Rau mal wieder: Griechenland


Beim „Einserkastl“ des derStandard schreibt Rau am 11.Mai

Der Grieche ist ja an sich faul und macht sich für unser Geld ein gutes Leben – schreien die österreichischen und die deutschen Krawallzeitungen. Das Mindeste wäre daher, schreibt jetzt allen Ernstes der neue Chefredakteur von Heute, dass die Griechen uns umsonst Urlaub machen lassen.

Das klingt ja nicht schlecht. Doch Vorsicht, wie so oft, folgt auch hier ein grosses grosses Aber

Wie bei fast jedem populistischen Blödsinn gibt es dabei Spurenelemente von Wahrheit. …
Griechenland ist aus historischen Gründen (500 Jahre osmanische Fremdherrschaft) ein Staat ohne viel Bürgersinn seiner Bewohner.

Das sich auch die Loyalität der Bevölkerung dem Land gegenüber in Grenzen hält, könnte ja auch vielleicht an der noch nicht so lange vergangenen rechten Militärdiktatur liegen.

Gut tut da der Artikel der Föderation der ArbeiterInnen-Syndikate

,,Wir bluten für die Pleitegriechen“ wettern Schundblätter wieder. Die ,,liberalen Qualitätszeitungen“ stehen dem um nichts nach, auch wenn sie um eine gesittetere Sprache bemüht sind. Es wird kritiklos über eine ,,Griechenlandhilfe“ gesprochen, welche vor allem die MitteleuropäerInnen bezahlen müssen. Da werden absurde Beschreibungen über einen angeblich ,,zu hohen Lebensstil der Griechen“ – alles auf ,,unsere“ Kosten – abgegeben. Die griechische Bevölkerung wird dargestellt, als wären sie allesamt Gauner und noch dazu undankbar.

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4 Antworten to “Rau mal wieder: Griechenland”

  1. Ich halt den Artikel durchaus für problematisch, aber die Kritik bez. Steuern klingt für mich plausibel, ich weiss aber nicht, wie das Steuersystem in Griechenland ausschaut… aber wenn es dort auch so ist, dass sich div. Firmen ums Steurzahlen rumdrücken können ist es ja blöd wenn jetzt indirekt die „Hackler“ aus anderen europäischen Staaten dafür zahlen sollen…

    • Naja, die Schulden in Griechenland, kommen von dem Geld dass sich Griechenland als Staat + Griechenlands Firmen von deutschen/französischen/.. Banken geliehen haben. Da können die griechischen HacklerInnen auch nit viel dafür. Die zahlen zu lassen ist genauso unfair wie andere HacklerInnen zahlen zu lassen.

      Ironie: Das Geld für Griechenland was geschnürt wurde (und wohl nochmal wird) geht zurück an Banken in Deutschland/Frankreich/…

      • Klar sollen die HacklerInnen in Griechenland nicht drunter leiden. Aber dafür wärs wohl notwendig, dass Griechenland nicht von externen Geldzuwendungen abhängig ist und dafür wäre es wohl notwendig, dass ihr eigenes Steuersystem funktioniert (dass die die entsprechend viel Geld haben auch entsprechend Steuern zahlen)?

      • Aber dafür wärs wohl notwendig, dass Griechenland nicht von externen Geldzuwendungen abhängig ist und dafür wäre es wohl notwendig, dass ihr eigenes Steuersystem funktionier
        Ist leichter gesagt als getan. Genau das gleiche Problem wirds zb in Tunesien, Ägypten, … auch geben.

        Weil: Geld kommt rein über Exporte. Nur was exportieren? Griechenland hat keine starke moderne Industrie, mit niedrigen Löhnen punkten ist aufgrund der Proteste schwierig, Tourismus läuft derzeit auch nicht gut.

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