(Anti–)Kapitalismus(-Kritik): Kapitalismuskritik (2/5)


Dieses Posting stellt den zweiten von fünf Teilen einer von mir geschriebenen Einführung rund um das Thema (Anti–)Kapitalismus(-Kritik) dar. Über Feedback freue ich mich natürlich sehr… (Vorherige Teile: Motivation. Die nächsten Teile der Reihe: Antikapitalismus, Kapitalismus ist Querschnittsmaterie, Weiterführend)

Die schlechten Seiten des Kapitalismus, die zerstörerische Eigenschaft desselbigen sieht mensch meist am Beispiel von multinationalen Konzernen.Diese Konzerne stehen oft in der Kritik aufgrund deren ökologischen Vergehen, deren Korruption, deren menschenrechtsverletzenden Verhaltens und vielem mehr.

Trotz (oder wie wir später sehen gerade aufgrund diesem) Verhaltens, scheinen diese Konzerne nicht an Macht zu verlieren. Woher kommt das?

Deren Macht bezieht sich aus der multinationalen Eigenschaft. Die Konzerne sind nicht von einem Staat und dessen Gesetze abhängig. Weiters können sie Staaten untereinander ausspielen. Durch deren finanzielle Macht ist es ihnen möglich im freien Spiel des Marktes Druck auf KonkurrentInnen aufzubauen und durch Übernahmen weiter zu wachsen und so an Einfluss zu gewinnen.

Sehen wir uns nur zwei Beispiele von multinationalen Konzernen an.

Nestle (Schwarzbuch Markenfirmen, 2. Auflage, Seite 334),,International geächtete Vermarktungsmethoden bei Babynahrung, Ausbeutung und Kindersklaverei durch Rohstofflieferanten

Monsanto (Schwarzbuch Markenfirmen, 2. Auflage, Seite 332),,Diebstahl per Patent, illegale Verwendung von genetisch veränderten Canola-Ölsamen, Verunreinigung von natürlichen Pflanzensorten mit gentechnisch veränderten, Verharmlosung von Risiken bei Wachstumshormonen vom Kühen

Nun stellt sich die Frage woher dieses ökologisch und menschlich schädigende Verhalten kommt. Was motiviert diese Konzerne dazu?

Wenn mensch sich die Nachrichten und Berichte der Massenmedien liest, ist oft die Rede von den hoch bezahlten ManagerInnen. Von EigentümerInnen die in mehren Villen leben. Von Luxus und abermals Luxus.Um sich diesen Luxus erhalten zu können, müssten diese Menschen jedoch nicht mehr weiterarbeiten. Die Gewinne dieser Konzerne fliessen nur zu einem kleinen Teil in den privaten Konsum einzelner, so gross diese Beträge auch sein mögen.

Diese Fokusierung auf einzelne Menschen, also auf EntscheidungsträgerInnen, ist eine Personifizierung von Konzernen. Diese Personifizierung wird Struktureller Antisemitismus genannt. Dieser entsteht wenn Kritik an den Auswirkungen des Systems Kapitalismus statt auf das System auf die handelnden Personen gelenkt wird.

Nehmen wir den Konzern Coca Cola. Mensch kann sich schwer vorstellen Chef einer Firma zu sein, die bewusst Umwelt zerstört oder GewerkschafterInnen töten lässt. Es ist schon schwer vorstellbar, wie mensch als ManagerIn eines solchen Konzerns auf ein Finger schnippen hin, durch das Entlassen von tausenden Menschen das Leben vieler zerstören kann.Würde sich dieser Konzern nicht anders verhalten, gäbe es eine gutherzige, gnädige und vernünftige Person an dessen Spitze?

Stellen wir uns vor, wir wären ManagerIn von Coca Cola. Wir entlassen Menschen nicht nur um den Profit zu erhöhen, wir zeigen ökologisch verantwortliches Verhalten und fördern die Gewerkschaften in unserem Unternehmen.

Alle diese Massnahmen gehen auf Kosten unseres Profites. Dadurch bleibt uns also auch weniger Geld für Investitionen (Werbung, technologischer Fortschritt, Expansion, …).

Gibt es nun einen anderen Konzern, nehmen wir Pepsi Cola, welcher diese Massnahmen nicht umsetzt, also dadurch einen höheren Profit einfährt, kann dieser mehr investieren und dadurch einen höheren Marktanteil gewinnen.Wir verkaufen also weniger unserer Colaflaschen, da unser Konkurrent anstatt auf sozial und ökologische Massnahmen, ,,coolere“ und billigere Produkte herstellt.

