(Anti–)Kapitalismus(-Kritik): Antikapitalismus (3/5)


Dieses Posting stellt den dritten von fünf Teilen einer von mir geschriebenen Einführung rund um das Thema (Anti–)Kapitalismus(-Kritik) dar. Über Feedback freue ich mich natürlich sehr… (Vorherige Teile: Motivation, Kapitalismuskritik. Die nächsten Teile der Reihe: Kapitalismus ist Querschnittsmaterie, Weiterführend)

Warum sich nicht nur auf die Kritik von multinationalen Konzernen beschränken? Natürlich, der Konkurrenzdruck und das Streben nach Profit ist auch kleineren Firmen und Unternehmen zu  Eigen. Jedoch sind diese durch Staat und dem eigenen Finanzkapital in deren Verhalten eingeschränkt und verhalten sich dadurch nicht in diesem grossen Masse schädigend.

Wer sich auch gefragt hat, wann nun dieser Karl Marx von mir gennant wird, wird nun fündig.Marx zielt in seinen Büchern auf die wissenschaftliche Analyse des kapitalistischen Systems und kommt dadurch zu mehreren Schlüssen, die für eine wissenschaftliche und fundierte Kapitalismuskritik (in diesem Falle dann auch Antikapitalismus) notwendig sind.

Was ist Marxs Kritik an kapitalistischen Vorgehensweisen. Für ihn existiert der implizite und unbedingte Widerspruch der Klassen im kapitalistischen System.

Es gibt zwei Klassen. Die eine Klasse besteht aus den KapitalistInnen, also denjenigen, welche Produktionsmittel (Kapital, Fabriken, …) besitzen. Die andere Klasse besteht aus den Menschen, welche über diese Produktionsmittel nicht verfügen und sich also in ein Anstellungsverhältnis begeben (müssen). Diese Klasse wird ArbeiterInnenklasse genannt.

Der Widerspruch und der Kampf dieser Klassen gegeneinander ist leicht ersichtlich an den Anfängen des Kapitalismus. Die äusserst langen Arbeitszeiten, die geringe Bezahlung, die Gewalt gegenüber ArbeiterInnen, … Nur durch Gewerkschaften und politischen Druck leben wir nun in einer Gesellschaft, welche signifikant bessere Arbeitsbedingungen aufweist. Daher ist in westlichen Ländern der Klassenkonflikt unbewusst und oft nicht thematisiert. Uns geht es ja sehr gut (im Gegensatz zu ArbeiterInnen in Ländern wie China, Russland, Vietnam, Afrika, …).

Wir stellen also fest, in vielen Ländern der Welt werden ArbeiterInnen offensichtlich und klar ausgebeutet. Ist das in unserer Gesellschaft anders?

Sehen wir uns das genauer an. Damit eine Firma Geld verdienen kann, muss sie Mehrwert produzieren. Dieser Mehrwert errechnet sich aus den Ausgaben (Lohn + andere Ausgaben) und den Einnahmen. Würde nun ein Unternehmen die ganzen Einnahmen unter den ArbeiterInnen verteilen, so würde kein Mehrwert entstehen.

Um Mehrwert zu erzeugen, werden den ArbeiterInnen nicht für das bezahlt was sie an Wert produzieren (der Mehrwert) sondern ein beliebiger Wert (der sich durch Qualifikation, Arbeitsmarkt, …) ergibt.

Wenn Ausbeutung nun dadurch definiert wird, dass mensch weniger bezahlt bekommt als er/sie an Wert (des Produktes der Ware auf dem Markt) produziert, so ist es klar dass in einem kapitalistischen System Ausbeutung implizit vorhanden ist.

Wie kann es dann jedoch zu so grossen Arbeitsbedingungsunterschieden zwischen westlichen und ,,Entwicklungsländern“ kommen?

