Warum ich keine Decken an BettlerInnen verteilt habe und meine Kritik daran


Gerade in der Winterzeit fallen Bettler und Bettlerinnen auf. Sie knien und warten auf Spenden der PassantInnen. Ein unangenehmer Anblick? Natürlich. Aber natürlich nicht weil es faule Menschen sind oder Personen die „uns“ nur ausnutzen wollen, sondern weil sie ein sichtbares Zeichen dafür sind, dass Armut existiert.

Sich mit dem Thema Bettelei auseinanderzusetzen, ist also sinnvoll und notwendig. Es stellt sich natürlich immer die Frage wie damit umgegangen wird und was für Schlüsse aus der Existenz von BettlerInnen gezogen wird. So einen Versuch hat die ÖH Salzburg gestartet und berichtet davon auf ihrer Homepage. (Zitate ohne Angabe sind aus diesem ÖH Artikel).

An diesem verschneiten und kalten Dezembervormittag sind wir zu viert unterwegs, im Schlepptau ein(en) Radanhänger, in dem sich Decken und Mäntel türmen und ein Transportwagen, vollgepackt mit Schals, Tüchern, Handschuhen und Hauben. Allmählich füllt sich die Stadt mit Touristen, die langsamen Schrittes über den verlassenen Christkindlmarkt von einem Stand zum Nächsten schlendern. Zwei Wochen zuvor hatten wir zum Spenden aufgerufen: nicht mehr gebrauchte Mäntel, Decken und andere wärmende Kleidung sollten für Bettler und Bettlerinnen, die uns tagtäglich auf Salzburgs Straßen in der Innenstadt begegnen, gesammelt werden. Dank des großen Engagements und der Hilfsbereitschaft vieler Studierenden stapelten sich schon innerhalb weniger Tage brauchbare Kleidungsstücke im ÖH Frei:raum.

Es ging also darum Kleidung zu sammeln und an die BettlerInnen abzugeben. Die Existenz von Organisationen wie z.B. die Caritas ist den AktivistInnen bewusst (siehe Facebook Diskussion), jedoch ging es den AktivistInnen darum die BettlerInnen persönlich kennenzulernen. Warum sollte mensch nun eine Kritik an so einer Aktion formulieren, in der doch BettlerInnen mit wärmender Kleidung versorgt werden?

Es stellt sich die Frage, warum diese Aktion gemacht wurde. Letztlich kommen nur zwei Gründe in Frage: Entweder geht es um das Ziel der Beseitigung von Armut oder um deren Linderung.

Um der Beseitigung von Armut kann es nicht gehen, werden doch die Gründe für den Geldmangel der BettlerInnen im Artikel nicht erwähnt. Ohne die Gründe der Armut zu diskutieren oder den Wunsch diese herauszufinden, kann natürlich die Beseitigung dieser Gründe und dadurch der Armut nicht erfolgen. Im Artikel selbst wird auch darauf hingewiesen.

Einige Bekannte hatten uns von der Aktion mit der Begründung abgeraten, diese könne die Ursache von Armut nicht bekämpfen.

Also kann es nur um die Linderung von Armut gehen. Konkret: Um ein Verwalten der Armut im Sinne der Betroffenen. Noch konkreter: Auch wenn die Gründe für das Betteln nicht abgeschafft werden, so wird das Betteln an sich angenehmer gestaltet. Durch bessere Kleidung, durch Kontakt mit UnterstützerInnen in Salzburg, durch Vermeidung von fremdenfeindlichen Übergriffen usw .

Damit so eine substantielle Verbesserung eintritt, müsste die Aktion jedoch wiederholt werden. Es müssten Strukturen geschaffen werden, die ein mehrmaliges und effizientes Organisieren solcher Aktionen erlaubt. Davon wird jedoch im Artikel nicht gesprochen.  Aber auch wenn eine Institutionalisierung, also eine Schaffung von Struktur und Organisation, stattfinden würde, was würde geschehen? Bei einem erfolgreichen Umsetzen der Aktionen würde der Staat auf zwei Varianten reagieren.

Im Falle der Tafeln (Abgabe von Essen an Bedürftige) steigt die Motivation des Staates die Sozialausgabe zu senken. Sich also bei den AktivistInnen für deren Verwalten der Armut durch einsparen des Sozialstaats zu bedanken. Diese Kritik an aktivistischen Versuchen Armut zu lindern ist nicht neu und lässt sich auf wikipedia nachlesen.

Andererseits kann der Staat auch entscheiden: Bettelei ist etwas was nicht geduldet wird. So eine Position wird in Salzburg sehr massiv vertreten. Es wird ein Bettelverbot eingeführt, Camps der BettlerInnen werden geräumt usw usf. Mit diesen Geschehnissen setzt sich der Artikel auch nicht auseinander. Er versucht nicht zu klären warum all das geschieht. Umgekehrt: Wären die Bemühungen des Staates von Erfolg gekrönt, also Bettler und Bettlerinnen vertrieben, gäbe es auch keine Notwendigkeit mehr für solche Aktionen der Linderung von Armut.

Es zeigt sich: Es kann nicht das Ziel der Aktion gewesen sein, Armut nachhaltig zu lindern. Wer sich den Artikel durchliest, kann das auch an einigen Zitaten ablesen.

Weitere zwei Stunden an diesem Vormittag, auf der Suche nach Bettlern und Bettlerinnen, gehen uns zahlreiche Gedanken durch den Kopf, viele widersprüchliche Gefühle wurden in uns geweckt. Mit der Aussicht, nach dieser Spendenaktion wieder zurück ins Warme zu können, begleitet uns ein Gefühl von Scham und Unsicherheit, gleichzeitig aber auch das Wissen etwas Gutes und Sinnvolles zu tun.

Und trotz dieser zwiespältigen Gedanken sagte uns unser Gefühl, dass die Aktion sinnvoll und wichtig war. Anstatt den Bettlern und Bettlerinnen einfach nur im Vorbeigehen Geldmünzen in eine Schüssel zu werfen, haben wir trotz der Sprachbarrieren mit ihnen und nicht über sie geredet.

Es geht darum mit der Scham umzugehen, selbst mit Geld ausgestattet an Menschen ohne Geld vorbeigehen zu müssen. Im besten Falle den Menschen Geldmünzen in ihre Mützen zu werfen. Es geht darum sich selbst gut zu fühlen. Ging es um Abschaffung der Armut oder der Linderung derselbigen, müsste die Aktion anders aufgebaut sein (siehe Argumentation oben). Warum sich Mensch schämen muss, wird auch nicht geklärt. Ist jeder Menschen in Österreich mit genug Geld für Obdach und Nahrung „schuldig“ an der Misere der BettlerInnen? Und wenn ja warum?

Denn akute Notsituationen können oftmals nur durch spontane und schnelle Hilfen abgemildert werden, auch wenn sie nur ,,Symptombekämpfung“ darstellen. Durch sie kann jedoch auf Missstände aufmerksam gemacht und weiteres politisches Handeln initiiert werden.

