Archive for the frauen Category

Sexismus? Sowas gibt’s ja schon lang nicht mehr…

Posted in feminismus, frauen, sexismus, Uncategorized with tags , , , on Februar 7, 2016 by stefon

So oder so ähnlich lauten verbreitete Meinungen. Es ist aber weiterhin in unserer Gesellschaft verbreitet gewisse Eigenschaften Frauen* und andere wiederum Männern* zuzuweisen. Zwei aktuelle Werbungen sollen das kurz anschaulich zeigen.

Der eine TV-Spot stammt von der Möbelfirma Kika.

Für viele Männer ist Weihnachten ein Riesenprojekt

Männer sind für das technische zuständig. Sie installieren Lichter, sie sind die Handwerker.

Für uns Frauen ist es die Zeit die Wohnung zu schmücken, der Duft von Lebkuchen, glückliche Kinderaugen und das Festessen mit den Liebsten.

Frauen sind also mehr für das emotionale zuständig. Sie kochen und umhegen.

Es zeigt sich klar bei diesem Werbespot: Klischees werden reproduziert. Den Geschlechtern werden ganz spezifische („viele Männer„, „wir Frauen„) Eigenschaften zugewiesen.

Weiters geht’s mit dem Werbespot von Wick DuoGrippal.

Dabei wird gesagt: „Mütter melden sich nicht krank, sie nehmen Wick Duogrippal„. Vollkommen klar wird davon ausgegangen: Kindererziehung ist Frauensache. Das offensichtliche Problem: „Wenn frau Erziehungspflichten hat und diese aufgrund Krankheit schwer nachgehen kann, dann wird’s kritisch“ – dieses Problem wird naturalisiert („so ist das halt eben„) und individualisiert („damit muss jede einzelne zurechtkommen„). Also auch hier: Richtig übles Zeug.

(* Mal ganz abgesehen davon, dass die klare geschlechtliche Trennung zwischen Mann und Frau auch fragwürdig ist.)

Nie wieder Küchentisch!

Posted in aktivismus, feminismus, frauen, politik, sexismus with tags , , , , , , on November 15, 2012 by stefon

Aufruf zur Kundgebung gegen die Lichterkette der fundamentalistischen AbtreibungsgegnerInnen am 8. Dez. 2012

Für den 8. Dezember 2012 planen die KlerikalfaschistInnen(1) und FeministinnenhasserInnen von Jugend für das Leben, Human Life International (HLI) und Co. ihre traditionelle Lichterkette vor dem Landeskrankenhaus Salzburg. Unter dem Vorwand ,,abgetriebener Kinder“ zu gedenken, versuchen sie, Frauen*, die über ihren eigenen Körper bestimmen wollen, als Mörderinnen abzustempeln. Sie sollen dabei nicht ungestört sein – wir rufen zur Gegenkundgebung auf.

Kein Gott, kein Staat, kein Patriarchat!
Pro-Choice-Kundgebung:
Wo: Landeskrankenhaus/Müllner Seite
Wann: 8. Dezember 2012, 15:45 Uhr

Mehr Infos und einen längeren Infotext findet ihr auf der Website des Infoladens.

If you cut off my Reproductive Choice... I'll Cut Yours Off

If you cut off my Reproductive Choice… I’ll Cut Yours Off

Aufruf zur Pro-Choice Demonstration am 25. Juli 2012 in Salzburg

Posted in aktivismus, feminismus, frauen, politik with tags , , , , , on Juli 7, 2012 by stefon

Sie wollen es einfach nicht verstehen. Obwohl den fundamentalistischen Abtreibungsgeg-nerInnen um Human Life International (HLI), Euro Pro Life, Jugend für das Leben & Co. letzten Sommer unmissverständlich klar gemacht wurde, dass sie und ihre frauenfeindliche Prozession in Salzburg nicht willkommen sind, planen sie für den 25. Juli 2012 wieder einen sogenannten 1000-Kreuze-Marsch durch die Innenstadt.

