Archive for the rassismus Category

Suffragette – Mit Wahlrecht zum schönen Leben?

Posted in antikapitalismus, politik, rassismus, sexismus, soziales with tags , , , , on August 20, 2016 by stefon

Vor nicht langer Zeit habe ich mir den Film Suffragette – Taten statt Worte angesehen.

Suffragette – Taten statt Worte (Originaltitel: Suffragette) ist ein britisches Drama der Regisseurin Sarah Gavron aus dem Jahr 2015. Der Film Suffragette thematisiert die Anfänge der Frauenbewegung in Großbritannien. [wikipedia]

Suffragette Filmplakat

Kurz zusammengefasst dreht sich der Film um eine (erfundene) Arbeiterin, welche mehr oder weniger zufällig in die politische Bewegung der Suffragetten gerät. In dem Zuge wird im Film dargestellt, wie der Kampf der Suffragetten gegen den repressiven englischen Staat verlief. Kritik gibt es an dieser Umsetzung an dem Fehlen jeglicher nicht-weißen Personen. Das Tragen von T-Shirts mit der Aufschrift I’d rather be a rebel than a slave wurde auch in dem Kontext kritisiert. Im Abspann dokumentiert der Film zu welchen Zeitpunkten welche Länder das Frauenwahlrecht eingeführt hatten – die U.S.A. wurde dort mit dem Jahr 1920 erwähnt. Pikant: Erst 1963 war es schwarzen Personen in den U.S.A. erlaubt zu wählen.

In diesem Blogartikel soll es jedoch um eine andere Kritik gehen. Dazu kurz eine detailliertere Beschreibung des Anfangs des Films: Es wird eine Wäscherei gezeigt, die harten Arbeitsbedingungen werden dokumentiert, sexuelle Übergriffe aufgezeigt und der niedrige Lohn, den Frauen für die Arbeit dort erhielten, erwähnt. All diese Bedingungen werden von einer Hauptfigur in einem mündlichen Bericht an einen Politiker übermittelt und so auch die Motivation für das Frauenwahlrecht dargelegt: Frauen müssen unter harten Bedingungen für wenig Lohn und zusätzlich sexuellen Übergriffen arbeiten – sie können diese Verhältnisse aber nicht ändern, sie besitzen ja kein Stimmrecht.

So nachvollziehbar diese Vorstellung – wer in der Demokratie eine Stimme hat, dem*r geht es besser – für politische Aktivistinnen in der Suffragettenbewegung gewesen sein mag, so falsch ist diese aber auch. Dies ist besonders den Filmemacherinnen vorzuwerfen. Denn diese leben in einer Welt mit einer Vielzahl von Ländern, welche das Frauenwahlrecht besitzen. In den allermeisten dieser Länder gibt es aber weiterhin diese dargestellten Arbeitsbedingungen, weiterhin Lohn, der fürs Überleben kaum reicht und zusätzlich Übergriffigkeiten. Weiterlesen

Mit Chancengleichheit zum schönen Leben? Leider nicht.

Posted in antikapitalismus, feminismus, politik, rassismus, sexismus, soziales with tags , , , , , on Juli 5, 2015 by stefon

Aus den Spielregeln von „Mensch ärgere dich nicht!“ :
Bist du über 50 Jahre alt, so musst du einmal aussetzen“ …. Fehlt dir ein Bildungsabschluss, so drehe eine Extrarunde. …. Besitzt du keinen österreichischen Pass, so fahre 5 Felder zurück. … Bist du eine Frau, darfst du maximal 5 Felder fahren... „

 Was würdet ihr zu den Regeln so eines Brettspieles sagen? Wahrscheinlich: „Unfair, ungerecht und diskriminierend.“ Warum sollten Menschen aus ärmeren Familien benachteiligt werden? Warum sollte es eine ältere Person schwerer haben als eine jüngere? Nicht zuletzt: Warum gibt es einen „Österreicher*innen“-Bonus?