Wenn der Mehrwert um einen Betrag 1000 steigt (z.b. durch verbesserte Technologie) so kann das Unternehmen beispielsweise die Löhne um den Betrag 300 erhöhen. Das führt also zu einer Steigerung des Lohnes. Oder die Firma verbessert die Arbeitsbedingungen, was wieder 300 kostet.In beiden Fällen stellt sich also eine Verbesserung für die ArbeiterInnen ein. Die Ausbeutung verschwindet jedoch nicht, ganz im Gegenteil. Da die Effizienzsteigerung nicht zur Gänze an die ArbeiterInnen weitergegeben wird, erhöht sich der Anteil der Einnahmen die eben nicht den ArbeiterInnen ausbezahlt werden.Verbesserte Arbeitsbedingungen und höhere Löhnen schliessen also Ausbeutung nicht aus.

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24 Antworten to “(Anti–)Kapitalismus(-Kritik): Antikapitalismus (3/5)”

  1. Natürlich wird der Mehrwert nicht weitergegeben, da ja auch der Unternehmer (oder „Kapitalist“) nicht nur Arbeitseinsatz leisten muss (Aufbau des Unternehmens, Managing, Controlling etc.), sondern auch persönlich risikobehaftet ist. Wenn das Unternehmen pleite geht oder rote Zahlen schreibt, gibt’s für die Angestellten im Normalfall Absicherungen – der Unternehmer oder Aktionär hingegen fährt schnell mal ins Minus und darf dann Schulden abarbeiten, meistens natürlich in einem Angestelltenverhältnis. Dazu kommt die Tatsache, dass ein Unternehmen die ersten fünf Jahre normalerweise überhaupt keinen Gewinn macht und auf Schuldenbasis agiert. Der Angestellte bekommt vom ersten Tag an einen Fixlohn bezahlt und hat darauf auch ein gesetzlich gesichertes Recht. Somit ist es für mich mehr als verständlich, wenn man als Kapitalgeber irgendwann auch mal was von seiner Investition sehen will und nicht alles an die Arbeiter – die ja, wenn sie Bock haben, gerne auch selbst als Unternehmer agieren können, dazu gibt es ja Kredite – abtreten möchte.

    • Wie oben kurz erwähnt: Ausbeutung ist nicht moralisch definiert. Also gehts weniger darum zu sagen: „die sind böse und die anderen die guten“.
      (Hinweis: In „real life“ ists aber natürlich auch oft genug so dass die ArbeitgeberInnen wesentlich mehr Macht und mehr Geld zur Verfügung haben.)

      Wichtiger ist der Punkt: Durch die Konstellation (ArbeitnehmerInnen und ArbeitgeberInnen, also ArbeiterInnen und KapitalistInnen) ergibt es sich, dass der Gewinn der KapitalistInnen durch den Lohn an die ArbeitnehmerInnen geschmält wird. Dadurch ein inheränter Interessenskonflikt. Und die Kritik geht daran, dass unser ganzes Wirtschaftssystem auf diesem Konflikt aufbaut. Anstelle von gemeinschaftlichen produzieren und demokratischen Aushandeln, wird im Kapitalismus Entscheidungen mittels Macht (Streik vs. Gehaltskürzungen, …) entschieden.

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  4. Interessante Kurz-Zusammenfassung vom Marxs Theorien (kannn ich nicht überprüfen, wie gut sie ist, also die Zusammenfassung 😉 )…

    Aber ich glaub, wie in meinen vorigen Kommentaren schon erwähnt, dass es zumindest in Mitteleuropa keine so klare Trennung mehr zwischen ArbeiterInnen und KapitalistInnen mehr gibt…

    Zur Zeit vom Marx war das wohl noch anders… aber ich denk mal, so als Basis um gewisse Mechanismen erklären zu können sind seine Theorien wohl nicht so schlecht (sonst würden sich ja heute nicht so viele Leute damit beschäftigen, aich Leute die keine AnhängerInnen von ihm sind)…

    Was ist mit einem Konzernchef von einer Aktiengesellschaft? Dem gehört der Betrieb ja eigentlich gar nicht mehr… klar er hat mehr Möglichkeit was vom Gewinn zu bekommen und auch die Möglichkeit sich Privilegien zu verschaffen… aber das haben die Leute mehrere Stufen darunter auch noch (halt jeweils entsprechend weniger, abhängig von der Hierarchiestufe)…

    Was ist mit ArbeiterInnen die Aktien haben? Die bekommen ja auch einen teil des Gewinns (halt je nach Anteilen halt nicht so viel)?