Bei diesem “Gebetszug für das Leben” wollen die AbtreibungsgegnerInnen mit weißen Holzkreuzen ausgerüstet für ihre frauenfeindliche Agenda werben. Letztes Jahr konnte der Marsch dank des beherzten Einschreitens emanzipatorischer Aktivist_innen mittels Blockaden erfolgreich gestört und abgekürzt werden. Die Schlusszeremonie der FundamentalistInnen musste praktisch unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden.

Nieder mit dem sexistischen Normalzustand und dem Kapitalismus, für die Anarchie!
Den 1000-Kreuze-Marsch zum Desaster machen!

25.Juli.2012, 13:30 Uhr, Hauptbahnhof Salzburg
Ob in bunt oder in Alltagskleidung: komm zur Demo, bring deine Schwestern, Freund_innen, Arbeitskolleg_innen und andere Kompliz_innen mit!

Mehr Details und Hintergrundinfos

Hoffe wir sehen uns!

Alltagssexismus, heute: watzmann

Posted in feminismus, frauen, sexismus with tags , , , , , on Juni 19, 2011 by stefon

Würde mensch jede Werbung, die sich der erniedrigenden und sexualisierten Darstellung von Frauen bedient, anprangern, würde nicht mehr viel Zeit für anderes bleiben. Daher beschränke ich mich hier auf Vorfälle von Salzburger Firmen. Heute darf ich die cultbar/lounge/garde watzmann vorstellen.

watzmann Werbeplakat

watzmann Werbeplakat

Unkreativerweise bedient sich die Bar in ihrem Plakat den Blickfang von dünnen und genormten Frauenkörpern. Dabei wird im Namen der Veranstaltung „Private Summer Parts“ direkt auf die Geschlechsteile von Frauen verwiesen (private parts).

Wäre auf dem Plakat auch ein Mann in engen Shorts und genormten Körper, könnte mensch der Firma „nur“ unkreative Werbung und unsensiblen Umgang mit Körpernormen vorwerfen. So wird wie üblich die Frau sexualisiert und als Objekt darstellt.

Update:
Wer sich beim watzmann beschweren will: Die Email Adresse newsletter@watzup.at und es gibt auch ne Facebook Fan Page

Die natürliche Passivität der Frauen

Posted in feminismus, frauen, medien, sexismus with tags , , , on Juni 5, 2011 by stefon

Nicht erst seit kurzen werden Verhaltensweisen die sich durch Sozialisation und Erziehung ergeben, auf biologische Ursprünge zurückgeführt. Das Verhalten von Mann und Frau ist dabei eines der Klassiker. Können Frauen nicht einparken, können Männer nicht multi-tasken, können Frauen emotionaler agieren, sind Männer in Bezug auf Orientierung um längen voraus. Diese Reihe könnte quasi endlos fortgeführt werden.

Da hilft es auch nichts, dass die Unterschiede zwischen den (sozial konstruierten) Gruppen Mann/Frau kleiner sind als die individuellen Unterschiede in den Gruppe selbst. Sprich: Unterschiede zwischen Männern sind grösser als der durchschnittliche Unterschied zwischen Mann und Frau.

Interessanterweise scheint auch das „Fakt“ der heimischen Frau und des jagenden Mannes bei den Vorfahren der Menschen nicht ganz so klar und auf der Hand zu liegen.

Bei den frühen Vorfahren des Menschen waren die Frauen die Abenteurer (sic!) und zogen hinaus in die Welt, während die Männer eher häuslich waren und ihr Leben in unmittelbarer Umgebung ihres Geburtsorts verbrachten.
(Quelle: dieStandard.at)

Dabei ist die Frage, inwiefern sich aus beispielsweise Zähnen solches Verhalten ablesen lässt legitim. Umgekehrt folgert aber bei solcher Kritik auch: Die wandernden Männer und die am Feuer wartenden Frauen lassen sich durch solche Forschung genauso gut/schlecht argumentieren.

Alltagssexismus, heute: Stadtbus und Egger-Lienz Heimfest

Posted in feminismus, frauen, sexismus with tags , , , , , , on März 10, 2011 by stefon

Eigentlich wollte ich ja in meinem letzten Posting über den Weltfrauentag bereits zwei graphische Beispiele von Sexismus zeigen, jedoch wäre das Posting dann doch arg lang geworden.

