Archiv für kapitalismus

Tip: Regelmässige Diskussionsabende im Infoladen Salzburg

Posted in aktivismus, politik with tags , , , , , on November 11, 2016 by stefon

Wer gerne gemeinsam mit anderen Menschen nachdenkt und diskutiert, der*die sei der regelmässige (jeden dritten Dienstag im Monat um 19 Uhr) Diskoabend im Infoladen Salzburg wärmstens ans Herz gelegt. Organisiert werden diese Termine von der Basisgruppe Gesellschaftskritik Salzburg oder kurz geskrit. Schon am 15.11 wird über das Thema Kapitalismus und die Armen verschwinden? gesprochen.

Was ist nun dieser ominöse Diskoabend? Wir lesen gemeinsam nicht nur die beliebtesten Text der 70er und 80er Jahre, sondern auch aktuelle politische Thesen, Analysen oder auch ganz einfach Zeitungsartikel. Wir diskutieren gemeinsam und solidarisch und versuchen so die Welt ein Stück weit besser zu verstehen und so veränderbar zu machen. Kurz: Im Vordergrund steht diesmal weniger Party und Musik, sondern Grübeln und Diskutieren.

Lesetips zum Thema #brexit

Posted in antikapitalismus, kapitalismus kritik, politik with tags , , , , , , , , , on Juli 16, 2016 by stefon

#brexit

Über den #brexit wurde schon viel gesagt und Ihr habt bestimmt schon viel darüber gelesen: Wie schlimm der stärker werdende Nationalismus ist. Wie gut es ist, dass die Bevölkerung wieder mehr Kontrolle über ihr Land hat. Viele Argumente und Meinungen, welche die Brit*innen als undankbares selbstsüchtiges Volk sehen, viele Argumente und Meinungen, welche die Brit*innen als nun unabhängiges und freieres Volk sehen. Kurz gesagt: Positionen die pro #brexit und solche die contra #brexit sind.

Was aber all diese Positionen gemeinsam haben ist die Überlegungen, ob eine*r jetzt FÜR oder GEGEN den #brexit sein soll. Ob es Sinn macht sich diese Frage zu stellen, diese Überlegung wird selten gemacht.

In den folgenden drei Empfehlungen für (kurze) Texte zum Thema #brexit, sollen Argumente dafür fallen, dass die Positionierung für/gegen #brexit keine vernünftige und erstrebenswerte ist. Weiterlesen

Wahlen in Spanien: Außer Spesen nichts gewesen?

Posted in antikapitalismus, politik with tags , , , , , on Juli 9, 2016 by stefon

Die Neuwahl in Spanien wurde vor ein paar Tagen geschlagen und es sieht aus wie zuvor: Koalitionen lassen auf sich warten. Ein Blogposting auf „Der ganz normale Wahnsinn“ mit dem Titel „Die Ermächtigung der Herrschaft haut nicht mehr so richtig hin“ sieht sich die Sache etwas genauer an:

Die gesamte spanische Staatsräson ist im Zuge der Finanzkrise flöten gegangen. Die „Marca España“ zieht nicht mehr, die Verschuldung der öffentlichen Hand wächst ständig, der Staatshaushalt funktioniert nur aufgrund des Anleihen-Aufkaufprogramms der EZB und es ist – wie schon in Griechenland – ein Zeichen von gröberen Problemen, wenn der Tourismus als Rettungsanker bejubelt und steigende Nächtigungszahlen gemeldet werden, denen jedoch keineswegs steigende Einkünfte entsprechen.

Fazit dieser Analyse

Das alles zeigt nämlich, daß Wahlen ein bloßes Prozedere zur Ermächtigung der Herrschaft sind, deren Prinzipien jedoch nicht über Wahlen zustandekommen, sondern ihnen vorausgesetzt sein müssen. Wenn es da hapert, verkommt der Wahlzirkus zu einer bloßen kostspieligen Farce.
Die Kapitalakkumulation kommt nicht mehr wirklich voran und daher verunmöglicht sich ihre Förderung durch die gewählten Vertreter eines Staates.
Es ist allerdings eine undankbare Aufgabe für eine Regierung, sich zumKonkursverwalter einer Nationalökonomie degradieren zu lassen – wie es die Regierungen von Griechenland und Portugal bereits praktizieren (müssen).
Damit kann man im Wahlkampf keinen Blumentopf gewinnen und keine Regierung hinkriegen.

Griechenland verkauft Hafen Piräus an chinesische Reederei. Ein Skandal und ein Verrat am griechischen Volk?

Posted in antikapitalismus, politik with tags , , , , , on Juli 5, 2016 by stefon

Im Zuge der von der EU erzwungenen Privatisierungen in Griechenland wurde nun der Hafen von Piräus um 280 Mio. an eine chinesische Grossreederei verkauft.

Dies kann mensch nun als Skandal und als Verrat an der griechischen Bevölkerung sehen. Also diesen Gedanken hegen: Der griechische Hafen war zuerst in Staatshand – gehörte also den Griech*Innen – und wurde durch den Verkauf privatisiert – ihnen also geraubt.

