Freie Bildung ist wie Verschwenden von Nahrung


… das könnte mensch als Quintessenz des Leserbriefs Studieren ohne Gebühren? von Klaus Schredelseker im derStandard verstehen. Sofort im Anfang seines Textes argumentiert er dies so

Oft heißt es, Bildung sei ein so hohes Gut, dass man sie nicht der kalten Logik reinen Wirtschaftlichkeitsdenkens überantworten dürfe. Natürlich ist Bildung ein sehr hohes Gut, aber noch wichtiger ist eine gesunde Ernährung. So wichtig sogar, dass niemand auf die Idee käme, Lebensmittel kostenlos anzubieten, denn jeder weiß, dass dies mit einer erheblichen Ressourcenvergeudung einherginge. Warum aber lassen wir Vergeudung im Bereich Bildung zu?

Es wäre jedoch zu billig hier nun zu sagen: Wer so einen Vergleich macht, der oder die disqualifiziert sich von selbst. Denn mit seiner Argumentation zeigt er zugleich einen Widerspruch bei vielen Unibrennt und Anti-Studiengebühren AktivistInnen auf. Diese fordern ja wirklich einerseits freie kostenlose Bildung für alle, an der Warenförmigkeit (sprich: der Notwendigkeit für die Ware zu zahlen) von Nahrung, haben sie selten etwas auszusetzen.

Dabei geht es mir nicht darum FÜR Studiengebühren zu plädieren. Wichtig ist mir aber auch zu sagen: Wer bei seiner Kritik an den gesellschaftlichen Verhältnissen Studiengebühren herauspickt und als Skandal präsentiert, die grundlegenden wirtschaftlichen Regeln (Profitzwang, Erpressung durch Privateigentum, Bedürfnisse ohne Kaufkraft zählen nichts, …) aber unbeachtet lässt, der agiert zynisch.

Denn genau die Argumentation die Bildung zu einem knappen Gut macht, erlaubt es dass Menschen ohne Geld vor vollen Supermärkten (ver)hungern. Wer eine Kritik an der Warenförmigkeit der Bildung hat, muss die Ware an sich (sprich: Produkte werden nur produziert, solange sie Profit versprechen) kritisieren.

Zu guter letzt möchte ich natürlich noch auf eine Frechheit hinweisen, die Karl Schredelseker in seinen ersten paar Sätzen verpackt hat.

denn jeder weiß, dass dies mit einer erheblichen Ressourcenvergeudung einherginge.

Mit dieser Aussage macht sich dieser Mann selbst lächerlich. Denn schon vor We feed the World und ganz sicher danach ist es klar, dass Nahrung in unserer Gesellschaft verschwendet wird. Gerade WEIL sie verkauft wird. Weil sie eben für den Profit produziert wird und NICHT für die Bedürfnisse der Menschen.

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