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Warum ich mich nicht über Prism aufregen kann…

Posted in antikapitalismus, kapitalismus kritik, politik with tags , on August 2, 2013 by stefon

Manch eineR mag sich fragen: Wo bleibt bei wutimbauch die Wut im Bauch über das Prism-Programm und die Verfolgung des Whistleblowers Snowden. Die Frage lässt sich leicht beantworten: Auch wenn die Erkenntnisse darüber in welchem Umfang, von wem und mit welchen Methoden Menschen überwacht werden hilfreich und spannend sind – so sind sie keine Erkenntnisse die mein Vertrauen in die parlamentarische Demokratie, in den freien Westen: Kurz mein Vertrauen in das beste System überhaupt erschüttern können.

Klar ist: Viele Dinge laufen ohne „unser“ Wissen ab. Doch diese Geheimnisse sind in keinster Weise notwendig für die Analyse der herrschenden Verhältnisse. Es braucht nicht die Aufdeckung von geheimen Waffenlieferungen, das Entdecken von nicht bekannten Foltergefängnissen oder eben das Bekanntwerden eines umfassenden Überwachungssystem.

Wie unbarmherzig noch der menschenfreundlichste Staat, wie wenig der Kapitalismus auf die Bedürfnisse der Menschen eingeht – davon kann mensch in jeder Zeitung lesen. Ob in Österreich ein 14-jähriger aufgrund eines Supermarkt-Einbruchs erschossen wird, ob in Österreich Menschen von Behörden abgeschoben werden und deren Tod und Folter schulterzuckend in Kauf genommen wird. Doch selbst die Ereignisse sind nur die Spitze des Eisbergs eines Systems dass auf erzwungene Konkurrenz (der Kampf um den Arbeitsplatz)  und der Ausbeutung von Natur und Lohnabhängigen basiert.

Wer sich wundert dass Staaten welches so ein System aufrechterhalten wollen, zu „unfreundlichen“ Methoden zurückgreifen, sollte seine Sicht auf die Welt hinterfragen. Diese Abhörprogramme, harten Sparprogramme, Gewalt gegen Menschen sind kein Angriff auf die Demokratie – es ist die parlamentarische Demokratie die ihre Aufgabe wahrnimmt.