Archiv für antikapitalismus

Viel Geld mit wenig Arbeit…

Posted in aktivismus, antikapitalismus, kapitalismus kritik, politik, soziales, termin with tags , , , , , , on April 29, 2012 by stefon

… gibt es nur für die wenigstens von uns. Warum das so ist, könnt ihr zum Beispiel hier nachlesen.

Wichtiger aber: Auch dieses Jahr gibt es wieder eine 1. Mai Demo in Salzburg. Warum ich hingehe: Weil ich meine Wut gegen den kapitalistischen Normalzustand auf die Strasse tragen möchte. Was ist euer Grund hinzugehen bzw. daheim zu bleiben?

Berlin, 1. Maidemonstration Karl-Marx-Allee

Berlin, 1. Maidemonstration Karl-Marx-Allee

Viele andere spannende Termine (Workshops, Filmabende, Kundgebungen, Konzerte, …) in Salzburg findet ihr auf dem Terminkalender von kritisches-salzburg.net

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5 Dezember in Salzburg, Seminar: Finanzkapital und Finanzkrise

Posted in antikapitalismus, politik with tags , , , , , , , , , on November 29, 2011 by stefon

WannSamstag, 3. Dezember · 11:00 – 18:00
WoSub Salzburg – Müllner Hauptstraße 11b, 5020 Salzburg

Die 2007 ausgebrochene Finanzkrise ist immer noch nicht überwunden. Begonnen hat sie damit, dass bestimmte Arten von Wertpapieren („asset backed securities“ und „collateralized debt obligations“) keine Käufer mehr fanden und darüber ihren Wert verloren. Zwischen Frühjahr 2007 und Frühjahr 2008 ist die Industrieproduktion in Europa um 20 % gesunken. Die vom Konkurs bedrohten Banken konnten nur mit staatlichen Zuschüssen und Garantien vor dem Zusammenbruch bewahrt werden. Ergebnis dieser staatlichen Rettungsmaßnahmen ist ein Banksystem, dessen Stabilität immer noch zweifelhaft ist, und eine Staatsverschuldung, die dazu führt, dass viele Staaten auf den Finanzmärkten keinen Kredit mehr bekommen oder dies ernsthaft befürchten müssen. Dass der Lebensstandard der Lohnabhängigen weltweit im Zuge der Krisenbewältigung gesenkt wird, ist dem wirtschaftlichen Sachverstand selbstverständlich.

Folgende Punkte sollen diskutiert werden:

Welche Bedeutung hat der Kredit für die sogenannte “Realwirtschaft”?
Woher bekommen die Banken eigentlich das Geld, das sie verleihen?
Was ist eigentlich ein Wertpapier und wie erhält es seinen Wert?
Was bedeutet es, dass das Finanzwesen “systemrelevant” ist?
Ist die Versorgung dieser Realwirtschaft mit Liquidität tatsächlich die eigentliche Aufgabe des Bankwesens und der spekulative Finanzüberbau ein Vergehen an diesem Auftrag?

Wen das Thema interessiert, sich damit näher auseinandersetzen will und keine Lust hat auf populistische Antworten: Auftauchen!

Mehr Infos auf der Website der Basisgruppe Gesellschaftskritik

Soziale Marktwirtschaft vs Böser Neoliberalismus

Posted in antikapitalismus, kapitalismus kritik, politik with tags , , , , , , , on Juli 13, 2011 by stefon

Durch die Wirtschaftskrise wird in den Medien sehr viel über Wirtschaft, deren Entwicklung und Geschichte berichtet. Dabei wird ganz im Sinne der Neutralität verschiedenen Positionen Platz gegeben. Diese Positionen pendeln zumeist zwischen der Kritik am Raubtierkapitalismus/Neoliberalismus und der Kritik am Staat und dessen Regulierungswut.

