Archiv für bildung

Bildung im Kapitalismus? Scheise! Was tun?

Posted in aktivismus, antikapitalismus, politik with tags , , , , on August 27, 2013 by stefon

In einer Diskussion um den Text der Basisgruppe Gesellschaftskritik [geskrit] Salzburg mit dem Titel „Bildung im Kapitalismus“ hat sich folgende simple Frage ergeben: Was tun? Oder anders formuliert: Was für praktische Handlungsweisen ergeben sich aus der Analyse, dass emanzipatorische Bildung (sprich: ein Bildungssystem in dem es um die Vermittlung von Wissen und nicht um Selektion und Konkurrenz geht) im Kapitalismus nicht möglich ist.

Eine einfache (verbreitete bzw. KapitalismuskritikerInnen oft vorgeworfene) Antwort wäre diese: „Na dann schaffen wir den Kapitalimus eben ab!“. Die (nicht unbedingt unberechtigte) Antwort ist: Wie soll das denn konkret aussehen?

Wer sich wirklich an den herrschenden Zuständen stört und im Kapitalismus den Grund für viele (natürlich alle) Probleme sieht, der sollte eben genau daran hinarbeiten ihn loszuwerden. Was ich jedoch wichtig finde: Die Trennung zwischen privaten Zurechtkommen im hier und jetzt und dem politischen Aktivismus.

Ob (jetzt mal konkret bezogen auf das Bildungssystem) ein mensch sich ganz aus Schule und Uni rausnimmt und versuchst subsistent über die Runden zu kommen, ob eineR sich dafür entscheidet von Mindestsicherung zu leben oder ob einE andereR die Uni abschliesst: Das alles sind keine Aktionen die den Kapitalismus stören. Sie sind ein persönliches Zurechtkommen in diesem System und für mich gleichwertig und legitim.

Zurück zum politischen Aktivismus: An erster Stelle sollte Pragmatismus und Realismus stehen. Es ist wohl nicht falsch anzunehmen, dass im Kampf für die Abschaffung des Kapitalismus es wenige MitstreiterInnen gibt. Daher: „Kapitalismus kapputtmachen“ steht in nächster Zeit nicht am Plan.  Dafür braucht es nämlich, wenn nicht eine Mehrheit der Bevölkerung, so doch eine große Anzahl von Menschen. Die Folge aus diesem Schluss: Es muss darum gehen Menschen von den Gründen ihrer Sorgen, Belastungen, Nöte und Schäden  zu überzeugen. Zu zeigen dass es nicht an AusländerInnen, den bösen Amis, dem Finanzkapital oder den faulen Studis liegt, dass Mieten hoch sind, Nahrung teurer wird und Arbeitsplätze knapp.

Solange eine vernünftigte antikapitalistische Kritik nicht verbreitet ist, sollte die Agitation (sprich: das Überzeugen der Menschen von den Argumenten) im Vordergrund stehen. Egal ob durch Arbeit in studentischen Gremien, im Gespräch mit ArbeitskollegInnen oder durch Organisieren von Workshops in der alternativen Szene.

Wer also sagt: „Den Kapitalismus angreifen, das geht doch nicht“ liegt falsch. Es gibt genug zu tun, tu was!

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Freie Bildung ist wie Verschwenden von Nahrung

Posted in antikapitalismus, politik with tags , , , on März 18, 2012 by stefon

… das könnte mensch als Quintessenz des Leserbriefs Studieren ohne Gebühren? von Klaus Schredelseker im derStandard verstehen. Sofort im Anfang seines Textes argumentiert er dies so

Oft heißt es, Bildung sei ein so hohes Gut, dass man sie nicht der kalten Logik reinen Wirtschaftlichkeitsdenkens überantworten dürfe. Natürlich ist Bildung ein sehr hohes Gut, aber noch wichtiger ist eine gesunde Ernährung. So wichtig sogar, dass niemand auf die Idee käme, Lebensmittel kostenlos anzubieten, denn jeder weiß, dass dies mit einer erheblichen Ressourcenvergeudung einherginge. Warum aber lassen wir Vergeudung im Bereich Bildung zu?

Es wäre jedoch zu billig hier nun zu sagen: Wer so einen Vergleich macht, der oder die disqualifiziert sich von selbst. Denn mit seiner Argumentation zeigt er zugleich einen Widerspruch bei vielen Unibrennt und Anti-Studiengebühren AktivistInnen auf. Diese fordern ja wirklich einerseits freie kostenlose Bildung für alle, an der Warenförmigkeit (sprich: der Notwendigkeit für die Ware zu zahlen) von Nahrung, haben sie selten etwas auszusetzen.

Dabei geht es mir nicht darum FÜR Studiengebühren zu plädieren. Wichtig ist mir aber auch zu sagen: Wer bei seiner Kritik an den gesellschaftlichen Verhältnissen Studiengebühren herauspickt und als Skandal präsentiert, die grundlegenden wirtschaftlichen Regeln (Profitzwang, Erpressung durch Privateigentum, Bedürfnisse ohne Kaufkraft zählen nichts, …) aber unbeachtet lässt, der agiert zynisch.

Denn genau die Argumentation die Bildung zu einem knappen Gut macht, erlaubt es dass Menschen ohne Geld vor vollen Supermärkten (ver)hungern. Wer eine Kritik an der Warenförmigkeit der Bildung hat, muss die Ware an sich (sprich: Produkte werden nur produziert, solange sie Profit versprechen) kritisieren.