    Das sind nur mal zwei Beispiele die mir mal so eingefallen sind….

    • Ob einer Aktiengesellschaft die Firma gehört oder den MitarbeiterInnen selbst. EInes bleibt gleich, die Löhne werden vom Gewinn abgezogen und mindern so den Profit. Für den Profit einer Firma (egal wem sie gehört) sind Löhne der dort arbeitenden Menschen IMMER was möglichst klein zu haltendes.

      Daher folgt auch der grundsätzliche Interessenskonflikt zwischen Firma und ArbeitnehmerInnen. Das ist jetzt so (wenn auch verschleierter) wie auch zu Marxs Zeiten.

      • Ok, ein gewisser Mechanismus ist gleich geblieben… allerdings hat sich aber auch die Situation von einigen ArbeiterInnen geändert, die den Firmen schon auch gewisse Rahmenbedingungen vorgeben können (halt wohl nicht von sovielen)…. gerade in kleineren Betrieben…

      • Versteh nicht ganz was du meinst, magst es genauer sagen?

  5. Teil 4? 😉

    • nur keinen stress, ausserdem: die anderen teile sind eh weniger spannend *g*

      • Ich bin aber neugierig… außerdem woher weist Du, wie spannend die Artikel werden, vielleicht fallen Dir ja noch haufenweise spannende Sachen ein 😉
        (OK, das ist ein Argument dafür, dass Du Dir noch Zeit lassen solltest….)

  6. Stefon: Versteh nicht ganz was du meinst, magst es genauer sagen?

    Ui, ähm… naja in kleineren Firmen gibt’s ja nicht mehr so Hierarchien und der Gewinn ist auch nicht so gros, dass die BesitzerInnen am Ende soviel mehr Geld bekommen wie die Angestellten v.a. bei recht spezialisierten Firmen wo es schwer ist geeignete Leute zu bekommen… also wo die FirmeninhaberInnen damit rechnen müssen, dass die Leute einfach woanders hingehen wenn sie zuwenig Geld bekommen oder ihnen was anderes nicht passt….

    • Nehmen wir das „Extrem“beispiel und die Firma gehört allen MitarbeiterInnen gemeinsam. Also keine Hierarchien und kein Chefs die den Gewinn für sich abschöpfen.
      Dann beuten sich die ArbeiterInnen SELBST aus. Weil sie müssen dann selbst mit dem Widerspruch zwischen Unternehmensgewinn und Lohnhöhe umgehen. Bzw: Was passiert wenn die Zeiten härter werden? Wenn Verlust gemacht wird? Verzichten alle MitarbeiterInnen auf einen Teil des Lohns? Werden Personen entlassen?

      Da ists ganz egal obs Chefs gibt oder nicht. Den Widerspruch zwischen dem Profitzwang der Firma und den Menschen die für den Profit arbeiten lassen, lässt sich so nicht beheben.

      • Wenn ihnen die Firma gehört ist es eher schwierig, wenn sie nur angestellt sind können sie aber eh kündigen… allerdings gibt’s das Problem mit besseren und schlechteren Zeiten doch eh immer unabhängig vom wirtschaftlichen/ gesellschaftlichen System… hat es ja auch schon vor dem Kapitalismus gegeben… vor der Industrialisierung anscheinend noch drastischer als heute…

      • Naja aber was bedeutet „schlechte“ Zeiten konkret in der Wirtschaftskrise: Es gibt von allem genug. Doch es gibt nicht genug Menschen die sich das Zeugs leisten können/wollen.
        Ist ja aus der Perspektive „Wirtschaft sollte dazu da sein Bedürfnisse zu decken“ äusserst absurd.

