Archiv für medien

Die negative Neidspirale

Posted in kapitalismus kritik, medien, soziales with tags , , , , , , , on Dezember 1, 2010 by stefon

Mensch würde ja annehmen dass es in unserer Gesellschaft darum geht, möglichst vielen Menschen ein angenehmes und erfüllendes Leben zu ermöglichen. Nicht nur dass dies wenig bis gar nicht funktioniert, arbeiten auch die Medien dagegen dieses Ziel als erstrebenswert zu sehen.

Ein Beispiel? Ein DerStandard Kommentar zum Thema Bildungskarenz

Es stimmt schon: Die meisten jener 7000 Arbeitnehmer, die heuer im ersten Halbjahr schon in Bildungskarenz waren, werden wohl keine Sozialbetrüger sein. So hoch ist das Arbeitslosengeld auch wieder nicht.

Na das ist ja schön dass zumindest nicht ALLE dieser Menschen die sich Bildungskarenz nehmen und dadurch auf Einkommen verzichten SozialschmarotzerInnen sind. (Abgesehen davon: Warum nehmen die Menschen meist Bildungskarenz: Um am Arbeitsmarkt konkurrenzfähig zu sein. Also auch ein Zwang.)

Eine verstärkte Kontrolle mit Sanktionsmechanismus ist also dringend nötig. Alles andere wäre eine Verhöhnung jener Arbeitssuchenden, die an jede zumutbare Stelle vermittelt werden und denen das Arbeitslosengeld gestrichen wird, sobald sie eine Stelle verweigern.

Soll also heissen: Arbeitslosen Menschen geht es dreckig. Die müssen jede (un)zumutbare Stelle annehmen um nicht das Arbeitslosengeld zu verlieren. Der Autor Günther Oswald prangert hier zurecht eine untragbare Situation an. Anstatt jedoch eine Verbesserung dieser Umstände zu fordern, will er andere Menschen in die selbe Situation bringen.

Quasi: Wenns anderen so schlecht geht, dann solls DIR aber auch nicht besser gehen.

Viel sinnvoller ist es natürlich gemeinsam und solidarisch für ein lebenswertes und angenehmes Leben zu kämpfen!

Rauscher: Hetzt oder ist unfähig

Posted in medien, politik, rassismus with tags , , , , , , , , , , on November 11, 2010 by stefon

Bekannt ist Hans Rauscher als Kolummnist beim Standard. Oft sind seine Kommentare im „Einserkastl“ zu lesen.

Nach dem Interview des türkischen Botschafters Tezcan mit der Presse, scheint Rauscher entweder das Interview nicht selbst gelesen oder sich bewusst entschieden zu haben zu hetzen. Anders lässt sich sein aktuelles Einserkastl nicht erklären.

Sehen wir uns die Aussagen Rauschers mal an

„Das ist eine andere Kultur, ein anderes Parfum, eine andere Folklore. Ihr müsst damit leben.“ Richtig – wenn es um wirkliche Folklore geht, um die Art des Festefeierns und so.
Wenn es zur „Folklore“ gehört, die Frauen zu Hause zu verstecken, die Mädchen mit 15 zwangszuverheiraten oder den Burschen beizubringen, dass türkischer Nationalismus und Machismus das Größte ist – dann kann/darf man nicht damit leben.

Da hat er natürlich recht. Aber hat Rauscher das Interview gar nicht gelesen? Der Botschafter sagte auch:

Presse: Aber Politiker müssen doch zum Beispiel das Recht haben zu sagen, dass sie keine Zwangsheiraten wollen …
Tezcan: Natürlich. Wir wollen auch nicht, dass unsere Töchter zwangsverheiratet werden.

Tezcan sagt also EXPLIZIT dass Zwangsheiraten nicht entschuldbar sind. Und noch ein Hinweis auf Rauschers Unfähigkeit Interviews zu lesen oder seine Lust am hetzen

Der Botschafter sagte auch: „Ihr müsst mit ihnen reden. Die Türken sind glücklich, sie wollen nichts von euch. Sie wollen nur nicht wie ein Virus behandelt werden.“ Stimmt. Aber das „Sie wollen nichts von euch“ ist oft leider nur zu wahr. Viele Nichtstaatsbürger, aber auch manche Staatsbürger wollen von der westlichen Gesellschaft buchstäblich nichts wissen. Und das kann nicht gut gehen.