Nein, so ein Brettspiel würde wohl keine*r gerne spielen. Und deshalb sehen die Spielregeln auch meist ganz anders aus: Alle haben die gleichen Chancen. Aber klar ist: Es gibt Verlierer*innen und Sieger*innen. Daran ändert auch die Chancengleichheit in den Regeln wenig. Die Konsequenzen einer Niederlage bei „Mensch ärgere dich nicht“ sind jedoch nicht sehr gravierend. Weiterlesen

Itzling, sicher und sauber? (2013 Edition)

Posted in aktivismus, politik, rassismus, soziales with tags , , , , , , , , , on November 17, 2013 by stefon

Um Sicherheit und Sauberkeit in Salzburg geht es bei der Veranstaltungsreihe von Bürgermeister-Stellvertreter Harry Preuner (ÖVP) gemeinsam mit der Polizei. Über die nächsten Monate hinweg finden diese sogenannten „Bürgergespräche“ in Salzburger Stadtteilen  statt (der nächste Termin: Am 27. 11. im Stiegl in Maxglan/Riedenburg). Dieser Bericht soll als Dokumentation des „Bürgergesprächs“ in Itzling dienen und Menschen motivieren, auch die folgenden Termine zu besuchen.

ÖVP Preuner für Bettelverbot

ÖVP Preuner für Bettelverbot

Pünktlich um 19 Uhr wurde im Kirchenwirt in Itzling gestartet. Anwesend waren dabei neben dem oben erwähnten Preuner die Gemeinderätin Claudia Schmidt (ÖVP), Stadtpolizeikommandant Manfred Lindenthaler, Christine Fuchs vom Magistrat Salzburg und zwei uniformierte Polizisten. Weiters natürlich das Publikum, ca. 35 eher ältere Personen beiderlei Geschlechts. Der Großteil der ungefähr 2 1/2 Stunden dauernden Veranstaltung drehte sich dabei um falsch positionierte Zebrastreifen, gefährliche Kreuzungen und allerlei anderen (in den Augen der BürgerIn) verkehrstechnischen Unsinn.

Während die zum Teil des sehr langen und etwas verwirrten Redebeiträge erheiternd wirkten, so ist doch mancher Ärger der anwesenden BürgerInnen nachvollziehbar. Wer sein oder ihr schwer erarbeitetes Geld in eine Wohnung oder ein Haus investiert und  Jahre später durch neu erbautes Gewerbe oder  der „rollenden Landstraße“ der ÖBB von Lärm belästigt wird, ärgert sich zurecht. Was jedoch zu kritisieren ist, ist das Politikverständnis dieser Menschen. Anstatt sich klar zu machen, dass es in dieser Gesellschaft nicht um die Bedürfnisse der Leute (in diesem Fall: angenehmes Wohnen), sondern um den Erfolg der heimischen Wirtschaft geht, werden Rechte eingefordert. Kurz gesagt: Es wird auf AnrainerInnen-Rechte gepocht. Als ob es in dieser Gesellschaft darum ginge. Anstatt also gegen die Politik diese Bedürfnisse durchzusetzen, wird an die Politik appelliert … und wird zumeist enttäuscht.

Doch neben diesen Diskussionen gab es natürlich noch ein anderes Thema: Die „Notdürftigen“, die „Bettlerbanden“ und „die Zigeuner“. Während der eine aus Angst um sein Eigentum BettlerInnen fotografieren und die Bilder an die Polizei schicken will, empören sich einige Menschen aus dem Publikum über das Fehlen eines allgemeinen Bettelverbots in Salzburg. Zwei Wortmeldungen, die natürlich unwidersprochen von Politik, Exekutive und Anwesenden vorgetragen wurden, verdeutlichen die antiziganistische Stimmung.

Eine Frau macht sich Sorgen um den Schwarzpark. Konkreter: Ob denn etwa die „Zigeuner“ wieder dort übernachten werden im Frühling. Nachdem die Exekutive und die Politik dies nicht mit Sicherheit ausschließen kann (das vorherige Mal wurden die Menschen von der Polizei aus dem Park vertrieben) meint die Frau „Dann werde ich halt eben wieder öfters dort spazieren gehen“. Die klare Aussage dabei ist natürlich: „Und wenn ich Zigeuner sehe, werde ich sofort die Polizei rufen“. Was sich weiter zeigt: Die Frau kann gar nicht gestört sein von den Menschen im Schwarzpark. Wäre sie das nämlich, müsste sie nicht extra dort Spaziergänge machen. Allein die mögliche Existenz der dort Campierenden scheint ihr ein Gräuel zu sein.

Ein anderer Herr erzählt von seiner letzten Rumänienreise und kündigt eine „erhellende Geschichte an“ . Der rumänische Busfahrer mit dem er unterwegs war, erzählte von den „Zigeunerbaronen“ die in Rumänien Schlösser bauen. Diese Schlösser würden finanziert durch ihm untergebene „Bettlerbanden“ in Österreich. Wer sich die meisten Türmchen leisten kann, hat auch die meisten „Bettlerbanden“ unter seiner Kontrolle. Nach der Geschichte  kann sich wiederum eine andere Frau am Tisch ein „Sehr interessant, sehr interessant“ nicht verkneifen. Widerspruch: Keiner.

Dabei zeigt gerade eine aktuelle Studie (nicht nur in Salzburg, sondern auch in Graz) was von sogenannten „organisierten Bettlerbanden“ zu halten ist.

Der Vorwurf der kriminellen Organisation, wonach es eben keine individuelle oder familialeStrategie wäre, sich und die eigene Familie / Nachbarschaft mit dem Mittel der Notreise indie Lage zu versetzen, das Elend in der Herkunftsregion zumindest ansatzweise zu lindern(von Armutsbewältigung kann in diesem Zusammenhang sicherlich nicht geredet werden!)geht vor dem Hintergrund der vorliegenden Organisationsmuster einfach ins Leere. Zumeisthandelt es sich bei den diversen Reisearrangements um individuelle Notlösungen, die imKontext von Nachbarschaftshilfe etwas erleichtert werden, oder um familiäre Netzwerke, dieden organisatorischen Hintergrund der Notreisen bilden.

Die auch strafrechtlich relevante Feststellung, wonach organisierte Bettelreisen letztlich eineForm von Menschenhandel darstellen würden, denen eine mafia-ähnliche Organisations-struktur zugrunde liegt, konnte ebenfalls in keinem einzigen Fall verifiziert werden.

Die Behauptung, wonach hinter den BettlerInnen im innerstädtischen Raum mehrereGeldeintreiber sitzen und darauf warten, bis genügend Geld in der Bettelschale angehäuftwäre, so dass sich eine systematische Abschöpfung bei BettlerInnen lohnen könnte, istebenfalls empirisch nicht nachweisbar. Die Ergebnisse dieser Erhebung belegen stattdessen,dass Notreisen zum Betteln und/oder Gelegenheitsarbeit eine zeitraubende und höchstanstrengende Form des Zuverdiensts darstellen, die zudem mit dem großen Risiko belastetsind, dass am Ende des Tages kaum genügend Geld lukriert werden konnte, um sich ein gutesEssen, geschweige denn eine adäquate Unterkunft leisten zu können.
Details als PDF: Notreisende und Bettel- MigrantInnen in Salzburg

Warum sich Lohnabhängige nicht nur nicht als GegnerInnen von BettlerInnen sehen sollten, sondern als Verbündete, lässt sich auf dem Blog der Proletin lesen.

Was man da als Bettelnde vor sich hat, sind nicht GegnerInnen, die einem schaden, sondern die proletarischen Brüder und Schwestern, über die das Kapital das Urteil, das jederzeit über einen selber gefällt werden kann, schon gefällt hat: dass man für seinen Zweck, die Vermehrung von Geld, nichts taugt. Man hetzt, wenn man gegen Bettelnde hetzt, in Wahrheit gegen seinesgleichen. Und übermorgen steht man vielleicht selber an der Ecke oder geht Pfandflaschen sammeln. Wenn das mal kein Grund ist, gemeinsam gegen die kapitalistische Armut anzustinken …

Nazis die bei Occupy Salzburg mitarbeiten? Warum denn nicht?

Posted in aktivismus, politik, rassismus with tags , , , , , on Oktober 25, 2011 by stefon

Über Occupy Salzburg habe ich auf meinem Blog bereits berichtet (Demo Ankündigung, Versuch zu klären was Occupy Salzburg sein könnte).