Umso weniger wir verkaufen, umso mehr steigt der Druck Menschen zu entlassen.

Wir stehen also zwischen der Entscheidung als Konzern Marktanteil zu verlieren und nach und nach in die Gefahr zu geraten entweder Konkurs zu gehen oder aufgekauft zu werden. Oder wir nehmen am Wettrennen um höhere Profite teil und stellen alle Ziele unter dem Aspekt der Profitmaximierung.

Dieses kleine Beispiel zeigt (kurz und unvollständig) dass die stete und notwendige Profitmaximierung zu den von grossen Konzernen bekannten Verhalten führt.Entzieht sich einer dieser Konzerne der Konkurrenz um höhere Profite, verliert dieser also nach und nach an Marktanteil und wird irrelevant oder aufgekauft.Die wirtschaftlichen Regeln und Sachzwänge führen also zu diesem Verhalten, nicht das von Individuen.

Würde mensch aus diesem Wissen nun mehr Regeln und mehr staatliche Kontrolle, Internationale Institutionen zur Einhaltung von ökologischen und sozialen Standards fordern, so würde mensch Kapitalismuskritik ausüben.Bleibt die Kritik dabei aber stehen und sieht mittelständische Betriebe, die ,,normalen“ Firmen als kein Problem, so übt er aber auch verkürzte Kapitalismuskritik.

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13 Antworten to “(Anti–)Kapitalismus(-Kritik): Kapitalismuskritik (2/5)”

  1. […] Unkultur « Die dekadenten, vielverdienenden Beamten und die armen Unternehmen (Anti–)Kapitalismus(-Kritik): Kapitalismuskritik (2/5) […]

  2. Blöde Frage: Wieso hast Du Dich entschieden, Dich mit den großen Konzernen zu beschäftigen? Dass die „böse“ und sehr kapitalistisch orientiert sind ist ja eh bekennt, interessanter ist doch eher, wie stark die AkteurInnen die man nicht so sehr damit in Verbindung bringt kapitalistisch agieren, oder? Weil was Du das so schreibst also Handeln nicht nur um eigene Bedürfnisse zu befriedigen sondern immer weitere Profitmaximierung auf Kosten anderer findet ja nicht nur im Großen statt.

    Wenn ich als Person mit einem passablen Einkommen (also deutlich über dem Existenzminimum) mir immer überall das Billigste kauf, damit ich mir möglichst viele Konsumartikel leisten kann und die auch regelmäßig austauschen, dann beteilige ich mich ja auch an der Ausbeutung Anderer, weil dass die Artikel so billig sind liegt ja u.a. daran, dass sie in anderen Ländern zu für die ArbeiterInnen ungünstigen Bedingungen produziert werden und wenn ich dauernd das Neueste haben muss verursache ich ja auch mehr Abfälle bzw. verbrauche mehr Ressourcen (weil die Artikel ja auch produziert werden müssen bzw. beim Betrieb ja auch Ressourcen verbraucht werden)…

    Klar, die Konzerne an sich sind noch viel schlimmer und wenn sie es nicht wären, dann könnten wir es auch nicht sein, aber die Kapitalistische Welt besteht ja nicht nur aus den Großen Konzernen…. glaubst Du, dass es den „Turbo-Kapitalismus“ nicht gäbe, wenn es keine Multinationalen Konzerne gäbe?

    Ich glaube übrigens, dass die Ursachen für menschlich und ökologisch rücksichtslos Verhalten bei allen AkteurInnen ähnlich ist: Weil sie teilweise gar nicht so mitkriegen was sie anstellen und weil es für sie mehr Vor- als Nachteile hat bzw. sie die Konsequenzen davon nicht tragen müssen…

    Deine Theorie bezüglich Zusammenhänge von schlechter Situation und Entlassung glaube ich zwar, dass eine schlechte Konzernsituation dazu führt, dass Leute entlassen werden müssen, aber eine gute noch lange nicht, dass keine entlassen werden… teilweise hat man den Eindruck, dass sogar Leute entlassen werden um mehr Profit zu machen… Ich glaub auch, dass es gerade bei multinationalen Konzernen nicht so als rein schlecht gilt, wenn einzelne Konzernteile mal nicht so gut laufen, weil es ja eh auch die Möglichkeit gibt Verluste abzuschreiben und nicht rentable Teile wieder loszuwerden oder sogar Förderungen dafür zu bekommen….

