Archiv für lohnarbeit

Arbeit, Geissel der Menschheit?

Posted in antikapitalismus, kapitalismus kritik, politik with tags , , , , , , , on Juni 13, 2011 by stefon

Am Anfang jeder Diskussion sollte die Frage stehen, was ist Arbeit? Arbeit ist eine zielgerichtete Handlung die mittels Verausgabung von Energie Änderungen hervorruft. Beispiele für Arbeit nach dieser Definition

  • Leiter aus dem Schuppen holen und damit Äpfel vom Baum holen
  • In einer Fabrik stehen und am Fliessband agieren
  • Gemeinsam politische Diskussionen führen und danach Demo organisieren

Arbeit kann also eine grosse Bandbreite an Erscheinungsformen annehmen. Allgemein gilt jedoch: In jeder Gesellschaftsform (egal ob Monarchie, Diktatur, Subsistenz, …), ist Arbeit für menschliches Leben notwendig. Ohne sie kann es keine Bedürfnissbefriedigung, kein existieren geben. Wie diese Arbeit konkret organisiert wird, wieviel Arbeit von wem erledigt werden muss, … kann jedoch sehr unterschiedlich sein.

Eine spezielle Form der Arbeit in unserer jetzigen Gesellschaft ist Lohnarbeit. Lohnarbeit zeichnet sich durch mehrere Merkmale aus. Die Lohnarbeiterin verkauft ihre Arbeitskraft zu einem gewissen Betrag an eine Firma. Diese nutzt die Arbeitskraft und setzt mittels dieser einen Gewinn um. Die hergestellten Produkte/Dienstleistungen, … gehören nicht der Lohnarbeiterin, sondern der Firma. Weiters gilt, dass der Lohn für die Arbeit ein Bruchteil des Werts der Arbeit darstellen muss (bekäme die Lohnarbeiterin mehr Lohn oder gleich viel wie sie erarbeitet hat, würde die FIrma keinen Profit abwerfen). Das oberste Ziel der Lohnarbeit ist auch nicht die effiziente Deckung von Befürfnissen, sondern sie wird verwendet um möglichst viel Profit für eine Firma zu ermöglichen.

Das Ziel gemeinsamer Arbeit sollte jedoch die Bedürfnissbefriedigung aller Menschen, ein schönes/gutes Leben für alle ohne Ausbeutung anderer sein. Wer sich gegen Lohnarbeit ausspricht, spricht sich gegen die KONKRETE Form der Arbeit in unserer Gesellschaft aus. Nicht gegen die Notwendigkeit von Arbeit an sich.

Wenn nun also Arbeit demokratisch aufgeteilt werden würde, wer würde dann schon die unangenehmen Arbeiten übernehmen?

Was unangenehme Arbeit ist, ist ja etwas subjektives. Während die einen Arbeit vor dem Computer meiden, gefällt es anderen nicht den ganzen Tag draussen arbeiten zu müssen. Aber klar: Es wird wohl auch Arbeiten geben, die KEIN Mensch angenehm findet. Diese kann aber dann einfach auf alle aufgeteilt werden. Ausserdem kann es dann auch das Ziel sein, durch technische Prozesse den Aufwand dieser Arbeit möglichst gering zu halten. Diese Ziele sind in unserer Profitzwanggesellschaft (sprich: kapitalistischen Wirtschaftssystem) irrelevant.

Was ich eh nie verstehen werde ist, ist der „Wettbewerb“ bzw. schon eher die Vergleicherei in welchen Ländern wie lange gearbeitet wird

Dieser Vergleich ist essentiell notwendig in einer Gesellschaft, in der der Profit einer Firma über dessen Existenz und Erfolg entscheidet. Denn je billiger und effizienter die LohnarbeiterInnen sind, umso höher kann der Profit sein. Kann ich also in einem Land Menschen für weniger Geld länger arbeiten lassen, ist das ein unschätzbarer Vorteil. Diese Bestrebungen die Arbeit möglichst gering zu entlohnen, liegt tief im Kern des Kapitalismus begründet.

Aber es hat ja immer schon Lohnarbeit gegeben

Lohnarbeit gibt es erst seit der Industrialisierung. Vorher gab es viele verschiedene Organisationen der Arbeit (die keinesfalls automatisch besser gewesen wären!). Egal ob Sklaverei, die Arbeit als Bauer auf den Feldern des Fürsten, Subsistenzwirtschaft vor tausenden Jahren, …  All dies ist keine Lohnarbeit! Warum also die konkrete Form der Arbeit in unserer Gesellschaft (also Lohnarbeit) der Weisheit letztes Schluss sein sollte, kann durch die Geschichte nicht erklärt werden.

Und für alle, die bis hierher gelesen haben, ein Video dass sich dem Thema Arbeit mit Humor nähert.

Das Prinzip Lohnarbeit

Posted in antikapitalismus, creative commons, kapitalismus kritik, soziales with tags , , , on März 22, 2008 by stefon

Warum es Lohnarbeit gibt und wieso es auf lange Sicht nicht funktionieren kann, zeigt uns dieses sehr gut gemacht Video.

Was ich gut an dem Video finde, ist dass die negativen Auswirkungen nicht personifiziert werden (der böse Manager, die skrupellose Bankchefin, …) sondern anhand des Systems aufgezeigt werden.

Einzig negativ finde ich den Teil der Zeugung und der Geburt. Da wird die Frau als völlig passiv gezeigt. Aber auch vielleicht Kritik und Absicht?!

Erfreulich auch die Lizenz des Videos: Creative Commons Namensnennung-Keine kommerzielle Nutzung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 2.0 Deutschland