Dieses Mal geht es jedoch darum, warum es mir nicht möglich ist an Occupy Salzburg in der derzeitigen Form mitzuarbeiten. Voraus möchte ich schicken: In diesem Blogposting geht es nicht um die Inhalte des Zeitgeist Movements. Sich mit diesen auseinanderszusetzen macht sicher Sinn (wie bei jeder Bewegung). In diesem Blogposting geht es um Positionen von Menschen die jedoch beim Zeitgeist Movement Salzburg aktiv sind.

Die Gründung einer neuer politische Gruppe/Bewegung/Plattform ist immer eine schwierige Sache. Besondes wenn sie sich aus einer Gruppe von Menschen mit unterschiedlichen Positionen, politischen Erfahrungen, etc ist. Während so einer Gründung/Etablierung finden natürlich Diskussionen zu vielerlei Dingen statt.

Heftig diskutiert wird und wurde in Occupy Salzburg die Frage: Wer darf mitmachen? Gemeint ist: Gibt es Menschen die von der Organisationgruppe ausgeschlossen werden dürfen? Ist jede inhaltliche Stellungnahme auf der Facebook Gruppe Occupy Salzburg bzw. auf Demos erwünscht und erlaubt?

Klar sollte eigentlich sein: Mit Nazis wird nicht zusammengearbeitet. Auch sollte die Frage „Dürfen sich FPÖlerInnen im Organisationteam engagieren bzw. ihre Inhalte auf Demos verbreiten?“ einfach zu beantworten sein. Schwierig wird es natürlich bei sehr religiösen Menschen, Menschen aus anderen Parteien, …

Welche Inhalte in Occupy Salzburg Platz haben dürfen und welche nicht, ist nicht leicht zu beantworten. So eine Grenze zu ziehen ist immer eine Sache der Diskussion und des Kompromisses. Jedoch gibt es bei Occupy Salzburg Menschen (namentlich Jakob O. und Tom S.) die sich nicht entscheiden können ob es so eine Grenze geben soll. bzw. ob zum Beispiel nicht auch Nazis das recht haben sollten mitzuarbeiten. Dies möchte ich mit ein paar Zitaten (aus einer längeren Facebook Diskussion) belegen

wenn mir ein totaler skinhead-neonazi mit hakenkreuz-tattoos hilft, schilder für eine demo zu basteln, auf denen sprüche stehen die zur 99%-bewegung passen, dann finde ich das super. weil erstens hat er damit dann etwas hilfreiches für die bewegung getan, zweitens hat diese arbeit vielleicht sein denken positiv beeinflusst, und drittens hat er in dieser zeit wenigstens keine ausländer verprügelt. (tom s.)

fände schade wenn man sich auf eine grenze einigen muss um andere auszugrenzen 😦 (Jakob O.)

wieso? wieso darf sich ein FPÖ/NPD-ler nicht an der organisation beteiligen, solange er auch dabei sein VERHALTEN von rechtsradikalen dingen sauber hält? (tom S.)

Noch klarer wird es, wenn ich folgende Frage stelle

ok also anders: wenn ne person mit nem tshirt in der gruppe oben ist auf dem steht „juden vergasen“. die person aber sonst brav mitarbeitet und diskutiert, dann passt das für dich und die person wird nicht rausgeschmissen?

„Antworten“ die ich darauf bekam (von Jakob O.)

Ich grenze keine MENSCHEN AUS ! ich grenze deren ideologien aus.. ist das verständlich ?

guter punkt …anders gefragt was ist den wenn der Moslem ein tshirt hat wo drauf steht.. es gibt nur einengott und das ist Allah.. !?

Nein guter punkt heist das das eine sehr schwierge frage ist 🙂 ( oder findest du die kann man beim doofen NAZI ja einfach regel und beim Fantaischen Moslem .. na ja da kann mans ja einfach mal übersehen !? )

so habe ich das aber nicht gesagt… eigentlich habe ich garnichts gesagt… ich habe sogar dir eine gegen frage gestellt … die du nicht beantwortest hast..

nö… “ kein will ich nicht sagen “ sonder ich wollte dir anhand eines beispiels eben aufzeigen.. das verschiede leute verschiede grenzen haben.. und es sehr schwer ist sich auf welche zu einigen… oder siehst du das anders… !?