        Stimmt, frühere Krisen gabs auch. Aber erst seit kurzen (ein paar Jahrzenten, viell. 100 Jahren) sind wir in der Situation dass sich unsere Produktivität ständig erhöht. Es von allem immer mehr gibt. Wir weniger Zeit brauchen zur Produktion der Güter. Wenn ein Mensch hungert, kein Dach hat, … hatte das früher eher den Grund dass es kein Haus, keine Nahrung, … gab. Jetzt gibts nur einen Grund: Die Person kann es sich nicht leisten.

  7. Stefon: Naja aber was bedeutet „schlechte“ Zeiten konkret in der Wirtschaftskrise: Es gibt von allem genug. Doch es gibt nicht genug Menschen die sich das Zeugs leisten können/wollen.
    Ist ja aus der Perspektive „Wirtschaft sollte dazu da sein Bedürfnisse zu decken“ äusserst absurd.

    Stimmt, frühere Krisen gabs auch. Aber erst seit kurzen (ein paar Jahrzenten, viell. 100 Jahren) sind wir in der Situation dass sich unsere Produktivität ständig erhöht. Es von allem immer mehr gibt. Wir weniger Zeit brauchen zur Produktion der Güter. Wenn ein Mensch hungert, kein Dach hat, … hatte das früher eher den Grund dass es kein Haus, keine Nahrung, … gab. Jetzt gibts nur einen Grund: Die Person kann es sich nicht leisten.

    Also das mit dem „Früher“ ist ein bissl schwierig, weil es ja einen großen Zeitraum abdeckt, also alles was vor heute passiert ist… und da ist so einiges passiert und da hat es so einige Systeme gegeben… da hat’s duchaus auch Zeiten gegeben, wo genug da war aber halt einigen Menschen vorenthalten worden ist, auch ohne Kapitalismus (ich kenn mich aber leider nicht genug aus, dass jetzt mit Quellen zu belegen)… ich fürcht, dass es das so gut wie immer gegeben hat, dass es Leute gegeben hat die mehr Macht und Einfluß gehabt haben und andere Leute unterdrückt haben…. allerdings müsste es wohl einen fixen Anfang des Systems Kapitalismus geben damit man sagen kann, es war vor dem Kapitalismus 😉

    • Habe auch nie behauptet dass es „früher“ besser gewesen wäre. Natürlich wurden da Menschen mit anderen Mitteln unterdrückt.

      Nichts destotrotz ist das ja kein Grund nicht für ein bessere System zu kämpfen. Bzw. zuerstmal die inneren Widersprüche des jetzigen aufzuzeigen.

      Und trotz alledem nochmal der Hinweis: Solche eine Produktivität, solche eine Masse an Waren und Dienstleistungen hat es in der Menschheitsgeschichte noch nie gegeben. Egal zu welcher Zeit.

      • Nein, die Situation die es heute gibt hat es vor Beginn der Industrialisierung nicht gegeben… aber auch bei weitem die Bevölkerung von heute…

        Widersprüche aufzeigen und Systeme hinterfragen ist wichtig und war auch immer wichtig… sich um Verbesserungen bemühen auch…

        Allerdings sind die Chancen halt nicht so groß, und daran ist nicht allein das aktuelle System schuld… aber Verbesserungen im Kleinen sind denk ich schon möglich…

      • Selbst in Bezug auf die Bevölkerung. Meine also keine Produktivität in absoluten Zahlen (also z.b. wir sind 10x mehr Menschen, also produzieren wir 10x so viel). Sondern auch in Relation zur Bevölkerung mehr (quasi: ein Mensch produziert 50x mehr wie vor 100 Jahren).
        Sieht Mensch ja auch am Bsp. Nahrung => Davon gibts massig und mehr als genug und trotzdem verhungern genug Menschen.