Unter den Kritikern des Neoliberalismus findet sich zb. Hans Rauscher, der diese in seinen Kolumnen im derStandard verbreitet. Stellvertretend für Positionen die in ähnlicher Form oft zu lesen sind, will ich da Kritik üben. Titel seines neuen Textes. Die Marktwirtschaft und „die Märkte“

Mit ein paar Sätzen über seinen Finanzminister, dessen Sparprogramm man nicht so ernst nehmen sollte, gab der italienische Premier den Hetzhunden der internationalen Finanzspekulation das Zeichen: Wir sind reif. Und die EU-Wirtschaftspolitiker müssen wieder einmal versuchen, irgendwie den Super-GAU abzuwenden.

Thema ist also die Aufregung um Italiens Wirtschaftssituation.

Die gefährliche Situation, in der sich wir alle, unsere Arbeitsplätze und unser Erspartes befinden, hat zwei Komponenten: erstens die Existenz einer internationalen Finanzindustrie, die sich von der Realwirtschaft losgelöst hat.

In diesem Satz stören mich bereits zwei Annahmen, die so nicht stimmen. Erstens trifft die Situation nicht „alle“, zumindest in keinster Weise alle gleich. Denn es macht einen Unterschied ob mensch ArbeiterIn ist oder ob ich eine Firma führe. Ob ich an der Börse spekuliere oder arbeitslos bin. Mit diesem „wir alle“ werden ökonomische Unterschiede nivelliert und ein Solidaritätsgefühl aller „ÖsterreicherInnen“ geschaffen, welches konkrete Interessensunterschiede verdeckt.

Und zweitens führt Rauscher den Unterschied von Finanz- und Realwirtschaft ein. Während natürlich die konkreten Handlungen von Firmen in diesen Branchen anders aussehen, haben sie doch das gleiche Ziel und gleichen Zweck: Aus Geld mehr Geld machen, also Profit zu generieren. Welche Funktion allerdings diese künstliche Trennung von Real- und Finanzwirtschaft in der politische Diskussion hat, werden wir gleich sehen.

Da ist zum einen die Philosophie des Deregulierens (der Finanzindustrie), die von den USA ihren Ausgang genommen hat. Seit den 90er-Jahren galt als neue überwölbende politische Ökonomie, dass „die Märkte“ schon wüssten, was am besten sei, bzw. die „unsichtbare Hand“ alle Ressourcen richtig leiten würde.

Trenne ich Real- und Finanzwirtschaft künstlich in zwei verschiedene Dinge, so kann ich ihnen auch unterschiedliche Dinge zu weisen. In dem Falle: Die Finanzwirtschaft ist ungeplant, chaotisch und ohne Sinn. Dass die „unsichtbare Hand“ auch in der Realwirtschaft tätig ist, diese seit dem Entstehen des Kapitalismus vorhanden ist, leugnet Rauscher hier.

Die Märkte“ haben sich von dem, was einmal „Marktwirtschaft“ hieß und einen nie dagewesenen Aufstieg des Westens ermöglichte, weit entfernt.

Und mit der Gegenüberstellung vom „guten Markt“ sprich Realwirtschaft und den „bösen Märkten“ sprich Finanzwirtschaft, kann ich Kritik am Kapitalismus üben, ohne dass ich dessen Rahmenbedingungen in Frage stelle. Und so ganz nebenbei: Den „Aufstieg des Westens“ als etwas gutes darzustellen, ohne die vernichtenden Auswirkungen auf die „nicht aufgestiegenen“ Regionen der Welt zu erwähnen, entlarvt das nationalistische („uns solls gut gehen, die anderen sind egal“) Denken.

„Marktwirtschaft“ war/ist ein politisch-ökonomisches System, das Wachstum und sozialen Ausgleich ermöglicht. Es besteht u. a. darin, Dinge und Leistungen tatsächlich zu erzeugen, die irgendjemand braucht.

