Archiv für kritik

Stress in der Schwangerschaft: Ein Vergehen der Schwangeren gegen das eigene Kind?

Posted in antikapitalismus, feminismus, frauen, medien, politik, soziales with tags , , , , , , , on Mai 29, 2017 by stefon

Was Schwangere nicht tun dürfen, ist bekannt. Rauchen, trinken und sich ja nicht falsch bewegen. Was sie tun sollen auch: Gesund essen, am besten klassische Musik dem ungeborenen Kind vorspielen, usw.. Nun ist auch wissenschaftlich belegt: Schwangere sollen sich keinem nachhaltigen Stress aussetzen bzw. diesen Stress möglichst gut bewältigen.

Bei Frauen, die in der Schwangerschaft über längere Zeit gestresst sind, steigt im Fruchtwasser die Konzentration von Stresshormonen. Das kann sich laut einer neuen Studie Schweizer Forscher negativ auf die Ungeborenen auswirken.

So wird in einem science.orf.at Artikel mit dem Titel Wie werdende Mütter ihren Stress weitergeben berichtet. Es wurde festgestellt:

«Dauert die mütterliche Belastung länger an, ist der Kortisol-Spiegel im Fruchtwasser erhöht», so Studienmitarbeiterin und Psychologin Pearl La Marca-Ghaemmaghami.

Wenn während einer Schwangerschaft also Beziehungsprobleme auftreten, falls Geldmangel oder Zukunftsangst herrscht, so kann sich das negativ aufs Kind auswirken. Was folgt nun aus dieser Beobachtung, was ist der Schluss der Studienautor*innen?

Schwangeren Frauen, die sich längeren Stresssituationen ausgesetzt sehen, raten die Psychologinnen, „sich von einer psychologischen Fachperson unterstützen zu lassen, um die Belastungen besser zu bewältigen“.

Stressbewältigung, also den Umgang mit Stress erlernen, das ist der Schlüssel. Den Autor*innen der Studie ist schnuppe, warum eine gestresste Schwangere nicht aus der Wohnung auszieht, wenn es Beziehungsprobleme gibt. Es ist auch egal warum Stress aufkommt, wenn an die finanzielle Lage nach der Geburt gedacht wird. Die Gründe für Stress sind ihnen egal. Klar ist ihnen eines: Der Umgang damit ist wichtig. Nicht an der Behebung der Gründe muss gearbeitet werden, die Belastungen müssen (individuell! auf sich selbst gestellt!) von den Schwangeren besser bewältigt werden.

Damit befinden sich die Psycholog*innen in einem Boot mit den Vertreter*innen der Resilienz und Salutogenese Theorie. Anhänger*innen dieser Theorie sehen die Gründe für die psychischen und physischen Leiden der Menschen ganz im Umgang der Menschen mit widrigen Umständen (schlechte Umwelt, finanzielle Lage, körperliche Gebrechen) und nicht an den widrigen Umständen selbst. Denn diese Umstände müssen – laut ihnen – akzeptiert werden.

Seit ein paar Jahren gibt es in einigen Studienfächern, in denen das Thema Gesundheit eine Rolle spielt, ein neues Paradigma. Die Stichworte dabei sind Aktivierung von Ressourcen, Empowerment und Resilienz. Die Idee ist, den Fokus nicht mehr auf Beschränkungen und Krankheiten, sondern auf Möglichkeiten und Fähigkeiten sowie die damit verbundenen Widerstandskräfte von Menschen aller Altersstufen zu legen.
[…]
Es ist bedauerlich, wenn Leute sich geistig zustimmend in Verhältnissen einrichten, in denen sie als Material für fremde Zwecke der Geldverwertung verwendet werden.
Empfehlenswerter Artikel der Gruppen gegen Kapital und Nation (Bessere Gesundheit durch Selbstbetrug: Salutogenese) der sich mit dem Thema auseinandersetzt und auch auf Gründe von Stress eingeht.

Genau diese Haltung wird im verlinkten orf.at Artikel ersichtlich: Der Fokus liegt nicht auf der Kritik der Verhältnisse, die Menschen schaden, sondern darauf, Menschen klar zu machen: Kommt mit den Verhältnissen klar, an ihnen ist nicht zu rütteln. Wer damit nicht zu Rande kommt, ist selbst schuld.

