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Breaking News: Kommunismus schuld am Klimawandel!

Posted in antikapitalismus, medien, politik with tags , , , , , , , on Dezember 21, 2011 by stefon

Viele von uns haben es „irgendwie gespürt“. Es war keine Gewissheit, doch bei jeder Meldung über den Klimawandel war es da. Das Gefühl: Der Kommunismus ist schuld am Klimawandel. Dieser Meinung ist Johann Ruzicka vom DerStandard im Kommentar vom 20.12.2011 mit dem Namen „EU-Emissionshandel: Falsch kalibriert“.

Aus dem Kommunismus weiß man, wie schnell eine Planwirtschaft danebenliegen kann; wie schnell Vorausberechnungen nicht stimmen können; und wie schnell es geht, dass die Notwendigkeiten des Marktes anders sind als die Vorausplanungen.

Das kennt doch jeder und jede: Da hat mensch den Kommunismus (sprich: den Kapitalismus abgeschafft). Es gibt Planwirtschaft und was passiert: Der Markt will es anders haben.

Kommunismus (vom lateinischcommunis ‚gemeinsam‘) bezeichnet politische Lehren und Bewegungen, die zuerst die Gütergemeinschaft zum Ziel haben, im weiteren Sinne die klassenlose Gesellschaft, in der das Privateigentum an Produktionsmitteln aufgehoben ist und die Produktion des gesellschaftlichen Lebens rational und gemeinschaftlich geplant und durchgeführt wird.
[wikipedia]

Da hätte ja ein ganz klitze kleiner Blick auf wikipedia gereicht um zu merken, der Zweck des Kommunismus scheint es nicht gerade zu sein, den Markt zu kontrollieren. Aber seis drum. Es geht ja weiter im Text.

Genau das ist mit dem EU-Emissionshandel für Treibhausgase passiert: Ein angeblich marktwirtschaftliches, in Wahrheit hochplanwirtschaftliches Instrument zeigt sich nicht adäquat für die Wirren des Marktes.

Die EU-Kommission merkt: Hoppla, wird haben einen zu grossen Treibhausgasausstoss. Anstatt diese jedoch mittels Gesetze einzuschränken oder sich die Grundlagen der Wirtschaft genauer anzusehen, geht die EU-Kommission einen anderen Weg. Sie schafft ein Angebot und Nachfragesystem um einen EU weiten Emissionshandel zu ermöglichen.

Kurz gesagt: ANSTATT zu planen und zu ändern, wird das marktwirtschaftliche Instrument von Angebot und Nachfrage genutzt. Da scheint also Johann Ruzicka vom Standard etwas GANZ falsch verstanden zu haben.

Der EU-Emissionshandel (European Union Emission Trading System, EU ETS) ist ein marktwirtschaftliches Instrument der EU-Klimapolitik mit dem Ziel, die Treibhausgasemissionen unter minimalen volkswirtschaftlichen Kosten zu senken. Der Emissionshandel ist eines der Mittel, mit denen die Europäische Union versucht, das im Kyoto-Protokoll festgelegte Klimaschutzziel einer Reduktion der Treibhausgasemissionen bis 2008-2012 um acht Prozent gegenüber dem Stand von 1990 zu erreichen
[wikipedia]

Jetzt könnte mensch schon fast sagen: Da stimmt ja gar nichts in dem Kommentar. Das wäre jedoch eine Unterstellung. Denn:

Planwirtschaft kann sie nicht gut, die EU-Kommission.

Und DA stimme ich zu. Planwirtschaft, das kann sie nicht gut die EU-Kommission.

Anmerkung: Es sagt doch schon etwas über den derStandard aus, wenn solch ein Kommentar prominent auf der letzten Seite zu finden ist. Entweder wird da bewusst Propaganda betrieben oder die Qualität des derStandards ist nicht mehr von der der Krone zu unterscheiden. Meinungen?

Das Letzte: Klimapolitik in Österreich

Posted in politik, umwelt with tags , , , , , , , on April 14, 2008 by stefon

Heimische Klimaschutzziele weit verfehlt – Milliarden-Strafen drohen
Ein Rechnungshofbericht als Zündstoff für den Klimagipfel der Regierung: Österreich stößt rund ein Drittel mehr CO2 aus als erlaubt – Tendenz weiter steigend

So liest sich DerStandard von heute. Österreich befindet sich im Einhalten der Kioto Ziele EU-weit an vorletzter Stelle. Weiters liegt der Co2 Ausstoss 32 Prozent über den erhofften Wert.

Da fragt sich mensch warum da nichts weitergeht. Ob es denn noch eine Chance gibt die Entwicklung umzudrehen. Und es fällt eine Meldung vom 4 April ein.

Studie zeigt: Grüne Absage an Öl, Kohle und Gas wäre technisch bis 2030 machbar

Ja mensch liest richtig. In einer Studie erstellt von der Österreichischem Gesellschaft für Umwelt und Technik (ÖGUT), ein von Wirtschafts-, Ministeriums- und Umweltschutzvertretern getragener Verein, wird dies festgehalten.
Nochmal: Öl, Kohle und Gas könnten bis 2030 abgelöst werden. Das ist keine Kleinigkeit.
Aber noch spannender die Kosten:

… die Kosten mit ein bis drei Milliarden Euro (je nach dem, welche Instrumente zu welcher Zeit eingesetzt werden) beziffert.

1 -3 Mrd. Euro? Nicht wenig Geld. Aber halt… Die Eurofighter kosteten 4 Mrd. Euro… Soll das etwas heissen dass der österreichischen Poltik die Unabhängigkeit von Kohle, Öl und Gas weniger Wert ist als die Eurofighter?

Grünen-Umweltsprecherin Ruperta Lichtenecker hat allerdings Zweifel, dass das mit dieser Bundesregierung angegangen wird – diese rede viel, setze aber nichts im Klimaschutz um.

Ein Skandal in meinen Augen. Und ich frage mich, warum die Grünen das nicht viel stärker bewerben. Das ist ja eine grosse Meldung… Findet ihr nicht?!

Quellen:
DerStandard – Das ist ein radikales Programm, ja
DerStandard Heimische Klimaschutzziele weit verfehlt – Milliarden-Strafen drohen