Während die Finanzwirtschaft also nur aufs Geld scheffeln schaut, ist es das Ziel der Realwirtschaft nützliche Dinge für die Bedürfnisse der Menschheit zu produzieren. Zumindest laut Rauscher. Dass dieses in keinster Weise das Ziel von Unternehmen ist, sollte recht klar auf der Hand liegen. Profit ist das Ziel. Nicht aus Gier, sondern schon rein aus dem Überlebenswillen von Unternehmen. Wer nicht auf Geldvermehrung schaut, wird dabei schnell die Firma los sein.

Sie setzten damit auf ihre Weise auch die Marktwirtschaft außer Kraft. In den USA kam eher die Oberschicht in den Genuss von (Steuer-)Privilegien.

Nunja, die Konzentration von Reichtum in der Hand von wenigen Menschen/Unternehmen ist ja nicht gerade eine Sache die neu ist. Auch und besonders nicht neu im Kapitalismus. Das Ziel eines Systems dass auf Konkurrenz ausgelegt ist, als Fehler zu interpretieren, ist wenig sinnvoll.

Nun sitzt die westliche Welt auf einem Schuldenberg, einzelne Staaten in Europa stehen vor dem Staatsbankrott. „Die Märkte“ nutzen das in bedrohlicher Weise aus. Ein Impuls wäre, „die Märkte“ mit den Kräften des Marktes, der Marktwirtschaft zu disziplinieren. Das bedeutet, einige große „Player“ pleitegehen zu lassen, wenn möglich kontrolliert. Wer das ohne Entgleisung des Finanzsystems schafft, sollte Präsident von Europa werden.

Rauschers Wunsch nach einem Menschen der die widerstreitenden Interessen, das komplexe System durchschaut und eine Lösung für alle findet, ist illusorisch. Er sucht nach einer technokratischen Lösung, welche Interessen abwiegt und einen sinnvollen Kompromiss findet. Dabei ist das Ziel eben ein ganz anderes: Wie können die Staaten/Unternehmen die globale Wirtschaft retten, ohne selbst dabei Profit und Reichtum zu verlieren. Strategien dabei sind zb das Niedrighalten von Löhnen in Deutschland oder das Kapputsparen des Sozialsystems in Griechenland.

Notwendig ist ein Denken ausserhalb der von kapitalistischer Logik aufgestellten Grenzen. Nur ein Fallenlassen des Zwang der Konkurrenz, Lohnarbeit, Standortpolitik usw kann zu einer Lösung führen, die uns einer guten Gesellschaft näher führt. Einer Gesellschaft die, in den Worten von Rauscher selbst darin besteht

… Dinge und Leistungen tatsächlich zu erzeugen, die irgendjemand braucht.

Wilde und chaotische GriechInnen

Posted in antikapitalismus, kapitalismus kritik, medien, politik, soziales with tags , , , , , , , , , on Juni 17, 2011 by stefon

Jetzt überweisen wir stolzen Österreicher und Österreicherinnen ihnen schon soviel Geld, und dann das

… wird immer wilder und chaotischer demonstriert und gestreikt. Das verschärft die Pleitesituation natürlich noch.

Ja haben die GriechInnen denn keinen Verstand? Können die nicht diszipliniert und fleissig weiterarbeiten während ihr Reallohn beständig sinkt und die Gewinne der Unternehmen steigen (wie das bei uns und in Deutschland der Fall ist).

Die GriechInnen hätten doch schon lange sehen müssen, dass das komplexe System von Bankkrediten, Ratingagenturen und Staatsanleihen so nicht mehr gut gehen kann. Und weil sich die ArbeiterInnen in Griechenland damit nicht auskennen: Sind sie selbst schuld und sollen zahlen. (Und nicht die französischen, deutschen, … Banken die das Geld Griechenland geliehen haben).

