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Mitglied der Christenpartei: Die Schwulen wollen meinen Tod.

Posted in politik, sexismus with tags , , , , , on September 4, 2009 by stefon

Dank ThinkOustsideYourBox habe ich über das Mitglied der Christenpartei, Daniel „,,Es darf keine Schwulen geben in der Gemeinde das werde ich mit ganzer Kraft bekämpfen.“Dragomir, erfahren.

Aufgrund des Interviews habe ich mit Hr. Dragomir per Mail Kontakt aufgenommen und ihn gebeten zu erklären was er unter „Schwule bekämpfen“ versteht. Ich bekam dann auch eine längere Antwort mit krausen Argumenten. Ich nahm mir die Freiheit ihm auch darauf zu antworten. Danach war Stille. Auf eine weitere Mail, in der ich um Antwort auf meine zweite Mail bat, bekam ich diese Antwort:

Wie ich gesehen habe, haben Sie sich meine E-Mail durchgelesen und Sie haben mir in einigen Punkten Recht gegeben. Aber trotzdem haben Sie nach Ihren Wunsch interpretiert. Inzwischen habe ich erfahren, dass Sie schwul sind, und das klingt für mich sehr gefährlich, denn inzwischen habe ich einige E-Mail-Drohungen bekommen von gewissen Schwulen. Ich nehme das sehr ernst, weil ich weiß, dass Schwule zu so etwas fähig sind. Warum? Weil sie keine Rücksicht auf andere Menschen nehmen, deswegen demonstrieren Schwule in aller Öffentlichkeit nackt. Gekleidet von nur einem Spray. Da in der Zeitung mein Interview nur falsch interpretiert ist, haben Sie persönlich Herr Stefan noch schlimmer interpretiert und zwar auf der Schwulenseite und eine Hetzkampagne gegen mich aufgerufen. Ich bin in Lebensgefahr. Die Schwulen wollen meinen Tod. Dank Ihnen! Falls Sie in der Zeitung den Satz „Ich werde mit ganzer Kraft bekämpfen“ falsch verstanden haben, kann ich Ihnen
versichern, ich habe auch andere Methoden Homosexualität zu bekämpfen. Homosexuelle aus der Gemeinde zu vertreiben liegt nicht in meinem christlichen Charakter. Es gibt mehrere Methoden mit großer Heilwirkung, aber geheilt wird nur der, der Heilung wünscht. Wenn man das selbst nicht will, dann wirkt gar nichts. Ich sehe Homosexualität als seelische Krankheit. Vor kurzem habe ich ein Abzeichen gesehen bei einer lesbischen Frau – im Fernsehen in einem Interview und da stand: „Unheilbar lesbisch“. In solchen Fällen hilft tatsächlich nichts, weil die betroffene Person keine Interesse zeigt. In der Hoffnung, dass Sie dieses Mal meine E-Mail nicht missbrauchen werden – auf irgendwelchen Schwulenseiten – wünsche ich Ihnen Alles Gute!

Ich veröffentliche diese Mail um klar zu machen wie Menschen der Christenpartei denken und agieren. Wer den kompletten Mailverkehr zwischen mir und Hr. Dragomir lesen will, klickt einfach auf weiterlesen.

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Familienkunde statt Verhütungsunterricht

Posted in feminismus, frauen, politik, sexismus with tags , , , , , , on Oktober 26, 2008 by stefon

„Familienkunde statt Verhütungsunterricht“ fordert die Christenpartei.

„Die Christen“ fordern in der Schule Familienkunde statt Verhütungsunterricht. Familienkunde ist die umfassende Persönlichkeitsbildung im Respekt gegenüber der menschlichen Natur und der weiblichen und männlichen Identität, aufbauend auf dem christlichen Menschenbild. Jugendliche sollen insbesondere über die Schönheit von Ehe und Familie informiert werden.

Ich will den ChristInnen nicht unterstellen mit dieser Forderung die Anzahl der Aids Ansteckungen in die Höhe treiben zu wollen. Was jedoch steck dann hinter dieser Forderung?

Es ist ein verquertes Menschenbild. Und es ähnelt dem was die Republikaner unter Bush in den letzten Jahren versucht hatten: Enthaltung statt Verhütung.

Weiters zementiert diese Forderung den Anspruch der Ehe zwischen Mann und Frau als allein selig machende und „normale“ Beziehungsform. Homosexuelle Paare und AlleinerzieherInnen sind natürlich wieder aussen vor.

Durch die massive Verbreitung von Verhütungsmethoden, schlechter Aufklärung und sexueller Frühsensibilisierung wird in den Jugendlichen das natürliche Verständnis für Einheit und Treue schon in frühen Jahren bewusst zerstört. Die aktuellen Aufklärungsmethoden höhlen die Bedeutung der Sexualität aus und vermitteln eine pervertierte Form von Liebe, was die körperliche und seelische Gesundheit jedes Menschen in Gefahr bringt.

Ich setze mich natürlich für Aufklärung und massive Verbreitung und Information über Verhütunsmethoden ein. Jedoch sollte mensch die Sorge der ChristInnen um die Bedeutung der Sexualität nicht ganz verwerfen.

Anstatt jedoch Enthaltsamkeit zu predigen und „nicht-normale“ (sprich, alles was nicht hetereosexuell in einer Ehe stattfindet) zu dämonisieren, sollten die ChristInnen sich die Werbungen im Fernsehen und die Plakatflächen ansehen. „Sex sells“ ist eine Binsenweisheit, nichts desto trotz von den Auswirkungen hinterfragenswert.

Menschen sollten bewusst und lustvoll mit ihrer Sexualität umgehen können.  Ohne Druck und moralische Predigten für sich entscheiden wann etwas passt und wann nicht.
Und in diese Entscheidungen hat sich weder Kirche, Staat und die Christen Partei einzumischen.
Diese sollte besser versuchen den Leistungsdruck in der Gesellschaft und die Sexualisierung der Werbung und des Alltags entgegentreten.

Quelle: Familienkunde statt Verhütungsunterricht – Die Christenpartei