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Die schöne Welt des Konsums: Geplante Obsoleszenz – Erfindung oder normale Unternehmenspraxis?

Posted in antikapitalismus, kapitalismus kritik with tags , , , on April 5, 2016 by stefon

In der Welt des Konsums geht es bunt zu. Jedes Jahr neue Fernseher, neue Smartphones, Ikea-Möbel usw usf. Wer sich in den Supermärkten und Einkaufszentren umsieht, könnte fast in den Glauben verfallen, dass für die Bedürfnisse der Menschen produziert wird. Das kleine Wörtchen “fast” deutet es an, in diesem Blog(posting) soll behauptet werden: In dieser Gesellschaft wird nicht für die Bedürfnisse der Menschen produziert, nein, die Bedürfnisse der Menschen werden genutzt um aus Geld mehr Geld zu machen. Und dieser Unterschied, Produktion für den Profit oder für die Bedürfnisse der Menschen, hat in der Praxis gravierende Folgen. Wer sich intensiver mit dem Thema Konsum und dessen Rolle in dieser Wirtschaftsweise auseinandersetzen will, dem*der kann ein Text der Basisgruppe Gesellschaftskritik Salzburg [geskrit] empfohlen werden.

Der Drucker, der trotz halbvoller Tintenpatrone streikt, die Festplatte, welche eine Woche nach Ablauf der Garantie den Geist aufgibt oder auch der Akku im Handy, der nach zwei Jahren keine handvoll Stunden mehr durchhält. Wer kennt sie nicht diese Geschichten oder hat ähnliches nicht schon erlebt. Was einige als Pech bezeichnen, interpretieren andere als geplante Obsoleszenz.

Der Begriff geplante Obsoleszenz bezeichnet eine vom Hersteller nicht publizierte, aber geplante absichtliche Verringerung der Lebensdauer von Produkten.

Ein Artikel auf Heise.de setzt sich mit dem Thema auseinander.

Tröpfchenzähler in Druckern und billige Elkos in Fernsehern sind keine Beispiele für betrügerische Sollbruchstellen, sagen Forscher des Öko-Instituts. Doch ihre Studie trifft auch auf Kritik.

Es wird eine Studie des Öko-Instituts näher beleuchtet, deren Industriefreundlichkeit kritisiert und mit einer anderen Studie der Arbeiterkammer Wien gekontert. Ein interessantes Zitat des Ökonoms, welcher die AK Studie verfasst hat:

Das Problem liegt im Wechselspiel zwischen Industrie und Verbrauchern. Käufer sind oft misstrauisch hinsichtlich der Lebensdauer von Produkten, zum Beispiel weil sie von den Herstellern kaum Informationen darüber bekommen oder in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen gemacht haben. Deshalb ist die Bereitschaft gering, mehr für ein langlebiges Produkt auszugeben. Die geringe Nachfrage nach langlebigen Produkten bestärkt wiederum die Meinung der Produzenten, dass Konsumenten immer nur das Neueste verlangen. Das Ergebnis ist eine Abwärtsspirale der Erwartungen.

Der Kern der Aussage dieses Absatzes ist ganz einfach: Natürlich wollen Konsument*innen ein Produkt kaufen, welches lange hält und viel kann. Umgekehrt die Unternehmen, die wollen natürlich Waren verkaufen die billig zu produzieren sind. Ob in diesem Widerspruch Unternehmen dann „nur“ in Kauf nehmen, dass billige Komponenten schneller kaputt gehen oder sie sogar damit rechnen, lässt sich im Allgemeinen nicht beantworten und im Speziellen wohl auch nur schwer nachweisen.

Doch was für einen Schluss zieht der industriekritische Ökonom der AK Wien?

Ohne regulatorische Eingriffe wird es nicht gehen. Wirksam wären Minimal-Anforderungen an die Lebensdauer. Das geht besonders bei Produkten, deren Verschleiß nur wenig vom Nutzungsverhalten abhängt und wo die Zyklen des technischen Fortschritts relativ lang sind, also zum Beispiel bei Haushaltsgeräten. Bei anderen Produkten müsste man die Hersteller zumindest zur Angabe der Lebensdauer verpflichten.

Anstatt einzusehen, dass es in dieser Wirtschaftsweise eben nicht um die Bedürfnisse der Menschen geht – also um die Produktion von Gütern die lange halten und nützlich sind, wird der Staat um Hilfe angerufen den Widerspruch zwischen Konsument*innen und Unternehmen mit Gesetzen zu regeln. Wer aber einerseits sich eine „sinnvollere“ und „ökologische“ Wirtschaft wünscht, die Widersprüche die in dieser Gesellschaft vorhanden sind aber nicht anerkennen will, der*die wird sich nach jeder Gesetzesänderung verwundert die Augen reiben: Der Grund der Unternehmen sich so zu verhalten ist nicht aus der Welt, der Zwang des Profitmachens existiert weiterhin und daher werden diese Geschäftspraktiken weiterhin zu beobachten sein.