(und so weiter und sofort)

Es zeigt sich: Es gibt keine klare Abgrenzung von rechten Denken – noch nicht mal von Menschen mit nationalsozialistischer Gesinnung. Ging es nach diesen zwei Personen, dürften in der Occupy Salzburg Gruppe Nazis mitarbeiten. Selbst wenn diese „Juden vergasen“ T-Shirts tragen bzw. diese Position auch verbal vertreten würden, wäre nicht klar ob das reichen würde, sie aus der Gruppe zu entfernen.

Mit solchen Personen ist eine Zusammenarbeit schlicht unmöglich. Und eine Gruppe wie Zeitgeist Movement Salzburg, sollte sich die Frage gefallen lassen, wie es sein kann dass solche Menschen dort aktiv sind. Tom S. ist beispielsweise nicht nur ein „kleiner“ Zeitgeist Movement Aktivist in Salzburg sondern im ganzen deutschsprachigen Raum aktiv.

Anmerkung: Wer sich selbst ein Bild über die Diskussion machen und sichergehen will dass ich keine Zitate aus dem Kontext gerissen habe, kann sich entweder die Diskussion direkt auf Facebook durchlesen oder die von mir durch Screenshots dokumentierte Diskussion runterladen.

Ein Mensch, eine Belastung für den Staatssäckel

Posted in antikapitalismus, politik, rassismus, soziales with tags , , , on September 12, 2011 by stefon

 Eine überwiegende Belastung für den Staatssäckel.

Das ist ein Teil der Begründung für einen negativen Asylbescheid in Österreich.

Der Beschwerdeführer scheint sich gerade in der jüngeren Zeit vor lauter Integrationsversuchen zu überschlagen. So konnte die SPÖ ihn jüngst als neuen ‚Genossen‘ (Anm.: auch im Original unter Anführungszeichen und kursiv) – so das freudige Schreiben der Partei – begrüßen. Ob diese Freude allerdings nicht eine kleine Trübung in Bälde erfahren wird – weil sich der Gambier zur Bezahlung des Mitgliedbeitrags per Einziehungsauftrag entschieden, aber kein Geld habe – bleibt abzuwarten.

[Quelle: derStandard.at : Was „unterm Strich“ vom Gambier blieb]

Die Institution, welche regelmässig über Tod und Leben von Menschen, also deren Asylbescheid entscheidet, zieht das Leben jener Menschen in den Dreck und macht sich darüber lustig. Wie üblich der Hinweis: Das ist EIN Fall von vielen vielen mehr die unentdeckt bleiben, da weniger spektakulär.

Bleiben wir jedoch bei dem Argument Eine überwiegende Belastung für den Staatssäckel. DIe ökonomische Verwertbarkeit eines Menschen entscheidet hier ganz klar über seine sichere oder unsichere Zukunft. Bevor jetzt aber über diese krasse Ungerechtigkeit gewettert wird. Bevor aufgrund dieser Aussage der Richter verteufelt wird: Ja, natürlich ist es unmenschlich. Aber das Argument der ökonomischen Verwertbarkeit ist Normalität in unserer Gesellschaft.

Es entscheidet darüber

  • was ich studieren darf
  • wo ich wohnen darf
  • ob ich arbeiten gehen muss und wenn ja, wie sehr ich dort erpressbar bin
  • wie alt ich werde
  • wie gesund ich bin
  • welchen Status ich in der Gesellschaft habe

Wenn unsere Gesellschaft also auf ökonomische Verwertbarkeit von Menschen, auf Profit aufgebaut ist, warum sollte der Staat dann gerade AsylwerberInnen anders behandeln? Warum gerade diese Menschen aus der Logik herausnehmen die unser tägliches Leben bestimmt?

Darum macht es Sinn sich mit dem Funktionieren unserer Wirtschaft, ihrer Grundlagen und Regeln auseinanderzusetzen. Wer Lust darauf hat, kann meine (kurze, hoffentlich motivierende) Einleitung zu dem Thema online lesen.

Abschieben, Verdrängen, Einsparen

Posted in politik, rassismus with tags , , , , , , on September 2, 2011 by stefon

So kann mensch den Umgang der österreichischen Politik mit dem Thema Migration zusammenfassen.

