Klarer gehts kaum: Kapitalismus über alles


Diskutiere ich mit Menschen über unsere Wirtschaftsweise, meine Argumente warum ich den Kapitalismus für inhärent gegen ein gutes, schönes Leben gerichtet sehe, kommt auch manchmal das Argument

Demokratie ohne Kapitalismus geht gar nicht

Als würde das Recht, die Freiheit mit Geld andere Menschen einzustellen und mittels denen mehr Geld zu produzieren, ein Menschenrecht sein. Dabei reicht es ja schon den derStandard aufzuschlagen und zu sehen: Unsere Wirtschaftsweise kollidiert sogar mit unserer parlamentarischen Demokratie (die ja nicht gerade ein partizipatives basisdemokratisches System ist).

Am Sonntag wählen über neun Millionen Portugiesen Parlament und Regierung, doch entschieden wird nichts. Das Programm der nächsten Jahre ist längst in einem Memorandum festgelegt, das die Troika angesichts eines drohenden Staatsbankrotts mit EU-Kommission und IWF unterzeichnete.

Was jedoch NationalistInnen als Anlass nehmen sich für eine Stärkung des Staates einzusetzen, sollte vielmehr möglichst vielen Menschen klar machen: Statt nationalen Denken, sollte grenzenlose Solidarität praktiziert werden. Den solange es Denken in nationalen Grenzen gibt, liefert sich mensch der Konkurrenz um Standortvorteile aus, befördert Ressentiments gegen Länder die im Konkurrenzkampf schlecht aussteigen, usw usf.

Und nur damit klar ist, wer die Krise ausbaden darf.

Ein Blick in das Memorandum zeigt: Die Hilfe kommt die Portugiesen teuer zu stehen. Um das Defizit bis 2013 auf drei Prozent zu senken, wird überall noch einmal gespart, im öffentlichen Dienst, bei den Pensionen, im Bildungs- und Gesundheitswesen. Die Verbrauchersteuern werden angehoben, der Arbeitsmarkt weiter flexibilisiert. Infrastrukturprojekte werden verschoben, die Förderung für erneuerbare Energien heruntergefahren. Die Wirtschaft wird stagnieren, die Arbeitslosigkeit, die derzeit bei 12,4 Prozent liegt, wohl weiter steigen.

Die Interessenskonflikte liegen zwischen dem Interesse der Unternehmen billig produzieren zu können und dem Interesse der Menschen für ihre Arbeit entlohnt zu werden!

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5 Antworten to “Klarer gehts kaum: Kapitalismus über alles”

  1. Blöde Frage, woher kommt das zitierte Argument: „Demokratie ohne Kapitalismus geht gar nicht“?
    Ich kenns eher in die Richtung, dass Leute das Kapitalistische System und Demokratie gleichsetzen, also eher nicht mehr als zwei System sehen (das Kapitalistische System betrift ja nicht nur die Wirtschaft), aber wenn man mit denen diskutiert dann können sie eher nicht belegen, dass Demokratie Kapitalismus braucht und umgekehrt sowieso nicht (wie man ja in den Ostblockstaaten zumindest zum Ende hin gesehen hat)… wobei, das was in machen Ländern unter Demokratie verstanden wird mit der ursprünglichen Theorie langsam schon fast sowenig zu tun hat wie das was sie in den sogenannten Ostblockstaaten gemacht haben mit dem ursprünglichen Kommunismuskonzept…

    Wobei ich mit dem Ausdruck „schönes Leben“ auch nicht soviel anfangen kann, weil bei vielen Leuten bedeutet das heutzutage eh nur, möglichst viel und vor allem möglichst viel mehr als die Anderen konsummieren zu können… und dafür ist der Kapitalismus ja eine gute Vorraussetzung… wenn es den Portugiesen schlecht geht (und den Griechen etc.) dann bedeutet dass dort das Urlaub machen billiger ist und das gefällt in anderen Ländern leider sicher vielen…

    • Das Zitat ist eher so gemeint dass ich das öfters in Diskussionen zu hören bekomme.

      aber wenn man mit denen diskutiert dann können sie eher nicht belegen, dass Demokratie Kapitalismus braucht und umgekehrt sowieso nicht
      das kommt auch sehr sehr oft vor. stimmt

      Wobei ich mit dem Ausdruck „schönes Leben“ auch nicht soviel anfangen kann
      Du hast natürlich recht, das ist ein recht vager Begriff. Andererseits schliesst „das schöne Leben für alle“ ja auch dass es ein schönes Leben auf Kosten anderer geht….

  2. Die Frage ist doch: Was heißt Demokratie? Alle 5 Jahre irgendwo ein Kreuz machen, damit sich nichts ändert. Ein gigantischer Gewaltapparat, der auf der Zustimmung seiner BürgerInnen basiert – und immer noch ein Gewaltapparat ist. Ein System, in dem das Eigentum geschützt ist und alles was man abwählen kann sind die PolitikerInnen, die den Laden verwalten. In der politische Willensbildung sich im „Ja“ zu einer von etwa 5 Führungspersonen erschöpft.

    Wenn man eine unidealistische Vorstellung von Demokratie hat, dann passen Kapitalismus und Demokratie (Volks-Herrschaft) tatsächlich zusammen. Was nicht heißt, dass Kapitalismus nicht auch ohne Demokratie ginge. Kommunismus hingegen sollte ein Zustand sein, wo es weder ein „Volk“ gibt (nämlich die unterschiedslose Unterwerfung der Menschen unter die Staatsgewalt) noch die Herrschaft desselben. Insofern gibt’s da dann auch keine Demokratie.

    Übrigens: Doch, die Freiheit des Eigentums ist ein Menschenrecht.
    Bei dem Interessenskonflikt gebe ich dir recht.

    Siehe:
    http://www.junge-linke.org/de/die_demokratie_und_ihre_idealisten
    http://doku.argudiss.de/?Kategorie=all#297

    • Deinen Anmerkungen zum Thema Demokratie kann ich zustimmen. Denke zwar dass ich schon a bissl angeschnitten habe wie „demokratisch“ ich die parlamentarische Demokratie finde. Grundsätzlich: Das Wort Demokratie sinnvoll besetzen find ich nit so schlecht.

      Doch, die Freiheit des Eigentums ist ein Menschenrecht.
      Na eh, da bin ich halt imma a bissl ungenau beim formulieren. „sollte“ wäre wohl besser gewesen

  3. Telepolis zum Thema Portugal:
    Keine Wahl in Portugal – Über die EU-Nothilfe soll jeder neuen Regierung nach den Wahlen am Sonntag ein strenger Sparkurs diktiert werden
    http://www.heise.de/tp/blogs/8/149944

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