Zu guter letzt möchte ich natürlich noch auf eine Frechheit hinweisen, die Karl Schredelseker in seinen ersten paar Sätzen verpackt hat.

denn jeder weiß, dass dies mit einer erheblichen Ressourcenvergeudung einherginge.

Mit dieser Aussage macht sich dieser Mann selbst lächerlich. Denn schon vor We feed the World und ganz sicher danach ist es klar, dass Nahrung in unserer Gesellschaft verschwendet wird. Gerade WEIL sie verkauft wird. Weil sie eben für den Profit produziert wird und NICHT für die Bedürfnisse der Menschen.

Verplante Unipolitik

Posted in politik with tags , , , , , , , , , , , on September 8, 2010 by stefon

Heute möchte ich mal nicht über die fehlende Finanzierung der Universitäten sprechen. Auch nicht über die zunehmende Verschulung und den wachsenden Einfluss der Wirtschaft. Und nein, auch die Entdemokratisierung ist mein Thema heute.

Es geht um Zugangsbeschränkungen. Diese sind von ÖVP Wissenschaftsministerin Karl als Mittel entworfen, Studierende von überlaufenen Studiengängen in „nützlichere“ bzw. „dringend“ benötigte Studienfächer zu treiben. So nach dem Motto: In Psychologie, Kommunikationswissenschaft, … führen wir Aufnahmeprüfungen ein. Also studierts doch lieber Informatik.

Voraus geschickt werden muss: Natürlich studieren viele Menschen Psychologie, Kommunikationswissenschaften und andere Studienfächer ohne genau zu wissen was sich hinter diesen Studiengängen verbirgt. Das ist natürlich ein Problem. Für dieses Problem gibt es jedoch Lösungen und auf diesem Gebiet arbeiten Ministerium und ÖH auch gut zusammen.

Jedoch sieht die Regierung trotzdem Bedarf an Zugangsbeschränkungen und Regelungen wer nun was studieren darf. Verteidigt wird dies damit, dass doch für die Zukunft geplant werden müsse. Dass doch recht klar ist, welche Studenten und Studentinnen in Zukunft gebraucht werden und gewisse Fächer daher bevorzugt und von anderen abgeschreckt werden muss.

Genau dieser Gedanke von Planbarkeit über eine längere Zeitspanne von um die 10 Jahre ist zu kritisieren.

So hat die damalige Unterrichtsministerin Elisabeth Gehrer (ÖVP) etwa 2001 in ihrem jährlichen „Brief an die Maturantinnen und Maturanten“ ausdrücklich Studien im IT-Bereich empfohlen und vor Lehramtsstudien gewarnt, weil es lange Wartezeiten von fünf bis acht Jahren gebe.
Zehn Jahre später hat sich diese Wartezeit verlagert. Heute warten nicht mehr die, die Lehrer werden wollen, sondern die, die Lehrer haben wollen.

Also selbst in einem Beschäftigungsbereich in dem mensch recht gut ausrechnen könnte, wieviele StudentInnen in Zukunft benötigt werden, funktioniert dieses Voraussehen in die Zukunft nicht. Der Erfolg der Abschreckung von LehramtsstudentInnen: Österreich gehen die LehrerInnen aus.

Nachdem eine zuverlässige Planung über mehrere Jahre hinweg nicht möglich ist, sollten SchülerInnen möglichst gut über ihre Studienmöglichkeiten informiert werden. Die Entscheidung ob sie studieren wollen und wenn ja, was genau, muss ihnen überlassen werden. Denn klar ist auch: StudentInnen die sich für das interessieren was sie studieren brauchen wir!

Wer aber Frieden will, der rede vom Krieg

Posted in politik with tags , , , , , , on November 3, 2008 by stefon
whywar.at

whywar.at

Kriege sind allgegenwärtig. Ob in den Nachrichten, in Filmen oder Videospielen: ständig werden wir mit Krieg und Bildern vom Krieg konfrontiert. Warum aber gibt es Krieg, was sind die Ursachen, Hintergründe und Folgen? Und was hat Krieg mit mir zu tun? WhyWar.at geht diesen und vielen anderen Fragen zum Thema auf den Grund.

Gestaltet und erstellt wurde diese Website vom Friedensbüro Salzburg. Die Website lebt allerdings und wird jährlich durch Projekte in Salzburger Schulen aktualisiert und erweitert.

whywar.at enthält interessante Videos, Rätsel und massig Informationen zum Thema Krieg in diesen Facetten: Krieg und Ich, Was ist Krieg?, Ursachen, Akteure, Folgen, Frieden machen, Handeln!

Bildung in Salzburg befreit!

Posted in aktivismus, kapitalismus kritik, termin with tags , , , , , on Oktober 23, 2008 by stefon

GRAS und KSV veranstalten am 30. und 31. Oktober 2008 die Tage der freien Bildung in Salzburg – mit Vorträgen, Workshops und Podiumsdiskussion

Veranstaltungsort: Gesellschaftswissenschaftliche Fakultät der Uni Salzburg (Rudolfskai 42)
Mehr Informationen, Zeitplan und Programm: www.freie-bildung-sbg.at.tf

Freie Bildungstage 08

Freie Bildungstage 08

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