Bildung im Kapitalismus? Scheise! Was tun?


In einer Diskussion um den Text der Basisgruppe Gesellschaftskritik [geskrit] Salzburg mit dem Titel „Bildung im Kapitalismus“ hat sich folgende simple Frage ergeben: Was tun? Oder anders formuliert: Was für praktische Handlungsweisen ergeben sich aus der Analyse, dass emanzipatorische Bildung (sprich: ein Bildungssystem in dem es um die Vermittlung von Wissen und nicht um Selektion und Konkurrenz geht) im Kapitalismus nicht möglich ist.

Eine einfache (verbreitete bzw. KapitalismuskritikerInnen oft vorgeworfene) Antwort wäre diese: „Na dann schaffen wir den Kapitalimus eben ab!“. Die (nicht unbedingt unberechtigte) Antwort ist: Wie soll das denn konkret aussehen?

Wer sich wirklich an den herrschenden Zuständen stört und im Kapitalismus den Grund für viele (natürlich alle) Probleme sieht, der sollte eben genau daran hinarbeiten ihn loszuwerden. Was ich jedoch wichtig finde: Die Trennung zwischen privaten Zurechtkommen im hier und jetzt und dem politischen Aktivismus.

Ob (jetzt mal konkret bezogen auf das Bildungssystem) ein mensch sich ganz aus Schule und Uni rausnimmt und versuchst subsistent über die Runden zu kommen, ob eineR sich dafür entscheidet von Mindestsicherung zu leben oder ob einE andereR die Uni abschliesst: Das alles sind keine Aktionen die den Kapitalismus stören. Sie sind ein persönliches Zurechtkommen in diesem System und für mich gleichwertig und legitim.

Zurück zum politischen Aktivismus: An erster Stelle sollte Pragmatismus und Realismus stehen. Es ist wohl nicht falsch anzunehmen, dass im Kampf für die Abschaffung des Kapitalismus es wenige MitstreiterInnen gibt. Daher: „Kapitalismus kapputtmachen“ steht in nächster Zeit nicht am Plan.  Dafür braucht es nämlich, wenn nicht eine Mehrheit der Bevölkerung, so doch eine große Anzahl von Menschen. Die Folge aus diesem Schluss: Es muss darum gehen Menschen von den Gründen ihrer Sorgen, Belastungen, Nöte und Schäden  zu überzeugen. Zu zeigen dass es nicht an AusländerInnen, den bösen Amis, dem Finanzkapital oder den faulen Studis liegt, dass Mieten hoch sind, Nahrung teurer wird und Arbeitsplätze knapp.

Solange eine vernünftigte antikapitalistische Kritik nicht verbreitet ist, sollte die Agitation (sprich: das Überzeugen der Menschen von den Argumenten) im Vordergrund stehen. Egal ob durch Arbeit in studentischen Gremien, im Gespräch mit ArbeitskollegInnen oder durch Organisieren von Workshops in der alternativen Szene.

Wer also sagt: „Den Kapitalismus angreifen, das geht doch nicht“ liegt falsch. Es gibt genug zu tun, tu was!

Advertisements

2 Antworten to “Bildung im Kapitalismus? Scheise! Was tun?”

  1. „…An erster Stelle sollte Pragmatismus und Realismus…“
    Sicher ist Ihnen entgangen, dass es sich hierbei um zwei entgegengesetzte philosophische Entitäten handelt.
    Wenn Ihnen die Realität gefällt, warum entstellen Sie die Wahrheit, indem Sie diese Mischwirtschaft (die ich auch verachte!) als Kapitalismus darstellen?
    Der Artikel ist ein Gulasch ideologischer Polemik. Und Ihre Bemühungen um die gendergerechte Grammatik („einE andereR“) wirkt anbiederisch und lächerlich.

    • Hallo alphachamber. EIn zwei Sachen vorausgeschickt:
      * Einerseits freut es mich dass du regelmässig meine Posts liest
      * Andererseits ist der Stil der Postings beleidigend, da bitte um etwas angenehmere Umgangstöne

      Zum Inhalt:

      Sicher ist Ihnen entgangen, dass es sich hierbei um zwei entgegengesetzte philosophische Entitäten handelt.
      Bitte um Erklärung

      Wenn Ihnen die Realität gefällt, warum entstellen Sie die Wahrheit, indem Sie diese Mischwirtschaft (die ich auch verachte!) als Kapitalismus darstellen?
      Sagen sie doch mal warum es KEIN Kapitalismus ist. Ausserdem: In dem Posting geht es darum was zu tun ist, wenn mensch die Kritik des Textes der Gruppe geskrit teilt. Wenn sie den Text kritisieren, bitte ich um Details.

      Der Artikel ist ein Gulasch ideologischer Polemik. Und Ihre Bemühungen um die gendergerechte Grammatik (“einE andereR”) wirkt anbiederisch und lächerlich.
      Wie ich schreibe ist meine Sache, es geht um den Inhalt. Wenns ihnen nicht passt: Gibt sichere andere Blogs auf denen sie ihre Kommentare abgeben können.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: