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Das Pinguin Prinzip – Wie Veränderung zum Erfolg führt?

Posted in antikapitalismus, politik, review with tags , , , , on März 9, 2017 by stefon

Der Eisberg schmilzt. Die Pinguinkolonie ist in Gefahr. Doch zunächst will keiner die schlimme Botschaft hören, dass sich die Lebensbedingungen ändern werden. Doch schließlich muss man sich dem Problem stellen und entschlossen handeln. Diese Parabel aus dem Tierreich hat die Kraft, uns die Augen zu öffnen. Und nicht nur dies: Das Pinguin-Prinzip vermittelt Strategien für Erfolg im Berufs- und Alltagsleben. Die Pinguine machen uns vor, wie wir in prekärer Lage Mut zu Neuem fassen, schwierige Situationen meistern und auf unkonventionellen Wegen unsere Ziele erreichen können.

So liest sich der Klappentext des Buches Das Pinguin Prinzip – Wie Veränderung zum Erfolg führt. Das (aus dem Englischen übersetzte) Buch wendet sich laut eigenen Angaben an „Firmenchefs oder Schüler“, denn „jeder kann von dieser Geschichte etwas lernen“. Und lernen kann mensch von diesem (kurzen und knackigen) Buch dann tatsächlich ein wenig.

The Penguin Principle

The Penguin Principle

Bei der Lektüre wird schnell klar, dass es um Veränderungen in Organisationen (hauptsächlich Unternehmen) geht. Das zeigt sich auch an den lobenden Worten über das Buch auf der deutschsprachigen Homepage.

»Eine wunderbare Fabel über uns selbst, unser Umfeld und unsere Neigung, Kollegen anstelle von Problemen zu besiegen. Ein eiskalter Aufruf an uns alle, der Notwendigkeit der stetigen Veränderung als ›Why-Notter‹ statt als ›Yes-Butter‹ zu begegnen. Eine Fabel, weit davon entfernt, trivial zu sein.« [Geschäftsführer]

»Nachdem ich das Buch gelesen und mit einigen Leuten im Betrieb erörtert habe, sind wir an etlichen Fronten rasch vorangekommen. Wir handeln jetzt entschlossen und setzen um, anstatt noch länger zu analysieren, zu organisieren und so weiter. Uns hat es viel gebracht.« [CEO]

Klar ist natürlich: Veränderungen sind oftmals wichtig, in menschlichen Beziehungen wie auch in der Gesellschaft. So sind auch einige Hinweise des Buches richtig: Veränderungen machen Menschen auch mal Angst; ihnen muss klar werden, warum es Veränderung braucht usw usf.

Dieses Buch ist jedoch speziell für Veränderungen in Organisationen geschrieben. Für Organisationen wie Unternehmen oder Behörden. Veränderungen in solchen Organisationen sind dann eben etwas ganz anderes als „ein bröckelnder Eisberg der uns alle angeht“. Solche Organisationen sind darauf bedacht mit wenig Geld viel zu erreichen. Sie wollen mit möglichst wenig Menschen möglichst viel umsetzen. Warum? Für ein Unternehmen ist der Erfolg eines: Gewinn machen. Und klar ist: Jeder Lohn ist ein Abzug vom Gewinn. Also sollen diejenigen, welche Lohn bekommen, auch ordentlich Leistung bringen um den Reichtum des Unternehmens zu mehren. Bei Behörden geht es zwar nicht um Gewinn, aber auch dort sollen möglichst Kosten eingespart werden (siehe New Public Management).  Weiterlesen

Alles bewältigt, nichts begriffen! Nationalsozialismus im Unterricht

Posted in politik with tags , , , , , on Februar 27, 2012 by stefon

Dieses Mal gibt es wieder eine Buchempfehlung. Der Titel des Buches „Alles bewältigt, nichts begriffen! Nationalsozialismus im Unterricht“ von Rolf Gutte und Freerk Husken sagt schon recht genau um was es geht.

Der Faschismus war ein Unrechtsregime und Hitler ein Verbrecher; die Demokratie dagegen hat nicht nur nichts mit dem Faschismus gemein, sie ist ein Bollwerk gegen ihn. So etwas lernt man seit über 60 Jahren in deutschen Schulen.