Diesen Gedankengang will ich in diesem Blogeintrag ein wenig beleuchten und eine handvoll Einwände gegen diese Position vorbringen. Die Zitate sind Zusammenfassungen von Positionen, die ich hier kritisieren will.

Wenn der Hafen in öffentlicher Hand bleibt, dann generiert dieser Gewinn, der nicht einem privaten Unternehmen, sondern dem gesamten griechischen Volk zugute kommt.

In diesem Argument schwingt mit: Der Verkauf des Hafens mag zwar mehr oder weniger viel Geld auf einmal gebracht haben. Aber es wäre doch besser, wenn der griechische Staat den Hafen als längerfristige Einkommensquelle behalten hätte.

Ob dieser Hafen bisher überhaupt dem griechischen Staat direkt Einkünfte in Form von Gewinn gebracht hat, ist überhaupt nicht klar. Bei staatlicher Infrastruktur kommt es dem Staat auch gar nicht unbedingt auf den direkten Gewinn an. Universitäten, Schulen, Gefängnisse, Schienennetz und Autobahnen bringen zum Teil ganz sicher keinen Gewinn (Schulen, Unis) und zum Teil auch nur vielleicht (Autobahnen, Schienennetz). Der Zweck des Erhalts und der Errichtung solcher Infrastruktur ist es, der nationalen Wirtschaft eine Grundlage zum erfolgreichen agieren zu verschaffen.

Beispiel: Schulen erhält der Staat. Warum? Weil die Unternehmen diese Aufgabe nicht erfüllen, aber die Ausbildung der Leute brauchen. Aber: Wenn der Staat sieht, dass die Privatisierung solcher Infrastruktur Unternehmen die Möglichkeit gibt Profit zu machen, dann tut er das auch mal. Siehe Privatunis oder private Wasserunternehmen.

Kurzum: Die Privatisierung von Staatseigentum stoppt keinen Geldregen an den Staat den dieser für das Wohl seiner Bevölkerung ausgibt. Das ist nicht der Zweck von Staatseigentum eines kapitalistischen Staates. Weiterlesen

Die schöne Welt des Konsums: Geplante Obsoleszenz – Erfindung oder normale Unternehmenspraxis?

Posted in antikapitalismus, kapitalismus kritik with tags , , , on April 5, 2016 by stefon

In der Welt des Konsums geht es bunt zu. Jedes Jahr neue Fernseher, neue Smartphones, Ikea-Möbel usw usf. Wer sich in den Supermärkten und Einkaufszentren umsieht, könnte fast in den Glauben verfallen, dass für die Bedürfnisse der Menschen produziert wird. Das kleine Wörtchen “fast” deutet es an, in diesem Blog(posting) soll behauptet werden: In dieser Gesellschaft wird nicht für die Bedürfnisse der Menschen produziert, nein, die Bedürfnisse der Menschen werden genutzt um aus Geld mehr Geld zu machen. Und dieser Unterschied, Produktion für den Profit oder für die Bedürfnisse der Menschen, hat in der Praxis gravierende Folgen. Wer sich intensiver mit dem Thema Konsum und dessen Rolle in dieser Wirtschaftsweise auseinandersetzen will, dem*der kann ein Text der Basisgruppe Gesellschaftskritik Salzburg [geskrit] empfohlen werden.

Der Drucker, der trotz halbvoller Tintenpatrone streikt, die Festplatte, welche eine Woche nach Ablauf der Garantie den Geist aufgibt oder auch der Akku im Handy, der nach zwei Jahren keine handvoll Stunden mehr durchhält. Wer kennt sie nicht diese Geschichten oder hat ähnliches nicht schon erlebt. Was einige als Pech bezeichnen, interpretieren andere als geplante Obsoleszenz.

Der Begriff geplante Obsoleszenz bezeichnet eine vom Hersteller nicht publizierte, aber geplante absichtliche Verringerung der Lebensdauer von Produkten.

Ein Artikel auf Heise.de setzt sich mit dem Thema auseinander.

Tröpfchenzähler in Druckern und billige Elkos in Fernsehern sind keine Beispiele für betrügerische Sollbruchstellen, sagen Forscher des Öko-Instituts. Doch ihre Studie trifft auch auf Kritik.

Es wird eine Studie des Öko-Instituts näher beleuchtet, deren Industriefreundlichkeit kritisiert und mit einer anderen Studie der Arbeiterkammer Wien gekontert. Ein interessantes Zitat des Ökonoms, welcher die AK Studie verfasst hat:

Das Problem liegt im Wechselspiel zwischen Industrie und Verbrauchern. Käufer sind oft misstrauisch hinsichtlich der Lebensdauer von Produkten, zum Beispiel weil sie von den Herstellern kaum Informationen darüber bekommen oder in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen gemacht haben. Deshalb ist die Bereitschaft gering, mehr für ein langlebiges Produkt auszugeben. Die geringe Nachfrage nach langlebigen Produkten bestärkt wiederum die Meinung der Produzenten, dass Konsumenten immer nur das Neueste verlangen. Das Ergebnis ist eine Abwärtsspirale der Erwartungen.