Er unterstellt dem Botschafter also, es zu wünschen dass Kulturen nebeneinander leben sollten. Schauen wir mal was Tezcan im Interview sagte

Es geht um etwas anderes: um Toleranz. Jedes Jahr bekommen die Türken einen öffentlichen Ort, einen Park etwa, zugeteilt, um ihr Kermes-Fest zu feiern. Sie kochen, spielen, tanzen, zeigen ihre eigene Kultur. Die einzigen Österreicher, die Kermes besuchen, sind Politiker auf der Jagd nach Wählerstimmen.

Hie beklagt der Botschafter EXPLIZIT dass nebeneinander Leben.

Fazit: Entweder hat Rauscher das Interview nicht gelesen (Unfähigkeit) oder er hat bewusst einzelne Passagen des Interviews herausgenommen um zu hetzen. Egal was zutrifft: So gehts nicht!

Weekendmagazin – Rätselaufgabe

Posted in aktivismus, feminismus, frauen, medien, politik, sexismus, soziales with tags , , , , , , , , on Juli 6, 2010 by stefon

Im aktuellen Weekendmagazin stellt sich Gert Damberger (Chefredakteuer, Email: g.damberger@weekendmagazin.at) eine Frage (hier gibts den vollständigen Artikel)

Verdienen Frauen aber auch dann weniger als Männer, wenn sie gleiche Erfahrung, gleiche Ausbildung und ebenso lange Betriebszugehörigkeit wie die Männer in die Waagschale werfen? Einfach nur, weil sie Frauen sind?

Anlass dieser Frage ist der Frauenbericht 2010 des Bundesministeriums. Dieser zeigt unmissverständlich auf: Frauen verdienen 18% weniger als Männer (bei gleicher Qualifikation, gleicher Arbeit, …).

Anstatt nun diese Diskriminierung anzuprangern, dieses Faktum als Anlass zu verwenden den Sexismus in Österreich und die Männerbünde in Politik und Wirtschaft zu kritisieren, gibt Gert Damberger folgendes von sich.

Wenn es stimmt, dass man einer Frau in Österreich mir nix dir nix 18,1% weniger zahlen kann, warum sind dann rein aus Kostengründen nicht mehr Frauen in mittleren und höheren Positionen beschäftigt?

„Wenn es stimmt“! Trotz der Studie, trotz jahrelanger gleicher Zahlen zweifelt dieser Mensch weiters an der Benachteiligung von Frauen am Arbeitsmarkt. Und warum Firmen so agieren ist vollkommen klar: Gute Jobs werden (gerade in Österreich) per Vitamin B vergeben. Und Männer trauen anderen Männern einfach mehr zu, auch wenn sie denen mehr zahlen müssen. (vollständiger Artikel des Weekendmagazins)

Aber keine Angst Hr. Damberger, die „unsichtbare Hand des Marktes“ ist nicht ganz funktionsunfähig. Billiglohnsektoren sind genau diejenigen Berufssparten in denen Frauen arbeiten. Und nicht nur das: Treten in eine gewisse Berufssparte Frauen ein, so sinken dort die Durchschnittslöhne.

Zur Erinnerung: Das Weekendmagazin ist genau dieses Format, das auch vor einigen Monaten in einem Glosse für Gewalt gegen RadfahrerInnen aufgerufen hat.

Wenn ein feindlicher Radler daherkommt, tun Sie so, als würden Sie die Türe öffnen. Das versetzt dem Sportler einen Schock. Bei Ampeln immer dicht an parkenden Autos stehen – so kann sich kein Radfahrer vorbeischlängeln. Hupen ist zielführend … Notfalls aussteigen und ordentlich zulangen.

Wiedermal Zeit Mails zu schreiben? Was sagt ihr?

