegenteil heute als die eigentlichen Gewinnerinnen der Modernisierung; ihr Aufstieg im Laufe der vergangenen dreißig Jahre ist eklatant: Sie machen die besseren Schulabschlüsse, studieren häufiger, dominieren ganze Fachbereiche wie inzwischen auch Medizin und Jura und stellen die Mehrheit der kompetenten Berufsanfänger.
[derStandard vom 7.3.2011 – Walter Hollstein]

Walte Hollstein will uns im derStandard weissmachen dass Frauen beruflich erfolgreicher sind. Er sollte sich eher fragen warum zwar, wie er richtig anmerkt, in vielen Studienrichtungen mehr Frauen als Männer studieren, aber auch in diesen Fächern Professorinnen wesentlich weniger verbreitet sind als Professoren.

Früher haben die männlichen Linken den Arbeitern eingeredet, dass sie unterdrückt sind; heute reden die weiblichen Linken den Müttern und Hausfrauen ein, dass sie unterdrückt sind. Buchstäblich geht es um eine Enthauptung der Familie, sofern nämlich der Vater traditionell als Oberhaupt der Familie verstanden wurde. Aber es geht auch um die Durchsetzung des androgynen Ideals – die Geschlechterrollen sind austauschbar.
[diePresse vom 5.3.2011 – Norbert Bolz]

Der typische Vorwurf der „Gleichmacherei“. Geht es an die Aufhebung von Herrschaftsverhältnissen, scheint es einige Menschen zu geben die sofort diesen Vorwurf aus dem Hut ziehen. Dabei geht es um die individuelle Entscheidung über den eigenen Lebensentwurf. Ob Mann, Frau oder Transgender. Kein Mensch sollte aufgrund der Zuweisung an ein Geschlecht benachteiligt oder am selbstbestimmten Leben gehindert werden!

Mir geht es hier nicht um den Ruf nach Zenszur dieser Artikel aus den Zeitungen. Es geht um die Auswahl und die Entscheidung welche Artikel Platz dort bekommen. Denn über Feminismus und Weltfrauentag kann auch kritisch und reflektiert geschrieben werden, ohne in anti-feministische und erzreaktionäre Muster zu fallen bzw. für solche AutorInnen in der Zeitung Platz zu finden.

Viel besser wäre eine Auseinandersetzung mit dem verschiedenen Strömungen des Feminismus. Den davon gibt es einige: Gleichheits/Differenzfeminismus, Autonomer Feminismus, bürgerlicher Feminismus, radikaler Feminismus, …

Denn eines ist klar: Herrschaftsverhältnisse gibt es zuhauf in unserer Gesellschaft. Und die Kategorie Geschlecht beeinhaltet einige davon!

Ich kann nur empfehlen den 19. März zu nutzen und dem Aufruf des Bündnisses 20.000 Frauen zur Grossdemo in Wien zu folgen!

Die scheinheilige Allianz verscheuchen: Am 11.12

Posted in aktivismus, frauen, politik, sexismus, termin with tags , , , , , , , , , , , on Dezember 10, 2010 by stefon

Aufruf zur Gegenkundgebung gegen die frauenfeindliche ,,Mahnwache“ der AbtreibungsgegnerInnen um HLI, Jugend für das Leben und Co. am 11. Dezember 2010 um 17 Uhr beim Salzburger Landeskrankenhaus

Details auf der Homepage des Infoladen Salzburg

DerStandard again: Biologismus? Wasn das?

Posted in feminismus, medien, politik, sexismus with tags , , , , , , , , , on Dezember 9, 2010 by stefon

Der Biologismus ist eine philosophische und weltanschauliche Position, die menschliche Verhaltensweisen und gesellschaftliche Zusammenhänge vordringlich durch biologische Gesetzmäßigkeiten zu erklären versucht.
[wikipedia]

Kurz gesagt: Verhaltensweisen von Menschen werden zurückgeführt auf biologische Unterschiede. Klassische Biologismen sind rassistische Aussagen über die Hautfarbe von Menschen oder die Zuschreibung von Eigenschaften aufgrund des Geschlechts.

Mensch könnte davon ausgehen, dass in einem „Qualitätsblatt“ wie dem Standard solche Erklärungsmodelle vorsichtig verwendet werden. Wie es um den österreichischen Journalismus steht, zeigt sich jedoch wieder am Beispiel eines Kommentars von Eric Frey im Standard (7/8.12). Anlass ist die Pisa Studie, in der gezeigt wird, dass männliche im Vergleich zu weiblichen Jugendliche höhere Leseschwächen haben.

Es gab Zeiten, da lebten Buben noch in Karl Mays Welten. Sie mögen zwar auch damals schon weniger freudig getratscht haben als gleichaltrige Mädchen, aber das Lesen war keinem Geschlecht vorbehalten. Die Leidenschaft galt dem Fußball, doch wenn es draußen regnete und im ORF nur der Seniorenclub lief, dann griff auch so mancher Sportlertyp zum Buch….
Der Bub kann seiner inneren Stimme folgen, und die sagt ihm, dass Lesen gar nicht cool ist. Die Pisa-Studie und andere Lesetests bestätigen bloß das, was Eltern mit männlichem Nachwuchs ohnehin täglich erleben.