        Wegen Chancen: Stimmt, die sind nit so gross. Habe ich aber auch nit behauptet oder? *g*

        Aber widersprechen würde ich dir bei Verbesserungen im Kleinen. Stimmt, Änderungen im Kleinen sind sicher möglich. Aber Verbesserungen?! Ists besser wenn (wie im Bsp beschrieben) Kinder gar nicht arbeiten (sprich die Familie hungert), das Kind Fussbälle produziert für den Norden oder sich prostituiert?

        Bzw. von welchen Verbesserungen sprichst du? Und klar: Gegen kleine Änderungen zu sein, kann schnell zynisch wirken. Aber bei Änderungen sollte mensch bewusst sein wo es hingehen soll. Denn wenn mensch die Änderungen darauf nicht prüft, muss es auch keine Verbesserung sein.

  8. Stefon: Aber widersprechen würde ich dir bei Verbesserungen im Kleinen. Stimmt, Änderungen im Kleinen sind sicher möglich. Aber Verbesserungen?! Ists besser wenn (wie im Bsp beschrieben) Kinder gar nicht arbeiten (sprich die Familie hungert), das Kind Fussbälle produziert für den Norden oder sich prostituiert?

    Bzw. von welchen Verbesserungen sprichst du? Und klar: Gegen kleine Änderungen zu sein, kann schnell zynisch wirken. Aber bei Änderungen sollte mensch bewusst sein wo es hingehen soll. Denn wenn mensch die Änderungen darauf nicht prüft, muss es auch keine Verbesserung sein.

    Rosa: Änderungen nur aufgrund von oberflächlichen Richtlinien bringen wohl nicht soviel (außer ein gutes Gewissen für manche Leute und eine Marketingmöglichkeit für die Firmen)

    Wenn Kinder in die Schule gehen können ist es besser als wenn sie es nicht können…. wenn sie lernen gewisse Zusammenhänge zu verstehen etc. … klar ändert sich deshalb deren Situation nicht automatisch, aber sie bekommen eher die Möglichkeit dafür… aber es ist halt nur ein Schritt in die Richtung…

    Außerdem gar keine Änderungen zu akzeptieren weil kleine Änderungen für zu klein gehalten werden bringt zwar, dass man furchtbar toll ideologisch ist und es sicher einen Haufen Leute gibt, die das toll finden, aber was bringt es den Leuten die von den Problemen betroffen sind? Was glaubst Du, was die Kinder sagen, die arbeiten müssen, wenn sie hören, dass man ihnen nicht helfen soll, weil es an der Gesamtsituation in ihrem Land und v.a. der Weltwirtschaft dadurch nichts ändert?

    Also nix dagegen kleine Änderungen nicht zur großen Revolution zu machen aber Sinn machen sie deshalb schon (halt natürlich nicht alle, wobei es auch schwierig ist eine Situation aufgrund von irgendwelchen (europäischen) Zeitungsartikeln zu beurteilen)….

    Als in einem wirtschaftlich und sozial relativ stabilen Land lebende ist aber natürlich generell schwer die Situation woanders zu beurteilen (bzw. schon die von in anderen Verhältnis lebenden Leute im eigenen Land)…

    • Rosa: „Wenn Kinder in die Schule gehen können ist es besser als wenn sie es nicht können…. wenn sie lernen gewisse Zusammenhänge zu verstehen etc. … klar ändert sich deshalb deren Situation nicht automatisch, aber sie bekommen eher die Möglichkeit dafür… aber es ist halt nur ein Schritt in die Richtung…“
      Naja aber es ist ja nur weil es weniger Kinderarbeit gibt, nit sicher dass die Kinder in die Schule gehen (wenn wir beim Bsp. bleiben)

      Oder anders: Wenn aufgrund sinkender Reallöhne in Ö mehr „normale“ statt Fairtrade Bananen eingekauft werden, wirkt sich das auch nachteilig aus auf die Lebenssituation vieler. Also auch Fairtrade eine negative Abhängigkeit in meinen Augen.