Aber gelernt wird heute auch, dass man immer noch »den Anfängen wehren« muss, dass mit Millionen Arbeitslosen Weimarer Verhältnisse einreißen können und dass deshalb die demokratischen Volksparteien rechtzeitig den rechtsradikalen Wählern eine politische Heimat anbieten müssen.
Das wirft Fragen auf: Ist die Demokratie nun der Hort der Freiheit und allein schon deswegen das antifaschistische System? Oder ist sie auch nur eine Form von bürgerlicher Herrschaft, die rechtsradikales Gedankengut und (neo-)faschistische Gruppierungen als politische Alternative immer wieder selbst hervorbringt? Dann aber wäre es nichts mit dem behaupteten unversöhnlichen Gegensatz zwischen Demokratie und Faschismus und alle deutschen Schulbücher hätten Unrecht.
Rolf Gutte und Freerk Huisken untersuchen ein halbes Jahrhundert antifaschistische Erziehung. Ihr Resümee lautet: „Glaubt den Schulbüchern kein Wort!“

Eine Leseprobe und mehr Infos über das Buch findet sich auf der Website des VSA Verlages.

Am Schluss des Buches, wird auch noch kurz die Faschismus Analyse der DDR beleuchtet. Ein Zitat ist mir dabei besonders im Gedächtnis geblieben.

Wer im Gegensatz zum Kapital steht [Gemeint ist die Klasse der Lohnabhängigen, Anm.], der hat zwar jede Menge Gründe, sich gegen seine Ausbeutung zu wehren, der verfügt auch mit seiner Arbeitskraft über das Mittel, die Quelle des kapitalistischen Reichtums zum Versiegen zu bringen, doch ob sich Teile dieser Klasse zum Kampf gegen das Kapital organisieren, das hängt nicht an ihrer Klassenlage, sondern allein daran, ob sie sich den richtigen Reim auf den Grund ihrer Schädigung im Kapitalismus machen.

Theorien alternativen Wirtschaftens

Posted in antikapitalismus, kapitalismus kritik, politik with tags , , , , , , on September 26, 2011 by stefon

heisst ein Buch des theorie.org Verlages geschrieben von Gisela Nötz.

Die Einführung liefert eine überschaubare und zugleich fundierte Darstellung exemplarischer Theorien alternativen Wirtschaftens und ihrer Umsetzung in die Praxis. Vorgestellt werden zunächst theoretische Modelle und ihre Protagonisten, von den Frühsozialisten, über die Zeit der beginnenden und fortschreitende Industrialisierung bis heute. Um eine Verständigungsbasis herzustellen, nimmt die Autorin Begriffsserklärungen vor und erklärt Betriebe und Betriebsformen, die Ansätze eines solchen Wirtschaftens verfolgen. Es folgen aktuelle Beispiele aus der Genossenschaftsbewegung, aus der Alternativbewegung der 1970er Jahre, der Kommunebewegung, der Ökonomie des Gemeinwesens, der Tauschökonomie und Umsonstökonomie und der Kommunalen Gemeinschaftsgärten.

Am Ende steht die Frage, wie es angesichts des Siegeszugs der Globalisierung der warentauschenden Gesellschaft und der weltweiten Krise gelingen kann, Theorien für eine andere herrschaftsfreie Welt in weitere Kreise zu tragen. Auch wenn utopisches Denken heute nicht gerade hoch im Kurs steht.

Wer einen Überblick über mögliches wirtschaftliches Handeln im JETZT sucht, ist bei dem Buch gut aufgehoben. Durch konsequentes Angaben von Quellen wird das Weiterlesen einfach gemacht. Obwohl nicht nur die Vorteile der jeweiligen alternativen Wirtschaftsweisen aufgezeigt werden, bleibt die Kritik derselbigen meist recht kurz.

Wer sich eine Analyse über den Sinn bzw. der Effektivität von alternativen Wirtschaftens Gedanken machen will, wird in dem Buch ein paar Ansätze dafür finden, wird aber nicht ganz glücklich damit werden.

Feuer in die Herzen

Posted in aktivismus, antikapitalismus, politik with tags , , , , , , , on August 11, 2011 by stefon

Wir haben nicht weniger vor, als die herrschende Weltordnung zu stürzen. Erst dann haben alle Menschen, unabhängig davon wo sie leben, welche Hautfarbe sie haben und welches Geschlecht, die Chance auf ein menschenwürdiges Leben. Wir leben im Land der TäterInnen, historisch und gegenwärtig, Radikale, ökologische linke Opposition bedeutet, diese Verantwortung zu übernehmen.

