Archiv für rau

Wilde und chaotische GriechInnen

Posted in antikapitalismus, kapitalismus kritik, medien, politik, soziales with tags , , , , , , , , , on Juni 17, 2011 by stefon

Jetzt überweisen wir stolzen Österreicher und Österreicherinnen ihnen schon soviel Geld, und dann das

… wird immer wilder und chaotischer demonstriert und gestreikt. Das verschärft die Pleitesituation natürlich noch.

Ja haben die GriechInnen denn keinen Verstand? Können die nicht diszipliniert und fleissig weiterarbeiten während ihr Reallohn beständig sinkt und die Gewinne der Unternehmen steigen (wie das bei uns und in Deutschland der Fall ist).

Die GriechInnen hätten doch schon lange sehen müssen, dass das komplexe System von Bankkrediten, Ratingagenturen und Staatsanleihen so nicht mehr gut gehen kann. Und weil sich die ArbeiterInnen in Griechenland damit nicht auskennen: Sind sie selbst schuld und sollen zahlen. (Und nicht die französischen, deutschen, … Banken die das Geld Griechenland geliehen haben).

Doch laut unserem Chefökonomen Rau und dessen Einserkastl im derStandard sind wir gar nicht so weit weg vom griechischen Schlendrian

Aber soeben hat der Währungsfonds gemahnt, dass wir etwas mit unserem Pensions- und Gesundheitssystem tun müssen. Wir mokieren uns über die Griechen, leiden jedoch selbst schon am Griechenland-Syndrom.

Und WEHE in Österreich regt sich wer gegen ein höheres Pensionsalter oder wegen weniger Leistungen im Gesundheitssystem auf! Es geht halt nichts über die Umverteilung von Geld von Lohnabhängigen in Richtung Firmen.

Oder geht es doch auch anders?

Der zentrale Grund für die Stoßrichtung des Sparpakets liegt darin, dass dieser Staat schlicht nicht den Zweck verfolgt, seiner Bevölkerung ein gutes Leben zu verschaffen. Daraus wird auch kein Hehl gemacht: Als oberstes Ziel im Staat, da sind sich die Parteien einig, gilt das Wirtschaftswachstum. Bei dieser Art von Wachstum geht es nicht darum, mehr nützliche Sachen zu produzieren, um damit die Bevölkerung zu versorgen.

Rau mal wieder: Griechenland

Posted in medien, politik with tags , , , , , on Mai 14, 2011 by stefon

Beim „Einserkastl“ des derStandard schreibt Rau am 11.Mai

Der Grieche ist ja an sich faul und macht sich für unser Geld ein gutes Leben – schreien die österreichischen und die deutschen Krawallzeitungen. Das Mindeste wäre daher, schreibt jetzt allen Ernstes der neue Chefredakteur von Heute, dass die Griechen uns umsonst Urlaub machen lassen.

Das klingt ja nicht schlecht. Doch Vorsicht, wie so oft, folgt auch hier ein grosses grosses Aber

Wie bei fast jedem populistischen Blödsinn gibt es dabei Spurenelemente von Wahrheit. …
Griechenland ist aus historischen Gründen (500 Jahre osmanische Fremdherrschaft) ein Staat ohne viel Bürgersinn seiner Bewohner.

Das sich auch die Loyalität der Bevölkerung dem Land gegenüber in Grenzen hält, könnte ja auch vielleicht an der noch nicht so lange vergangenen rechten Militärdiktatur liegen.

Gut tut da der Artikel der Föderation der ArbeiterInnen-Syndikate

,,Wir bluten für die Pleitegriechen“ wettern Schundblätter wieder. Die ,,liberalen Qualitätszeitungen“ stehen dem um nichts nach, auch wenn sie um eine gesittetere Sprache bemüht sind. Es wird kritiklos über eine ,,Griechenlandhilfe“ gesprochen, welche vor allem die MitteleuropäerInnen bezahlen müssen. Da werden absurde Beschreibungen über einen angeblich ,,zu hohen Lebensstil der Griechen“ – alles auf ,,unsere“ Kosten – abgegeben. Die griechische Bevölkerung wird dargestellt, als wären sie allesamt Gauner und noch dazu undankbar.

Weiterlesen!