Der Kern der Aussage dieses Absatzes ist ganz einfach: Natürlich wollen Konsument*innen ein Produkt kaufen, welches lange hält und viel kann. Umgekehrt die Unternehmen, die wollen natürlich Waren verkaufen die billig zu produzieren sind. Ob in diesem Widerspruch Unternehmen dann „nur“ in Kauf nehmen, dass billige Komponenten schneller kaputt gehen oder sie sogar damit rechnen, lässt sich im Allgemeinen nicht beantworten und im Speziellen wohl auch nur schwer nachweisen.

Doch was für einen Schluss zieht der industriekritische Ökonom der AK Wien?

Ohne regulatorische Eingriffe wird es nicht gehen. Wirksam wären Minimal-Anforderungen an die Lebensdauer. Das geht besonders bei Produkten, deren Verschleiß nur wenig vom Nutzungsverhalten abhängt und wo die Zyklen des technischen Fortschritts relativ lang sind, also zum Beispiel bei Haushaltsgeräten. Bei anderen Produkten müsste man die Hersteller zumindest zur Angabe der Lebensdauer verpflichten.

Anstatt einzusehen, dass es in dieser Wirtschaftsweise eben nicht um die Bedürfnisse der Menschen geht – also um die Produktion von Gütern die lange halten und nützlich sind, wird der Staat um Hilfe angerufen den Widerspruch zwischen Konsument*innen und Unternehmen mit Gesetzen zu regeln. Wer aber einerseits sich eine „sinnvollere“ und „ökologische“ Wirtschaft wünscht, die Widersprüche die in dieser Gesellschaft vorhanden sind aber nicht anerkennen will, der*die wird sich nach jeder Gesetzesänderung verwundert die Augen reiben: Der Grund der Unternehmen sich so zu verhalten ist nicht aus der Welt, der Zwang des Profitmachens existiert weiterhin und daher werden diese Geschäftspraktiken weiterhin zu beobachten sein.

Leben wir auf Kosten der dritten Welt?

Posted in antikapitalismus, politik, soziales with tags , , , on August 11, 2015 by stefon

Diese Frage treibt sich nicht erst seit gestern in den Köpfen vieler Menschen rum. Doch seitdem das Thema Asyl und Flüchtlinge wieder hochkocht, ist das Thema auch wieder aktueller. Auf Facebook beispielsweise, wurde dieses Bild geteilt.

Gysi über dritte Welt und unsere Verantwortung

Gysi über dritte Welt und unsere Verantwortung

Wir leben auf Kosten der dritten Welt und wundern uns, wenn das Elend anklopft. – Gregor Gysi

Eines kann nicht bestritten werden: Viele Menschen flüchten aufgrund kriegerischer Auseinandersetzungen und wirtschaftlicher Not aus den Staaten, in denen sie geboren sind und dessen Staatsbürger_innenschaft sie besitzen. Aber sind „wir“ schuld an deren Nöten? Die erste Frage die sich hier stellen sollte ist doch: Wer ist denn hier dieses „wir“?

Es ist genau dieses „wir“, welches in Medien und Politik verwendet wird. „Wir“ sind zu sehr verschuldet, „wir“ sind Papst, „wir“ sind Skiweltmeister_innen oder „wir“ haben gewählt. Kurz und gut: Die Menschen, welche einen gemeinsamen deutschen bzw. österreichischen Pass besitzen. Dieses „wir“ soll nun also schuld sein an den Nöten von Syrier_innen die vor Krieg fliehen oder von Somalier_innen, in deren Land wirtschaftlich alles vernichtet ist. Weiterlesen

Die Sache mit dem Oxi…

Posted in antikapitalismus, politik with tags , , , , on Juli 12, 2015 by stefon

Die griechische Bevölkerung hat also ein Zeichen gesetzt. In den Verhandlungen zwischen der griechischen Regierung und den EU-Institutionen hat Griechenlands Ministerpräsident Tsipras beschlossen, eine Volksabstimmung für oder gegen das von der EU geforderte Sparokprogramm durchzuführen: Die Bevölkerung hat abgestimmt und ein klares Oxi („Nein!“) war das Ergebnis.

Ein Grund also sich zu freuen? Ein Grund den Griech_innen zu gratulieren, zu ihrem selbstbewussten „Nein!“ zum Sparpaket? Wer sich solidarisch mit der griechischen Bevölkerung sieht und etwas gegen das materielle Elend hat, welches die Austeritätspolitik bewirkt, wird schnell sagen: Ein erster guter Schritt ist getan.

Ich will in diesem Blogposting etwas darauf eingehen, warum ich die große Freude über das „Oxi“ als unpassend und fehlerhaft sehe. Dabei gehen ich auf eine Reihe von Positionen ein, die mir gegenüber in Diskussionen bei dem Thema vertreten wurden. (Die hier veröffentlichten Zitate sind dabei zusammenfassender Natur und nicht direkt aus Diskussion entnommen)

Die Griech_innen haben die Alternativlosigkeit des Sparprogramms nicht geschluckt und sich für den Widerstand gegen das Sparen entschieden. Das „Oxi“ ist ein Denkzettel für EU und besonders Merkels Deutschland.

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