Veranstaltungstipp: Gesundheit im Kapitalismus

Posted in antikapitalismus, kapitalismus kritik, politik, soziales with tags , , , , , , , on Mai 18, 2017 by stefon

Am Dienstag den 6. Juni um 19 Uhr findet im Unipark Nonntal eine Buchpräsentation und Diskussion zum Thema „Gesundheit im Kapitalismus“ statt.

Mit einer Kritik am Gesundheitswesen macht man sich leicht Freunde. Kaum eine gesellschaftliche Einrichtung wird so mit Kritik bedacht wie der Medizinbetrieb: dass es allzu vielen Vertretern mehr ums Geld als um ‚ihre‘ Patienten geht, dass es ihnen an Können fehlt, dass Kassenbeiträge zu hoch sind und an Versorgungsleistungen gespart wird… Und als Gipfel der Kritik wird gefordert: Gesundheit darf keine Ware sein! […]
Diese kritische Hochachtung vor Auftrag und Leistung des medizinischen Dienstes an der Gesundheit, ist die Sache des Buches, das im Vortrag vorgestellt werden soll, nicht. Es klagt nicht ein Mehr und Besser an heilsamen Dienstleistungen ein, sondern erklärt und kritisiert.

Trotz Digitalisierung mehr Arbeitsbelastung?

Posted in antikapitalismus, politik with tags , , , , , , , , on Mai 7, 2017 by stefon

Digitalisierung: Ein Megatrend der auf uns zukommt, unaufhaltsam und alles verändernd. Nun stellt sich für alle die Frage: Wie damit umgehen? Im privaten wie – natürlich – auch im beruflichen. So oder so ähnlich lesen sich Texte und Berichte wenn es um das Thema Digitalisierung geht. Auch ein heise online Artikel mit dem Titel DGB-Umfrage: Digitalisierung sorgt für mehr Arbeitsbelastung und Kontrolle nimmt sich dem Thema „Herausforderung Digitalisierung“ an. Gleich zu Anfang wird auch klar gemacht, was die Digitalisierung eigentlich leisten und sein sollte.

Eigentlich soll die Digitalisierung für mehr Flexibilität sorgen und Arbeitnehmer auch entlasten. In der Realität bedeutet sie aber für Beschäftigte mehr Belastung, mehr Hetze und mehr Multitasking. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage hervor.

Warum sollte die Digitalisierung eigentlich so etwas wie mehr Flexibilität und Entlastung für Arbeitnehmer*innen leisten? Auf seinen Gedanken kommt mensch nur, wenn dieser Prozess als Teil des natürlichen Fortschritts der Gesellschaft gesehen wird. Technischer Fortschritt: Das soll ein Prozess sein, der das Leben für Menschen angenehmer und lebenswerter macht. Wer diese technischen Fortschritte entwickelt und wer sie zu welchen Zwecken einsetzt, diese Frage wird nicht gestellt. Dabei stellt sich gerade bei der Beantwortung dieser Frage heraus, dass es falsch ist sich darüber zu wundern, dass Digitalisierung gar nicht zu einem schöneren Arbeiten führt.

Wo findet denn die Entwicklung von technologischen Fortschritt statt? Einerseits in staatlichen Institutionen namens Universität, Fachhochschule usw usf. Der Staat investiert hier nicht nur Geld für Ausbildung von Arbeitskräften, sondern nimmt auch eine Menge von Ressourcen in die Hand um Grundlagen- und andere Forschung zu unterstützen. Ziel dabei ist die Stärkung der nationalen Wirtschaft in der internationalen Konkurrenz. Das sehen nicht nur einzelne Parteien so, das ist durchgesetzter Konsens jeder Partei. Staatliche Forschung macht nur Sinn im Kontext von Standortkonkurrenz. Weiterlesen

Gedanken zur JBZ Montagsrunde „Aufbruch zur Demokratie“

Posted in aktivismus, antikapitalismus, kapitalismus kritik, politik, review with tags , , , on April 24, 2017 by stefon

In regelmäßigen Abständen finden in der Robert Jungk Bibliothek für Zukunftsfragen Diskussionsrunden mit unterschiedlichsten Themen statt. Diesen Montag (24. April 2017) wurde Tamara Ehs zum Thema Aufbruch zur Demokratie – Konkrete Utopien einer demokratischen Gesellschaft eingeladen. Ich möchte kurz die These der Vortragenenden skizzieren und aufzeigen was mensch daran kritisieren könnte.