      Rosa: Außerdem gar keine Änderungen zu akzeptieren weil kleine Änderungen für zu klein gehalten werden bringt zwar, dass man furchtbar toll ideologisch ist und es sicher einen Haufen Leute gibt, die das toll finden, aber was bringt es den Leuten die von den Problemen betroffen sind? Was glaubst Du, was die Kinder sagen, die arbeiten müssen, wenn sie hören, dass man ihnen nicht helfen soll, weil es an der Gesamtsituation in ihrem Land und v.a. der Weltwirtschaft dadurch nichts ändert?

      Ich habe NICHT gesagt dass es sinnvoll ist keine Änderungen zu akzeptieren. Aber ich finde die Änderungen müssen im Kontext einen Ziels erfolgen. Weil sonst weiss mensch ja nicht welche Änderungen erstrebenswert sind und welche nicht.
      Naja aber WIE willst du den Kindern dort helfen? Spenden? Kinderarbeit verbieten?

      Rosa: Als in einem wirtschaftlich und sozial relativ stabilen Land lebende ist aber natürlich generell schwer die Situation woanders zu beurteilen (bzw. schon die von in anderen Verhältnis lebenden Leute im eigenen Land)…
      Stimme dir zu, das ist schwierig, keine Frage

      • Stefon: Naja aber es ist ja nur weil es weniger Kinderarbeit gibt, nit sicher dass die Kinder in die Schule gehen (wenn wir beim Bsp. bleiben)

        Nein, das ist klar. Ich mein, wenn man den Kindern helfen will muss man nicht nur Kinderarbeit verbieten sondern auch dafür sorgen, dass sie in die Schule gehen können. also nur mit irgendwelchen Gesetzen oder kaum überprüfbaren Abkommen zwischen „westlichen“ Firmen und den Firmen und Fabriken in den Entwicklungsländern wird man das nicht regeln können…

        das mit den Bananen versteh ich nicht, die Rükkoppelung hat man ja eh immer? Ziel von einem stabilen System ist natürlich dass man darauf irgendwie sinnvoll reagieren kann…

        Stefon: Ich habe NICHT gesagt dass es sinnvoll ist keine Änderungen zu akzeptieren. Aber ich finde die Änderungen müssen im Kontext einen Ziels erfolgen. Weil sonst weiss mensch ja nicht welche Änderungen erstrebenswert sind und welche nicht.
        Naja aber WIE willst du den Kindern dort helfen? Spenden? Kinderarbeit verbieten?

        Spenden, Schulen bauen und ausstatten, etc.
        Aber Gesetze machen, die Kinderarbeit und Ausbeutung illegal machen sind auch wichtig. Zumindest in Europa haben sie ja auch irgendwann geholfen…

        Und klar muss man das ganze in einen Kontext stellen. Wobei ich davon ausgehe, dass die meisten Leute so und so wissen, was sie für erstrebenswert halten 😉

  9. Rosa: das mit den Bananen versteh ich nicht, die Rükkoppelung hat man ja eh immer? Ziel von einem stabilen System ist natürlich dass man darauf irgendwie sinnvoll reagieren kann…
    Was ich damit sagen wollte: Das Wohlergehen von Menschen hängt ab von der Kaufkraft anderer Menschen. Fnde ich zynisch.

    Rosa: Spenden, Schulen bauen und ausstatten, etc.
    Aber Gesetze machen, die Kinderarbeit und Ausbeutung illegal machen sind auch wichtig. Zumindest in Europa haben sie ja auch irgendwann geholfen…

    Die Frage ist: Wie soll das passieren? Wie sollen das die Staaten bezahlen, selbst wenn sie es wollten? Der Schuldendienst lässt da wenig Spielraum.

