Der Kapitalismus: Der schafft sich doch eh von selber ab, oder etwa nicht?


Manchmal kommt mir diese Aussage in Diskussionen unter „Der Kapitalismus, der schafft sich früher oder später eh von selbst ab“. Die Gründe dafür, sind da auch mal ganz unterschiedlich: Einmal soll es an der Umweltschädlichkeit dieser Wirtschaftsweise liegen, ein anderes mal liegt an der ihm zugeschriebenen Tendenz, Reichtum in immer weniger Hände zu konzentrieren.

Oft dreht sich die Diskussion danach um die Frage, ob diese Gründe denn nun wirklich zu einem Ende dieser Wirtschaftsweise – genannt Marktwirtschaft – führt. Ob nun die Staaten nicht genug Eigeninteresse haben um bessere Umweltgesetze einzuführen oder ob denn nicht doch der Sozialstaat es schafft, die revolutionären Massen besänftigen und den 10 reichen Menschen in der Gesellschaft es weiter erlaubt, Kapitalismus zu machen.

Sinnvoller wäre es dabei jedoch, einen Schritt zurückzutreten und sich zu fragen: Warum sich diese Frage stellen? Wieso sollte mein Sorgenobjekt diese Wirtschaftsweise sein? Macht es Sinn, sich Gedanken darüber zu machen, welche Tendenzen, Situationen, Zustände eintreten müssen, damit diese Wirtschaftsweise auf dem Misthaufen der Geschichte landet?

Zu klären wäre doch vielmehr, was die Gründe sind, warum und ob der Kapitalismus an den viel beklagten unangenehmen Dingen (Armut, Umweltzerstörung, …) verantwortlich ist. Wenn darüber eine Einigung herrscht: Dann kann ja an der Abschaffung dieses Wirtschaftssystems aktiv herangegangen werden.

Sich jedoch die Frage zu stellen, ob sich der Kapitalismus – quasi von selbst – irgendwie dann doch selbst abschafft, das ist eine müßige Frage.

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2 Antworten to “Der Kapitalismus: Der schafft sich doch eh von selber ab, oder etwa nicht?”

  1. kalauer Says:

    Wenn wer sowas sagt, dann ist der gedanklich in der Soziologie unterwegs, und überlegt sich wie der gesellschaftliche Zusammenhang funktionieren kann, und kommt dann drauf dass der ganz viele Probleme verursacht die diesen Zusammenhalt ganz massiv gefährden. Da ist es doch müßig die Leute darauf hinzuweisen wie der Kapitalismus diese „Probleme“ (für wen eigentlich?) verursacht, davon gehen die doch sowieso aus. Eigentlich müsste man die mal Fragen für wen und in welcher Hinsicht eigentlich Sachen wie Armut oder Umweltzerstörung ein Problem sind.

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