Rich Dad Poor Dad (#3): Mit Ellbogenmentalität gegen die Schubsereien des Lebens


Rich Dad Poor Dad: Ein Sohn hat einen reichen und einen armen Vater. Durch diese Erfahrung lernt er warum viel Menschen arm und ein paar wenig reich werden. Doch nicht genug: Er zeigt auf wie jede*r selbst reich werden kann!

mehr in der Klappentext Kritik und in meiner Blogpostreihe zu diesem Buch

Im 1. Kapitel des Buches „Lektion Eins: Die Reichen arbeiten nicht fürs Geld“ erzählt uns Robert wie er zu seinem reichen Vater kommt und über die ersten Lektionen, die er bei ihm erhält.

Zuerst lässt ihn sein reicher Vater für sehr wenig Geld in einem seiner Läden arbeiten. Damit lernt Robert seine erste Lektion: Für wenig Geld arbeiten, das ist hart und nichts Erstrebenswertes. Doch sein reicher Vater will ihm dabei noch mehr beigebracht haben: Schuld an dieser Lage ist nicht er – der Arbeitgeber – sondern Robert selbst. Denn dieser hat sich – wie die allermeisten Menschen – aufgrund seiner Emotionen – Gier und Angst – in ein Hamsterrad namens Lohnarbeit begeben.

Doch es kommt noch dicker: Die nächste Aufgabe klingt wie die erste – arbeiten für den reichen Vater – mit einem klitzekleinen Twist: Es gibt nun keinen – noch so geringen – Lohn. Robert soll sich von seinen Emotionen, von seiner Angst um Geld, lösen und mit offenen Augen durch die Welt gehen und so lernen nicht für Geld zu arbeiten, sondern eine Variante zu finden, wie das Geld für ihn arbeitet.

Nach ein paar Wochen Arbeit ohne Lohn hat Robert auch eine zündende Idee. Die Comiczeitschriften, die im Laden in dem er arbeitet weggeworfen werden, sammelt er. Er richtet eine Comicbibliothek im Keller seiner Eltern ein und verlangt von anderen Kindern Eintritt in diesen Comicladen, in dem Comics gelesen aber nicht mitgenommen werden dürfen. Robert wird also ein kleiner Unternehmer.

Welche Lehren soll man nun aus dieser kleinen Geschichte laut Robert ziehen?

Das Leben schubst uns alle herum. Manche geben auf, andere kämpfen. Ein paar wenige ziehen die notwendigen Lehren und kommen voran. Denen ist es sogar recht, wenn sie das Leben herumschubst.

An der Richtigkeit der Aussage ist nicht zu zweifeln. Es gibt genug Menschen, denen das Leben übel mitspielt. Wenig Lohn für viel Arbeit. Viel Arbeitsbereitschaft, aber kein Job. Vielleicht auch ein halbwegs gut bezahlter Job, aber sinnlose Tätigkeiten. Das leben „schubst eben alle herum“.

Wer für schlechten Lohn arbeitet, der*die hat laut Rich Dad Poor Dad aufgegeben. Wer für mehr Lohn kämpft oder sich in der Karriereleiter hochkämpft, der*die kämpft weiter. Doch wer zieht die notwendigen Lehren und kommt voran? Diejenigen, welche sich nicht in das Hamsterrad Lohnarbeit „einlassen“ und unternehmerisch tätig werden.

Recht hat er insoweit: Wenn sich herausstellt, dass der Lohn einfach nicht zum guten Leben reicht, sollte man vor dem Vorwurf „Gier“ an den Chef und dem Ruf nach Gerechtigkeit einen Schritt zurück machen und sich überlegen, ob es nicht gute ökonomische Gründe für niedrigen Lohn und viel Arbeit gibt. Die gibt es und das Buch gibt dafür auch gute Hinweise.

Das Buch zieht aber einen ganz anderen Schluss: Die Gesellschaft ist nun eben eine, die einen ständig schubst. In der ein ständiger Kampf notwendig ist. In der die Arbeit für andere immer unproduktiv bleibt und nie zu einem schönen Leben für einen selber führt. Wenn das also so ist, sollte man dann eben zu denen gehören, die von der Angst der anderen vor Armut profitiert. Man sollte also lernen, wie man mit Ellbogenmentalität und richtigem Riecher erfolgreich ist, also andere für den eigenen Erfolg arbeiten lässt.

Angst bringt die Leute dazu, angestellt zu bleiben: Angst die Rechnungen nicht bezahlen zu können, Angst vor Entlassung, Angst, nicht genug Geld zu haben, und die Angst vor einem Neubeginn.

Wer sich aber an den Zuständen in dieser Welt stört (wie das Buch es ja eigentlich tut, siehe Einleitung), der*die sollte sich eher die Frage stellen, warum und ob das denn so sein muss. Dafür reicht aber nicht das Geschubse des Lebens, sondern dafür braucht es eine Analyse dieser Wirtschaft, kurzum: Wie Geld funktioniert und welchen Zweck es hat. Denn auch wenn das Buch ständig wiederholt wie wichtig es zu wissen ist „wie Geld funktioniert“, wird eben das (bisher) nicht geklärt. Es geht nur darum, eben nicht auf der Seite der Verlierer*innen zu stehen.

Es ist wie im Bild von dem Esel, der eine Karre zieht, während der Besitzer ihm die Karotte vor die Nase hält. Der Besitzer des Esels kommt dort hin, wo er hin will. Aber der Esel läuft einer Illusion nach. Für den Esel gibt es morgen lediglich eine andere Karotte.

Auf einen kleinen Seitenhieb will ich hier aber nicht verzichten: Wenn es denn darum geht, dass man sich nicht das Leben lang Sorgen und Gedanken ums Geld machen soll, dann scheint der Tipp des Buches auch nicht zu greifen: Denn der Alltag des „reichen Vaters“ wird durch lange Arbeitszeiten und viel Arbeit und wenig Zeit fürs eigene Kind charakterisiert. Ein ständiges Lernen ist notwendig, um reich zu bleiben. Anders gesagt: Ein ständiger Kampf. Das soll also ein Mittel sein in dieser Gesellschaft unabhängig von Geld zu werden?

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