Hier werden gleich mehrere Klischees bedient: Buben die Sport lieben und Mädchen die tratschen. Aber es geht weiter:

Warum Mädchen trotz aller Ablenkungen immer noch Bücher lieben – ist es angeborene Neugier, die Sehnsucht nach Träumen oder die Suche nach Stoff fürs Quatschen mit Freundinnen? -, ist nicht ganz klar.

Angeborene Neugier? Sehnsucht nach Träumen? Stoff fürs Quatschen? Wie klischeehaft kann mensch sein?

Zur Beruhigung der frustrierten Eltern: Nicht alle Buben mit Papierallergie werden asozial oder arbeitslos. Irgendwann holen sie gegenüber den Mädchen auf, schließen ihre Ausbildung ab und sind am Ende die Chefs der sprachaffinen Leserättinnen. Aber was sie bis dahin an ungelesenen Büchern versäumen, würde man ihnen gerne schon jetzt vermitteln.

Und in diesem Absatz werden Arbeitslose mit „asozialen“ verglichen. Und locker flockig über die strukturelle Benachteiligung von Frauen am Arbeitsmarkt gesprochen.

Das Ergebnis der PISA Studie bezogen auf die unterschiedlichen Lesefähigkeiten zwischen den Geschlechtern ist ein Thema über dass sich gut schreiben lässt und über das geschrieben werden sollte. Jedoch nicht in einem von Klischees überladenen Kommentar. Eric Frey hätte sich vielmehr mit den Ursprüngen dieser Unterschiede auseinandersetzen können, die nicht in den biologischen Unterschieden von Mann und Frau liegen, sondern in der Sozialisation (also wie mensch erzogen wird).

Und der letzte Absatz hätte gut dazu verwendet werden können sich zu fragen, warum Frauen trotz besser Fähigkeiten noch immer weniger verdienen.

Nein: Stattdessen wird gesudert, über den Kamm geschoren und allgemein verbreiteter Sexismus verbreitet.

Weekendmagazin – Rätselaufgabe

Posted in aktivismus, feminismus, frauen, medien, politik, sexismus, soziales with tags , , , , , , , , on Juli 6, 2010 by stefon

Im aktuellen Weekendmagazin stellt sich Gert Damberger (Chefredakteuer, Email: g.damberger@weekendmagazin.at) eine Frage (hier gibts den vollständigen Artikel)

Verdienen Frauen aber auch dann weniger als Männer, wenn sie gleiche Erfahrung, gleiche Ausbildung und ebenso lange Betriebszugehörigkeit wie die Männer in die Waagschale werfen? Einfach nur, weil sie Frauen sind?

Anlass dieser Frage ist der Frauenbericht 2010 des Bundesministeriums. Dieser zeigt unmissverständlich auf: Frauen verdienen 18% weniger als Männer (bei gleicher Qualifikation, gleicher Arbeit, …).

Anstatt nun diese Diskriminierung anzuprangern, dieses Faktum als Anlass zu verwenden den Sexismus in Österreich und die Männerbünde in Politik und Wirtschaft zu kritisieren, gibt Gert Damberger folgendes von sich.

Wenn es stimmt, dass man einer Frau in Österreich mir nix dir nix 18,1% weniger zahlen kann, warum sind dann rein aus Kostengründen nicht mehr Frauen in mittleren und höheren Positionen beschäftigt?

„Wenn es stimmt“! Trotz der Studie, trotz jahrelanger gleicher Zahlen zweifelt dieser Mensch weiters an der Benachteiligung von Frauen am Arbeitsmarkt. Und warum Firmen so agieren ist vollkommen klar: Gute Jobs werden (gerade in Österreich) per Vitamin B vergeben. Und Männer trauen anderen Männern einfach mehr zu, auch wenn sie denen mehr zahlen müssen. (vollständiger Artikel des Weekendmagazins)

Aber keine Angst Hr. Damberger, die „unsichtbare Hand des Marktes“ ist nicht ganz funktionsunfähig. Billiglohnsektoren sind genau diejenigen Berufssparten in denen Frauen arbeiten. Und nicht nur das: Treten in eine gewisse Berufssparte Frauen ein, so sinken dort die Durchschnittslöhne.

Zur Erinnerung: Das Weekendmagazin ist genau dieses Format, das auch vor einigen Monaten in einem Glosse für Gewalt gegen RadfahrerInnen aufgerufen hat.

Wenn ein feindlicher Radler daherkommt, tun Sie so, als würden Sie die Türe öffnen. Das versetzt dem Sportler einen Schock. Bei Ampeln immer dicht an parkenden Autos stehen – so kann sich kein Radfahrer vorbeischlängeln. Hupen ist zielführend … Notfalls aussteigen und ordentlich zulangen.

Wiedermal Zeit Mails zu schreiben? Was sagt ihr?