Archiv für hetze

Entsolidarität und Hetze: DerStandard vorne mit dabei…

Posted in medien, politik, soziales with tags , , , , , , , on Mai 10, 2012 by stefon

Über die Kommentare von Hans Rauscher im derStandard habe ich schon öfters gewettert. Heute ist es wieder Zeit. Denn im derStandard ist nach der Griechenland Wahl klar angesagt: Ja nicht zulassen dass sich ÖsterreicherInnen mit GriechInnen solidarisieren.

Gleich 3 mal durfte sich Rauscher in der letzten Woche auf der Seite 1 des derStandards über die Dummheit, der Verschlagenheit und Faulheit der GriechInnen beschweren.

Wenn die traditionellen Parteien ihren Kredit verspielt haben, dann kommen die extremistischen Gruppen. Manchmal von der extremen Linken, , im heutigen Europa eher von der extremen Rechten.
[… ]
Es seien Protestwähler, versichert man uns beschwichtigend, und sie meinten es gar nicht so. Das wird schon stimmen, zumindest für die Mehrzahl der Extrem-Wähler. Man sollte trotzdem meinen, dass sie in der Lage wären, zu erkennen, dass diese Parteien nichts besser, sondern alles schlechter machen würden.

Quelle: derStandard.at : Frustwählen

Ein Klassiker bei Rauscher: Wer sich (in seinen Augen) von der politischen Mitte verabschiedet ist „extrem“. Und „extreme“ Parteien sind alle gleich. Egal ob sie wie die FaschistInnen in Griechenland alle MigrantInnen aus dem Land werfen wollen (im besten Falle) oder ob sie wie die (sogenannte) radikale Linkspartei aus dem EURO austreten wollen. Ganz objektiv: Diese Parteien scheint ausser der Zuweisung „extrem“ nichts zu verbinden. Und doch werden sie gemeinsam genannt und die GriechInnen gescholten, dass sie gewählt wurden. Nicht weil Rauscher der Meinung ist dass der Austritt aus dem EURO schlecht wäre oder er Rassismus für ablehnungswürdig hält. Nein – die Inhalte werden bei ihm nicht besprochen. Es reicht die Zuweisung „extrem“. Und ganz am Schluss ist natürlich auch bei Rauscher klar: Demokratie schön und gut, aber klar ist auch, wenn die Menschen das „Falsche“ wählen, dann haben sie unrecht.

In Griechenland funktionieren die staatlichen Grundstrukturen irgendwie noch, wenn auch die sozialen Leistungen und der (überdimensionierte) Staatsapparat zurückgekürzt werden. Hellas ist aber wohl als Failing State einzuordnen, ein Land auf dem Weg in die Unregierbarkeit und Auflösung der Strukturen.
[…]
Die Griechen haben ihr Land am Wahlsonntag ein Stück weiter auf diesem Weg befördert, indem sie linksradikale und neonazistische Parteien stärkten. Aber Umkehr ist immer möglich. Die kommunistischen Staaten Mittel- und Osteuropas waren vor 20 Jahren praktisch Failed States: politisch und ökonomisch. Heute sind Polen, Tschechien, die Slowakei und Slowenien ziemliche Erfolgsgeschichten.

Quelle: derStandard.at : Failing State

Auch hier wieder: Griechenland hatte scheinbar einen zu großen Staatsapparat. So erklärt sich Rauscher die Welt. Dass es in einer kapitalistischen Weltwirtschaft in der Staaten um Erfolg konkurrieren VerliererInnen geben muss, dass erwähnt er natürlich nicht. Natürlich wird weiter gegen linke Parteien gehetzt: Ob links oder rechts. Ob für Sozialleistungen oder gegen MigrantInnen. Von den Inhalten will Rauscher nicht sprechen.

Wie sehr es ihm um das Wohl von Menschen geht, ist auch schnell ersichtlich. Bezeichnet er doch Polen, Tschechien, usw. als Erfolgsmodelle. Mögen sie auch im Vergleich zu anderen Ländern wirtschaftlich Erfolge feiern, den Menschen in diesen Ländern geht es nicht gut.

Alexis Tsipras macht sich keine Sorgen. Der jugendliche Führer des „Bündnisses der radikalen Linken“ (Syriza), das es bei den Wahlen in Griechenland mit 16,8 Prozent zur zweitstärksten Partei gebracht hat, will die Sparauflagen der EU sofort abschütteln, hat aber keine Angst vor den Folgen.
[…]
Das ist die klassische Mentalität „anderer Leute Geld“. Sie ist nicht nur auf Griechenland beschränkt und nicht unbedingt nur linkspopulistisch – auch die Rechtspopulisten sind gerne bereit, mit dem Geld anderer Leute die eigene Anhängerschaft oder „den kleinen Mann“ oder überhaupt „das Volk“ zu alimentieren.
[…]
Es ist aber genauso richtig, dass ein sehr beträchtlicher Teil der „normalen“ Griechen einen Wohlstand auf Kredit lebte.
[…]
Herrschaften wie Tsipras wollen das seelenruhig so weiter betreiben – mit dem Geld anderer Leute aus der EU. Und die Griechen haben sie gewählt.