    Ad struktureller Antisemetissums: da versteh ich nicht, wieso Du das Thema anschneidest und was die Schaffung dieses Begriffs (nicht von Dir) in diesem Zusammenhang überhaupt für einen Sinn macht (also Kritik an Wirtschaftsleuten in Zusammenhang mit der Kritik an einer bestimmten Gruppe (also den JüdInnen?) zu bringen?), aber da gibt’s eh sicher genug Möglichkeiten sich schlau zu machen (werd ich mal machen)…

    Ich glaub übrigens, dass es schon einen Zusammenhang zwischen Persönlichkeitsmerkmalen von Leuten und deren Aktionen an ihrem Arbeitsplatz gibt, dass nicht alle Leute die nicht an der Spitze multinatinaler Konzerne stehen und andere ausbeuten es nur deshalb nicht tun, weil sie keine Möglichkeit bekommen haben sondern weil zwar so ziemlich alle Leute bereit sind für ihren eigenen Vorteil Verschlechterungen für andere in Kauf zu nehmen aber nicht alle mit der gleichen Intensität. Oder glaubst Du, dass wenn die Regeln der Staaten strikter wären, dass die Leute die jetzt mit dran beteilgt sind im größeren Umfang Menschen und Natur auszubeuten es einfach akzeptieren würden?

    Wie Du siehst, ich hab mit dem Thema nicht wirklich viel Erfahrung. Das Problem ist halt, dass die Leute die sich zu dem Thema äussern es entweder sehr oberflächlich tun, oder eine für mich nicht so wirklich verständliche Rhetorik drauf haben. Da das bei Dir zum Glück beides nicht der Fall ist werd ich Deine Serie auf jedem Fall weiter verfolgen. Vielleicht kann ich ja dann im Zukunft beim Thema Kapitalismuskritik auch mal mitreden, nicht nur im Internet.

    • wie üblich: danke fürs feedback. werde nach und nach auf deine argumente eingehen in einzelnen kommentaren zwecks zeitmangels und wegen der übersicht

  3. Rosa: Blöde Frage: Wieso hast Du Dich entschieden, Dich mit den großen Konzernen zu beschäftigen? Dass die „böse“ und sehr kapitalistisch orientiert sind ist ja eh bekennt, interessanter ist doch eher, wie stark die AkteurInnen die man nicht so sehr damit in Verbindung bringt kapitalistisch agieren, oder? Weil was Du das so schreibst also Handeln nicht nur um eigene Bedürfnisse zu befriedigen sondern immer weitere Profitmaximierung auf Kosten anderer findet ja nicht nur im Großen statt.

    Habe mich entschieden damit anzufangen, weil es die „übliche“ Kritik ist. Das Ziel dieses Abschnittes ist es ja auch zu zeigen dass die reine Kritik an „Grossen bösen Konzernen“ nicht ganz so hilfreich bzw. nicht bis auf den Grund der Probleme geht…
    Die Kritik am grundsätzlichen Handeln (egal ob grossen oder kleinen AkteurInnen) kommt im späteren Teil („Antikapitalismus“)

  4. Rosa: Wenn ich als Person mit einem passablen Einkommen (also deutlich über dem Existenzminimum) mir immer überall das Billigste kauf, damit ich mir möglichst viele Konsumartikel leisten kann und die auch regelmäßig austauschen, dann beteilige ich mich ja auch an der Ausbeutung Anderer, weil dass die Artikel so billig sind liegt ja u.a. daran, dass sie in anderen Ländern zu für die ArbeiterInnen ungünstigen Bedingungen produziert werden und wenn ich dauernd das Neueste haben muss verursache ich ja auch mehr Abfälle bzw. verbrauche mehr Ressourcen (weil die Artikel ja auch produziert werden müssen bzw. beim Betrieb ja auch Ressourcen verbraucht werden)…

    Gebe dir grundsätzlich recht. Nur gilt das umgekehrt halt nicht: Nur weil etwas teuer, fair trade oder bio ist, ists noch lange nicht sozial und ökologisch verträglich. Es geht sogar weiter: Es gab den Fall von Kinderarbeit bei der Herstellung von Fussbällen. Durch eine Kampagne gegen Kinderarbeit waren ein Jahr später nur mehr Erwachsene bei der Produktion tätig… viele Kinder die vorher dort arbeiteten mussten sich danach prostituieren… Mit „oberflächlichen“ Lösungen wie fairtrade, bio, … wird das Problem eher verschoben als gelöst…

    Rosa: Klar, die Konzerne an sich sind noch viel schlimmer und wenn sie es nicht wären, dann könnten wir es auch nicht sein, aber die Kapitalistische Welt besteht ja nicht nur aus den Großen Konzernen…. glaubst Du, dass es den „Turbo-Kapitalismus“ nicht gäbe, wenn es keine Multinationalen Konzerne gäbe?

