Archiv für Juli, 2015

Und wenn er doch nicht ganz unrecht hat der Hr. Schelling?

Posted in antikapitalismus, kapitalismus kritik, medien, politik, soziales with tags , , , , on Juli 29, 2015 by stefon

Ob er nun der Meinung ist, dass das Arbeitlosengeld zu hoch ist oder er dafür sorgen will dass Arbeitslose weniger Jobs ablehnen dürfen – eines ist Finanzminister Schelling sicher: Aufmerksamkeit in den Medien und zustimmende aber auch ablehnende Meinungen in den sozialen Medien.  Anhand einer dieser, in dem Falle ablehnenden, Meinungen, kann gezeigt werden, wie sinnvoll es ist, sich moralisch über Schellings Forderungen zu empören.

SPÖ-Politikerin Tanja Wehsely kritisiert Schelling auf Facebook folgendermassen:

Unfassbare aber durchschaubare Neiddebatte von Oben! Schelling, der Weingutbesitzer, weiss warum es schiefläuft: zu hohes Arbietslosengeld…nicht die Löhne etwa sind zu niedrig! Menschen brauchen ein Einkommen zum Auskommen!!! BM Hundstorfer warnt schon seit einiger Zeit, dass die ÖVP diesen Angriff startet! Wir werden ihn abwehren!

Screenshot Tanja Wehsely

Screenshot Tanja Wehsely

Für diesen Blogpost sei mal davon abgesehen, dass gerade SPÖ-Politiker_innen sich nicht über Sozialabbau oder menschenfeindliche Gesetzgebung beschweren sollten. Sie machen ja seit Jahren dabei mit. Vielmehr soll die Frage gestellt werden, ob die Kritik von Fr. Wehsely wirklich zutrifft. Weiterlesen

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Die Sache mit dem Oxi…

Posted in antikapitalismus, politik with tags , , , , on Juli 12, 2015 by stefon

Die griechische Bevölkerung hat also ein Zeichen gesetzt. In den Verhandlungen zwischen der griechischen Regierung und den EU-Institutionen hat Griechenlands Ministerpräsident Tsipras beschlossen, eine Volksabstimmung für oder gegen das von der EU geforderte Sparokprogramm durchzuführen: Die Bevölkerung hat abgestimmt und ein klares Oxi („Nein!“) war das Ergebnis.

Ein Grund also sich zu freuen? Ein Grund den Griech_innen zu gratulieren, zu ihrem selbstbewussten „Nein!“ zum Sparpaket? Wer sich solidarisch mit der griechischen Bevölkerung sieht und etwas gegen das materielle Elend hat, welches die Austeritätspolitik bewirkt, wird schnell sagen: Ein erster guter Schritt ist getan.

Ich will in diesem Blogposting etwas darauf eingehen, warum ich die große Freude über das „Oxi“ als unpassend und fehlerhaft sehe. Dabei gehen ich auf eine Reihe von Positionen ein, die mir gegenüber in Diskussionen bei dem Thema vertreten wurden. (Die hier veröffentlichten Zitate sind dabei zusammenfassender Natur und nicht direkt aus Diskussion entnommen)

Die Griech_innen haben die Alternativlosigkeit des Sparprogramms nicht geschluckt und sich für den Widerstand gegen das Sparen entschieden. Das „Oxi“ ist ein Denkzettel für EU und besonders Merkels Deutschland.

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Mit Chancengleichheit zum schönen Leben? Leider nicht.

Posted in antikapitalismus, feminismus, politik, rassismus, sexismus, soziales with tags , , , , , on Juli 5, 2015 by stefon

Aus den Spielregeln von „Mensch ärgere dich nicht!“ :
Bist du über 50 Jahre alt, so musst du einmal aussetzen“ …. Fehlt dir ein Bildungsabschluss, so drehe eine Extrarunde. …. Besitzt du keinen österreichischen Pass, so fahre 5 Felder zurück. … Bist du eine Frau, darfst du maximal 5 Felder fahren... „

 Was würdet ihr zu den Regeln so eines Brettspieles sagen? Wahrscheinlich: „Unfair, ungerecht und diskriminierend.“ Warum sollten Menschen aus ärmeren Familien benachteiligt werden? Warum sollte es eine ältere Person schwerer haben als eine jüngere? Nicht zuletzt: Warum gibt es einen „Österreicher*innen“-Bonus?

Nein, so ein Brettspiel würde wohl keine*r gerne spielen. Und deshalb sehen die Spielregeln auch meist ganz anders aus: Alle haben die gleichen Chancen. Aber klar ist: Es gibt Verlierer*innen und Sieger*innen. Daran ändert auch die Chancengleichheit in den Regeln wenig. Die Konsequenzen einer Niederlage bei „Mensch ärgere dich nicht“ sind jedoch nicht sehr gravierend. Weiterlesen