Archive for the soziales Category

Lohnzettel: Unmöglich zu verstehen?

Posted in politik, soziales with tags , , , , , , on Januar 24, 2017 by stefon

Der österreichische Gewerkschaftsbund hat eine neue Website derLohnzettel.at erstellt.

So wichtig der LOHNZETTEL ist, so schwer verständlich ist er oft. Diese Seite soll helfen, Ihre Fragen zu beantworten. Einfach Frage auswählen (wischen oder scrollen) und per Klick erhalten Sie die Antwort und weiterführende Infos.

Wer sich also nicht blindlings auf die Berechnungen von Unternehmen verlassen will, sollte einen Blick auf die Website werfen und sich informieren. Alleine das Glossar und die Erklärung der Abkürzungen auf dem Lohnzettel sind einiges wert.

Suffragette – Mit Wahlrecht zum schönen Leben?

Posted in antikapitalismus, politik, rassismus, sexismus, soziales with tags , , , , on August 20, 2016 by stefon

Vor nicht langer Zeit habe ich mir den Film Suffragette – Taten statt Worte angesehen.

Suffragette – Taten statt Worte (Originaltitel: Suffragette) ist ein britisches Drama der Regisseurin Sarah Gavron aus dem Jahr 2015. Der Film Suffragette thematisiert die Anfänge der Frauenbewegung in Großbritannien. [wikipedia]

Suffragette Filmplakat

Kurz zusammengefasst dreht sich der Film um eine (erfundene) Arbeiterin, welche mehr oder weniger zufällig in die politische Bewegung der Suffragetten gerät. In dem Zuge wird im Film dargestellt, wie der Kampf der Suffragetten gegen den repressiven englischen Staat verlief. Kritik gibt es an dieser Umsetzung an dem Fehlen jeglicher nicht-weißen Personen. Das Tragen von T-Shirts mit der Aufschrift I’d rather be a rebel than a slave wurde auch in dem Kontext kritisiert. Im Abspann dokumentiert der Film zu welchen Zeitpunkten welche Länder das Frauenwahlrecht eingeführt hatten – die U.S.A. wurde dort mit dem Jahr 1920 erwähnt. Pikant: Erst 1963 war es schwarzen Personen in den U.S.A. erlaubt zu wählen.

In diesem Blogartikel soll es jedoch um eine andere Kritik gehen. Dazu kurz eine detailliertere Beschreibung des Anfangs des Films: Es wird eine Wäscherei gezeigt, die harten Arbeitsbedingungen werden dokumentiert, sexuelle Übergriffe aufgezeigt und der niedrige Lohn, den Frauen für die Arbeit dort erhielten, erwähnt. All diese Bedingungen werden von einer Hauptfigur in einem mündlichen Bericht an einen Politiker übermittelt und so auch die Motivation für das Frauenwahlrecht dargelegt: Frauen müssen unter harten Bedingungen für wenig Lohn und zusätzlich sexuellen Übergriffen arbeiten – sie können diese Verhältnisse aber nicht ändern, sie besitzen ja kein Stimmrecht.

So nachvollziehbar diese Vorstellung – wer in der Demokratie eine Stimme hat, dem*r geht es besser – für politische Aktivistinnen in der Suffragettenbewegung gewesen sein mag, so falsch ist diese aber auch. Dies ist besonders den Filmemacherinnen vorzuwerfen. Denn diese leben in einer Welt mit einer Vielzahl von Ländern, welche das Frauenwahlrecht besitzen. In den allermeisten dieser Länder gibt es aber weiterhin diese dargestellten Arbeitsbedingungen, weiterhin Lohn, der fürs Überleben kaum reicht und zusätzlich Übergriffigkeiten. Weiterlesen

Paulo Coelho’s Weihnachtsgrüsse an die Armen: Seid dankbar für das was ihr habt!

Posted in kapitalismus kritik, politik, soziales with tags , , , , on Dezember 28, 2015 by stefon

Weihnachten ist ja eine Zeit der Besinnung und der moralischen Geschichten. Auch Paulo Coelho, der bekannte brasilianische Schriftsteller, hat für diesen Zweck ein kleines Geschichtche (Seite 40)   geschrieben. Um diese seine Geschichte soll es hier kurz gehen.