Quelle: derStandard.at : Anderer Leute Geld

Auch hier will Rauscher den Menschen wieder in Erinnerung rufen: „Die GriechInnen sind und waren schon immer selbst schuld an ihrer Situation. Habt kein Mitleid, seht sie als Schmarotzer an, die unser Geld verprassen.“ Kleine Details entgehen Rauscher dabei wie immer natürlich. Beispielsweise: Das Geld das Griechenland aus den Rettungstöpfen der EU bekommt, geht sofort wieder zurück nach Mitteleuropa. Nämlich als Schuldenrückzahlung Griechenlands an deutsche, französische, spanische, .. Banken. Im Klartext: Wieder ein Rettungspaket für Banken, diesmal aber geschickter verpackt.

Von „Fehlern“ oder „Ungenauigkeiten“ bei der Recherche kann bei Rauscher nicht die Rede sein. Er und derStandard betreiben ganz klar Hetze und setzen sich ein für eine Entsolidarisierung.

P.S.: Wie zynisch die Welt ist, geht aus dem Artikel mit dem Titel „STANDARD-Chefredakteurin Föderl-Schmid erhält Vorhofer-Preis 2012“. Warum hat sie diesen gekriegt?

Föderl-Schmid setze sich in ihrer journalistischen Tätigkeit „in besonderer und vielfältiger Weise für eine offene demokratische Gesellschaft ein“.
[…]
Föderl-Schmid „ist unbeirrbar in ihrer kritischen Haltung gegenüber Mächtigen“, heißt es in der Jury-Begründung weiter.

Mensch sollte meinen, dass eine  Chefredakteurin etwas mit der Blattlinie zu tun hat, scheint nicht so zu sein…

DerStandard warnt: Sicherer Arbeitsplatz ist unsicherer Arbeitsplatz

Posted in kapitalismus kritik, medien, politik, soziales with tags , , , , , , , , on März 30, 2012 by stefon

Eric Frey, Redakteur des DerStandards schlägt wieder zu: Im Kommentar Feuerprobe für die Eurozone hetzt er gegen Gewerkschaften in Spanien und Italien. Der Kern seiner Aussage: Je restriktiver die Arbeitsmarktgesetze (sprich: Schutz vor Kündigungen, …) desto schlechter geht’s der Wirtschaft. Im Umkehrschluss: Nachdem nur die Wirtschaft Arbeitsplätze schaffen kann, muss alles getan werden damit es der Wirtschaft besser geht. Sprich: Arbeitsmarkt liberalisieren, also Kündigungsschutz und ähnliches aufheben.

Die Gewerkschaften in beiden Ländern laufen Sturm gegen die geplante Lockerung des Kündigungsschutzes, was angesichts der hohen Arbeitslosigkeit nicht überrascht. Aber dabei ist es gerade die katastrophale Lage am Arbeitsmarkt, die Reformpolitikern wie Mario Monti und Mariano Rajoy gar keine Wahl lässt, als das größte wirtschaftliche Tabu in ihren Gesellschaften frontal anzugreifen. Sosehr es viele nicht glauben wollen: Je besser Menschen mit festem Arbeitsplatz vor Kündigungen geschützt sind, desto geringer ist die Chance, dass andere je einen Job finden.

Natürlich nicht erwähnt wird zb: Je niedriger der Kündigungsschutz, desto niedriger die Löhne. Denn: Wer leichter entlassen werden kann, muss auch schlechtere Arbeitsbedingungen annehmen. Aber ein viel wichtigerer Punkt: Firmen stellen Menschen nur dann ein, wenn sich das für die Firmen lohnt. Nicht aus einer sozialen Ader heraus. Und klar ist: Wenn es der Wirtschaft in Spanien und Italien schlecht geht, also zb die Exporte in andere Länder zurückgehen, dann werden diese Firmen auch keine Menschen einstellen.