Die schöne Welt des Konsums: Die wunderschöne Cloud

Posted in antikapitalismus with tags , , , , on März 11, 2016 by stefon

In der Welt des Konsums geht es bunt zu. Jedes Jahr neue Fernseher, neue Smartphones, Ikea-Möbel usw usf. Wer sich in den Supermärkten und Einkaufszentren umsieht, könnte fast in den Glauben verfallen, dass für die Bedürfnisse der Menschen produziert wird. Das kleine Wörtchen „fast“ deutet es an, in diesem Blog(posting) soll behauptet werden: In dieser Gesellschaft wird nicht für die Bedürfnisse der Menschen produziert, nein, die Bedürfnisse der Menschen werden genutzt um aus Geld mehr Geld zu machen. Und dieser Unterschied, Produktion für den Profit oder für die Bedürfnisse der Menschen, hat in der Praxis gravierende Folgen. Wer sich intensiver mit dem Thema Konsum und dessen Rolle in dieser Wirtschaftsweise auseinandersetzen will, dem*der kann ein Text der Basisgruppe Gesellschaftskritik Salzburg [geskrit] empfohlen werden.

Jetzt soll es jedoch um ein konkretes Beispiel für solch eine Auswirkung gehen.

Bislang unterstüzen Samsungs Smart-TVs noch den Videotelefonie-Service von Microsoft. Ab dem zweiten Juni soll damit Schluss sein.

So lautet der Untertitel des heise.de Artikels Skype künftig nicht mehr auf Smart-TVs von Samsung. Anders gesagt: Menschen wollen sich einen Fernseher kaufen und entscheiden sich beispielweise genau für einen Fernseher mit Skype Support, da dies besonders interessant/nützlich für sie ist. Ihr Bedürfnis spielt in dieser Gesellschaft jedoch keine Rolle, ausser es kann Geld damit gemacht werden. Unternehmen richten sich nach ihren Berechnungen für den Profit.

Der Fall Skype zeigt einmal mehr, dass man sich bei geschlossenen Plattformen nicht auf die dauerhafte Verfügbarkeit aller angebotenen Dienste und Apps verlassen kann. So hatte Gibson unlängst die Smart-TV-Funktionen bei Blu-ray-Playern, Medienspielern und Home-Theatre-Systemen der von den Unternehmen in diesen Bereichen übernommenen Marke Philips abgeschaltet.

Wer so ein Verhalten eines Unternehmens für skandalös hält und schon mit Boykott Aktionen liebäugelt, sollte kurz innehalten und sich bewusst machen, dass deren Verhalten nicht eine Verletzung „unserer Werte“ oder auch nur „unfair“ ist. Konsument*innen kommen eben einfach nur als Mittel der Profitmaximierung vor.

Tip: Wer in „dem besten aller Systeme“ trotzdem versuchen will sich solche Überaschungen zu ersparen, der*die kann z.B. einen Blick auf kodi werfen.

Wasser sparen und Spenden für eine besser Welt

Posted in aktivismus, politik with tags , , , , on März 21, 2012 by stefon

Auch kleine Dinge können die Welt verändern wird gesagt. Und sei es nur dass genug Menschen Wasser sparen oder jeder und jede etwas vom hart ersparten Geld spendet. Wer jedoch genauer hinsieht wird erkennen,: Nicht nur dass diese Dinge oft keine Wirkung zeigen, sie machen die Welt sogar oftmals schlechter.

Dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BdEW) zufolge verbraucht die öffentliche Wasserversorgung lediglich 2,7 Prozent der 188 Milliarden Kubikmeter Wasser, die hierzulande zur Verfügung stehen. Das Wasser über Leitungen in trockenere Gegenden zu leiten, wäre extrem unwirtschaftlich. Und es wäre kein Trinkwasser mehr, bis es dort ankommt. Deshalb nützt das Sparen von Wasser in Deutschland zur Vermeidung von Konflikten im Sudan in etwa in dem Ausmaß, in dem hungernde Kinder in Afrika davon profitieren, dass deutsche ihren Teller leer essen.

Wird weniger Wasser verbraucht, steigt zudem der Grundwasserspiegel in Städten, was schwere Schäden an Gebäuden verursachen kann. In Berlin musste man deshalb sogar eine Grundwassersteuerungsverordnung erlassen und für viele Millionen Euro Regulierungsanlagen bauen, die den Grundwasserspiegel künstlich niedrig halten.

