Konsumkritik Verwarnung

Wenn du diese Seite siehst, scheinst dich eine Person darauf hinweisen zu wollen, dass du Konsumkritik übst. Diese Seite ist eine Verwarnung *g* Konsumkritik lenkt von den relevanten Fragen unsers herrschenden Wirtschaftssystem ab und ist nicht effektiv.

Konsumkritik ist in ihrem Ansatz immer auch Gesellschaftskritik. Diejenigen, die diese Kritik vortragen, gehen aus von gesellschaftlichen Zuständen, die ihnen missfallen, und sehen deren Ursache im falschen Konsumverhalten der Mehrheit oder meinen zumindest, die Änderung des Konsumverhaltens sei ein taugliches Mittel, um diese Zustände zu ändern.

Konsumkritiker, die sich dessen nicht bewusst sind und glauben, auf dem Wege des bewussten Konsums eine grundlegende gesellschaftliche Veränderung herbei führen zu können, sind daher auf dem Holzweg. Eine Kritik, die sich nur gegen die Praktiken von E.On, Reebok oder Nestlé richtet, verbleibt auf der Ebene der Erscheinung und lässt das dahinter liegende kapitalistische Prinzip unangetastet. Als punktueller Abwehrkampf gegen besonders krasse Zumutungen der sogenannten Marktwirtschaft hat der Boykott zwar Berechtigung, ebenso, wie ein Lohnstreik für die Arbeiterschaft eines bestimmten Betriebs oder einer bestimmten Branche eine kleine Verbesserung bringen kann. Letztendlich überwindet man aber damit nicht die eigene Abhängigkeit vom Kapital.

[mehr auf: Kritik der Konsumkritik] 

Ein etwas detailierterer (aber auch komplizierterer Text):

Über den Konsum sind merkwürdige, aber aufschlussreiche Meldungen im Umlauf. Des öfteren muss er beispielsweise „angekurbelt“ werden. Konsum wird tatsächlich gefordert, damit das Wachstum in Gang kommt. Das sagt schon viel. Im Kapitalismus ist die Versorgung offenbar nicht Zweck, die Produktion das Mittel, um die gewünschten Güter des Bedarfs zu liefern. Umgekehrt, der konsumtive Bedarf ist das Mittel, um den Zweck Wachstum in den Unternehmen voranzubringen. Als Anschub kommt eine Größe deswegen auf keinen Fall in Betracht: das Einkommen der arbeitenden Menschheit, das über die Fähigkeit zum Konsumieren und den Umfang des Absatzes am Warenmarkt der Verbrauchsartikel entscheidet. Stattdessen werden lieber Konsumklima und Kauflaune gepflegt und der Verbraucher mit Optimismus statt Krisengerede versorgt, damit er seine Ersparnisse oder einen Kredit für zusätzliche Anschaffungen strapaziert. Das ist nämlich ein bilanzunschädlicher Beitrag des Konsums zum Wachstum. Der Grund für solche Merkwürdigkeiten liegt in der gültigen kapitalistischen Rechnungsweise der Unternehmen.

Die Leistungsbilanz der Konsumentenmacht fällt bescheiden aus. Auf der Habenseite steht vor allem eines: die Wirkung, die die Idee auf das Selbstbewusstsein ihrer Träger entfaltet. Man hat Verantwortung gezeigt und sich nichts vorzuwerfen. Dass die angepeilten objektiven Wirkungen auf den Markt ausbleiben, ist mit dem Prinzip der Produktion verbürgt, das unangetastet bleibt. Die Rechnungsweise, die jeden Aufwand als Kost bilanziert, die sich durch einen Gewinn rechtfertigen muss, bleibt auch in der Biobranche und anderen ethisch angeleiteten Unternehmungen in Kraft. Die schlechte Behandlung von Mensch und Natur stirbt daher auch in den Branchen nicht aus, die elaborierte Konsumenten zu den Edelsegmenten auch moralisch inspirierter Produktion zählen. Man hat sich daran gewöhnt, dass die großen Skandale unserer Tage auch und gerade auf das Konto derer gehen, von denen man „so etwas nicht erwartet“ hätte.
[mehr auf: Ideologien über Konsum und Konsument in der Marktwirtschaft] 

Es wird darum gebeten diese Verwarnung als konstruktive und solidarische Kritik anzunehmen. Wer nicht an meine positive Intention glaubt, möge sich von diesem Kätzchen überzeugen lassen.

Überzeugendes Argument

Überzeugendes Argument

7 Antworten to “Konsumkritik Verwarnung”

  1. […] lassen. Wer sich davon angesprochen fühlt, dem lege ich meinen anderen kurzen Blogeintrag zum Thema: Konsumkritik Verwarnung, ans Herz (als Motivation: Es findet sich dort ein kleines […]

  2. Bist Du jetzt gegen Konsumkritik oder dafür. Ich verstehe deinen Standpunkt nicht recht. Der obere Beitrag steht dem anderen ja in vielen Punkten gegenüber, aber vertritt eben nicht den oder dieselben Standpunkte.

    Beste Grüße

    • Ich kritisiere diese Konsumkritik. Argumente lassen sich in den beiden Zusammenfassungen gut rauslesen denke ich.

      Der obere Beitrag steht dem anderen ja in vielen Punkten gegenüber, aber vertritt eben nicht den oder dieselben Standpunkte.

      Kannst du das etwas genauer ausführen?

      • Ich schätz mal, dass er sich auf Deine früheren Beiträge bezieht, wo Du ja noch für Konsumkritik warst.

        • das kann natürlich sein. hätte daher ja auch gerne eine detailiertere antwort gehabt. aber thx für die vermutung

          • Möglicherweise hat er einfach vergessen, dass „Benachrichtigung bei weiteren Kommentaren per E-Mail senden.“ anzuhackeln 😉

  3. […] an einer (in meinen Augen) vernünftige Kritik an Konsumkritik hat, verweise ich auf meine “Konsumkritik Verwarnung’s” – Seite (kleines Kätzchen […]

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