Auch wenn im obigen Zitat versucht wird, die Aktion als Hilfe in einer Notsituation darzustellen, das ist sie nicht. Denn auch noch im Jänner, im Februar, im März und in all den anderen Monaten wird es Menschen geben, die (solange es der Staat erlaubt) betteln werden. Das kann keine Notsituation sein, das ist der kapitalistische Normalzustand.

Was statt eines paternalistischen Blick auf die „Armen und Hilflosen“ (bei solch einem Blick wird ganz davon abgesehen wieviel Eigeninitiative es braucht um von einem osteuropäischen Land nach Österreich zu kommen, dort zu betteln und hier zu überleben – von passiven hilflosen Menschen kann hier eigentlich nicht gesprochen werden)  notwendig wäre, ist der Blick auf die Gemeinsamkeiten zwischen „mir“ (einem Menschen der dank Jobs oder staatliche/elterliche Unterstützung) nicht betteln muss und denjenigen die dies müssen. Gemeinsam ist nämlich beiden Gruppen: Wer kein Geld hat, kann in dieser Gesellschaft nicht überleben.

Also muss der Großteil der Gesellschaft seine Arbeitszeit an Unternehmen verkaufen (die jedes Interesse haben, den Lohn niedrig zu halten) oder mensch ist nicht nützlich für den Profit und versucht sich anderweitig (wie z.B. durch Betteln) durchs Leben zu schlagen. Angenehm ist keines von beiden. In einer Welt, in der es von Waren wimmelt und es ein volkswirtschaftliches Problem ist, dass es zuviel an Dingen und zuwenig an Kaufkraft gibt, sollte es einem schnell klar werden: Um eine möglichst gute Bedürfnissbefriedigung geht es hier nicht, es geht um die Vermehrung von Geld.

Zu guter letzt möchte ich noch kurz auf ein Missverständnis eingehen, welches im Text gebracht wird.

Oftmals wird gegenüber solchen kleinen und auf zivilgesellschaftlichem Engagement fußenden Aktionen die Kritik geäußert, dass sie nichts auf struktureller Ebenen verändern; z. B., dass dadurch keine dauerhaften Institutionen für in Not geratene Menschen geschaffen werden. Hin und wieder wird auch die Vermutung geäußert, dass solche Initiativen kontraproduktiv seien, da sie ein dringend notwendiges politisches Handeln untergraben könnten. Denn es muss die Politik sein, die sich solcher Problemlagen annehmen muss – so eine gängige Meinung. Ich bin zum Schluss gekommen, dass es beides braucht. Poltisches, strukturveränderndes Handeln und zivilgesellschaftliches Engagement in Form solcher Aktionen.

Es wird getan, als ob es das Ziel der Politik wäre, durch den Sozialstaat Menschen gutes zu tun. Diese Sicht auf den Sozialstaat ist zu kritisieren. Vielmehr festzuhalten:

Dem Staat geht es bei sozialstaatlichen Maßnahmen (die in aller Regel mit Überwachungs- und Disziplinierungsmaßnahmen verknüpft sind) nicht darum, dass er den Leuten ,,Gutes“ tut, sondern darum, jenen Teil der Bevölkerung, der nichts hat außer der Arbeitskraft, dauerhaft für Staat und Kapital nützlich zu halten. Ohne sozialstaatliche Maßnahmen tendiert das System dazu, seine eigene Grundlage zu zerstören: eine fitte ArbeiterInnenschaft, die bereit ist, fremden Reichtum zu mehren (und damit Wachstum, wovon sich der Staat nährt).
Das heißt: Beim Sozialstaat geht es nicht um die Bekämpfung von Armut, sondern um deren systemnützliche Verwaltung. Denn arm, ganz prinzipiell, sind die Lohnabhängigen ja wegen des Rechts auf Privateigentum.
(Quelle:  Basisgruppe Gesellschaftskritik Salzburg – Den Sozialstaat verteidigen? Nein – Armut abschaffen!)

Als Nachtrag: Natürlich kann die Form der Aktion (Kleidung und andere materielle Dinge an BettlerInnen zu verteilen) Sinn machen. Aber dazu muss eben klar das Ziel definiert werden. Beispielsweise durch die gewonnene Aufmerksamkeit auf die Gründe von Armut hinzuweisen. Aber darum ging es bei der Aktion eben nicht.

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14 Antworten to “Warum ich keine Decken an BettlerInnen verteilt habe und meine Kritik daran”

  1. Ich hab bei der Aktion nicht mitgemacht, einerseits weil ich bei der ersten Aktion keine Zeit gehabt habe und von der zweiten erst nachträglich erfahren habe andrerseits aus Bequemlichkeit (auch wenn das jetzt zu ehrlich ist, glaub ich).
    Ich finde die Aktion aber sehr gut. Klar haben alle Aktivitäten Vor- und Nachteile.

    Aber die Aktion hat mehreren Menschen geholfen, die sonst keine oder zumindest schwerer Hilfe bekommen hätten. Aus Sicht von jemand der wohl eh versorgt ist (ich nehm mal an, dass Du nicht obdachlos bist?), also Wohnung und Job hast schaut das natürlich anders aus. Aber die Menschen, die die Spenden angenommen haben hab sie wohl ganz offensictlich brauchen können, sonst hätten sie die nicht genommen.

    Ich glaub auch nicht, dass es ihnen lieber ist, wenn alle Menschen an ihnen vorbei gehen, weil es bequemer ist sich einzureden, dass es besser ist sich epische Diskussionen zu liefern, was am Kapitalimus alles falsch ist und darauf zu warten, dass er verschwindet und sich darauf zu verlassen, dass „der Staat“ und staatsnahe Organisationen sich schon drum kümmern werden. Klar hat jeder das Recht sich an sowas zu beteiligen oder nicht. Ich find’s aber komisch, dass jemand sein schlechtes Gewissen dadurch bekämpft, dass er die Aktionen von anderen schlecht redet bzw. schreibt.

    Dadurch, dass man die Menschen ignoriert ändert sich die Ungleichheit nicht: Der Unterschied zwischen mit auf der einen Seite Menschen, die Anspruch auf Wohnung und eine gewisse grundlegende (wenn auch geringe) Versorgung haben und der anderen, die das nicht haben und deshalb hunderte oder sogar tausende Kilometer zurücklegen müssen, um überhaupt ans lebensnotwendigste zu kommen löst sich dadurch auch nicht auf.

    Dazu kommt, dass es wohl auch eine gewisse Aussage hat, wenn in einer Zeit, wo die Menschen zuzm Grossteil aus zwei Gruppen bestehen: Denjenigen, die die Armut loswerden wollen und entsprechend für Bettelverbote und ähnliches sind und Menschen, die eh wollen, dass es keine Armut mehr geben darf aber die als einzige legitime Lösung einen Systemwechsel sehen und lieber darüber reden als konkret jetzt (!) was zu ändern.

    Die Menschen merken, dass sich tatsächlich jemand über sie Gedanken macht.

    Aja und sie haben klare Ziele definiert: Sie wollten mit den Menschen ins Gespräch kommen und sie wollten ihnen konkret helfen. Man muss nicht immer hochtrabende Ziele haben, wenn man was macht!