Greenwashing

Posted in medien, umwelt with tags , , , , , , , , on August 19, 2009 by stefon

Greenwashing oder Greenwash (englisch wörtlich grün waschen, in Anspielung auf grün als Symbol für Natur und Umweltschutz und Waschen im Sinne von Geldwäsche oder sich reinwaschen, bzw. als Analogiebildung zu whitewash, englisch für schönfärben) ist eine kritische Bezeichnung für PR-Methoden, die darauf zielen, einem Unternehmen in der Öffentlichkeit ein umweltfreundliches und verantwortungsvolles Image zu verleihen (Deutsch etwa: „sich ein grünes Mäntelchen umhängen“).

Hierbei werden die Techniken der Öffentlichkeitsarbeit, der Rhetorik und der Manipulation benutzt, um einer Firmengeschichte oder den aktuellen Unternehmensaktivitäten eine weiße Weste zu verpassen. So behaupten die Unternehmen unter anderem, die Ausrottung der Armut und des Welthungers voranzutreiben, ihre Produkte fair zu handeln oder auf ökologisch verträgliche Weise herzustellen. [wikipedia]

Beispiele für Greenwashing gibt es einige. Ob es Millionenspenden von Shell an notleidende AfrikanerInnen sind (die erst durch die von Shell mitverursachten ökologische Katastrophen notleidend wurden) oder eben der aktuelle Werbespot der RWE ist. Dieser Werbespot will uns sagen: RWE steht für Saubere & Grüne Energie.

Hier die Richtigstellung:

Anteil der erneuerbaren Energie bei RWE: Gerade mal 2%!

Ein Mann will täglich aufs Neue gewonnen sein

Posted in feminismus, frauen, sexismus with tags , , , , , , , on August 18, 2009 by stefon

Mädchenmannschaft.net hat drei Videos für sexistische Werbung aus früheren Zeiten gepostet. Zum Glück hat sich da einiges verändert. Wer aber die Augen offen hält wird sehen. Klischehafte Rollenbilder sind auch in „moderner“ heutiger Werbung zu finden.

Mehr Videos im original Blogposting.

Quelle: Mädchenmannschaft.net

Es war einmal die Medien

Posted in blub, medien, politik with tags , , on Juni 26, 2009 by stefon

Es gibt eine neue Monochrom-Show auf Video: “Es war einmal die Medien – Eine theatrale Nachhilfestunde in politisch aufgeladener Mediengeschichte.

Quelle: Netzpolitik.org

ORF Publikumsrat zu „3 Wahre Helden …“

Posted in aktivismus, medien, politik with tags , , , , , , , on Oktober 13, 2008 by stefon

Über die neue Serie des ORF in dem der Sanitäter im Fall des Cheibani Wague beteiligt war, habe ich ja bereits berichtet.

Mittlerweile gibt es vom ORF Publikumsrat ein Statement zur Ausstrahlung der Serie:

Wie angekündigt, wurde die Auswahl eines Protagonisten der Serie „Wiener Blut – Die 3 von 144“ in der Plenarsitzung des Publikumsrats am 29.9.2008 aufgegriffen und mit Programmdirektor Wolfgang Lorenz diskutiert. Es wurde von mehreren Mitgliedern die Meinung vertreten, dass die Präsentation des besagten Rettungssanitäters trotz dessen Freispruchs als „Held des Alltags“ nach ethischen Gesichtspunkten nicht akzeptabel war und die Ausstrahlung des Films, die vom Programmdirektor unter anderem mit dem Kostenargument verteidigt wurde, hätte unterbleiben sollen.
Unterstützende Stimmen im Publikumsrat für die Entscheidung des Programmdirektors hat es nicht gegeben. Von einer Empfehlung an die ORF-Geschäftsführung hat der Publikumsrat im Hinblick auf die geringe Wahrscheinlichkeit eines Wiederholungsfalles abgesehen.

Es freut mich zwar, dass der Programmdirektor Wolfgang Lorenz gerügt wurde, doch erscheint mir die Reaktion doch ein wenig mikrig.

Auf der Homepage des ORF Publikumsrat ist nichts von dem Ergebnis der Diskussion zu finden und eine öffentliche Entschuldigung scheint nicht geplant zu sein.

Ich glaube dass es Sinn macht weiter Druck zu machen (per E-Mail z.b.) um eine öffentliche Entschuldigung zu erreichen.