Doch laut unserem Chefökonomen Rau und dessen Einserkastl im derStandard sind wir gar nicht so weit weg vom griechischen Schlendrian

Aber soeben hat der Währungsfonds gemahnt, dass wir etwas mit unserem Pensions- und Gesundheitssystem tun müssen. Wir mokieren uns über die Griechen, leiden jedoch selbst schon am Griechenland-Syndrom.

Und WEHE in Österreich regt sich wer gegen ein höheres Pensionsalter oder wegen weniger Leistungen im Gesundheitssystem auf! Es geht halt nichts über die Umverteilung von Geld von Lohnabhängigen in Richtung Firmen.

Oder geht es doch auch anders?

Der zentrale Grund für die Stoßrichtung des Sparpakets liegt darin, dass dieser Staat schlicht nicht den Zweck verfolgt, seiner Bevölkerung ein gutes Leben zu verschaffen. Daraus wird auch kein Hehl gemacht: Als oberstes Ziel im Staat, da sind sich die Parteien einig, gilt das Wirtschaftswachstum. Bei dieser Art von Wachstum geht es nicht darum, mehr nützliche Sachen zu produzieren, um damit die Bevölkerung zu versorgen.

Arbeit, Geissel der Menschheit?

Posted in antikapitalismus, kapitalismus kritik, politik with tags , , , , , , , on Juni 13, 2011 by stefon

Am Anfang jeder Diskussion sollte die Frage stehen, was ist Arbeit? Arbeit ist eine zielgerichtete Handlung die mittels Verausgabung von Energie Änderungen hervorruft. Beispiele für Arbeit nach dieser Definition

  • Leiter aus dem Schuppen holen und damit Äpfel vom Baum holen
  • In einer Fabrik stehen und am Fliessband agieren
  • Gemeinsam politische Diskussionen führen und danach Demo organisieren

Arbeit kann also eine grosse Bandbreite an Erscheinungsformen annehmen. Allgemein gilt jedoch: In jeder Gesellschaftsform (egal ob Monarchie, Diktatur, Subsistenz, …), ist Arbeit für menschliches Leben notwendig. Ohne sie kann es keine Bedürfnissbefriedigung, kein existieren geben. Wie diese Arbeit konkret organisiert wird, wieviel Arbeit von wem erledigt werden muss, … kann jedoch sehr unterschiedlich sein.

Eine spezielle Form der Arbeit in unserer jetzigen Gesellschaft ist Lohnarbeit. Lohnarbeit zeichnet sich durch mehrere Merkmale aus. Die Lohnarbeiterin verkauft ihre Arbeitskraft zu einem gewissen Betrag an eine Firma. Diese nutzt die Arbeitskraft und setzt mittels dieser einen Gewinn um. Die hergestellten Produkte/Dienstleistungen, … gehören nicht der Lohnarbeiterin, sondern der Firma. Weiters gilt, dass der Lohn für die Arbeit ein Bruchteil des Werts der Arbeit darstellen muss (bekäme die Lohnarbeiterin mehr Lohn oder gleich viel wie sie erarbeitet hat, würde die FIrma keinen Profit abwerfen). Das oberste Ziel der Lohnarbeit ist auch nicht die effiziente Deckung von Befürfnissen, sondern sie wird verwendet um möglichst viel Profit für eine Firma zu ermöglichen.

Das Ziel gemeinsamer Arbeit sollte jedoch die Bedürfnissbefriedigung aller Menschen, ein schönes/gutes Leben für alle ohne Ausbeutung anderer sein. Wer sich gegen Lohnarbeit ausspricht, spricht sich gegen die KONKRETE Form der Arbeit in unserer Gesellschaft aus. Nicht gegen die Notwendigkeit von Arbeit an sich.

Wenn nun also Arbeit demokratisch aufgeteilt werden würde, wer würde dann schon die unangenehmen Arbeiten übernehmen?