    Aja und dass man zu Winterbeginn daran denkt Menschen mit warmer Kleidung unf Decken zu unterstützen ist wohl nicht ganz unlogisch, dass sie in den nächsten Monaten nichts mehr weiter machen hat ausserdem auch keiner behauptet, ausserdem können die Menschen, die was bekommen haben das ja wohl logischerweise den ganzen Winter über nutzen und auch darüber hinaus.

    Ausserdem kommen die Aktionen von Menschen, die auch schon im Sommer auf die Probleme bez. Bettelverbote und ähnliches hingewiesen haben, denen also nicht erst im Winter eingefallen ist, dass es da Probleme gibt!

    • Aber die Aktion hat mehreren Menschen geholfen, die sonst keine oder zumindest schwerer Hilfe bekommen hätten. Aus Sicht von jemand der wohl eh versorgt ist (ich nehm mal an, dass Du nicht obdachlos bist?), also Wohnung und Job hast schaut das natürlich anders aus. Aber die Menschen, die die Spenden angenommen haben hab sie wohl ganz offensictlich brauchen können, sonst hätten sie die nicht genommen.

      Stimme ich dir zu. Aber ich glaube ich habe in meinem Posting nichts gegenteiliges behauptet oder?

      Ich glaub auch nicht, dass es ihnen lieber ist, wenn alle Menschen an ihnen vorbei gehen, weil es bequemer ist sich einzureden, dass es besser ist sich epische Diskussionen zu liefern, was am Kapitalimus alles falsch ist und darauf zu warten, dass er verschwindet und sich darauf zu verlassen, dass “der Staat” und staatsnahe Organisationen sich schon drum kümmern werden. Klar hat jeder das Recht sich an sowas zu beteiligen oder nicht. Ich find’s aber komisch, dass jemand sein schlechtes Gewissen dadurch bekämpft, dass er die Aktionen von anderen schlecht redet bzw. schreibt.

      Da kommt jetzt einiges zusammen.
      (1) Ich glaube ich habe nirgendwo behauptet dass die Aktion so ablaufen hätte sollen, dass mit den BettlerInnen über Kapitalismus diskutiert werden soll.
      (2) Es ist hier auch nirgends davon die Rede davon dass mensch darauf „warten“ soll dass der Kapitalismus verschwindet. Ganz im Gegenteil.
      (3) Auch behaupte ich nicht dass sich mensch darauf verlassen sollte, dass sich der Staat darum kümmert.
      (4) Weiss nicht ganz warum hier jetzt die Sache mit dem schlechten Gewissen auftaucht. Das habe ich gar nicht. Warum auch, ich bin nicht daran schuld dass die BettlerInnen in so einer beschissenen Lage sind.
      (5) Von wegen „schlecht reden“: Dir wäre es also lieber wenn keine Kritik an Aktionen kommt. Also alles was passiert höflich und lieb abgenickt wird, egal ob mensch es sinnvoll findet oder nicht. Das fände ich nicht sehr ehrlich und bringt auch keinen Menschen weiter. Bashing nur des Bashing willens find ich auch blöd. Wenn du denkst dass mein Posting das ist, dann begründe das bitte.

      Dadurch, dass man die Menschen ignoriert ändert sich die Ungleichheit nicht: Der Unterschied zwischen mit auf der einen Seite Menschen, die Anspruch auf Wohnung und eine gewisse grundlegende (wenn auch geringe) Versorgung haben und der anderen, die das nicht haben und deshalb hunderte oder sogar tausende Kilometer zurücklegen müssen, um überhaupt ans lebensnotwendigste zu kommen löst sich dadurch auch nicht auf.

      Auch hier: Du stellst eine Behauptung auf, in dem Falle dass ich dafür bin Menschen zu ignorieren. Habe ich aber nirgends. Wenn du sowas behauptest, zeig mir bitte wo im Text ich so argumentiere.

      Dazu kommt, dass es wohl auch eine gewisse Aussage hat, wenn in einer Zeit, wo die Menschen zuzm Grossteil aus zwei Gruppen bestehen: Denjenigen, die die Armut loswerden wollen und entsprechend für Bettelverbote und ähnliches sind und Menschen, die eh wollen, dass es keine Armut mehr geben darf aber die als einzige legitime Lösung einen Systemwechsel sehen und lieber darüber reden als konkret jetzt (!) was zu ändern.

      Ich denke du meinst dass die eine Gruppe „gegen“ Bettelverbote sind oder?
      Ganz ehrlich: Glaubst du ich hab in fünf Minuten den Text (1) abgetippt. Dass ich keine Mühen gehabt habe meine Gedanken zu sortieren und mir zu überlegen ob ich die Aktion gut finde und wenn nicht: warum. Eben.
      (2) Selbst wenn ich sonst NICHTS tun würde, ist ein Argument von nem Menschen automatisch falsch nur weil er/sie sonst nichts tut? Eben, nein. Ein Argument wird deswegen nicht falsch oder richtig.
      (3) Wenn du meine Text nicht lesen willst, dann lass es bitte: Du postest ständig dass ich im HIER nichts machen will. Selbst als Kommentar auf Texten in denen ich explizit SCHREIBE dass was getan werden muss. Also entweder ignorierst du diese Passagen bewusst oder du liest den Text nicht. (Die Diskussion ob meine vorgeschlagene Vorgehensweise sinnvoller/besser ist als andere, ist natürlich sehr relevant. Aber die führst du nicht)

      Aja und dass man zu Winterbeginn daran denkt Menschen mit warmer Kleidung unf Decken zu unterstützen ist wohl nicht ganz unlogisch, dass sie in den nächsten Monaten nichts mehr weiter machen hat ausserdem auch keiner behauptet, ausserdem können die Menschen, die was bekommen haben das ja wohl logischerweise den ganzen Winter über nutzen und auch darüber hinaus.

      Ich gehe von dem Text aus, der auf der Homepage steht. Und wenn mehr passiert, dann würde ich eben kritisieren dass nicht darauf hingewiesen wird. So wie er dasteht, präsentiert er eine politische Position die ich kritisieren würde und eben auch tue.
      (Dass die Menschen mit den Decken und Co nix anfangen können, habe ich auch nirgends behauptet)

      Ausserdem kommen die Aktionen von Menschen, die auch schon im Sommer auf die Probleme bez. Bettelverbote und ähnliches hingewiesen haben, denen also nicht erst im Winter eingefallen ist, dass es da Probleme gibt!

      Wie gesagt: Es geht um den Artikel und dessen Aussage. Es ist ne Position der ÖH so nen Text online zu stellen. Und ich kritisiere eben den Fokus der im Artikel gelegt wird, was gesagt wird, wie es gesagt wird, was ausgelassen wird und co. Weil Leute die den Text lesen, wissen im allgemeinen auch nicht was die Menschen die den Text geschrieben haben, sonst tun.

  2. Ich hätte da mal ein paar Fragen:

    Du kritisierst einerseits den Kapitalismus, das Privateigentum, die Profitgier und andererseits den Staat in all seinen Formen, sogar den Sozialstaat als solches (nicht eine konkrete Ausprägung).