    Warum Europa es sich leisten kann (auch sehr unterschiedlich von Land zu Land; und: es wird ja eh gespart in Schulen und Unis, auch in Ö): Es sind halt eher die wirtschaftsdominanten Ländern, die haben einfach mehr Möglichkeiten als andere Länder.

    „Und klar muss man das ganze in einen Kontext stellen. Wobei ich davon ausgehe, dass die meisten Leute so und so wissen, was sie für erstrebenswert halten “
    Finde ich eben NICHT. Wenn mein Ziel es ist, einen Wechsel von einer auf Profit&Wachstumszwang basierenden Wirtchaftsweise auf eine bedürfnisorientierte zu erreichen, dann steh ich zb Fairtrade und Co ganz massiv skeptisch gegenüber.

    • Rosa: das mit den Bananen versteh ich nicht, die Rükkoppelung hat man ja eh immer? Ziel von einem stabilen System ist natürlich dass man darauf irgendwie sinnvoll reagieren kann…

      Stefon: Was ich damit sagen wollte: Das Wohlergehen von Menschen hängt ab von der Kaufkraft anderer Menschen. Fnde ich zynisch.

      Rosa: In einer arbeitsteiligen Gesellschaft hängen leider immer Teile der Gesellschaft von anderen ab… würde sich ja auch ohne Geld nicht ändern, oder? Beste Alternative wäre wohl Selbstversorgung oder zumindest teilweise Selbstversorgung (wobei es ja Fair Trade Projekte gibt, zumindest meines Wissens, die das fördern. Dann sind die Leute nicht ganz so abhängig vom Markt)

      Rosa: Spenden, Schulen bauen und ausstatten, etc.
      Aber Gesetze machen, die Kinderarbeit und Ausbeutung illegal machen sind auch wichtig. Zumindest in Europa haben sie ja auch irgendwann geholfen…

      Stefon: Die Frage ist: Wie soll das passieren? Wie sollen das die Staaten bezahlen, selbst wenn sie es wollten? Der Schuldendienst lässt da wenig Spielraum.

      Also zu der konreten Umsetzung fragst Du besser Leute die sich mit Politik und Wirtschaft besser auskennen. Aber es gibt eh schon Fair Trade Organisationen die ihre Mehreinnahmen durch den Wegfall von komplexeren Zwischenhändlerstrukturen und den höheren Martpreis für den Bau lokaler Infrastruktur verwenden… Entwicklungshilfegfelder könnten dafür eingesetzt werden (und werden es eh schin) etc.

      Rosa: „Und klar muss man das ganze in einen Kontext stellen. Wobei ich davon ausgehe, dass die meisten Leute so und so wissen, was sie für erstrebenswert halten “

      Stefon: Finde ich eben NICHT. Wenn mein Ziel es ist, einen Wechsel von einer auf Profit&Wachstumszwang basierenden Wirtchaftsweise auf eine bedürfnisorientierte zu erreichen, dann steh ich zb Fairtrade und Co ganz massiv skeptisch gegenüber.

      Häh? Du stellst es für Dich in einen Kontext und die anderen eben auch, eben in einen der ihrer Sicht entspricht… wobei mich mal interessieren würde, was Du genau unter Fair Trade verstehst? Die „Werbe-Projekte“ von irgendwelchen grossen Firmen, die eh nur von ihren anderen Schandtaten ablenken wollen? Oder auch kleinere Projekte, wo auf lokaler/ regionaler Ebene die Menschen gefördert werden und alternative Möglichkeiten aufgezeigt werden? Eine generelle Änderung der derzeitgen wirtschaftlichen Situation haben die nicht zur Folge, aber sie helfen eben zumindest einigen Leuten und sie zeigen auf, was man ändern könnte… in Europa hat die Bio-Bewegung ja auch zu einem Umdenken geführt, auch wenn einige Errungenschaften schon wieder verschwunden sind…

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