Konstatiert wurde eine Politikverdrossenheit. Es wurde hingewiesen auf sinkende Wahlbeteiligungen, auf das geringe Vertrauen der Bevölkerung in Politiker*innen usw usf. Festgehalten wurde auch: Die Politikverdrossenheit kommt nicht von irgendwoher – die soziale Situation vieler hat sich seit Jahren verschlechtert und die Zukunft sieht nicht rosiger aus.

Montagsrunde #95

Montagsrunde #95

Daraufhin wurden Formen direkter Demokratie beschrieben. Da ging es um Bürger*innenpartizipation bei Budgets, um Bürger*innenversammlungen zur Entscheidung über gesellschaftspolitische Fragen (wie Abtreibung oder Homosexuellenehe) oder auch um mögliche Formen der Partizipation bei Verfassungsfragen.

Ziel all dieser neuen Formen der Partizipation: Bürger*innen sollen sich wieder wahrgenommen fühlen, sollen ihre Meinung artikulieren können – kurz: Das Gefühl der Ohnmächtigkeit überwinden. Sich wieder als Teil dieser Gesellschaft empfinden.

Dabei ist es ja so: Die sozialen Notlagen der Leute, werden durch diese Art der Partizipation gar nicht behoben. Ob nun mit den 15% des Budgets, über die Bürger*innen entscheiden dürfen, Radwege gebaut oder bessere Straßenbeleuchtung gekauft wird – das ändert nichts an der Armut der Menschen. Ein Staat mag auch mal die Entscheidung über gesellschaftspolitische Themen aus der Hand geben, aber die Entscheidung ob ein Handelsabkommen abgesegnet wird oder wie die konkrete Außenpolitik aussehen soll, diese Themen gibt er nicht aus der Hand. Die Erkenntnis, als Lohnabhängiger in dieser Gesellschaft ohnmächtig zu sein, ein reines Anhängsel anderer Interessen zu sein, das sollte nichts negatives sein. Ganz im Gegenteil: Der Ausgangspunkt sich zu fragen, warum das so ist.

Die vorgeschlagenen Utopien von Partizipation sollen aber etwas ganz anderes bewirken: Menschen, die in diesem System unzufrieden sind befrieden. Warum? Damit nicht Le Pen, Hofer oder Trump an die Macht kommen. Sie sollen also ihre sozialen Nöte weiterhin ertragen mit dem Bewusstsein: Ein paar Sachen kann ich immerhin entscheiden.

Wäre es da nicht besser gemeinsam zu klären, warum Mieten hoch sind? Warum die Löhne immer niedrig sind? Warum Lohnarbeit stressig ist und nie gemütlicher wird? Kurz: Gemeinsam zu diskutieren und zu versuchen die Gründe für all die Missstände zu erkennen – und diese Missstände zu beheben.

Die Marktwirtschaft: Eine Konkurrenz die keine sein müsste?

Posted in antikapitalismus, kapitalismus kritik, medien with tags , , , , , , , on April 17, 2017 by stefon

In einem Kommentar auf heise online mit dem Titel Offene Standards gegen das Chat-Monopol wird die Frage gestellt, ob es für Unternehmen überhaupt sinnvoll ist, durch inkompatible Chatstandards ein Monopol erreichen zu wollen.

Konkurrenz ist gut für den Nutzer. Doch aktuell streiten sich Anbieter von Chat-Plattformen vor allem um das nächste Monopol. Dabei würden auch sie langfristig von einer Einigung auf einen offenen Standard profitieren, meint Moritz Förster.

Die Beobachtung, die in diesem Kommentar beschrieben wird, trifft auf jeden Fall zu.

In den letzten Jahren erschienen gefühlt monatlich neue Dienste, die alle eine noch bessere Kommunikation versprechen. Und das gilt nicht nur für an Endnutzer gerichtete Messenger. Gerade im Bereich der Unternehmenssoftware integrieren immer mehr Anbieter ihre eigene Chat-Software.

Wer kennt sie nicht? Whatsapp, Telegram, Facebook Messenger, Wire, Signal, … Im Unternehmensbereich stehen Microsoft Teams, Slack oder auch Atlassian Hipchat zur Verfügung. Was auffällt: Wer das eine Chatprogramm A nutzt, kann nicht mit Nutzer*innen von Chatprogramm B kommunizieren, usw usf. Um einen möglichst großen Nutzen für die Benutzer*innen der Programme scheint es also nicht zu gehen. Das erkennt auch der Autor des Kommentars.

Stattdessen haben die Anbieter etwas anderes im Sinn: Anwender können nur selten Nachrichten mit Nutzern anderer Dienste austauschen. Lieber sollen sie im eigenen Netz eingesperrt bleiben. […] Entsprechend konkurrieren die Anbieter nur mit einem Ziel – hin zum Monopol.

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Das Pinguin Prinzip – Wie Veränderung zum Erfolg führt?

Posted in antikapitalismus, politik, review with tags , , , , on März 9, 2017 by stefon

Der Eisberg schmilzt. Die Pinguinkolonie ist in Gefahr. Doch zunächst will keiner die schlimme Botschaft hören, dass sich die Lebensbedingungen ändern werden. Doch schließlich muss man sich dem Problem stellen und entschlossen handeln. Diese Parabel aus dem Tierreich hat die Kraft, uns die Augen zu öffnen. Und nicht nur dies: Das Pinguin-Prinzip vermittelt Strategien für Erfolg im Berufs- und Alltagsleben. Die Pinguine machen uns vor, wie wir in prekärer Lage Mut zu Neuem fassen, schwierige Situationen meistern und auf unkonventionellen Wegen unsere Ziele erreichen können.

So liest sich der Klappentext des Buches Das Pinguin Prinzip – Wie Veränderung zum Erfolg führt. Das (aus dem Englischen übersetzte) Buch wendet sich laut eigenen Angaben an „Firmenchefs oder Schüler“, denn „jeder kann von dieser Geschichte etwas lernen“. Und lernen kann mensch von diesem (kurzen und knackigen) Buch dann tatsächlich ein wenig.

The Penguin Principle

The Penguin Principle

Bei der Lektüre wird schnell klar, dass es um Veränderungen in Organisationen (hauptsächlich Unternehmen) geht. Das zeigt sich auch an den lobenden Worten über das Buch auf der deutschsprachigen Homepage.

»Eine wunderbare Fabel über uns selbst, unser Umfeld und unsere Neigung, Kollegen anstelle von Problemen zu besiegen. Ein eiskalter Aufruf an uns alle, der Notwendigkeit der stetigen Veränderung als ›Why-Notter‹ statt als ›Yes-Butter‹ zu begegnen. Eine Fabel, weit davon entfernt, trivial zu sein.« [Geschäftsführer]

»Nachdem ich das Buch gelesen und mit einigen Leuten im Betrieb erörtert habe, sind wir an etlichen Fronten rasch vorangekommen. Wir handeln jetzt entschlossen und setzen um, anstatt noch länger zu analysieren, zu organisieren und so weiter. Uns hat es viel gebracht.« [CEO]

Klar ist natürlich: Veränderungen sind oftmals wichtig, in menschlichen Beziehungen wie auch in der Gesellschaft. So sind auch einige Hinweise des Buches richtig: Veränderungen machen Menschen auch mal Angst; ihnen muss klar werden, warum es Veränderung braucht usw usf.