Unser politischer Ansatzpunkt ist hier. Internationalistische Solidarität heißt nicht Mystifikation und Projektion eigenen Versagens auf Befreiungsbewegungen im Trikont, sondern Unterstützung ihrer Kämpfe, indem wir die Zerstörungsmaschine, die Kapitalismus genannt wird und die sich auch gegen uns richtet, behindern, wo immer wir können, und sie zerstören. Wir brauchen Konfliktbereitschaft, Verbindlichkeit und Solidarität in stabilen Oppositionsstrukturen.

Wir brauchen Leidenschaft und Kritik, wir brauchen Feuer in die Herzen in einem eiskalten Land – für eine soziale Revolution.

So liest sich der letzte Absatz von „Feuer in die Herzen – Gegen die Entwertung des Menschen“. Ein Buch von Jutta Ditfurth aus dem Jahr 1997.

Trotz des Alters lohnt es sich das Buch zu lesen, analysiert Dithfurt dort doch Themen wie Gentechnik, Atomkraft, Esoterik und Ökofaschismus. Die handelnden Person und Organisationen mögen dabei nicht mehr aktuell sein, die grundlegenden Fragestellungen und Gefahren sind jedoch die gleichen geblieben.

ZeitzeugInnen: Nationalsozialismus erleben…

Posted in politik with tags , , , , , , on Juli 11, 2011 by stefon

Wer sich über den Nationalsozialismus informiert – über dessen Geschichte, Hintergründe, Entstehung, Auswirkungen, … kann sich ein Bild machen über diese Zeit. Fühlbar wird sie dadurch nicht – kann sie auch nicht.

Berichte von ZeitzeugInnen sind ein Zugang, die Gefühle und Erlebnisse der Betroffenen kennenzulernen. Während in den letzten zwei Jahrzehnten ZeitzeugInnen auf Veranstaltungen und in Schulen erlebt werden konnten, wird dieses durch das zunehmende Alter und auch die immer geringere Zahl der Überlebenden unmöglich.

Um die ZeitzeugInnen und deren Erfahrungen jedoch nicht vergessen zu lassen, gibt es die Möglichkeit diese in Buchform zu erhalten. Zwei dieser Bücher (die auch konstenlos/zum Selbstkostenpreis verfügbar sind), die mir sehr gut gefallen, möchte ich dabei vorstellen.

MÄRZ. Literatur und Gedächtnis. März 1938. Ein Lesebuch.
Hg. Judith Goetz, Alexander Emanuely. Wien: Verlag der Theodor Kramer Gesellschaft 2011. 176 Seiten. EURO 12.00. ISBN: 978-3-901602-44-3

MÄRZ ist ein Lesebuch. Den HerausgeberInnen sind bei der Auswahl der Beiträge drei Aspekte ein zentrales Anliegen gewesen: wie AutorInnen, die allein von ihrem literarischen Können allen LeserInnen bekannt sein müssten, aber kaum bekannt sind – AutorInnen des Exils – den März 1938 erlebt, verarbeitet, vermittelt haben und vermitteln; wie mit den überlebenden Menschen, für welche die Machtergreifung der Nazis ein Todesurteil bedeutete, nach 1945 umgegangen wurde; und wie die Erinnerung an das niemals zu Vergessende, an die Wege nach Auschwitz erhalten werden kann.
Ein Lesebuch bietet eine Auswahl, eine Verdichtung von Erzählung, ermöglicht durch verschiedene Perspektiven auf die Barbarei und die Konsequenzen, welche diese mit sich brachte. Eine solche Auswahl kann und soll nicht erklären, fassen, sie kann nur ein erstes, dichtes Bild schaffen, kann nur Anregung sein für weiteres Nachdenken und Lesen…
[Quelle: Österreichische HochschülerInnenschaft]

Ein kostenloses Exemplar gibts beim Bestellservice der ÖH.


Erinnerungen. Lebensgeschichten von Opfern des Nationalsozialismus

Es kommen aber auch vor allem jene Menschen zu Wort, die als Opfer im Mittelpunkt der Arbeit des Nationalfonds stehen. Der zweite Band der Jubiläumspublikation „Erinnerungen. Lebensgeschichten von Opfern des Nationalsozialismus“ ist diesen Menschen gewidmet.