    Würde der Staat (staatliche Institutionen, Regierungen etc.) aufgelöst, hätten wir doch faktisch Kapitalismus in Reinform, wie passt das zusammen – Anarchie und Kapitalismuskritik?

    Vielleicht möchtest du ja in Richtung der Utopie, dass sich Menschen ohne Regierung gegenseitig helfen. Dann ist doch aber diese Aktion, die du hier kritisierst genau die richtige. Die Menschen verlassen sich nicht auf den Staat, sondern helfen einfach.

    • Ich glaube da existiert ein Missverständnis: Ich bin nicht für einen Kapitalismus ohne Staat. Wo ist das aus meinem Text herauszulesen? Würde einen Anarchismus der sich positiv auf Kapitalismus bezieht (den gibts leider unter dem Namen „Anarcho-Kapitalismus“) sehr stark kritisieren.

      Vielleicht möchtest du ja in Richtung der Utopie, dass sich Menschen ohne Regierung gegenseitig helfen. Dann ist doch aber diese Aktion, die du hier kritisierst genau die richtige. Die Menschen verlassen sich nicht auf den Staat, sondern helfen einfach.

      Jain. Ich gebe dir recht: Ich würde sagen eine Gesellschaft ohne Machtmonopol und zentrale Herrschaftsinstrumente (sprich: dezentrale gemeinsame Planung) mit dem Ziel einer Wirtschaft die für Bedürfnisse produziert und nicht für Profit, ist etwas anstrebenswertes.
      Ich würde dir aber nicht recht geben, dass die Aktion in diese Richtung geht: Weil die Aktion hat ja gar keine Kritik an Staat und Kapitalismus. Sie entlässt sogar den Staat potentiell in der Aufgabe für soziale Aufgabe aufzukommen.

      • Ich bin nicht für einen Kapitalismus ohne Staat.

        Habe ich auch gar nicht behauptet. Ich sagte:

        a) du bist gegen den Staat als solchen
        b) gegen den Kapitalismus

        Hier hast du mir eigentlich zugestimmt.

        Ich halte allerdings entgegen, dass ohne Staat es automatisch einen Kapitalismus gäbe. Wie willst du denn Profitgier verhindern? Durch Zwang? Dann wären wir wieder bei Herrschaft über andere.
        Aus Anarchie folgt Kapitalismus pur. Oder etwa nicht?

        Ich würde sagen eine Gesellschaft ohne Machtmonopol und zentrale Herrschaftsinstrumente (sprich: dezentrale gemeinsame Planung) mit dem Ziel einer Wirtschaft die für Bedürfnisse produziert und nicht für Profit, ist etwas anstrebenswertes.

        Völlig einverstanden. Nur wie willst du ohne Staat jemanden vom Profitemachen auf Kosten anderer abhalten?

        Sie entlässt sogar den Staat potentiell in der Aufgabe für soziale Aufgabe aufzukommen.

        Diesen Satz verstehe ich jetzt gar nicht. Meintest du „Sie entlässt den Staat AUS der Aufgabe für soziale Ausgaben“? Das würde bedeuten, du siehst den Staat durchaus als wichtig für die soziale Sicherung. Oder meintest du „Sie LÄSST den Staat in der Aufgabe für soziale Ausgaben“, weil du den Staat für ungeeignet dafür hältst?

        • Ich halte allerdings entgegen, dass ohne Staat es automatisch einen Kapitalismus gäbe. Wie willst du denn Profitgier verhindern? Durch Zwang? Dann wären wir wieder bei Herrschaft über andere.
          Aus Anarchie folgt Kapitalismus pur. Oder etwa nicht?

          Jetzt versteh ich was du meinst. danke fürs aufklären. Zum Thema: „Ohne Staat gibts Kapitalismus“
          Lange bevor es Nationalstaaten gab, hat es gesellschaftliche Strukturen gegeben. Und die haben nicht auf Tausch und Profit basiert. Sondern auf Subsistenzwirtschaft und , wenn überhaupt, dann auf gelegentliches Tauschen. Das ist kein Kapitalismus. Also rein historisch zeigt sich schon: Kein Staat und kein Kapitalismus ist möglich. Ob die konkrete Gesellschaftliche Organisation erstrebenswert ist, ist die andere Frage. Klar: Kein Kapitalismus und kein Staat ist nicht automatisch was gutes, aber ne Voraussetzung (wäre meine Behauptung).

          Falls du sagst: Doch, auch historisch war das was ich beschrieben habe Kapitalismus, dann haben wir ein Begriffsdefinitionproblem.

          Als bsp. für ne Definition nehme ich mal die von wikipedia her,die ich ganz brauchbar finde:
          Kapitalismus bezeichnet zum einen eine spezifische Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung, zum anderen eine Epoche der Wirtschaftsgeschichte. Die zentralen Merkmale sind in Anbetracht des historischen Wandels und der zahlreichen Kapitalismusdefinitionen sowie weltanschaulicher Unterschiede umstritten. Allgemein wird unter Kapitalismus eine Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung verstanden, die auf Privateigentum an den Produktionsmitteln und einer Steuerung von Produktion und Konsum über den Markt beruht.[1] Als weitere konstitutive Merkmale werden genannt: die Akkumulation[2] und das „Streben nach Gewinn im kontinuierlichen, rationalen kapitalistischen Betrieb“
          http://de.wikipedia.org/wiki/Kapitalismus


          Diesen Satz verstehe ich jetzt gar nicht. Meintest du “Sie entlässt den Staat AUS der Aufgabe für soziale Ausgaben”? Das würde bedeuten, du siehst den Staat durchaus als wichtig für die soziale Sicherung. Oder meintest du “Sie LÄSST den Staat in der Aufgabe für soziale Ausgaben”, weil du den Staat für ungeeignet dafür hältst?

          Ist unklar formuliert. danke für den hinweis. was ich meine:
          “Sie entlässt den Staat AUS der Aufgabe für soziale Ausgaben”
          Im Sinne von: „Wenn es eh die Zivilgesellschaft macht, kann ich (=der Staat) drauf verzichten“
          Damit sage ich aber NICHT aus:
          „Das würde bedeuten, du siehst den Staat durchaus als wichtig für die soziale Sicherung. “
          Ich will damit mehr sagen: Der Staat KANN soziale Sicherung als wichtig empfinden und sie deswegen organisieren. Weil eben zb Arbeitslosigkeit ohne Absicherung (Arbeitslosenversicherung etc) fürs Wirtschaftswachsum schlecht ist. Ob ein Staat soziale Aufgaben wahrnimmt oder nicht, hängt halt von seinen ökonomischen Kalkulationen ab. Da steckt kein „gutes Tun“ drin würde ich sagen.
          (Kurz noch eine These von mir: Die NOTWENDIGKEIT für soziale Absicherung ERGIBT sich ja erst dadurch dass der Staat das Prinzip Privateigentum DURCHSETZT und erzwingt)

          • Danke für die Antwort. Ich verstehe jetzt besser, was du anstrebst.

            Eine Subsistenzwirtschaft finde ich persönlich gar nicht so unsympathisch.