Dieses Buch ist jedoch speziell für Veränderungen in Organisationen geschrieben. Für Organisationen wie Unternehmen oder Behörden. Veränderungen in solchen Organisationen sind dann eben etwas ganz anderes als „ein bröckelnder Eisberg der uns alle angeht“. Solche Organisationen sind darauf bedacht mit wenig Geld viel zu erreichen. Sie wollen mit möglichst wenig Menschen möglichst viel umsetzen. Warum? Für ein Unternehmen ist der Erfolg eines: Gewinn machen. Und klar ist: Jeder Lohn ist ein Abzug vom Gewinn. Also sollen diejenigen, welche Lohn bekommen, auch ordentlich Leistung bringen um den Reichtum des Unternehmens zu mehren. Bei Behörden geht es zwar nicht um Gewinn, aber auch dort sollen möglichst Kosten eingespart werden (siehe New Public Management).  Weiterlesen

„Nicht nur zur Weihnachtszeit!“, aber auch dann liegt die AK Salzburg leider daneben…

Posted in antikapitalismus, medien, politik, soziales with tags , , , , on Januar 1, 2015 by stefon

Im mAKazin (dem Infomagazin der AK Salzburg für Betriebsratmitglieder & SVP | Nr.2 / Dezember 2014) wird im Kommentar mit dem Titel „Nicht nur zur Weihnachtszeit!“  von Siegfried Pichler (Präsident der AK Salzburg) auf etwas richtiges hingewiesen.

In der Weihnachtszeit werden Arbeitgeber bei Weihnachtsfeiern nicht müde, die Bedeutung der Arbeitnehmer für den Betrieb zu betonen.

Beschworen wird bei Weihnachtsfeiern die Zusammengehörigkeit von Unternehmen und ArbeitnehmerInnen: Durch motivierende Reden der Chefitäten, durch Bonuszahlungen der Unternehmen (so niedrig diese auch ausfallen) und durch das vierzehnte Monatsgehalt (Weihnachtsremuneration – welche ja nicht freiwillig, sondern durch den Kollektivvertrag, so vorhanden, bezahlt werden muss). In diesen Dezembertagen werden die MitarbeiterInnen des Betriebs eingeschworen auf ein weiteres Jahr, in welchem sie motiviert und engagiert an die Arbeit gehen sollen.

Arbeitnehmer sollen für möglichst wenig Geld immer mehr leisten – sie verkommen zum Kostenfaktor.

So beklagt sich Siegfried Pichler darüber, dass Unternehmen – wie überraschend – ArbeitnehmerInnen „auch mal“ als Kostenfaktor sehen. In diesem kleinen Wort „verkommen“ zeigt sich auch das (falsche) Verständnis der AK vom Zusammenspiel von Unternehmen und ArbeitnehmerInnen. Denn ArbeitnehmerInnen „verkommen“ nicht zum Kostenfaktor, sie sind es immer. Unternehmen stellen Menschen nicht zum Spass ein. Menschen werden nur dann eingestellt, wenn sich das Unternehmen dadurch einen Gewinn verspricht. Anders gesagt: Wenn der/die MitarbeiterIn mehr Wert produziert. als Lohn gezahlt werden muss.

In der Profitrechnung stellt sich das auch ganz klar dar: Vom Gewinn des Unternehmens werden Miete von Gebäude, die Kosten für verbrauchte Ressourcen, für neue Maschinen usw. abgezogen. Und nicht zuletzt natürlich auch die ausbezahlten Löhne. Wenn diese Löhne also ein Abzug vom Profit sind, was sind sie dann anderes als ein Kostenfaktor für das Unternehmen. Sie „verkommen“ nicht dazu, sie sind es in der kapitalistischen Wirtschaftsweise immer. Das wissen auch die Unternehmen, die ja auch immer versuchen die Löhne zu drücken oder aus ArbeitnehmerInnen mehr Arbeit für gleichen Lohn zu pressen.

Wer die Augen vor diesem Interessenswiderspruch zwischen ArbeitnehmerInnen und Unternehmen verschließt, der oder die kann nur so klagen:

Oft vermisst man konkrete Taten, das Besinnen auf Werte wie Gerechtigkeit und gute Arbeit! Stattdessen passiert das Gegenteil: Die Arbeitnehmer sollen immer mehr für möglichst weniger Geld leisten.

Wer jedoch verstanden hat, dass die herrschende Wirtschaftsweise nicht das Wohlergehen der arbeitenden Bevölkerung im Sinne hat, der oder die beklagt und skandalisiert dann auch nicht den Normalbetrieb dieser Wirtschaft. Wer dies verstanden hat, kritisiert diese Wirtschaftsweise und versucht Menschen von der Notwendigkeit diese zu überwinden zu überzeugen.