Mein erstes „Fundstück“ stellt ein Plakatsujet für das Studifest im Egger-Lienz Heim in Salzburg dar.

Plakat für Egger-Lienz HeimfestBegründung für den Vorwurf des Sexismus:

  • Wir leben in einer Welt in der Frauen in Werbung und Film zumeist als Sexobjekte dargestellt werden. Ein Sujet für ein Studifest. welches einen Hintern zeigt der begrapscht wird, weckt Assoziationen mit sexueller Belästigung von Frauen. Das Sujet stellt diese Belästigung jedoch nicht in negativer Form dar, sondern in positiver, da ja mit dem Sujekt beworben wird
  • Selbst wenn es umgekehrt, also eine Frauenhand auf Männerhintern darstellen würde, wäre es ein Fall von Sexismus. Da sexuelle Handlungen an einer anderen Person nur mit Konsens erfolgen sollten
  • Durch das nichtzeigen des Gesichtes wird dem ganzen noch eine Anonymität vermittelt, die ja genau bei Festen vorhanden ist. Und oft zu begrapschen führt

Bedanken kann mensch sich für das Sujet auf der Facebook Seite des Egger-Lienz Heimfestes oder per Mail: office@egger-lienzheim.at. Bedauerlich auch, dass gerade der Verband sozialistischer Studierender (VSSTÖ)  Salzburg mit den FestbetreiberInnen kooperiert. Feedback kann ihnen auch per Mail: salzburg@vsstoe oder auf deren Facebook Seite gegeben werden.

Das nächste Fundstück wurde bei einer Bushaltestelle des Stadtbuses Salzburg gefunden. Aufgehängt wurde es aufgrund des Aussetzen des Busverkehrs aufgrund des Faschingsdienstages.

Aushang Stadtbus Salzburg

Begründung für den Vorwurf des Sexismus:

  • Klischee von „schwacher“ Frau und den sie „tröstenden, starken“ Mann wird gezeigt und verstärkt
  • Während die angebildete Frau emotional agiert, wird der Mann rational dargestellt (er weist darauf hin: der Bus kommt ja bald wieder)

Wo kann mensch sich über das Motiv aufregen: kundenservice@salzburg-ag.at

Wer Anfragen an die angegebenen Stellen schickt: Bitte deren Rückmeldung in einem Kommentar hier vermerken! Danke

Weltfrauentag – Wirklich notwendig?

Posted in feminismus, frauen, medien, politik, sexismus with tags , , , , , , on März 8, 2011 by stefon

Am heutigen 8. März jährt sich zum 100 Mal der Weltfrauentag. Dieser Tag wurde aufgrund fehlender Rechte von Frauen vor 100 Jahren begründet und wird seitdem begangen. Auch dieses Jahr gibt es eine Reihe von Veranstaltungen, Demos usw.. Manche mögen sich dabei fragen: Ist dieser Tag notwendig?

Letzendlich wurde doch die Hauptforderung der FeministInnen erfüllt: Auch Frauen dürfen wählen. Dabei darf aber eines nicht aus dem Auge verloren werden, das ist beleibe nicht das einzige was FeministInnen zu erreichen versuchten und versuchen.

Auch nachdem Frauen wählen durften, war es ihnen nicht erlaubt ohne der Erlaubnis von Männern zu arbeiten, Abtreibung wurde in jedem Fall hart bestraft und den Strafdelikt „Vergewaltigung in einer Beziehung“ gibt es auch noch nicht SO lange. Es zeigt sich: Frauenrechte bedeuten mehr als Wahlrecht. Und je nach Strömung des Feminismus (den davon gibt es viele) sind noch unterschiedlich viele Dinge zu erreichen.