Wie so eine Arbeitsmarktreform in Spanien aussieht, zeigt ein Artikel im derStandard in der selben Ausgabe auf

Die Abfindungen für Entlassene werden auf etwas mehr als die Hälfte gesenkt. Künftig macht es keinen Unterschied mehr, ob ein Rausschmiss gerechtfertigt ist oder nicht. Dies stellte bisher ein Richter fest. Außerdem können Massenentlassungen bereits dann durchgeführt werden, wenn der Unternehmer für die nahe Zukunft Verluste befürchtet. Falls ein Betrieb drei Quartale lang rote Zahlen schreibt, können die Löhne einseitig gesenkt, die Arbeitszeit erhöht oder der Mitarbeiter in andere Landesteile versetzt werden. Wer damit nicht einverstanden ist, kann „sich selbst entlassen“, indem er die Abfindung kassiert und geht. Die Probezeit in kleineren Betrieben wird von drei Monaten auf ein Jahr erhöht. Für Menschen unter 30 sieht das Gesetz einen schlecht bezahlten, einjährigen Anlernvertrag vor.

Wer die Bezeichnung solch einer Reform als „Geschenk für die Lohnabhängigen“ (so wie Eric Frey das sieht) als zynisch empfindet, der sollte sich bewusst sein: Der Erfolg einer Firma, das Funktionieren einer nationalen Wirtschaft bewirkt nichts positives für Lohnabhängige. In den allermeisten Fällen (siehe auch Hartz IV in Deutschland), ist eine Verschlechterung der Situation der Lohnabhängigen eine VORAUSSETZUNG für das gute wirtschaftliche Abschneiden in der Konkurrenz.

ARD: Hetze gegen Griechenland auch im öffentlichen Fernsehen

Posted in medien, politik, rassismus, soziales with tags , , , , on Juli 29, 2011 by stefon

Die Hetze gegen Griechenland in den privaten Medien, besonders im Boulevard sind bekannt (GEGENARGUMENTE: Die Hetze der Bild-Zeitung gegen „die Griechen“). Jedoch scheinen verkürzte Lösungen, ausgelassene Informationen und bewusst tendenziöse und verhetzende Beiträge nun auch in den öffentlichen Medienanstalten angekommen zu sein. Als Beispiel sei die Serie „Fakt“ des ARD zu nennen.

In der Sendung vom 18.7.2011 geht es unter anderem um „455 Milliarden für die Euro-Rettung – aus Deutschland“. Dieses (geschnittene) Video zeigt, wieviel Hetze in einem Videobeitrag von gerade mal 3min Platz hat.

Im Beitrag wird ein schlafender Grieche gezeigt, im Hintergrund wird typische griechische Musik gespielt. Vermittelt wird Langsamkeit, Gemütlichkeit. Die Einspielung einer  Auseinandersetzung zwischen DemonstrantInnen und Polizei wird vom Sprecher kommentiert „viel zu viele von den Euros wurden schon verfrühstückt“. In gerade mal 30 Sekunden wird das Bild des faulen und wenig vorausschauenden Griechen gezeichnet (siehe auch die von Merkel widerlegte These von den härter arbeitenden Deutschen).

Als reichte das noch nicht, wird auch an das Nationalgefühl appelliert. „Die Rechnung zahlen andere, besonders wir Deutschen“. So schnell werden aus den verschiedenen Interessen und Lebenswelten von in Deutschland lebender Menschen „wir Deutsche“. Egal ob Arbeitslose, ManagerInnen, Millionenerben, „MittelständlerInnen“, Chefs, LohnarbeiterInnen – sie alle scheinen gleich stark unter den Zahlungen an Griechenland zu leiden. So zumindest will es uns der Videoclip vermitteln.

Der Hinweis auf das „Leben über den Verhältnissen“ darf da natürlich nicht fehlen. Manfred Kolke von der CDU fordert daher auch die Senkung des Lebensstandards von den GriechInnen. Und zwar um 25- 30 Prozent. Der Mann darf ernst genommen werden, schliesslich wird genau das in Deutschland seit Jahren vorgemacht (Vom Niedriglohn zum Niedrigstlohn).

Nicht angesprochen wird:

  • Wohin geht das Geld das Griechenland erhält? Nämlich zu einem grossen Teil an europäische Banken.
  • Wer haftet, wer zahlt? Zu einem grossen Teil die arbeitende Bevölkerung, Verkuste der Banken werden sozialisiert.
  • Warum Griechenland das Geld braucht? Z.b. weil die Konkurrenzfähigkeit Deutschlands in den letzten Jahren aufgrund niedriger/sinkender Löhne massiv gestiegen ist
  • usw usf

Rau mal wieder: Griechenland

Posted in medien, politik with tags , , , , , on Mai 14, 2011 by stefon

Beim „Einserkastl“ des derStandard schreibt Rau am 11.Mai

Der Grieche ist ja an sich faul und macht sich für unser Geld ein gutes Leben – schreien die österreichischen und die deutschen Krawallzeitungen. Das Mindeste wäre daher, schreibt jetzt allen Ernstes der neue Chefredakteur von Heute, dass die Griechen uns umsonst Urlaub machen lassen.