    Multi-Nationale Konzerne sind eines der auffälligsten Symptome der Probleme der kapitalistischen Wirtschaftsweise, aber sicher nicht das Grundproblem. (Zu diesem „Grundproblem“ komme ich in den nächsten Teilen)

    • Hm, mir ists erst mal darum gegangen, dass zumindest in Europa die meisten halt nicht mehr die klassischen armen ArbeiterInnen sind, die grad mal genug haben um irgendwie zu überleben….

      ad Bio, Fair Trade etc.: Das sind halt Begriffe die nicht geschützt sind (eh nicht so schlecht)… aber der Grundgedanke wae und ist ja nicht eine Super-Duper-Lösung zu finden, wo die Leute halt bequem statt Produkt x Produkt y konsumieren sondern da ist zumindest ursprünglich die Idee dahinter gesteckt (die eh teilweise noch sichtbar ist) den Leuten gewisse Zusammenhänge näher zu bringen und auch gewisse beispielhafte Strukturen zu schaffen… und auch mehr zu machen als „nur“ die Arbeitsbedingungen zu ändern… also auch Projekte in den Gegenden zu fördern, wo die Leute dann eine bessere Bildung bekommen u.ä…. wobei man bei so Geschichten auch nicht immer alles glauben darf, was man so liest, weil die Firmen die möglichst bequem was produzieren wollen für die sind so Geschichten natürlich toll… schaut her: Früher haben die Kinder wenigstens noch eine produktive Beschäftigung gehabt… wobei ich von einem: Die Firmen stellen irgendwelche tollen Richtlinien auf die dann in ihren Fabriken gelten ja auch andere Folgen haben können: Die Verbindung zu Fabriken mit Kinderarbeit geht einfach „um drei Ecken“, da hat die eigentliche Firma dann halt einfach nichts gewusst, weil sie haben ihre Auftragnehmer ja gewisse strikte Vereinbarungen unterzeichen lassen…
      Ich find den ursprünglichen Fair Trade Gedanken gut, aber ich bin noch nie so wirklich dazu gekommen zu schauen, was heute noch davon übrig ist… bei den grossen Firmen wohl nicht mehr so viel…
      Aber die Sache mit Bio hab ich etwas verfolgt und hab den Eindruck, dass die „das ganze System“ schon etwas geändert hat… aber die ist inzwischen auch ziemlich verkommerzialisiert… so „Buzzwords“ verkaufen sich halt gut….

  5. Rosa: Ad struktureller Antisemetissums: da versteh ich nicht, wieso Du das Thema anschneidest und was die Schaffung dieses Begriffs (nicht von Dir) in diesem Zusammenhang überhaupt für einen Sinn macht (also Kritik an Wirtschaftsleuten in Zusammenhang mit der Kritik an einer bestimmten Gruppe (also den JüdInnen?) zu bringen?), aber da gibt’s eh sicher genug Möglichkeiten sich schlau zu machen (werd ich mal machen)…

    Juden und Jüdinnen wurden und werden oft als VerschwörerInnen des Kapitalismus gesehen. Sie „herrschen“ über das Finanzkapital, sitzen an der Ostküste und kontrollieren die Welt. Das ist klarerer Antisemitismus wie es ihn gibt und gab. Probleme des Kapitalismus, Gier, … usw usf wurden einer religiösen/kulturellen Gruppe (den JüdInnen) angehägt. Sie sozusagen als Sündenböcke für systemische Probleme.

    Dasselbe (natürlich mit massiv weniger drastischen Auswirkungen) ist es, wenn die Probleme des Systems auf „Manager“ projeziert werden. Damit wird von Kern des Problems abgelenkt.

    Ob es Sinn macht den Namen des Phänomens so zu wählen, ist eine andere Frage. Das Phänomen selbst zu beschreiben und sich bewusst machen find ich auf jedenfall wichtig.

