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Lohnzettel: Unmöglich zu verstehen?

Posted in politik, soziales with tags , , , , , , on Januar 24, 2017 by stefon

Der österreichische Gewerkschaftsbund hat eine neue Website derLohnzettel.at erstellt.

So wichtig der LOHNZETTEL ist, so schwer verständlich ist er oft. Diese Seite soll helfen, Ihre Fragen zu beantworten. Einfach Frage auswählen (wischen oder scrollen) und per Klick erhalten Sie die Antwort und weiterführende Infos.

Wer sich also nicht blindlings auf die Berechnungen von Unternehmen verlassen will, sollte einen Blick auf die Website werfen und sich informieren. Alleine das Glossar und die Erklärung der Abkürzungen auf dem Lohnzettel sind einiges wert.

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Warum Gewerkschaften notwendig sind und warum ich für eine Gesellschaft ohne sie kämpfe

Posted in antikapitalismus, kapitalismus kritik, politik, soziales with tags , , , , , , on Januar 31, 2015 by stefon

Der ÖGB will eine gerechte Arbeitswelt mit guten Arbeitsbedingungen und fairen Einkommen[…] Der ÖGB will, dass in einem sozialen Staat und in einem gemeinsamen Europa der Mensch im Vordergrund steht.

So klingt ein Teil der Forderungen des Österreichisches Gewerkschaftsbunds. Wer im Arbeitsleben steht, noch viel mehr aktive GewerkschafterInnen und BetriebsrätInnen wissen genau: diese „gerechte“ Arbeitswelt mit „guten“ Arbeitsbedingungen und „fairen“ Einkommen stellt sich nicht von selbst her. Ganz im Gegenteil sammeln Menschen die in Gewerkschaften und Betriebsrat aktiv sind, ständig Erfahrungen damit, wie die Interessen der ArbeitnehmerInnen geschädigt werden.

Sei es der geringe Lohn, der „trotz“ Gewinnsteigerungen des Unternehmens nicht höher wird, sei es der Arbeitsplatzverlust aufgrund Rationalisierungen. Seien es die schlechten Arbeitsbedingungen, welche die Gesundheit der ArbeiterInnen beeinträchtigen oder gar Gesetzesbrüche der Unternehmen. All diese Vorgänge passieren ständig und immerzu. Als Einzelperson ist diesen Schädigungen nicht viel entgegenzusetzen – daher gibt es die Gewerkschaften und deswegen haben sie sich gegründet. Um gemeinsam Druck ausüben und eigene Interessen durchsetzen zu können.

Diese Gründe legen den Gedanken nahe: Gewerkschaften sind eine feine Sache. Dabei könnte die Notwendigkeit von Gewerkschaften stutzig machen. Was für eine Gesellschaft ist dies, in der diejenigen, welche die Dienstleistungen und Güter herstellen, welche die Menschen brauchen, nicht diejenigen sind, die davon profitieren? Die Existenz von Gewerkschaften beweist, dass ohne den Zusammenschluss der Lohnabhängigen, ohne deren Drohung die Arbeit niederzulegen (Streik und ähnliches), die Lohnabhängigen noch schlechter dastehen würden. Warum ist das jedoch so, dass gerade diejenigen die Reichtum schaffen, nicht reich werden? Weiterlesen

Klassenkampf, den gibt’s nicht mehr?

Posted in antikapitalismus, kapitalismus kritik, politik, soziales with tags , , , , , , , , , on September 7, 2012 by stefon

Klassenkampf, also ein klarer Interessenkonflikt zwischen Menschen die für Lohn arbeiten und der Firma die sie anstellt, soll nicht mehr existieren. Wer diesen Interessenskonflikt leugnet, der freut sich natürlich über jede Betriebsansiedlung und neuen Arbeitsplatz. Hier ein Perspektivenpapier der SPÖ als ein Beispiel von vielen.

Steigende Lebensqualität, soziale Sicherheit und Vollbeschäftigung beruhen auf einer leistungsfähigen Volkswirtschaft. Daher besteht ein gemeinsames Interesse aller an der Leistungskraft und internationalen Wettbewerbsstärke der österreichischen Wirtschaft.