Das klingt ja nicht schlecht. Doch Vorsicht, wie so oft, folgt auch hier ein grosses grosses Aber

Wie bei fast jedem populistischen Blödsinn gibt es dabei Spurenelemente von Wahrheit. …
Griechenland ist aus historischen Gründen (500 Jahre osmanische Fremdherrschaft) ein Staat ohne viel Bürgersinn seiner Bewohner.

Das sich auch die Loyalität der Bevölkerung dem Land gegenüber in Grenzen hält, könnte ja auch vielleicht an der noch nicht so lange vergangenen rechten Militärdiktatur liegen.

Gut tut da der Artikel der Föderation der ArbeiterInnen-Syndikate

,,Wir bluten für die Pleitegriechen“ wettern Schundblätter wieder. Die ,,liberalen Qualitätszeitungen“ stehen dem um nichts nach, auch wenn sie um eine gesittetere Sprache bemüht sind. Es wird kritiklos über eine ,,Griechenlandhilfe“ gesprochen, welche vor allem die MitteleuropäerInnen bezahlen müssen. Da werden absurde Beschreibungen über einen angeblich ,,zu hohen Lebensstil der Griechen“ – alles auf ,,unsere“ Kosten – abgegeben. Die griechische Bevölkerung wird dargestellt, als wären sie allesamt Gauner und noch dazu undankbar.

Weiterlesen!

Rauscher: Hetzt oder ist unfähig

Posted in medien, politik, rassismus with tags , , , , , , , , , , on November 11, 2010 by stefon

Bekannt ist Hans Rauscher als Kolummnist beim Standard. Oft sind seine Kommentare im „Einserkastl“ zu lesen.

Nach dem Interview des türkischen Botschafters Tezcan mit der Presse, scheint Rauscher entweder das Interview nicht selbst gelesen oder sich bewusst entschieden zu haben zu hetzen. Anders lässt sich sein aktuelles Einserkastl nicht erklären.

Sehen wir uns die Aussagen Rauschers mal an

„Das ist eine andere Kultur, ein anderes Parfum, eine andere Folklore. Ihr müsst damit leben.“ Richtig – wenn es um wirkliche Folklore geht, um die Art des Festefeierns und so.
Wenn es zur „Folklore“ gehört, die Frauen zu Hause zu verstecken, die Mädchen mit 15 zwangszuverheiraten oder den Burschen beizubringen, dass türkischer Nationalismus und Machismus das Größte ist – dann kann/darf man nicht damit leben.

Da hat er natürlich recht. Aber hat Rauscher das Interview gar nicht gelesen? Der Botschafter sagte auch:

Presse: Aber Politiker müssen doch zum Beispiel das Recht haben zu sagen, dass sie keine Zwangsheiraten wollen …
Tezcan: Natürlich. Wir wollen auch nicht, dass unsere Töchter zwangsverheiratet werden.

Tezcan sagt also EXPLIZIT dass Zwangsheiraten nicht entschuldbar sind. Und noch ein Hinweis auf Rauschers Unfähigkeit Interviews zu lesen oder seine Lust am hetzen

Der Botschafter sagte auch: „Ihr müsst mit ihnen reden. Die Türken sind glücklich, sie wollen nichts von euch. Sie wollen nur nicht wie ein Virus behandelt werden.“ Stimmt. Aber das „Sie wollen nichts von euch“ ist oft leider nur zu wahr. Viele Nichtstaatsbürger, aber auch manche Staatsbürger wollen von der westlichen Gesellschaft buchstäblich nichts wissen. Und das kann nicht gut gehen.

Er unterstellt dem Botschafter also, es zu wünschen dass Kulturen nebeneinander leben sollten. Schauen wir mal was Tezcan im Interview sagte

Es geht um etwas anderes: um Toleranz. Jedes Jahr bekommen die Türken einen öffentlichen Ort, einen Park etwa, zugeteilt, um ihr Kermes-Fest zu feiern. Sie kochen, spielen, tanzen, zeigen ihre eigene Kultur. Die einzigen Österreicher, die Kermes besuchen, sind Politiker auf der Jagd nach Wählerstimmen.

Hie beklagt der Botschafter EXPLIZIT dass nebeneinander Leben.

Fazit: Entweder hat Rauscher das Interview nicht gelesen (Unfähigkeit) oder er hat bewusst einzelne Passagen des Interviews herausgenommen um zu hetzen. Egal was zutrifft: So gehts nicht!