Abschieben!“ ist das erste, was Menschen die nach Österreich fliehen hören. Abschieben wenns geht sofort. Und wenn nicht sofort, dann zumindest einsperren bis die Abschiebung möglich ist.

Konkret werden zehn und mehr Asylsuchende täglich kurz nach ihrer Ankunft – kaum ist ihr Zulassungsverfahren zu Ende – im Lager selbst vor einen Bundesasylamtsreferenten geladen. Der entscheidet nur aufgrund der Anhörung allein, also ohne weitere Erkundungen, über den Asylantrag – überwiegend negativ.
[DerStandard: Unter Lebensgefahr geflohen, eilig vors Asylgericht gestellt]

Der Umstand, dass MigrantInnen die Reise nach Österreich auch unter Lebensgefahr unternehmen, scheint kein Thema zu sein. Über Gründe von Migration wird nicht diskutiert.

Zu siebzigst lassen sie sich in den Laderaum von Kastenwagen pferchen, ohne Essen und Wasser; auf tagelangen Fahrten gibt es keine Pinkelpausen. Oder sie pressen sich in sargähnliche Vertiefungen unter die Bodenplatten eines Reisebusses, mit nichts außer Wasser in einem verschweißten Plastiksack, den sie, wenn sie Durst bekommen, aufbeißen müssen.

„Die meisten Asylsuchenden, die es bis nach Österreich schaffen, werden unter schlimmen Bedingungen geschleppt. Man muss davon ausgehen, dass eine Flucht ins reiche Europa auf dem Landweg mangels Alternativen so abläuft“, sagt Ruth Schöffl, Sprecherin des UN-Flüchtlingshochkommissariats UNHCR in Österreich.

Verdrängen wir die Not der Flüchtenden“ ist der Ruf der Politik an die Bevölkerung. Ignorieren wir die Gründe der Migration und unterlassen wir eine Diskussion über mögliche Verantwortung der westlichen Staaten.

Passend dazu wird eingespart

Durch die Einsparungen Österreichs bei der Entwicklungszusammenarbeit (EZA) ist das Land im internationalen Vergleich zurückgefallen. … Österreich entfernt sich somit weiter von dem gemeinsamen Ziel der UNO-Staaten, rund 0,7 Prozent des BIP für EZA auszugeben.
[derStandard: Österreich fällt bei Entwicklungshilfe international zurück]

Und dabei fällt davon nur 21% unter „richtige“ Entwicklungshilfe. Der Grossteil der „Entwicklungshilfe“ fällt auf Entschuldung, Betreuung von AsylwerberInnen, …

Von Entwicklungshilfe kann mensch halten was er/sie will. (Am besten eine kritische bis ablehnende Haltung). Aber klar ist auch: Verschärfte Asylpolitik und gleichzeitiges Kürzen in der Entwicklungszusammenarbeit zeigt was dem Staat Österreich (und jeden anderen auch) NICHT am Herzen liegt: Das Leben der Menschen und deren Bedürfnisse.

ÖVP-Bauernbund lädt Sarrazin nach Graz ein

Posted in politik, rassismus with tags , , , , , , , , , , on August 8, 2011 by stefon

Als gäbe es nicht genug VertreterInnen rassistischer Theorien in Österreich: Thilo Sarrazin wird vom ÖVP-Bauernbund nach Graz eingeladen (Sarrazins Buchpräsentation, Sarrazin Zitate).

So zeigt sich wieder was von der „Mitte“ der Gesellschaft zu halten ist. Nämlich das Anbiedern an rechtes Denken. Was sich von der FPÖ unterscheidet ist nicht der Inhalt, sondern maximal der Ton.

Wobei natürlich: Auch die FPÖ ist „Mitte der Gesellschaft“. Stellt sie doch den dritten Nationalratspräsidenten Martin Graf. Dieser nimmt unseren allseits beliebten Parlamentarier Königshofer unter Schutz und will nichts von einem sicheren Ausschluss aus der FPÖ wissen (mehr über Königshofers Aktivitäten).

Achja, als Gustoschmankerl ganz am Schluss: Mann mit Anti-Scheuch-Shirt auf Kirchtag verhaftet