Der Inhalt ist schnell erklärt: Engel werden zu Weihnachten auf die Erde geschickt, um zu überprüfen, ob dort alles bereit ist für das Fest. Paulo Coelho beschreibt den Erdenbesuch zweier Engel, eines jüngeren und eines alten erfahrenen Engels. Das Pärchen besucht eine reiche Familie. Diese besitzt zwar eine große Villa und erkennt die Engel, lässt sie jedoch nur im stickigen und heißen Keller übernachten. Der ältere Engel bemerkt einen Riss in der Kellerwand und repariert ihn.

Weiter geht es auf der Reise und als nächstes besuchen die zwei Engel eine kleine Hütte am Land. Dort wird ihnen von einer armen Familie geöffnet. Die Familienmitglieder, die zwar nicht erkennen, dass Engel vor ihnen stehen, versorgen diese trotzdem so gut es geht – dürfen z.B. in ihrem Bett schlafen. Am nächsten Morgen liegt die Kuh, die ihr einziger Besitz und Lebensunterhalt, tot am Feld.

Der Ärger des jüngeren Engels muss raus

»Ich kann nicht begreifen, wie du dich verhalten hast! Der erste Mann hatte alles, was er brauchte, und dennoch hast du ihm geholfen. Und bei diesen armen Leuten, die uns so freundlich aufgenommen haben, hast du nichts unternommen, um ihr Leid zu lindern!«

Wer kann solche Gefühle nicht nachvollziehen? Reicht doch ein kurzer Blick auf diese Welt um zu sehen, dass reich und arm in dieser Welt existieren. Trotz übervollen Supermärkten, müssen Menschen betteln. Trotz Superreichen, gibt es Menschen, welche sich ihre Medikamente nicht leisten können. Warum hat sich der ältere Engel also so verhalten? Weiterlesen

Leben wir auf Kosten der dritten Welt?

Posted in antikapitalismus, politik, soziales with tags , , , on August 11, 2015 by stefon

Diese Frage treibt sich nicht erst seit gestern in den Köpfen vieler Menschen rum. Doch seitdem das Thema Asyl und Flüchtlinge wieder hochkocht, ist das Thema auch wieder aktueller. Auf Facebook beispielsweise, wurde dieses Bild geteilt.

Gysi über dritte Welt und unsere Verantwortung

Gysi über dritte Welt und unsere Verantwortung

Wir leben auf Kosten der dritten Welt und wundern uns, wenn das Elend anklopft. – Gregor Gysi

Eines kann nicht bestritten werden: Viele Menschen flüchten aufgrund kriegerischer Auseinandersetzungen und wirtschaftlicher Not aus den Staaten, in denen sie geboren sind und dessen Staatsbürger_innenschaft sie besitzen. Aber sind „wir“ schuld an deren Nöten? Die erste Frage die sich hier stellen sollte ist doch: Wer ist denn hier dieses „wir“?

Es ist genau dieses „wir“, welches in Medien und Politik verwendet wird. „Wir“ sind zu sehr verschuldet, „wir“ sind Papst, „wir“ sind Skiweltmeister_innen oder „wir“ haben gewählt. Kurz und gut: Die Menschen, welche einen gemeinsamen deutschen bzw. österreichischen Pass besitzen. Dieses „wir“ soll nun also schuld sein an den Nöten von Syrier_innen die vor Krieg fliehen oder von Somalier_innen, in deren Land wirtschaftlich alles vernichtet ist. Weiterlesen

Und wenn er doch nicht ganz unrecht hat der Hr. Schelling?

Posted in antikapitalismus, kapitalismus kritik, medien, politik, soziales with tags , , , , on Juli 29, 2015 by stefon

Ob er nun der Meinung ist, dass das Arbeitlosengeld zu hoch ist oder er dafür sorgen will dass Arbeitslose weniger Jobs ablehnen dürfen – eines ist Finanzminister Schelling sicher: Aufmerksamkeit in den Medien und zustimmende aber auch ablehnende Meinungen in den sozialen Medien.  Anhand einer dieser, in dem Falle ablehnenden, Meinungen, kann gezeigt werden, wie sinnvoll es ist, sich moralisch über Schellings Forderungen zu empören.

SPÖ-Politikerin Tanja Wehsely kritisiert Schelling auf Facebook folgendermassen:

Unfassbare aber durchschaubare Neiddebatte von Oben! Schelling, der Weingutbesitzer, weiss warum es schiefläuft: zu hohes Arbietslosengeld…nicht die Löhne etwa sind zu niedrig! Menschen brauchen ein Einkommen zum Auskommen!!! BM Hundstorfer warnt schon seit einiger Zeit, dass die ÖVP diesen Angriff startet! Wir werden ihn abwehren!