Das sieht aber nicht nur die SPÖ so, ganz natürlich kommen ähnliche Worte von Kleinunternehmern wie Matthias Kaiser (über Twitter):

Auch sich selbst als „volksnah“ und kritisch gebende Webseiten wie Schnittpunkt2012, geben so etwas von sich

Der Staat braucht eine funktionierende Wirtschaft. Was eine funktionierende Wirtschaft nicht braucht, ist eine extreme Bürokratie. Besonders für Unternehmensgründungen heisst es dies, viel, viel Geduld aufbringen und Nerven bewahren. Es hat den Anschein, als müsste die Bürokratie mit ihren Beamten und Gesetzen jede Unternehmnsgründung bekämpfen und bereits am Start verhindern.

Und wäre das nicht genug, leugnen auch Gewerkschaften den Konflikt zwischen Lohn und Profit. Und dabei existieren sie doch überhaupt nur aufgrund dieses Konflikts.

Unser Streik ist nicht ein Streik gegen die Lufthansa. Sondern für die Lufthansa. Für eine Lufthansa, wie wir – Sie als Passagier und wir als erfahrene Flugbegleiter – sie kennen und erhalten wollen.
[Gewerkschaft: Unabhängige Flugbegleiter Organisation]

Alle diese Aussagen teilen das eine: Profit und Lohn widersprechen sich nicht. Oder anders gesagt: Es gibt ein gemeinsames Interesse der Firma und der dort arbeitenden Menschen. Wie widersinnig dieser Glaube ist, lässt sich ganz einfach zeigen: Weiterlesen

Kritik der Lohnnebenkosten-Ideologie

Posted in kapitalismus kritik, politik, soziales with tags , , , , , , on Juni 22, 2011 by stefon

Vor ein paar Tagen habe ich bereits etwas zum Thema Lohnarbeit geschrieben. Passend dazu gibt es eine neue Seite http://lohnnebenkosten.net/

Wie bekannt sein dürfte, müssen Menschen, die nicht über genügend Vermögen verfügen, um andere für sich arbeiten zu lassen, auf dem Arbeitsmarkt ihre Arbeitskraft verscherbeln. D.h. sie müssen jemanden finden, der sie anstellt, damit sie dann für ihn arbeiten. Angestellt wird man dabei nicht aus Menschenfreundlichkeit; nein, der Unternehmer / die Unternehmerin erwartet sich da schon was davon. Nämlich, dass die ArbeiterInnen und Angestellten für ihn / sie Gewinn erwirtschaften.

Der Fokus liegt, wie überaschend, auf die Diskussion über Lohnnebenkosten. Fazit ist dabei

Wer für Lohnnebenkostensenkung plädiert, plädiert schlicht und einfach für eine Lohnsenkung. Und das kommt nur den Unternehmen zugute. Denn wenn diese keine Beiträge mehr zu Sozialversicherung und Co. zahlen, dann müssen die ArbeiterInnen und Angestellten privat für diese aufkommen. Und da ihr Lohn durch eine Lohnnebenkostensenkung ja nicht erhöht wird, bedeutet das eine weitere Verarmung der ArbeiterInnen und Angestellten. Denn diese müssen dann vom gleichen Lohn ganz alleine die Beiträge zu Sozialversicherung, Krankenversicherung und Pensionsversicherung zahlen!

Bei dem ganzen Gerede von den Lohnnebenkosten und ihrer Senkung handelt es sich um die Propagierung von weiteren Lohnsenkungen. Man sollte daher als lohnabhängiger Mensch nicht auf die die Lohnnebenkosten-Ideologie reinfallen!

Wer wissen will, wie dieses argumentiert wird, wirft einen Blick auf http://lohnnebenkosten.net/

Umverteilung falsch gedacht

Posted in antikapitalismus, kapitalismus kritik, politik, soziales with tags , , , , , , , , , on Juni 1, 2011 by stefon

ichbinsofrei.net nimmt einen DerStandard Artikel Österreich bei Millionärs­dichte an fünfter Stelle zum Anlass um die Debatten über Umverteilung etwas zu beleuchten.

Wenn von Umverteilung gesprochen wird, dann wird sehr oft von der Umverteilung zwischen Einkommen gesprochen.

Conclusio

Neben der Mehrwertsteuer ist die Lohnsteuer der größte Einnahmenposten der Republik. Die Umverteilung findet also zwischen den Lohnabhängigen statt, während die Vermögenden mit der extrem niedrigen Besteuerung unbehelligt bleiben. Kein Wunder, dass es in Österreich so viele Superreiche gibt und gleichzeitig so viele Working poor.

Meine Empfehlung: Das Blog-Posting ganz lesen