            “ Die NOTWENDIGKEIT für soziale Absicherung ERGIBT sich ja erst dadurch dass der Staat das Prinzip Privateigentum DURCHSETZT und erzwingt“

            Das ist ein interessantes Thema, wo man zuerst einige Begriffe klären sollte. Was ist Eigentum? Eigentum bedeutet doch folgendes: Jemand der ein Objekt sein Eigentum nennt, darf vollständig darüber verfügen. Er darf es nutzen, wie er will, darf es verkaufen, verschenken oder sonst etwas damit tun.

            Bei vielen Objekten ist Eigentum kein Problem. Die wenigsten Menschen interessieren sich für die Hosen des Nebenmanns oder seine Schuhe. Schwierig wird es erst, wenn es um lebenswichtige Dinge geht, die nicht im Überfluss vorhanden sind, oder die sich jemand komplett unter den Nagel gerissen hat. Wichtigstes „Objekt“ der Begierde ist Grundbesitz. Immer mehr Menschen teilen sich die immer gleich große Erdoberfläche. Hier sind Konflikte vorprogrammiert. Nicht umsonst hatten viele Kriege damals territoriale Gründe.

            Wenn ich dich richtig verstehe, bist du gegen Privateigentum. Eine Gruppe von Menschen, die sich mit Subsistenzwirtschaft selbst versorgt, benötigt dafür aber Land (Äcker zum Beispiel). Dieses Land „gehört dann dieser Gruppe. Es ist also ihr Eigentum. Eigentum ist damit doch etwas ganz „natürliches“. Oder siehst du das anders?

            • Eine Subsistenzwirtschaft finde ich persönlich gar nicht so unsympathisch.

              Da kann mensch auch viel diskutieren, ich finde halt Arbeitsteilung nix schlimmes. Aber bleiben wir einfach mal bei Analyse und lassen Alternativen aus dem Spiel…

              Was ist Eigentum? Eigentum bedeutet doch folgendes: Jemand der ein Objekt sein Eigentum nennt, darf vollständig darüber verfügen. Er darf es nutzen, wie er will, darf es verkaufen, verschenken oder sonst etwas damit tun.

              Stimmt, so ist das auch rechtlich bei „uns“ (also in bürgerlich kapitalistischen Staaten) definiert. Und: Die These wäre, dass es einen Staat braucht, sonst gibts sowas wie Eigentum nicht. Weil wer garantiert dir denn, dass nur DU dein Eigentum nutzen kannst. Da brauchts ne Instanz bei der du Verletzungen des Eigentums einklagen kannst.

              Bei vielen Objekten ist Eigentum kein Problem. Die wenigsten Menschen interessieren sich für die Hosen des Nebenmanns oder seine Schuhe.

              Würde das anders sagen, eher in die Richtung: Und dann ists auch gar nicht NOTWENDIG dass es ein Eigentum ist. Weil ich bin ja eh die einzige Person die es benutzen möchte, brauche also keinen Staat der das Eigentum schützt.

              Schwierig wird es erst, wenn es um lebenswichtige Dinge geht, die nicht im Überfluss vorhanden sind, oder die sich jemand komplett unter den Nagel gerissen hat.

              Nicht im Überflüss: Würde da zwei Sachen sagen
              (1) Gibts auf der Stufe der Produktivität die wir mittlerweile haben sowas wie „Mangel“ fast nicht mehr. Gibts zu wenig Autos, Häuser, Nahrung? Ne. Es gibt nur Menschen die sich diese Dinge nicht LEISTEN können.
              (2) Nehmen wir an es gäbe nen Mangel an was bestimmten. Eigentum entscheidet dann nur darüber WER es nutzen kann. Aber den Mangel BEHEBEN tut das Eigentum nicht.

              Wichtigstes „Objekt“ der Begierde ist Grundbesitz. Immer mehr Menschen teilen sich die immer gleich große Erdoberfläche. Hier sind Konflikte vorprogrammiert. Nicht umsonst hatten viele Kriege damals territoriale Gründe.

              Da hätte ich ne Kritik an der Aussage. Weil es ist ja nicht so, dass es 8. Mrd. Menschen gibt und die haben alle ein kleines Fleckerl und müssen dich darum mit anderen streiten. Ne, die aller aller aller meisten Menschen in JEDEM Staat haben genau gar nix. (Egal ob Österreich oder Algerien). Der Grossteil des Vermögens (also auch Grundbesitz) ist in Hand von 1-5%. Und diese nutzen den Grund halt für Profit. Für Bedürfnissbefriedigung (Produktion von Gütern für die Notwendigkeiten der Menschen) gäbe es ja mehr als genug Resourcen/Platz (siehe oben bezügl. Mangel).


              Wenn ich dich richtig verstehe, bist du gegen Privateigentum. Eine Gruppe von Menschen, die sich mit Subsistenzwirtschaft selbst versorgt, benötigt dafür aber Land (Äcker zum Beispiel). Dieses Land „gehört dann dieser Gruppe. Es ist also ihr Eigentum. Eigentum ist damit doch etwas ganz „natürliches“. Oder siehst du das anders?

              Naja wenn eine Gruppe von Menschen ohne Einfluss von aussen (z.b. Staat) gemeinsam Subsistenz machen auf nem Stück Land, dann ist das Land ja kein Eigentum. Weil nicht EINE Person alleine darüber verfügt und andere damit erpresst.

              Bezügl. Privateigentum: Werde versuchen in dem Monat noch nen „Grundlagentext“ zu dem Thema fertig zu kriegen, da liesse sich dann etwas intensiver über das Thema quatschen wenn das für dich passt?

              • Bezügl. Privateigentum: Werde versuchen in dem Monat noch nen “Grundlagentext” zu dem Thema fertig zu kriegen, da liesse sich dann etwas intensiver über das Thema quatschen wenn das für dich passt?

                Freu mich drauf. Dann velegen wir die Diskussion dorthin. Eins vielleicht trotzdem noch:

                Naja wenn eine Gruppe von Menschen ohne Einfluss von aussen (z.b. Staat) gemeinsam Subsistenz machen auf nem Stück Land, dann ist das Land ja kein Eigentum. Weil nicht EINE Person alleine darüber verfügt und andere damit erpresst.

                Es gibt doch auch Gemeinschaftseigentum, dass aber eben nicht allen, sondern nur einer bestimmten Gruppe gehört. Diese Form von Eigentum erfüllt bezüglich Nichtgruppenmitglieder die gleiche Funktion wie Privateigentum EINER Person.

  3. Danke fürs Schreiben und das Anstoßen der Diskussion, was ich unglaublich wichtig finde!
    Ich habe mich an der Aktion nicht beteiligt, war aber früher bei ähnlichen Aktionen dabei. Man fühlt sich ohnmächtig und möchte „etwas“ tun.

    Mittlerweile bin ich aber der Meinung, dass diese Humanisierung in einem System, das diametral zu jeglicher Menschlichkeit funktioniert, so verändert gehört, dass Menschlichkeit zum System wird.