Was unangenehme Arbeit ist, ist ja etwas subjektives. Während die einen Arbeit vor dem Computer meiden, gefällt es anderen nicht den ganzen Tag draussen arbeiten zu müssen. Aber klar: Es wird wohl auch Arbeiten geben, die KEIN Mensch angenehm findet. Diese kann aber dann einfach auf alle aufgeteilt werden. Ausserdem kann es dann auch das Ziel sein, durch technische Prozesse den Aufwand dieser Arbeit möglichst gering zu halten. Diese Ziele sind in unserer Profitzwanggesellschaft (sprich: kapitalistischen Wirtschaftssystem) irrelevant.

Was ich eh nie verstehen werde ist, ist der „Wettbewerb“ bzw. schon eher die Vergleicherei in welchen Ländern wie lange gearbeitet wird

Dieser Vergleich ist essentiell notwendig in einer Gesellschaft, in der der Profit einer Firma über dessen Existenz und Erfolg entscheidet. Denn je billiger und effizienter die LohnarbeiterInnen sind, umso höher kann der Profit sein. Kann ich also in einem Land Menschen für weniger Geld länger arbeiten lassen, ist das ein unschätzbarer Vorteil. Diese Bestrebungen die Arbeit möglichst gering zu entlohnen, liegt tief im Kern des Kapitalismus begründet.

Aber es hat ja immer schon Lohnarbeit gegeben

Lohnarbeit gibt es erst seit der Industrialisierung. Vorher gab es viele verschiedene Organisationen der Arbeit (die keinesfalls automatisch besser gewesen wären!). Egal ob Sklaverei, die Arbeit als Bauer auf den Feldern des Fürsten, Subsistenzwirtschaft vor tausenden Jahren, …  All dies ist keine Lohnarbeit! Warum also die konkrete Form der Arbeit in unserer Gesellschaft (also Lohnarbeit) der Weisheit letztes Schluss sein sollte, kann durch die Geschichte nicht erklärt werden.

Und für alle, die bis hierher gelesen haben, ein Video dass sich dem Thema Arbeit mit Humor nähert.

Auch ohne Krise: Kapitalismus ist scheise

Posted in antikapitalismus, politik, soziales with tags , , , , , , , , , on Juni 10, 2011 by stefon

Die Krise scheint überwunden. DerStandard berichtete schon am 1 April (kein Scherz!): Wirtschaft wächst kräftig

Wären da nicht die faulen GriechInnen, die mehr Urlaub haben und früher in Rente gehen, also weniger arbeiten als wir fleissigen ÖsterreicherInnen und Deutschen. Oder wie Merkel meinte

Es geht nicht nur darum, dass wir keine Schulden machen, sondern dann geht’s auch darum, dass in Ländern wie Griechenland, Portugal, Spanien und anderen man nicht früher in Rente gehen kann als in Deutschland, sondern sich alle gleich anstrengen

Ein kleines Detail gehört jedoch erwähnt: Die „faulen“ SüdeurpäerInnen arbeiten länger und mehr als die KollegInnen im Norden!

Denn schon vor den Reformen in Griechenland ging man dort mit 62 Jahren in die Rente, nur im öffentlichen Dienst lag der Durchschnitt bei 58. Daher stammt die Mär von der griechischen Frührente. Nun geht man in Griechenland durchschnittlich etwa zur gleichen Zeit (mit 61,4 Jahren) in die Rente wie in Deutschland (61,7), aber deutlich später als in Frankreich (59,3).

Nach einer Studie der OECD arbeitet man in Deutschland im Durchschnitt am Tag 7 Stunden und 25 Minuten. Die Franzosen arbeiten eine Minute mehr und Spanier kommen auf fast 8 Stunden, wobei sie mit unbezahlter Arbeit noch deutlich über den Durchschnitt liegen. Sieht man sich die durchschnittlich gearbeiteten Stunden eines Beschäftigten pro Jahr an, dann müssen wohl die Deutschen demnächst deutlich länger arbeiten. Denn es sind gerade 1.389.7 Stunden. Dagegen arbeitet ein Grieche im Durchschnitt 2.119.3 Stunden, also reichlich mehr. Und das gilt auch für Portugal (1.719) oder Spanien (1.653.8).