Eien kurze Liste zeigt was nach 100 Jahren Weltfrauentag und feministschen Kampf immer noch nicht erreicht wurde

  • Frauen sind in hohen politischen Ämtern und Unternehmenspositionen nur marginal vertreten
  • Frauen werden in Werbung und Film weiterhin grossteils nur als Sexobjekte und schmückendes Beiwerk verwendet
  • In Österreich gibt es gerade erst 2 Rektorinnen (von 21 RektorInnen-Posten)
  • Frauen sind von Gewalt überproportional betroffen
  • Frauen verdienen in Österreich im Schnitt 20% weniger als Männer

Während alleine das als Grund zählen dürfte wütend zu werden, ist die Betrachtung des Weltfrauentages in den Medien mehr als beschämend. Salzburger Nachrichten, DerStandard und diePresse waren sich nicht zu schade anti-feministische, unsachliche und erz reaktionäre Artikel zu bringen. Ein Auszug?

Die ebenfalls ständig kolportierten höheren Einkommen von Männern sind Folge von Überstunden, von Karriere-Ehrgeiz und der Tatsache, dass Frauen Ausbildung und Job weniger nach Verdienstchance als nach der Freude am Beruf aussuchen. Was nachvollziehbar ist, aber nicht bejammert werden sollte
[Salzburger Nachrichten vom 3.3.2011 – Andreas Unterberger]

Alle Frauen haben also weniger Lust auf Karriere, Männer sind die harten die Karriere über das eigene Wohl stellen? Grob stereotyp und wirft gesellschaftliche Probleme auf die einzelne Person zurück.

Die feministische Doktrin von der Unterdrückung des weiblichen Geschlechts lässt sich schon seit längerem nicht mehr belegen. Frauen gelten im Gegenteil heute als die eigentlichen Gewinnerinnen der Modernisierung; ihr Aufstieg im Laufe der vergangenen dreißig Jahre ist eklatant: Sie machen die besseren Schulabschlüsse, studieren häufiger, dominieren ganze Fachbereiche wie inzwischen auch Medizin und Jura und stellen die Mehrheit der kompetenten Berufsanfänger.
[derStandard vom 7.3.2011 – Walter Hollstein]

Walte Hollstein will uns im derStandard weissmachen dass Frauen beruflich erfolgreicher sind. Er sollte sich eher fragen warum zwar, wie er richtig anmerkt, in vielen Studienrichtungen mehr Frauen als Männer studieren, aber auch in diesen Fächern Professorinnen wesentlich weniger verbreitet sind als Professoren.

Früher haben die männlichen Linken den Arbeitern eingeredet, dass sie unterdrückt sind; heute reden die weiblichen Linken den Müttern und Hausfrauen ein, dass sie unterdrückt sind. Buchstäblich geht es um eine Enthauptung der Familie, sofern nämlich der Vater traditionell als Oberhaupt der Familie verstanden wurde. Aber es geht auch um die Durchsetzung des androgynen Ideals – die Geschlechterrollen sind austauschbar.
[diePresse vom 5.3.2011 – Norbert Bolz]

Der typische Vorwurf der „Gleichmacherei“. Geht es an die Aufhebung von Herrschaftsverhältnissen, scheint es einige Menschen zu geben die sofort diesen Vorwurf aus dem Hut ziehen. Dabei geht es um die individuelle Entscheidung über den eigenen Lebensentwurf. Ob Mann, Frau oder Transgender. Kein Mensch sollte aufgrund der Zuweisung an ein Geschlecht benachteiligt oder am selbstbestimmten Leben gehindert werden!

Mir geht es hier nicht um den Ruf nach Zenszur dieser Artikel aus den Zeitungen. Es geht um die Auswahl und die Entscheidung welche Artikel Platz dort bekommen. Denn über Feminismus und Weltfrauentag kann auch kritisch und reflektiert geschrieben werden, ohne in anti-feministische und erzreaktionäre Muster zu fallen bzw. für solche AutorInnen in der Zeitung Platz zu finden.

Viel besser wäre eine Auseinandersetzung mit dem verschiedenen Strömungen des Feminismus. Den davon gibt es einige: Gleichheits/Differenzfeminismus, Autonomer Feminismus, bürgerlicher Feminismus, radikaler Feminismus, …

Denn eines ist klar: Herrschaftsverhältnisse gibt es zuhauf in unserer Gesellschaft. Und die Kategorie Geschlecht beeinhaltet einige davon!

Ich kann nur empfehlen den 19. März zu nutzen und dem Aufruf des Bündnisses 20.000 Frauen zur Grossdemo in Wien zu folgen!