    Grundsätzlich begrüße ich auf jeden Fall wenn sich Menschen organisieren und „was“ unternehmen. Die Decken-Kekse-Aktion ist aber nichts (mehr) für mich, gar nicht so sehr, weil ich es „nur“ für Symptombekämpfung halte – auch -, sondern weil ich es für etwas entwürdigend halte, mir anzumaßen, ich wüsste, was diese Menschen bräuchten – nämlich Decken und Kekse. Offensichtlich wollen sie Geld, um ihr Überleben zu sichern. So wie ich arbeiten gehe, gehen sie auch arbeiten. Durch solche Aktionen wird die bereits bestehende Marginalisierung erst noch unterstrichen, denke ich, deshalb ohne mich.

    Meiner Meinung ist es zielführender ist, den Großteil unserer Energie in Empowerment, Organisation, Grassrootsbewegungen, und Diskussion miteinander etc. zu stecken.

    • Ich habe mich an der Aktion nicht beteiligt, war aber früher bei ähnlichen Aktionen dabei. Man fühlt sich ohnmächtig und möchte “etwas” tun.

      An Verständnis warum die Aktion gemacht wurde, fehlt es mir eh auch nicht. Ich kann das sehr gut nachvollziehen.

      Mittlerweile bin ich aber der Meinung, dass diese Humanisierung in einem System, das diametral zu jeglicher Menschlichkeit funktioniert, so verändert gehört, dass Menschlichkeit zum System wird.

      Magst du das kurz in einigen Worten erklären bzw. deutlicher machen was du meinst?

      Grundsätzlich begrüße ich auf jeden Fall wenn sich Menschen organisieren und “was” unternehmen.

      Aber in der Allgemeinheit wie das formuliert ist, würde ich das kritisieren. Auch rechte „machen“ zb. was, sie organisieren sich um beispielsweise „Ausländer“ zu verprügeln. Die unternehmen also was. Das finde ich nicht begrüssenswert, du (vermute ich mal *g*) auch nicht.

      Offensichtlich wollen sie Geld, um ihr Überleben zu sichern. So wie ich arbeiten gehe, gehen sie auch arbeiten. Durch solche Aktionen wird die bereits bestehende Marginalisierung erst noch unterstrichen, denke ich, deshalb ohne mich.

      Danke für den Hinweis, das ist ein guter Punkt finde ich.

      Meiner Meinung ist es zielführender ist, den Großteil unserer Energie in Empowerment, Organisation, Grassrootsbewegungen, und Diskussion miteinander etc. zu stecken.

      Glaube da sind wir nicht weit auseinander….

    • Liebe Sabine,
      woher weißt du im gegensatz dazu, ob die BettlerInnen die Decken, Mäntel (& Kekse) nicht brauchen? Das hat doch nichts mit Anmaßung zu tun….vielleicht eventuell, wenn wir zu ihnen gegangen und die sachspenden einfach in die hand gedrückt hätten – was aber nicht der Fall war. Wir haben sie danach gefragt, selbst aussuchen lassen und manche haben nein gesagt. Selbstverständlich hat das Hergeben von „Gaben“ einen beschämenden Beigeschmack, beiderseits – so wie auch zu Weihnachten, Geburtstag etc.. Das aber drückt gleichzeitig mit aus, dass mir jemand wichtig ist! Zudem möchte ich hier noch einmal betonen – steht eigentlich im Erfahrungsbericht -, dass die BettlerInnen eine Woche später, als wir noch mal gegangen sind, die von uns gespendeten Mäntel an bzw. die Decken dabei hatten. Was mich insbesondere nicht wundert, weil sie davor nur in dünnen Jacken gekleidet waren.

  4. „Entweder geht es um das Ziel der Beseitigung von Armut oder um deren Linderung.“

    Bei der Aktion ging es vordergründig weder um die Beseitigung noch um die Linderung von Armut – das wäre anmaßend gegenüber jenen, die sich schon jahrelang damit auseinandersetzen und sich den Kopf über Maßnahmen zur Beseitigung oder Linderung zerbrechen -, sondern um die Auseinandersetzung mit dem Thema Armut und den Menschen, die davon betroffen sind. Um das Kennenlernen und das Erfahren der Hintergründe.

    „Ohne die Gründe der Armut zu diskutieren oder den Wunsch diese herauszufinden, kann natürlich die Beseitigung dieser Gründe und dadurch der Armut nicht erfolgen.“

    Die Gründe wurden diskutiert und es gibt – zumindest meinerseits, aber auch sicherlich vieler anderer – großes Interesse daran herauszufinden, was die Gründe sind. Deshalb habe ich unter anderem die Diskussionsrunde zur Unterbringung von Obdachlosen in Salzburg besucht, bei der – wie erwähnt – Pfarrer Pucher zu Gast war. Wer aller daran Interesse hat, dass Menschen zukünftig nicht vom Staat abhängig sind, sondern sich selbst organisieren und versorgen können, sollte sich mit der Gründungsgeschichte der Vinzigemeinschaft und deren weiteren Projekte auseinandersetzen. Vor etwa 15 Jahren hat Pfarrer Pucher gemeinsam mit einer Dolmetscherin BettlerInnen auf den Straßen aufgesucht und gefragt, was sie brauchen könnten bzw. sie alle zu einem gemeinsamen Buffet und zu einer Diskussion eingeladen. In den darauf folgenden Jahren ist die Vinzigemeinschaft und dessen Versorgungsprinzip immer mehr gewachsen. Deiner Kritik nach wäre diese Form der Unterstützung nicht nachhaltig bzw. würde Armut hier nur organisiert verwaltet und der Staat aus der Verantwortung genommen. Kann ich nachvollziehen. Deshalb aber nichts zu tun, nur darüber zu diskutieren und Artikel über die Ursache von Armut zu schreiben, halte ich persönlich für wenig nachhaltig. Pfarrer Pucher ist nicht dabei geblieben sich nur um die BettlerInnen in Graz zu kümmern – insofern, dass sie die Nacht nicht auf der Straße schlafen müssen – sondern hat etwa den Ort Hostice in Ungarn besucht. Mit den BewohnerInnen hat er nachhaltige Strukturen aufgebaut, um die Lebensbedingungen zu verbessern, nach dem Prinzip Hilfe für Selbsthilfe.

    „Also kann es nur um die Linderung von Armut gehen. Konkret: Um ein Verwalten der Armut im Sinne der Betroffenen. Noch konkreter: Auch wenn die Gründe für das Betteln nicht abgeschafft werden, so wird das Betteln an sich angenehmer gestaltet. Durch bessere Kleidung, durch Kontakt mit UnterstützerInnen in Salzburg, durch Vermeidung von fremdenfeindlichen Übergriffen usw .“

    Mein Ziel war sicherlich nicht das Betteln angenehmer zu gestalten. Ziel war mit den Menschen in Kontakt zu treten und mehr über sie zu erfahren. Auch um zukünftig Projekte gestalten zu können, die nachhaltig sind.

    „Damit so eine substantielle Verbesserung eintritt, müsste die Aktion jedoch wiederholt werden. Es müssten Strukturen geschaffen werden, die ein mehrmaliges und effizientes Organisieren solcher Aktionen erlaubt.“

    Ja, da geb ich dir Recht. Nur sowas braucht Zeit und kann nicht von heute auf morgen passieren.