Screenshot Tanja Wehsely

Screenshot Tanja Wehsely

Für diesen Blogpost sei mal davon abgesehen, dass gerade SPÖ-Politiker_innen sich nicht über Sozialabbau oder menschenfeindliche Gesetzgebung beschweren sollten. Sie machen ja seit Jahren dabei mit. Vielmehr soll die Frage gestellt werden, ob die Kritik von Fr. Wehsely wirklich zutrifft. Weiterlesen

Mit Chancengleichheit zum schönen Leben? Leider nicht.

Posted in antikapitalismus, feminismus, politik, rassismus, sexismus, soziales with tags , , , , , on Juli 5, 2015 by stefon

Aus den Spielregeln von „Mensch ärgere dich nicht!“ :
Bist du über 50 Jahre alt, so musst du einmal aussetzen“ …. Fehlt dir ein Bildungsabschluss, so drehe eine Extrarunde. …. Besitzt du keinen österreichischen Pass, so fahre 5 Felder zurück. … Bist du eine Frau, darfst du maximal 5 Felder fahren... „

 Was würdet ihr zu den Regeln so eines Brettspieles sagen? Wahrscheinlich: „Unfair, ungerecht und diskriminierend.“ Warum sollten Menschen aus ärmeren Familien benachteiligt werden? Warum sollte es eine ältere Person schwerer haben als eine jüngere? Nicht zuletzt: Warum gibt es einen „Österreicher*innen“-Bonus?

Nein, so ein Brettspiel würde wohl keine*r gerne spielen. Und deshalb sehen die Spielregeln auch meist ganz anders aus: Alle haben die gleichen Chancen. Aber klar ist: Es gibt Verlierer*innen und Sieger*innen. Daran ändert auch die Chancengleichheit in den Regeln wenig. Die Konsequenzen einer Niederlage bei „Mensch ärgere dich nicht“ sind jedoch nicht sehr gravierend. Weiterlesen

Warum Gewerkschaften notwendig sind und warum ich für eine Gesellschaft ohne sie kämpfe

Posted in antikapitalismus, kapitalismus kritik, politik, soziales with tags , , , , , , on Januar 31, 2015 by stefon

Der ÖGB will eine gerechte Arbeitswelt mit guten Arbeitsbedingungen und fairen Einkommen[…] Der ÖGB will, dass in einem sozialen Staat und in einem gemeinsamen Europa der Mensch im Vordergrund steht.

So klingt ein Teil der Forderungen des Österreichisches Gewerkschaftsbunds. Wer im Arbeitsleben steht, noch viel mehr aktive GewerkschafterInnen und BetriebsrätInnen wissen genau: diese „gerechte“ Arbeitswelt mit „guten“ Arbeitsbedingungen und „fairen“ Einkommen stellt sich nicht von selbst her. Ganz im Gegenteil sammeln Menschen die in Gewerkschaften und Betriebsrat aktiv sind, ständig Erfahrungen damit, wie die Interessen der ArbeitnehmerInnen geschädigt werden.

Sei es der geringe Lohn, der „trotz“ Gewinnsteigerungen des Unternehmens nicht höher wird, sei es der Arbeitsplatzverlust aufgrund Rationalisierungen. Seien es die schlechten Arbeitsbedingungen, welche die Gesundheit der ArbeiterInnen beeinträchtigen oder gar Gesetzesbrüche der Unternehmen. All diese Vorgänge passieren ständig und immerzu. Als Einzelperson ist diesen Schädigungen nicht viel entgegenzusetzen – daher gibt es die Gewerkschaften und deswegen haben sie sich gegründet. Um gemeinsam Druck ausüben und eigene Interessen durchsetzen zu können.

Diese Gründe legen den Gedanken nahe: Gewerkschaften sind eine feine Sache. Dabei könnte die Notwendigkeit von Gewerkschaften stutzig machen. Was für eine Gesellschaft ist dies, in der diejenigen, welche die Dienstleistungen und Güter herstellen, welche die Menschen brauchen, nicht diejenigen sind, die davon profitieren? Die Existenz von Gewerkschaften beweist, dass ohne den Zusammenschluss der Lohnabhängigen, ohne deren Drohung die Arbeit niederzulegen (Streik und ähnliches), die Lohnabhängigen noch schlechter dastehen würden. Warum ist das jedoch so, dass gerade diejenigen die Reichtum schaffen, nicht reich werden? Weiterlesen