Es kann wohl ohne grosse Gewissensbisse gesagt werden: Merkel hat da wohl so ein kleines bisschen geflunkert. Ziel: Die Lohnabhängigen in Deutschland gegen Lohnabhängige im Süden aufzuhetzen.

Nachdem wir nun wissen, dass wir nicht fleissiger sind als die ArbeiterInnen im Süden, sollte uns dieses hier nicht wundern

Auf die Forderung der Gewerkschaft der Privatangestellten nach sechs Wochen Urlaub für alle folgte eine prompte Absage der Wirtschaftskammer. Schon jetzt liege Österreich in Sachen Urlaubstage im europäischen Spitzenfeld, sagte Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl (ÖVP).

Das ist im Gegensatz zu Merkel ja schon ein Fortschritt. Es wird uns klar gemacht: Wir müssen mehr arbeiten, damit wir im VERGLEICH zu anderen besser dastehen. Da könnte mensch ja fast meinen, dass sich da die Interesse von Lohnabhängigen in Griechenland mit denen in Österreich mehr gleichen, als die Interessen von Lohnabhängigen in Österreich und österreichischen Firmen…

So ganz glücklich scheinen die ÖsterreicherInnen über die Lohnarbeit nicht zu sein.

Mehrheit der Österreicher im Job frustriert
Nur jeder Fünfte kann sich verwirklichen – Frauen stärker betroffen

Auch wenn allen klar zu sein scheint, Lohnarbeit MUSS sein, SPASS haben die wenigsten daran. Was fehlt: Der Wunsch, die Einsicht das es auch ohne geht. Die Einsicht, dass es anders gehen könnte.  Mit einem System dass auf Bedürfnissbefriedigung ausgelegt ist und nicht auf die Maximierung von Profit auf der Basis von verpflichtender Lohnarbeit.

Achja, zum Schluss möchte ich den Titel des derStandard Artikels (Wirtschaft wächst kräftig) vom Anfang des Blogpostings vervollständigen.

Realeinkommen sinkt, Wirtschaft wächst kräftig
Hohe Inflation und Steuererhöhungen nagen an den Nettoeinkommen der Österreicher. Sie sinken heuer um 0,6 Prozent

(Anti–)Kapitalismus(-Kritik): Antikapitalismus (3/5)

Posted in aktivismus, antikapitalismus, politik with tags , , on April 11, 2011 by stefon

Dieses Posting stellt den dritten von fünf Teilen einer von mir geschriebenen Einführung rund um das Thema (Anti–)Kapitalismus(-Kritik) dar. Über Feedback freue ich mich natürlich sehr… (Vorherige Teile: Motivation, Kapitalismuskritik. Die nächsten Teile der Reihe: Kapitalismus ist Querschnittsmaterie, Weiterführend)

Warum sich nicht nur auf die Kritik von multinationalen Konzernen beschränken? Natürlich, der Konkurrenzdruck und das Streben nach Profit ist auch kleineren Firmen und Unternehmen zu  Eigen. Jedoch sind diese durch Staat und dem eigenen Finanzkapital in deren Verhalten eingeschränkt und verhalten sich dadurch nicht in diesem grossen Masse schädigend.

Wer sich auch gefragt hat, wann nun dieser Karl Marx von mir gennant wird, wird nun fündig.Marx zielt in seinen Büchern auf die wissenschaftliche Analyse des kapitalistischen Systems und kommt dadurch zu mehreren Schlüssen, die für eine wissenschaftliche und fundierte Kapitalismuskritik (in diesem Falle dann auch Antikapitalismus) notwendig sind.

Was ist Marxs Kritik an kapitalistischen Vorgehensweisen. Für ihn existiert der implizite und unbedingte Widerspruch der Klassen im kapitalistischen System. Weiterlesen