Archiv für sexismus

Sexismus? Sowas gibt’s ja schon lang nicht mehr…

Posted in feminismus, frauen, sexismus, Uncategorized with tags , , , on Februar 7, 2016 by stefon

So oder so ähnlich lauten verbreitete Meinungen. Es ist aber weiterhin in unserer Gesellschaft verbreitet gewisse Eigenschaften Frauen* und andere wiederum Männern* zuzuweisen. Zwei aktuelle Werbungen sollen das kurz anschaulich zeigen.

Der eine TV-Spot stammt von der Möbelfirma Kika.

Für viele Männer ist Weihnachten ein Riesenprojekt

Männer sind für das technische zuständig. Sie installieren Lichter, sie sind die Handwerker.

Für uns Frauen ist es die Zeit die Wohnung zu schmücken, der Duft von Lebkuchen, glückliche Kinderaugen und das Festessen mit den Liebsten.

Frauen sind also mehr für das emotionale zuständig. Sie kochen und umhegen.

Es zeigt sich klar bei diesem Werbespot: Klischees werden reproduziert. Den Geschlechtern werden ganz spezifische („viele Männer„, „wir Frauen„) Eigenschaften zugewiesen.

Weiters geht’s mit dem Werbespot von Wick DuoGrippal.

Dabei wird gesagt: „Mütter melden sich nicht krank, sie nehmen Wick Duogrippal„. Vollkommen klar wird davon ausgegangen: Kindererziehung ist Frauensache. Das offensichtliche Problem: „Wenn frau Erziehungspflichten hat und diese aufgrund Krankheit schwer nachgehen kann, dann wird’s kritisch“ – dieses Problem wird naturalisiert („so ist das halt eben„) und individualisiert („damit muss jede einzelne zurechtkommen„). Also auch hier: Richtig übles Zeug.

(* Mal ganz abgesehen davon, dass die klare geschlechtliche Trennung zwischen Mann und Frau auch fragwürdig ist.)

Alltagssexismus, heute: watzmann

Posted in feminismus, frauen, sexismus with tags , , , , , on Juni 19, 2011 by stefon

Würde mensch jede Werbung, die sich der erniedrigenden und sexualisierten Darstellung von Frauen bedient, anprangern, würde nicht mehr viel Zeit für anderes bleiben. Daher beschränke ich mich hier auf Vorfälle von Salzburger Firmen. Heute darf ich die cultbar/lounge/garde watzmann vorstellen.

watzmann Werbeplakat

watzmann Werbeplakat

Unkreativerweise bedient sich die Bar in ihrem Plakat den Blickfang von dünnen und genormten Frauenkörpern. Dabei wird im Namen der Veranstaltung „Private Summer Parts“ direkt auf die Geschlechsteile von Frauen verwiesen (private parts).

Wäre auf dem Plakat auch ein Mann in engen Shorts und genormten Körper, könnte mensch der Firma „nur“ unkreative Werbung und unsensiblen Umgang mit Körpernormen vorwerfen. So wird wie üblich die Frau sexualisiert und als Objekt darstellt.

Update:
Wer sich beim watzmann beschweren will: Die Email Adresse newsletter@watzup.at und es gibt auch ne Facebook Fan Page

Die natürliche Passivität der Frauen

Posted in feminismus, frauen, medien, sexismus with tags , , , on Juni 5, 2011 by stefon

Nicht erst seit kurzen werden Verhaltensweisen die sich durch Sozialisation und Erziehung ergeben, auf biologische Ursprünge zurückgeführt. Das Verhalten von Mann und Frau ist dabei eines der Klassiker. Können Frauen nicht einparken, können Männer nicht multi-tasken, können Frauen emotionaler agieren, sind Männer in Bezug auf Orientierung um längen voraus. Diese Reihe könnte quasi endlos fortgeführt werden.

Da hilft es auch nichts, dass die Unterschiede zwischen den (sozial konstruierten) Gruppen Mann/Frau kleiner sind als die individuellen Unterschiede in den Gruppe selbst. Sprich: Unterschiede zwischen Männern sind grösser als der durchschnittliche Unterschied zwischen Mann und Frau.

Interessanterweise scheint auch das „Fakt“ der heimischen Frau und des jagenden Mannes bei den Vorfahren der Menschen nicht ganz so klar und auf der Hand zu liegen.

Bei den frühen Vorfahren des Menschen waren die Frauen die Abenteurer (sic!) und zogen hinaus in die Welt, während die Männer eher häuslich waren und ihr Leben in unmittelbarer Umgebung ihres Geburtsorts verbrachten.
(Quelle: dieStandard.at)

Dabei ist die Frage, inwiefern sich aus beispielsweise Zähnen solches Verhalten ablesen lässt legitim. Umgekehrt folgert aber bei solcher Kritik auch: Die wandernden Männer und die am Feuer wartenden Frauen lassen sich durch solche Forschung genauso gut/schlecht argumentieren.

Alltagssexismus, heute: Stadtbus und Egger-Lienz Heimfest

Posted in feminismus, frauen, sexismus with tags , , , , , , on März 10, 2011 by stefon

Eigentlich wollte ich ja in meinem letzten Posting über den Weltfrauentag bereits zwei graphische Beispiele von Sexismus zeigen, jedoch wäre das Posting dann doch arg lang geworden.

Mein erstes „Fundstück“ stellt ein Plakatsujet für das Studifest im Egger-Lienz Heim in Salzburg dar.

Plakat für Egger-Lienz HeimfestBegründung für den Vorwurf des Sexismus:

  • Wir leben in einer Welt in der Frauen in Werbung und Film zumeist als Sexobjekte dargestellt werden. Ein Sujet für ein Studifest. welches einen Hintern zeigt der begrapscht wird, weckt Assoziationen mit sexueller Belästigung von Frauen. Das Sujet stellt diese Belästigung jedoch nicht in negativer Form dar, sondern in positiver, da ja mit dem Sujekt beworben wird
  • Selbst wenn es umgekehrt, also eine Frauenhand auf Männerhintern darstellen würde, wäre es ein Fall von Sexismus. Da sexuelle Handlungen an einer anderen Person nur mit Konsens erfolgen sollten
  • Durch das nichtzeigen des Gesichtes wird dem ganzen noch eine Anonymität vermittelt, die ja genau bei Festen vorhanden ist. Und oft zu begrapschen führt

Bedanken kann mensch sich für das Sujet auf der Facebook Seite des Egger-Lienz Heimfestes oder per Mail: office@egger-lienzheim.at. Bedauerlich auch, dass gerade der Verband sozialistischer Studierender (VSSTÖ)  Salzburg mit den FestbetreiberInnen kooperiert. Feedback kann ihnen auch per Mail: salzburg@vsstoe oder auf deren Facebook Seite gegeben werden.

Das nächste Fundstück wurde bei einer Bushaltestelle des Stadtbuses Salzburg gefunden. Aufgehängt wurde es aufgrund des Aussetzen des Busverkehrs aufgrund des Faschingsdienstages.

Aushang Stadtbus Salzburg

Begründung für den Vorwurf des Sexismus:

  • Klischee von „schwacher“ Frau und den sie „tröstenden, starken“ Mann wird gezeigt und verstärkt
  • Während die angebildete Frau emotional agiert, wird der Mann rational dargestellt (er weist darauf hin: der Bus kommt ja bald wieder)

Wo kann mensch sich über das Motiv aufregen: kundenservice@salzburg-ag.at

Wer Anfragen an die angegebenen Stellen schickt: Bitte deren Rückmeldung in einem Kommentar hier vermerken! Danke

Rückblick: Niki Lauda und die Homophobie in Österreich

Posted in feminismus, medien, politik, sexismus with tags , , , , , , , , , on Februar 17, 2011 by stefon

Einige werden es mitgekriegt haben, andere viell. nicht. Daher ein kurzer Bericht was es mit Niki Lauda und seiner Schwulenfeindlichkeit auf sich hat.

Nachdem in der Tanzsendung Dancing Stars im ORF angekündigt wurde, dass Alfons Haider dort mit einem Mann tanzen würde, hat Niki Lauda in der Zeitschrift Österreich in einem Interview folgendes von sich gegeben:

… Ich will nicht, dass meine Kinder im ORF sehen, dass ein Mann mit einem Mann tanzt – und dass sie glauben, das nachmachen zu müssen. Seit Jahrhunderten tanzen Männer mit Frauen in unserer Kultur – und das soll man nicht kaputt machen…

…Ich fordere, dass der Herr Generaldirektor Alex Wrabetz, der ja in aufrechter Ehe lebt, diese schwule Tanz-Nummer stoppt – und dass man dem PR-geilen Alfons Haider nicht gestattet, im öffentlich-rechtlichen ORF eine schwule Show abzuziehen. Und ich fordere, dass auch der Stiftungsrat und die Politiker hier ein klares Wort sprechen…

Daraus lässt sich ableiten dass Nikia Lauda Homosexualität als etwas „unnormales“, „ekliges“ sieht. Etwas dass z.b. keinen Kindern gezeigt werden sollte. Klar ist auch: Es geht hier zwar AUCH um Alfons Haider, aber primär um seine sexuelle Neigung!