Darin finden sich Lebensgeschichten von AntragstellerInnen des Nationalfonds aus allen Opfergruppen, die über ihr Verfolgungsschicksal berichten und somit einen unschätzbaren Beitrag für das kollektive Gedächtnis Österreichs leisten.
[Quelle: Nationalfonds.org]

Auch dieses Buch kann (zum Selbstkostenpreis) bestellt werden. Per Mail an m.langer@nationalfonds.org oder michaela.niklas@nationalfonds.org. Das Buch ist auch als PDF zum Download verfügbar.

Rosa Luxemburg und die Kunst der Politik

Posted in review with tags , , , , on Dezember 30, 2010 by stefon

Vor ein paar Wochen habe ich das Buch „Rosa Luxemburg und die Kunst der Politik“ von Frigga Haug fertig gelesen, heute raffe ich mich endlich auf (ganz wenig) darüber zu schreiben.

Das Buch ist in mehrere (inhaltlich unterschiedliche) Kapitel unterteilt. Dabei war für mich das Kapitel „Revolutionäre Realpolitik“ das spannendste.

In diesem geht es um den Umgang mit Widersprüchen zwischen den Zielen/der Utopie die erreicht werden will und der Tagespolitik. Es dreht sich alles darum, wie die politischen Aktionen im jetzt, ausgerichtet werden auf das Fernziel das erreicht werden soll. Sehr lesenswert: Schliesslich sollte es bei politischen Aktivismus nicht um beliebiges rundumschlagen, sondern um das Erreichen eines Zieles gehen.

In den anderen Kapitel geht es um die Fragen wie: Setzt sich Rosa Luxemburg angemessen mit der Situation von Frauen auseinander, die wissenschaftliche Methodik von Luxemburg, Spannungsverhältnis von Theorie und Empirie, Luxemburg und Gramsci gemeinsam denken und ein Diskurs über die Positionen von Hannah Arendt über Luxemburg.

Insgesamt ist das Buch sicher nicht geeignet für EinsteigerInnen in linke Theorie/Marxismus oder Menschen die einfach mehr über Rosa Luxemburg wissen wollen. Dafür ist dann doch etwas viel Hintergrundwissen notwendig um die Diskussionen richtig zu verstehen.

Das Kapitel zum Thema revolutionäre Realpolitik ist aber jedem und jeder zu empfehlen!

Schwarzbuch Landwirtschaft

Posted in kapitalismus kritik, politik with tags , , , , , , on Dezember 21, 2010 by stefon

Gerade habe ich das Schwarzbuch Landwirtschaft von Hans Weiss fertig gelesen.

Das Buch selbst finde ich jetzt nicht so grossartig gelungen. Es wirkt nicht wie aus einem Guss, sondern ist zusammengesetzt aus (durchaus informativen) Themen aus dem Bereich Landwirtschaft in Österreich. Durch die Kürze des Buches (173 Seiten) werden diese Themen jedoch eher angeschnitten als wirklich detailiert diskutiert.Was nicht nur ein Nachteil sein muss: Das Buch liest sich schnell, es gibt eine Faktenaufstellungen und gibt Anstösse sich mit gewissen Themen stärker auseinanderzusetzen.

Was mensch aus dem Buch lernen kann

  • Bei Bio ists genauso wie be allem anderen: Wenn mensch den Betrieb nicht kennt, kann keine Aussage getroffen werden
  • Mateschitz, ein ehemeliger Finanzchef Swarovskis, Hans Michael Piech, … sind alles Bergbauer und kassieren daher Subventionen zum Erhalt eines stabilen Einkommens
  • Der Raiffeisen Konzern hatte im Jahr 2009 eine Gesamtbilanz von 265 Mrd Euro, das österreichische Bundesbudget beträgt 2008 gerade mal 148 Mrd. Euro
  • Die österreichischen Raiffeisenbanken zahlten in den Jahren 2006 – 2008 Steuern von 1,8% (Gewinn: 1,8 Mrd, Euro, Steuer 19 Mio. Euro)
  • In den letzten Jahrzehnten wurden in Tirol Ländereien aus Gemeindebesitz übertragen an Bauernfunktionäre, alte Bauernfamilien, … ohne dass diese etwas zahlen mussten

Für mich interessant wäre: Kennt wer von Euch eine gute Doku, Buch, .. über den Raiffeisen Konzern?