    „Es geht darum sich selbst gut zu fühlen. Warum sich Mensch schämen muss, wird auch nicht geklärt. Ist jeder Menschen in Österreich mit genug Geld für Obdach und Nahrung “schuldig” an der Misere der BettlerInnen? Und wenn ja warum?“

    Ja, vielleicht geht es darum sich gut zu fühlen, wenn Geld gespendet oder andere Aktionen gemacht werden. Jede/r hat hier seine/ ihre eigenen Gründe sich sozial zu engagieren. Ich persönlich wollte einfach nicht mehr nur im Vorbeigehen Geld geben, sondern die Menschen kennelernen. Und ja, ich bin auch der Meinung, dass jede/r Einzelne Verantwortung für die Gesellschaft trägt. Man muss aber jedem/r die Entscheidung für sein/ihr Verhalten selbst überlassen, bei sich selbst anfangen und nicht mit dem Finger auf andere zeigen bzw. irgendjemandem die Schuld für etwas geben – auch nicht einfach die eigene Verantwortung dem Staat oder dem kapitalistischen System überlassen. Jede/r kann etwas dagegen tun, auch wenn es zum Beispiel nur kleinste Änderungen im Konsumverhalten sind. Die Schuld auf das Privateigentum zu schieben, ist für mich eine unzureichende Erklärung komplexer gesellschaftlicher Strukturen.

    „Das kann keine Notsituation sein, das ist der kapitalistische Normalzustand.“

    Weshalb ist das keine Notsituation? Armut gibt es übrigens nicht erst seitdem es kapitalistische Strukturen gibt – wovon ich ausgehe, dass du das eh weißt.

    Was ich zusätzlich noch festhalten möchte und vielleicht aus dem Erfahrungsbericht nicht klar hervorgegangen ist, wir haben auch Informationszettel an die PassantInnen verteilt.
    Meiner Meinung nach ist außerdem jede noch so kleinste Aktion sinnvoll, weil sie als Gesamtes viel bewirken können.

    • Dominik Says:

      In der Diskussion wurde bereits Vieles gesagt. Hier noch ein paar Anmerkungen/Ergänzungen.

      Einige zentrale Argumente der Kritik:
      1. Es handelt sich um keine institutionalisierte Aktion (wiederholte Verteilung von Decken und Kleidungsstücken), verbunden mit dem Problem, dass nur ein kleiner Teil der BettlerInnen erreicht werden kann.
      2. Aktionen dieser Art können zu unintendierten Nebenfolgen führen: V. a. dazu, dass sich der Staat aus Verantwortung nimmt (z. B. durch Kürzung von Sozialleistungen).
      3. Es wird kritisiert, dass in dem Bericht bestimmte Themen nicht erwähnt/diskutiert werden:
      (a) Ursachen der Armut werden nicht besprochen;
      (b) das Ziel der Aktion wird nicht deutlich ausgewiesen;
      4. Außerdem wird darauf hingewiesen, dass dem Artikel ein „falsches“ Verständnis des Staates zugrundeliegt, da der Staat die Politik eigentlich das Ziel verfolgt den Menschen nutzbar zu machen (Sozialleistungen als Instrument der Disziplinierung und zur Verwaltung von Armut).

      Fragen/Anmerkungen:
      (1) In vielen Argumenten des Autors ist nicht immer klar, ob er den Artikel (und evtl. fehlende Informationen) oder die Aktion selbst kritisiert. Z. B. schließt der Autor aufgrund des Fehlens der Diskussion von Armutsursachen darauf, dass Armutsursachen und deren Beseitigung bei der Aktion keine Rolle gespielt haben.
      „Um der Beseitigung von Armut kann es nicht gehen, werden doch die Gründe für den Geldmangel der BettlerInnen im Artikel nicht erwähnt. Ohne die Gründe der Armut zu diskutieren oder den Wunsch diese herauszufinden, kann natürlich die Beseitigung dieser Gründe und dadurch der Armut nicht erfolgen.“
      Handelt es sich nun um einen Mangel des Textes oder der Aktion? Ist mit dem Hinweis darauf, dass „[o]hne die Gründe der Armut zu diskutieren oder den Wunsch diese herauszufinden […]“ gemeint, dass diese Diskussion im Text fehlt oder wird vom Autor unterstellt, dass die TeilnehmerInnen an der Aktion diese Diskussion unterlassen haben oder gar den Wunsch haben die Gründe für Armut nicht herauszufinden?
      An anderer Stelle schreibt der Autor:
      „Damit so eine substantielle Verbesserung eintritt, müsste die Aktion jedoch wiederholt werden. Es müssten Strukturen geschaffen werden, die ein mehrmaliges und effizientes Organisieren solcher Aktionen erlaubt. Davon wird jedoch im Artikel nicht gesprochen.“
      Ist hier gemeint, dass der Text fehlende Informationen aufweist oder wird die Aktion kritisiert?
      Auch wird darauf verwiesen, dass die Ziele nicht ganz klargelegt wurden. Auch hier: handelt es sich hier um eine Kritik am Text oder an der Aktion?
      D. h., es wird nicht immer ganz klar, wo die Kritik ansetzt (Text oder Aktion). Insgesamt ist das alles sehr verwirrend, da im Verlauf der Diskussion vom Autor auf Folgendes hingewiesen wird:
      „Es geht um den Artikel und dessen Aussage. Es ist ne Position der ÖH so nen Text online zu stellen. Und ich kritisiere eben den Fokus der im Artikel gelegt wird, was gesagt wird, wie es gesagt wird, was ausgelassen wird und co.“
      Hier wird vom Autor eingeräumt, dass es ihm v. a. um den Text geht. Aber wenn es in der Kritik hauptsächlich um den Artikel geht, warum lautet dann der Titel des Ersttextes „Warum ich keine Decken an BettlerInnen verteilt habe und meine Kritik daran“. Dieser Titel lässt eher vermuten – im Gegensatz zum letzten Zitat –, dass es vorwiegend um eine Kritik an der Aktion und nicht am Text geht.

      (2) In manchen Textstellen wird so getan, als ob es kollektive Akteure mit Intentionen gäbe. Auch wird in einigen Argumentation die differenzierte Wirkung von Handlungen bzw. Institutionen nicht berücksichtigt:
      „Es wird getan, als ob es das Ziel der Politik wäre, durch den Sozialstaat Menschen gutes zu tun.“
      Wer ist denn die „Politik“? Klar kann die Politik nichts Gutes tun, da die Politik kein intentionales Wesen ist. Lediglich einzelne PolitikerInnen können Gutes oder Schlechtes im Schilde führen. Und hier wird es sicher den ein oder anderen geben, der das Sozialsystem auch als Armutsbekämpfung oder Umverteilungsmechanismus ansieht. Auch wird hier eine theoretische Engführung betrieben. Es wird so getan, als ob eine gesellschaftliches Phänomen, hier das Sozialsystem, nur eine Wirkung und eine (primäre/wahre) Funktion hat, und zwar die der „systemnützlichen Verwaltung“ von Menschen. Auch wenn nicht in Abrede gestellt werden kann, dass es diesen Effekt gibt, werden alle anderen Wirkungen des Sozialsystems unter den Tisch gekehrt (z. B. Umverteilung, Solidarisierung, Generationengerechtigkeit etc.). Alles andere wird dann als „Missverständnis“ hingestellt, das die „wahre“ Analyse gesellschaftlicher Mechanismen verfehlt. In der Theologie wird so etwas „Dogmatik“ genannt.