    • Ich kenn mich mit dem Thema ja wie schon erwähnt nicht so aus, aber ich glaub dass der Vergleich (vor allem heute) nicht mehr (so) passend ist… die Manager (und so vorhanden Managerinnen) suchen sich ihren Job ja selber aus, im Gegensatz zur Volks/ Mennschengruppenzugehörigkeit (keine Ahnung, wie man das ausdrückt) die ja von den Vorfahren quasi „vererbt“ wird… und dass man sich nicht auf „die Manager“ konzentrieren soll bei der Kritik liegt ja eher daran, dass es ja kaum noch welche gibt, die wirklich längere Jahre einem Unternehmen vorstehen… und dass es ja auch eher keine „klassischen Firmen“ mit EigentümerInnen mehr gibt sondern immer mehr Aktiengesellschaften…. da sind die KapitalistInnen dann teilweise die ArbeiterInnen (weil ihnen ja, wenn auch kleine, Teile des Unternehmens gehören)

      • Es geht rein um den Effekt dass anstatt die Probleme im System zu sehen, Menschen für Probleme verantwortlich gemacht werden. Das kann mensch auch bei Managern bspweise machen (was ja auch getan wurde während dem medialen Hype Finanzkrise).

  6. Rosa: Ich glaub übrigens, dass es schon einen Zusammenhang zwischen Persönlichkeitsmerkmalen von Leuten und deren Aktionen an ihrem Arbeitsplatz gibt, dass nicht alle Leute die nicht an der Spitze multinatinaler Konzerne stehen und andere ausbeuten es nur deshalb nicht tun, weil sie keine Möglichkeit bekommen haben sondern weil zwar so ziemlich alle Leute bereit sind für ihren eigenen Vorteil Verschlechterungen für andere in Kauf zu nehmen aber nicht alle mit der gleichen Intensität. Oder glaubst Du, dass wenn die Regeln der Staaten strikter wären, dass die Leute die jetzt mit dran beteilgt sind im größeren Umfang Menschen und Natur auszubeuten es einfach akzeptieren würden?

    Ich gebe dir Recht wenn du sagst, dass es oft so ist, dass besonders Menschen die wenig Rücksicht auf andere bzw. Rücksicht auf Ökologie nehmen an der Spitze stehen. Eh klar, andere halten das auch nicht lange durch. Von stärkeren Gesetze per Staat erwarte ich nicht viel, da ja Staaten selbst mit anderen durch das wirtschaftliche System Kapitalismus massiv in Konkurrenz stehen. Und solche strengeren Gesetze einen Wettbewerbsnachteil bringen…

  7. […] Wut im Bauch… Zusammenfassung österreichischer politischer Unkultur « (Anti–)Kapitalismus(-Kritik): Kapitalismuskritik (2/5) […]

  8. Stefon: Es geht rein um den Effekt dass anstatt die Probleme im System zu sehen, Menschen für Probleme verantwortlich gemacht werden. Das kann mensch auch bei Managern bspweise machen (was ja auch getan wurde während dem medialen Hype Finanzkrise).

    Ich hab die Berichterstattung ehrlich gesagt nicht so genau mitverfolgt, aber meiner Beobachtung nach es ist doch meistens eher gegen die Gruppe der Manager gegangen und nicht um Einzelpersonen… damit haben sie ja eh einen „Systembestandtteil“ kritisiert und eher nicht Personen… ausser in Fällen, wo die Personen sich bewusst als Einzelpersonen in den Mittelpunkt stellen/ gestellt haben (und dass manche Leute sich entsprechend medial in den Mittelpunkt stellen kann man ja nicht (nur?) dem System anlasten, oder?)… ausserdem in einem gewissen Umfang kann ja jedeR selber entscheiden, was er macht, also komplett zum Sklaben eines System würde ich die auch nicht erklären…

    • Ich hab die Berichterstattung ehrlich gesagt nicht so genau mitverfolgt, aber meiner Beobachtung nach es ist doch meistens eher gegen die Gruppe der Manager gegangen und nicht um Einzelpersonen… damit haben sie ja eh einen „Systembestandtteil“ kritisiert und eher nicht Personen…

      Naja es ging schon um „gierige“ Manager die „ausgebeutet“ haben. Im Umkehrschluss würde es bedeuten „empathische“, „bescheidene“ Manager wären besser bzw. möglich. Und das würde ich eben stark bestreiten.

      ausserdem in einem gewissen Umfang kann ja jedeR selber entscheiden, was er macht, also komplett zum Sklaben eines System würde ich die auch nicht erklären…
      Klar: Mensch kann sagen „Ich mach den Job nicht“. Aber gerade Manager können nicht einfach sagen ich entlasse keine Menschen mehr oder ich achte einfach mehr auf die Umwelt, lasse Gewerkschaften zu, etc… Da sinkt der Gewinn sehr schnell und weg bist du.
      Umgekehrt als ArbeitnehmerIn tust dir auch nit gerade leichter zu sagen „Ich will keinE SklavIn des Systems sein“. Weil wer nicht (lohn)arbeitet in Ö wird bestraft.

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