Archiv für Juli, 2012

Plastiksackerl abschaffen? Nein danke!

Posted in antikapitalismus, politik, soziales, umwelt on Juli 20, 2012 by stefon

Es gibt viel Kritik an Plastiksackerl: Sie sind unökologisch in der Produktion, sie verunreinigen die Meere und Plastik ist generell ungesund. Und trotzdem sage ich: Kampagnen zum Abschaffen der Plastiksackerl? Nein danke! Warum?

Es geht mir nicht darum zu sagen, dass Plastiksackerl etwas positives sind. In keinem Fall. Ich stimme der Kritik an ihnen auch zu. Und doch bin ich gegen jede Kampagne, welche zum Kauf von Alternativen von Plastiksackerln oder zum Verbot derselbigen aufruft.

Was steckt nun hinter der Kritik an Plasticksackerl. Doch nicht der Wunsch dass Plastiksackerl aufhören die Umwelt zu verschmutzen. Nein, es ist natürlich der Wunsch nach dem Stop an Umweltzerstörung selbst.

Und wie soll dieser Wunsch nach Stop der Umweltverschmutzung durch Plastiksackerl erreicht werden? Durch deren Verbot oder durch Konsumverweigerung. Und es stimmt: Könnte das durchgesetzt werden, würde auch dieses Problem verschwinden.

Doch wäre damit der Wunsch nach Stop der Umweltverschmutzung erfüllt? Mitnichten. Denn was wäre denn die Alternative für das Plastiksackerl? Schwer zu sagen. Eine wäre zum Beispiel das Kartoffelsackerl. Wäre das besser? Schließlich wäre es ja nicht aus Plastik und ökologisch abbaubar. Sehen wir uns das genauer an:

  • Die Produktion dieser Kartoffelsackerl könnte von MigrantInnen durch miese Jobs erledigt werden und sogar Bio genannt werden
  • Um den erhöhten Bedarf nach Kartoffeln zu erfüllen, könnten mehr und mehr chemische Dünger verwendet werden. Gut für die Umwelt? Wahrscheinlich nicht.
  • Der Preis für das Lebensmittel Kartoffel könnte steigen – schlecht für Menschen mit wenig oder keinem Einkommen
  • Lohnabhängige in der Plasikindustrie könnten ihren Job verlieren
  • usw usf

Da stellt sich die Frage: Wären diese Veränderungen besser? Ist ein hungernder Mensch besser als ein Plastiksackerl im Meer? Schwer zu sagen und auch nicht zu beantworten. Klar ist: Plastiksackerl abschaffen: Das ist möglich. Doch was dies bewirken würde: Schwer zu sagen.

Eines ist jedoch klar: Das Ziel der Produktion in dieser Wirtschaft, der Profit, ist gleich geblieben. Und solange der Profit als Ziel bleibt, macht es Sinn möglichst billig zu produzieren. Egal welche ökologischen und sozialen Kosten dies bewirkt. Und wer an an diesen Schrauben der Produktion mittels Konsumverweigerung oder Verboten dreht, weiß nicht was es bewirkt.

Daher muss das Ziel sein: Eine Wirtschaft nicht für den Profit, sondern eine Wirtschaft die als Ziel die Bedürfnisse der Menschen hat.

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Gegen Willkür und für Transparenz im Abschiebewesen?

Posted in politik, soziales with tags , , , , , , , on Juli 8, 2012 by stefon

Kritik an Abschiebungen generell und konkret an der Abschiebepraxis in Österreich im speziellen gibt es leider wenig. Da ist es dann natürlich erfreulich wenn Menschen ihre Kritik daran äußern und etwas daran auszusetzen haben. Doch nicht jede Kritik ist unterstützenswert. Klar: Wer der Meinung ist dass es zu WENIG Abschiebungen gibt und dass die Menschen, welche davon betroffen sind, zu NETT behandelt werden, dessen Kritik sollte nicht geteilt werden.

