Kritik der Lohnnebenkosten-Ideologie


Vor ein paar Tagen habe ich bereits etwas zum Thema Lohnarbeit geschrieben. Passend dazu gibt es eine neue Seite http://lohnnebenkosten.net/

Wie bekannt sein dürfte, müssen Menschen, die nicht über genügend Vermögen verfügen, um andere für sich arbeiten zu lassen, auf dem Arbeitsmarkt ihre Arbeitskraft verscherbeln. D.h. sie müssen jemanden finden, der sie anstellt, damit sie dann für ihn arbeiten. Angestellt wird man dabei nicht aus Menschenfreundlichkeit; nein, der Unternehmer / die Unternehmerin erwartet sich da schon was davon. Nämlich, dass die ArbeiterInnen und Angestellten für ihn / sie Gewinn erwirtschaften.

Der Fokus liegt, wie überaschend, auf die Diskussion über Lohnnebenkosten. Fazit ist dabei

Wer für Lohnnebenkostensenkung plädiert, plädiert schlicht und einfach für eine Lohnsenkung. Und das kommt nur den Unternehmen zugute. Denn wenn diese keine Beiträge mehr zu Sozialversicherung und Co. zahlen, dann müssen die ArbeiterInnen und Angestellten privat für diese aufkommen. Und da ihr Lohn durch eine Lohnnebenkostensenkung ja nicht erhöht wird, bedeutet das eine weitere Verarmung der ArbeiterInnen und Angestellten. Denn diese müssen dann vom gleichen Lohn ganz alleine die Beiträge zu Sozialversicherung, Krankenversicherung und Pensionsversicherung zahlen!

Bei dem ganzen Gerede von den Lohnnebenkosten und ihrer Senkung handelt es sich um die Propagierung von weiteren Lohnsenkungen. Man sollte daher als lohnabhängiger Mensch nicht auf die die Lohnnebenkosten-Ideologie reinfallen!

Wer wissen will, wie dieses argumentiert wird, wirft einen Blick auf http://lohnnebenkosten.net/

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5 Antworten to “Kritik der Lohnnebenkosten-Ideologie”

  1. Ui, eine Website zum Thema Lohnnebenkosten wo nicht mal erklärt wird was das jetzt genau ist 😉

    Lohnnebenkosten senken ist sicher problematisch, weil es ja bedeutet dass pro ArbeiterIn weniger Geld an die Sozialversicherung etc, fliesst was ja dann wo abgeht (wie es ja zumindest im Bereich Aktuelles auch erwähnt wird), allerdings heisst eine Senkung nicht unbedingt, dass gar keine mehr gezahlt werden sondern eben weniger… wenn ein Unternehmen gar keine Lohnnebenkosten mehr zahlen will dann schafft es eben ein paar neue Selbständige oder ähnliches…. dafür brauchen sie keine Lohnnebenkostensenkungen, weil die sparen sie sich in dem und ähnlichen inzwischen verbreiteten Sonderfällen sowieso ganz… gerade grosse Firmen haben eh einen Haufen anderer Schlupflöcher…

    Aja, ich hab mir den Artikel durchgelesen, wo gefordert wird sie für Start-Ups für eine gewisse Zeit ganz zu streichen und das bedeutet ja nur, dass neue kleine (!) Firmen halt für eine Zeit befreit sind, klingt ja nicht so schlecht find ich, zumindest wenn die Kosten für deren MitarbeiterInnen in der Zeit vom Staat o.ä. übernommen werden….

    • Stimmt, was Lohnnebenkosten sind, sollte viell. a bissl genauer erklärt werden.

      Aber sonst: Nur weil es auch ANDERE Schlupflöcher gibt für Firmen, heissts ja nicht dass mensch das Thema Lohnnebenkosten ignorieren muss oder? Weil die Diskussion zu dem Thema gibts ja oft und da ist gut wenn viele Menschen wissen: Wenn von Lohnnebenkürzungen gesprochen wird, dann wirds in erster Linie um Lohnkürzungen gehen. Das ist ja nicht sofort im ersten Moment ersichtlich.

      • Ich würde eine Lohnkosten-Kürzung nicht automatisch als Lohnkürzung sehen, weil ich schätz mal, dass ich von dem was mir vom Lohn abgezogen wird das meiste eh nie wieder seh wenn man so schaut, was dafür alles bezahlt wird 😉
        Mein Geld wäre das so und so nicht, aber ja, es gibt Leute die sehen dass was die Firmen so direkt und indirekt an den Staat und Staatnahe Betriebe zahlen (Arbeitgeber bzw. Arbeitsnehmeranteil) als Teil des Lohns, ich schau mir lieber den Nettolohn an, weil das krieg ich sicher….

        • naja, aber klar ist schon auch: wenn bspweise bei den lohnkosten der teil für die pensionen gekürzt wird, dann wird in den medien/politik für private vorsorge getrommelt. Und die zahlt natürlich der/die lohhabhängige.

          klar: wenn du keinen wert auf pensionen und co legst bzw. (legitimerweise) davon ausgehst dass die wahrscheinlichkeit dass du eine kriegst niedrig ist, kanns dir egal sein. fakt ist aber: die firma zahlt weniger und du kriegst (vielleicht) weniger..

          offensichtlicher ists beim gesundheitssystem: stell dir vor die firmen zahlen weniger lohnnebenkosten und du dafür mehr bei der zahnärztin


  2. naja, aber klar ist schon auch: wenn bspweise bei den lohnkosten der teil für die pensionen gekürzt wird, dann wird in den medien/politik für private vorsorge getrommelt. Und die zahlt natürlich der/die lohhabhängige.

    klar: wenn du keinen wert auf pensionen und co legst bzw. (legitimerweise) davon ausgehst dass die wahrscheinlichkeit dass du eine kriegst niedrig ist, kanns dir egal sein. fakt ist aber: die firma zahlt weniger und du kriegst (vielleicht) weniger..

    offensichtlicher ists beim gesundheitssystem: stell dir vor die firmen zahlen weniger lohnnebenkosten und du dafür mehr bei der zahnärztin.

    Wenn das mit dem System so direkt funktionieren würde wäre es ja gut: Man zahlt mehr Abgaben und kriegt dann auch mehr aus dem System raus (oder wer anderer z.B. meine Eltern, Verwandten etc.), aber inzwischen ists ja so, dass man mehr zahlen muss aber sowieso weniger bekommt und auch die Anderen, weil es gibt eh immer mehr, was man selber zahlen muss, gerade beim Zahnarzt… und für Private Vorsorge haben sie ja auch schon getrommerl bevor sie zum Kürzen angefangangen haben…

    Ich halt das ganz System für ziemlich problematisch, aber dass Leute die eine Firma aufbauen wollen mal für eine Zeit nicht für alle Angestellten Lohnnebenkosten zahlen müssen ist bei dem ganzen (leider) noch das geringste Problem…

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