      (3) Es werden suggestive Argumentationsweisen herangezogen:
      „Also kann es nur um die Linderung von Armut gehen. Konkret: Um ein Verwalten der Armut im Sinne der Betroffenen. Noch konkreter: Auch wenn die Gründe für das Betteln nicht abgeschafft werden, so wird das Betteln an sich angenehmer gestaltet. Durch bessere Kleidung, durch Kontakt mit UnterstützerInnen in Salzburg, durch Vermeidung von fremdenfeindlichen Übergriffen usw.“
      Ich gehe davon aus, dass der Begriff „konkret“ andeuten soll, dass die vorhergehende Aussage präzisiert wird. Zunächst wird die „Linderung von Armut“ mit dem „Verwalten“ derselben gleichgesetzt. Danach wird das „Verwalten“ mit dem „Angenehmer-Gestalten“ von Betteln in Zusammenhang gebracht. Es stellt sich die Frage, ob diese begrifflichen Gleichsetzungen/Assoziationen gerechtfertigt erscheinen. Hier bekommt man den Eindruck, dass klamm-heimlich durch begriffliche Veränderungen Bewertungen, die mit Begriffen mitschwingen, auf eine subtile Art und Weise verändert werden (ohne dies explizit zu machen).

      (4) Fehlende Argumentation/ verwirrende Begriffsverwendung:

      „Auch wenn im obigen Zitat versucht wird, die Aktion als Hilfe in einer Notsituation darzustellen, das ist sie nicht. Denn auch noch im Jänner, im Februar, im März und in all den anderen Monaten wird es Menschen geben, die (solange es der Staat erlaubt) betteln werden.“

      Hier ist die Argumentation alles andere als klar. Das Verschenken von Decken und Kleidungsstücken wird nicht als Linderung einer Notsituation aufgefasst, da es auch noch später Menschen geben wird, die betteln werden. Was ist hier unter Notsituation zu verstehen? Und was hat die Linderung von Notsituationen damit zu tun, ob diese oder ähnliche Situationen später wieder/nochmal auftreten? Hierzu ein Beispiel: Wenn die Feuerwehr einen Menschen aus einem brennenden Haus holt (= Hilfe in einer Notsituation), bleibt diese Rettung noch immer eine Hilfe in einer Notsituation, auch wenn die Feuerwehr im nächsten Monat nochmal ausrücken muss, um einen Menschen zu retten. D. h., eine Notsituation ist nicht deshalb keine mehr, nur weil die gleiche oder ein ähnliche Situation mehrmals auftritt. Ich denke, es gibt bessere Definitionskriterien für den Begriff „Notsituation“.

      (5) Ein zentrales Argument des Textes ist es, dass Verteilungsaktionen der diskutierten Form kontraproduktiv sein könnte, da der Staat aus der Verantwortung genommen wird.
      Hier ist darauf hinzuweisen, dass dieser Zusammenhang kein notwendiger ist (im Sinne eines sozialen Gesetzes). Der Autor räumt an einer Stelle selbst ein, dass es sich hierbei um einen „potentiellen“ Zusammenhang handelt: „Sie entlässt sogar den Staat potentiell in der Aufgabe für soziale Aufgabe aufzukommen.“ Ohne etwas über die Wahrscheinlichkeit der Fälle sagen zu können, gibt es grundsätzlich also folgende Möglichkeiten:
      (a) BürgerInnen organisieren Aktionen und der Staat stiehlt sich aus der Verantwortung.
      (b) BürgerInnen organisieren keine Aktionen und der Staat stiehlt sich aus der Verantwortung.
      (c) BürgerInnen organisieren keine Aktionen und der Staat stiehlt sich nicht aus der Verantwortung.
      (d) BürgerInnen organisieren Aktionen und der Staat stiehlt sich nicht aus der Verantwortung.
      Aus meiner Sicht wäre in Summe das beste Ergebnis erreicht, wenn (d) eintritt. Es wurde im Text der ÖH bzw. im zweiten Erfahrungsbericht auch darauf hingewiesen, dass beide Strategien „verfolgenswert“ sind.
      „Ich bin zum Schluss gekommen, dass es beides braucht. Poltisches, strukturveränderndes Handeln und zivilgesellschaftliches Engagement in Form solcher Aktionen.“
      Der Autor bemüht sich hierbei wiederum um eine Kritik an fehlenden Angaben im ÖH-Text:
      „Weil die Aktion hat ja gar keine Kritik an Staat und Kapitalismus. Sie entlässt sogar den Staat potentiell in der Aufgabe für soziale Aufgabe aufzukommen.“
      Der ÖH-Text beinhaltet keine konkrete Kritik an Staat und Kapitalismus. Unter der – zugegeben allgemeinen – Formulierung „politisches, strukturveränderndes Handeln“ können auch die Veränderung des Wirtschaftssystems gefasst werden. Dass sich die ÖH hier nicht auf eine bestimmte Analyse oder Kritik versteifen will (z. B. auf die Argumentation des Sozialstaates als Disziplinierungsmechanismus) erscheint nachvollziehbar,
      (a) da die gesellschaftlichen Veränderungsmöglichkeiten zahlreich sind und sich die ÖH vermutlich ohne einen demokratischen Prozess nicht auf eine Linie versteifen will.
      (b) zumal im Zentrum der Verteilungsaktion ganz einfach das zivilgesellschaftliche Engagement steht/gestanden ist. In einem kurzen Artikel eine fundierte Gesellschafts- oder Kapitalismuskritik zu entwerfen, wäre wohl fern von jeglicher Seriosität. Es handelt sich lediglich um persönliche Erfahrungs- und Meinungsberichte – nicht mehr und nicht weniger.

      (6) Diffuse Verantwortungszuschreibung
      Es ist darauf aufmerksam zu machen, dass das Argument des Autors, dass Aktionen dieser Art dazu führen, dass sich der Staat aus der Verantwortung nimmt, eine Zuschreibung von Verantwortung vornimmt, die alles andere als zwingend erscheint.
      „Weil die Aktion hat ja gar keine Kritik an Staat und Kapitalismus. Sie entlässt sogar den Staat potentiell in der Aufgabe für soziale Aufgabe aufzukommen.“
      Den Organisatoren der Verteilungsaktion wird nicht nur die Verantwortung für die Aktion sondern auch für das darauf folgende politische Handeln (z. B. der Regierung) zugeschrieben. Es stellt sich die Frage, ob dies nicht eine unzulässige und zu umfangreiche „Aufbürdung“ von Verantwortung darstellt; denn die Entlassung des Staates aus der Verantwortung hängt nicht nur an den Personen, die an dieser Aktion teilgenommen haben, sondern hoffentlich auch an den PolitikerInnen und dem gesamten Souverän.

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