Doch es gibt auch eine Form der Kritik, die nicht so offensichtlich problematisch erscheint. Die lautet:

In Österreich herrscht zu wenig Gerechtigkeit im Abschiebewesen. Wer abgeschoben wird und warum, ist nicht ersichtlich. Es braucht mehr Transparenz und weniger Willkür!

Was damit gesagt werden soll ist erstmal klar: Manche werden abgeschoben, obwohl sie sich doch offensichtlich „gut integriert“ haben. Andere nicht, aber diese scheinen halt gute Kontakte zu haben. Es herrscht also keine „Fairness“, Menschen werden ungleich behandelt und haben keine gleichen Chancen.

Ziel dieser Kritik ist es, mehr Transparenz herzustellen. Eine Abschiebepraxis herzustellen, bei welcher klar ist, warum dieser Mensch abgeschoben wird und der andere Mensch eben nicht. Diese Kritik nimmt aber auch in Kauf: Möglicherweise werden dadurch sogar Menschen abgeschoben, denen dies ohne  Transparenz nicht passiert wäre. Kurz gesagt: Wird eine Person abgeschoben, muss eine andere Person mit ähnlichen Hintergrund auch abgeschoben werden. Passiert das nicht, wäre das doch unfair. (Anmerkung: Diese Position habe ich bereits auch so gehört, dass es besser wäre wenn ALLE abgeschoben werden, anstatt nur einzelne. Das wäre ja dann auch gerecht)

Offensichtlich geht es bei dieser Kritik NICHT um das Wohlbefinden anderer Menschen. Nicht um den Kampf für das schöne Leben für alle (und daher auch für Menschen ohne österreichischer StaatsbürgerInnenschaft). Es geht um das eigene verletzte Bedürfnis nach  Gerechtigkeit. Es geht um das Abschaffen des Zustands, dass das eigene Land, die Nation, sich ungerecht verhält.

Ziel unterstützenswerter Kritik an Abschiebungen, sollte es jedoch sein, Abschiebungen generell zu verhindern. Nicht das Unwohlsein zu beheben, welches einem befällt, wenn in den Zeitungen wieder und wieder von krasser beamtlichen Willkür gegenüber AsylwerberInnen berichtet wird.

Aufruf zur Pro-Choice Demonstration am 25. Juli 2012 in Salzburg

Posted in aktivismus, feminismus, frauen, politik with tags , , , , , on Juli 7, 2012 by stefon

Sie wollen es einfach nicht verstehen. Obwohl den fundamentalistischen Abtreibungsgeg-nerInnen um Human Life International (HLI), Euro Pro Life, Jugend für das Leben & Co. letzten Sommer unmissverständlich klar gemacht wurde, dass sie und ihre frauenfeindliche Prozession in Salzburg nicht willkommen sind, planen sie für den 25. Juli 2012 wieder einen sogenannten 1000-Kreuze-Marsch durch die Innenstadt.

Bei diesem “Gebetszug für das Leben” wollen die AbtreibungsgegnerInnen mit weißen Holzkreuzen ausgerüstet für ihre frauenfeindliche Agenda werben. Letztes Jahr konnte der Marsch dank des beherzten Einschreitens emanzipatorischer Aktivist_innen mittels Blockaden erfolgreich gestört und abgekürzt werden. Die Schlusszeremonie der FundamentalistInnen musste praktisch unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden.

Nieder mit dem sexistischen Normalzustand und dem Kapitalismus, für die Anarchie!
Den 1000-Kreuze-Marsch zum Desaster machen!

25.Juli.2012, 13:30 Uhr, Hauptbahnhof Salzburg
Ob in bunt oder in Alltagskleidung: komm zur Demo, bring deine Schwestern, Freund_innen, Arbeitskolleg_innen und andere Kompliz_innen mit!

Mehr Details und Hintergrundinfos

Hoffe wir sehen uns!