Nicht genug dass die Zeitschrift Österreich einem grossen Publikum recht unkommentiert die diskriminierenden Aussagen von Lauda zeigt, äussern sich weitere „Prominente“.

Dagmar Koller: Ich find das unappetitlich, er tut uns allen nichts Gutes, auch sich selber nicht. Ich sage das ganz bewusst, obwohl ich die Ikone der Schwulen bin. Auch in ­homosexuellen Kreisen kommt das nicht gut an. Wer soll denn der Mann bei diesem Tanzpaar sein? Oder tanzt Haider mit einem Transvestiten?

Toni Polster: Tanzen ist die ewige Auseinandersetzung der Geschlechter – das war in der Geschichte so und soll auch in Zukunft so bleiben. Wenn ich heutzutage meinen Fernseher aufdrehe, überkommt mich das Gefühl, ich bin abnormal, weil ich heterosexuell bin und nicht schwul.

Alleine an diesen Kommentaren lässt sich erahnen: Es ist in Österreich nicht mal ein Fauxpas sich disriminierend bis verhetzend über Homsexuelle Menschen in der Öffentlichkeit auszulassen.

Wären die Reaktionen der Menschen in Österreich klar gegen die oben aufgeführten Positionen, wäre das ganze noch auszuhalten, dem ist jedoch nicht so. Um die Aussagen von Lauda und Co zu skandalisieren brach ein Shitstorm (viel viel Kritik in kurzer Zeit) über die Facebook Seite von flyniki.com herein.

Bei den folgenden Diskussionen fand sich eine handvoll von sich wiederholenden Argumentationsmustern von AnhängerInnen Laudas die ich hier gerne betrachten möchte.

Meinungsfreiheit Laudas wird eingeschränkt

Durch die viele Kritik an Laudas homophoben Aussagen wurde der Vorwurf der AnhängerInnen laut dass die Meinungsfreiheit von Lauda eingeschränkt werden würde. Auch das Wort Zensur wurde gebracht, oft gemeinsam mit der Forderung die Admin der Facebook Seite sollten doch die Postings der KritikerInnen löschen bzw. diese User sperren.

Von Zensur und dem Entzug der Meinungsfreiheit von Lauda kann natürlich nicht die Rede sein. Er ist ein Prominenter in Österreich, er ist vermögend und er hat Kontakte in Medien und Politik. Am Interview mit der Zeitung Österreich zeigt sich auch: Er kann seine Positionen einem weiten Publikum präsentieren.

Dabei muss es jedoch anderen Menschen, den KritikerInnen erlaubt sein ebenfalls Positionen zu vertreten. Diese können jedoch nicht auf Reichtum und Bekannheit zurückgreifen. Deren Instrument ist nun eben deren Beharrlichkeit, Anzahl und eben die Möglichkeiten des Web 2.0.

Distanz von Homophobie, aber Versuch des Verbannes aus Öffentlichkeit

Natürlich fanden sich sehr viele klar homophobe und zum Teil auch gewaltverherrlichende Kommentare gegenüber Schwulen in der Diskussion. Doch es gab auch Menschen die sich Lauda Meinung anschlossen, die sich von Homophobie distanzierten: „nix gegen Schwule haben, aber…“

Um genau dieses „, aber…“ geht es hier. Meist bedeutete dieses „, aber… “ solange sie keine homosexuellen Menschen in der Öffentlichkeit, im Fernsehen, … sehen müssen. Hier wird also gesagt: Was die Menschen privat machen, tun, ausleben ist deren Sache. Küssen in der Öffentlichkeit, zwei tanzende Männer, … wäre jedoch das aufs Auge drücken der sexuellen Neigung.

Dabei übersehen diese Menschen jedoch dass heterosexuelle Händchen halten, quasi jede Serie, usw usf. Quasi jedes Gespräch und jede Handlung in der Öffentlichkeit heterosexuelle Normen reproduzieren.

Die Wut gegen Sichtbarmachung von homoexuellen Verhalten scheint also die Wut gegen das „Unnormale“ zu sein.

Zusammenfassung

Es zeigt sich ganz klar: Homsexualität wird von vielen nicht als normal wahrgenommen, Medien haben kein Problem damit, sexistische und homosexuellen feindliche Positionen zu verbreiten. Der Kampf gegen Homophobie sollte also weiterhin geführt werden.

Die scheinheilige Allianz verscheuchen: Am 11.12

Posted in aktivismus, frauen, politik, sexismus, termin with tags , , , , , , , , , , , on Dezember 10, 2010 by stefon

Aufruf zur Gegenkundgebung gegen die frauenfeindliche ,,Mahnwache“ der AbtreibungsgegnerInnen um HLI, Jugend für das Leben und Co. am 11. Dezember 2010 um 17 Uhr beim Salzburger Landeskrankenhaus

Details auf der Homepage des Infoladen Salzburg

DerStandard again: Biologismus? Wasn das?

Posted in feminismus, medien, politik, sexismus with tags , , , , , , , , , on Dezember 9, 2010 by stefon

Der Biologismus ist eine philosophische und weltanschauliche Position, die menschliche Verhaltensweisen und gesellschaftliche Zusammenhänge vordringlich durch biologische Gesetzmäßigkeiten zu erklären versucht.
[wikipedia]

Kurz gesagt: Verhaltensweisen von Menschen werden zurückgeführt auf biologische Unterschiede. Klassische Biologismen sind rassistische Aussagen über die Hautfarbe von Menschen oder die Zuschreibung von Eigenschaften aufgrund des Geschlechts.

Mensch könnte davon ausgehen, dass in einem „Qualitätsblatt“ wie dem Standard solche Erklärungsmodelle vorsichtig verwendet werden. Wie es um den österreichischen Journalismus steht, zeigt sich jedoch wieder am Beispiel eines Kommentars von Eric Frey im Standard (7/8.12). Anlass ist die Pisa Studie, in der gezeigt wird, dass männliche im Vergleich zu weiblichen Jugendliche höhere Leseschwächen haben.

Es gab Zeiten, da lebten Buben noch in Karl Mays Welten. Sie mögen zwar auch damals schon weniger freudig getratscht haben als gleichaltrige Mädchen, aber das Lesen war keinem Geschlecht vorbehalten. Die Leidenschaft galt dem Fußball, doch wenn es draußen regnete und im ORF nur der Seniorenclub lief, dann griff auch so mancher Sportlertyp zum Buch….
Der Bub kann seiner inneren Stimme folgen, und die sagt ihm, dass Lesen gar nicht cool ist. Die Pisa-Studie und andere Lesetests bestätigen bloß das, was Eltern mit männlichem Nachwuchs ohnehin täglich erleben.

Hier werden gleich mehrere Klischees bedient: Buben die Sport lieben und Mädchen die tratschen. Aber es geht weiter:

Warum Mädchen trotz aller Ablenkungen immer noch Bücher lieben – ist es angeborene Neugier, die Sehnsucht nach Träumen oder die Suche nach Stoff fürs Quatschen mit Freundinnen? -, ist nicht ganz klar.

Angeborene Neugier? Sehnsucht nach Träumen? Stoff fürs Quatschen? Wie klischeehaft kann mensch sein?

Zur Beruhigung der frustrierten Eltern: Nicht alle Buben mit Papierallergie werden asozial oder arbeitslos. Irgendwann holen sie gegenüber den Mädchen auf, schließen ihre Ausbildung ab und sind am Ende die Chefs der sprachaffinen Leserättinnen. Aber was sie bis dahin an ungelesenen Büchern versäumen, würde man ihnen gerne schon jetzt vermitteln.

Und in diesem Absatz werden Arbeitslose mit „asozialen“ verglichen. Und locker flockig über die strukturelle Benachteiligung von Frauen am Arbeitsmarkt gesprochen.

Das Ergebnis der PISA Studie bezogen auf die unterschiedlichen Lesefähigkeiten zwischen den Geschlechtern ist ein Thema über dass sich gut schreiben lässt und über das geschrieben werden sollte. Jedoch nicht in einem von Klischees überladenen Kommentar. Eric Frey hätte sich vielmehr mit den Ursprüngen dieser Unterschiede auseinandersetzen können, die nicht in den biologischen Unterschieden von Mann und Frau liegen, sondern in der Sozialisation (also wie mensch erzogen wird).

Und der letzte Absatz hätte gut dazu verwendet werden können sich zu fragen, warum Frauen trotz besser Fähigkeiten noch immer weniger verdienen.

Nein: Stattdessen wird gesudert, über den Kamm geschoren und allgemein verbreiteter Sexismus verbreitet.