[Quelle: Telepolis: Das Märchen vom leer zu essenden Teller und den hungernden Kindern in Afrika]

Auch die kleine Spende jeden Monat und eine grössere zu Weihnachten hat oft Konsequenzen, die das Leben vieler Menschen nicht nur nicht besser, sondern schlechter macht. Im Buch Die Mitleidsindustrie von Linda Polman kann nachgelesen werden, wie Spenden Bürgerkriege verlängern und wie sie die Wirtschaft sogenannter 3. Welt Länder systematisch zerstören.

Damit soll natürlich nicht Apathie gepredigt werden. Nicht Depression aufgrund der „Schlechtigkeit der Welt“ sollte die Konsequenz sein, sondern die Analyse der Gründe für diese Zustände.

Vortrag: Fairtrade? Regional Einkaufen? Konsumverzicht? Nein danke!

Posted in antikapitalismus, politik with tags , , , , , , , , , , , on März 11, 2012 by stefon

Immer wieder mahnen gesellschaftskritische Menschen „besseren Konsum“ an. Sei es, dass sie zum Kauf von „Fair trade“-Waren aufrufen, sei es, dass es wieder einmal ein Unternehmen zu boykottieren gilt. Auch im Zusammenhang mit der zunehmenden Umweltverschmutzung ist das Konsumverhalten immer wieder Thema.

Wir wollen an diesem Abend die provokante These vertreten, dass diese Art der Konsumkritik eine gut gemeinte, aber nichtsdestotrotz grundfalsche Variante der allseits beliebten „Der Kunde ist König“-Ideologie ist.

Wann: Mittwoch, 14. März · 19:00
Wo: Sub Salzburg – Müllner Hauptstraße 11b, 5020 Salzburg

Quelle: Basisgruppe Gesellschaftskritik Salzburg

Konsum – Wir gehen wählen jeden Tag

Posted in antikapitalismus, kapitalismus kritik, politik with tags , , , , , , , , on August 11, 2010 by stefon

Das Therma Konsum und dessen Rolle im kapitalistischen System verfolgt mich nun seit längerem. Da dieses Thema sehr groß ist, versuche ich einzelne Aspekte nach und nach anzugehen.

Heute möchte ich über diese Annahme sprechen: Durch meinen täglichen Konsum, wähle ich zwischen Produkte. Konsum ist also etwas demokratisches.

Um diese Annahme genauer anzusehen, müssen wir uns zuerst mit dem Begriff der Wahl auseinandersetzen. Eine Wahl besitzt also eine besondere Eigenschaft

  • Jede Stimme ist gleich viel wert

Wahlen sind oft geheim, müssen es aber nicht sein. Es kann auch demokratische Abstimmungen geben die nicht geheim sind. Dieser Aspekt wird hier also nicht vernachlässigt.

In einer Abstimmung besitzt normalerweise JEDE Person GENAU eine Stimme. Beim Konsum ist das gerade nicht gegeben. Menschen haben unterschiedliche finanzielle Mittel. Also besitzen die einen mehr und die anderen wesentlich weniger Stimmen beim Konsum. Würde das Prinzip des Konsum auf eine Parlamentswahl angewendet werden, so würde dies also bedeuten dass reichere Menschen mehr Stimmen haben als andere. Also ganz und gar nicht demokratisch.

Mit diesem simplen Argument zeigt sich: Der Konsum ist also nicht demokratisch!

(Zum Thema „Wohlstands- und Überflussgesellschaft‘ – ‚Konsumterror – Konsumentenmacht‘:Konsum im Kapitalismus“ gibts einen empfehlenswerten Podcast)

Verbrauch an Erden

Posted in umwelt with tags , , , , , , on Januar 23, 2008 by stefon

Schon mal was vom ökologischen Fussabdruck gehört? Ich nehme an ja.
Es gibt auch einen der speziell für Österreich vom Lebensministerium erstellt wurde.

Ich habe den Test gemacht (er ist etwas spezifischer als andere) und habe ca. 10 min gebraucht.

Wenn ich die Fragen korrekt beantworte (ich besitze kein Auto/Führerschein und bin Vegetarier) so ist das Ergebnis dass ich 1,6 Erden verbrauche.
Oekologischer Fussabdruck normal
Interessant wird das Ganze wenn wir uns ansehen, wie sich der Test verhält wenn ich ein Auto hätte, nicht vegetarisch werde oder beides.

Ich mit Auto: Verbrauch von 1,9 Erden
Oekologischer Fussabdruck mit Auto

Ich als Fleisch und Fisch Esser: 1,8 Erden
Oekologischer Fussabdruck mit Auto
Und ich als Fleisch und Fisch Essender Autofahrer: 2,1 Erden
Oekologischer Fussabdruck mit Auto und nit veggy
Bin ja der Meinung dass es wohl schlimmer ist und wir/ich mehr Erden verbrauche. Da meine Annahme ist, dass das Lebensministerium eher konservativ rechnet.

Probiert mal selbst was bei euch rauskommt… Und hat jemensch noch gute Links auf andere solche Rechner?