Unser (Un)Sozialminister Hundstorfer


Von einem Sozialminister oder einer Sozialministerin würde mensch sich ja erwarten, dass er/sie sich für die Nöte der Menschen und um soziale Misstände kümmert. Das scheint der SPÖ-Sozialminister Hundstorfer anders zu sehen

Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) will das tatsächliche Pensionsantrittsalter in den nächsten 15 Jahren um eineinhalb Jahre erhöhen. Der „maßgebliche Hebel zur nachhaltigen Sicherung der Pensionen“ ist für Hundstorfer das tatsächliche Pensionsantrittsalter. „Bis 2025 müssen wir eineinhalb Jahre ‚älter‘ werden, dann sind die Pensionen gesichert“, sagte der Sozialminister am Freitag in einer Aussendung.
[derStandard.at vom 18.2.2011]

Anstatt also über die Reichtsumverteilung in Österreich zu sprechen (siehe Sozialbericht 2010), fordert dieser Minister eine Erhöhung der Lebensarbeitszeit.

Trotz ständig steigender Produktität scheint die Frage nie aufzukommen: Warum arbeiten wir immer noch 38,5h die Woche? Warum werden Jahr für Jahr Pensionsalterserhöhungen gefordert? Das liegt sich nicht im Interesse der Arbeitenden und Angestellten!

Wehren wir uns gegen den Wirtschafts-Wettbewerb der Nationen und gegen die daraus resultiernde Standortwettbewerb.

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7 Antworten to “Unser (Un)Sozialminister Hundstorfer”

  1. Hm, also wenn er das was er fordert wirklich durchsetzen würde wärs ja nicht so schlecht nämlich das Alter in dem die Menschen durchschnittlich in Pension gehen zu erhöhen. Wenn die Leute länger leben und auch länger fitt sind, warum sollen sie nicht länger arbeiten können..

    Dann würden wir uns nämlich die diversen Diskussionen um die Erhöhung des gesetzlichen Pensionantrittsalter sparen. Viele Leute gehen ja schon in Pension oder werden arbeitslos bevor sie das Alter erreichen in dem sie in Pension gehen könnten weil sie aufgrund ihrer gesundheitlichen Situation nicht mehr arbeiten können oder weil sie aufgrund ihres Alters keine Stelle mehr bekommen…

    Allerding wäre für sein Ziel ein ziemlich grosser Umdenkprozess notwendig. So lange Leute in machen Branchen schon mit um die 40 Jahre (!) zum „alten Eisen“ gehören und mit 50 schon schwer bis gar nicht mehr vermittelbar sind wird das wohl nichts werden…

    Arg find ich auch, dass Leute die über das gesetzliche Pensionsantrittsalter raus arbeiten wollen und können sowas einklagen müssen! Ausserdem nervt es mich, dass Leute die 40 bzw. 45 Jahre gearbeitet haben und mit der sogenannten „Hackler-Regelung“ in Pension gehen als FrühpensionistInnen gelten… wie als wenn die nicht eh lang genug gearbeitet hätten…

    Gegen die 38,5 Stunden Woche hab ich allerdings nichts (auch wenn ich keine hab 😉 ) Ich fände es wichtiger, dass es bei der überwiegenden Mehrheit der Leute auch bei den ca. 38,5 Stunden/ Woche bleibt und dass die Arbeitszeiten auch an die Bedürfnisse/ Möglichkeiten der Menschen angepasst sind (also in Bezug auf Schichtarbeit, „Flexiblisierung“ der Arbeitszeiten die leider häufig nicht den Leuten nützen die arbeiten etc.)

    Irgendwelche generellen Lösungen hab ich aber keine. Es sollte aber klar werden, dass wenn der Altersschnitt der Bevölkerung steigt auch ein gewisses Umdenken im Umgang mit dem älter werden und der Arbeitswelt passieren muss… bzw. ein generelles Umdenken über die Arbeits-Verhältnisse…

    • „Hm, also wenn er das was er fordert wirklich durchsetzen würde wärs ja nicht so schlecht nämlich das Alter in dem die Menschen durchschnittlich in Pension gehen zu erhöhen. Wenn die Leute länger leben und auch länger fitt sind, warum sollen sie nicht länger arbeiten können..“
      weil wenn die produktivität massiv steigt, es nicht die notwendigkeit dafür gibt. wenn ein mensch früher in einer stunde 1 zahnbürste produziert hat, dann produziert sie jetzt 3. und wer profitiert von der produktivitätserhöhung? weniger arbeiten tuen wir deswegen auch nicht.

      habe überhaupt kein problem damit wenn menschen gerne viel hackeln. woher auch. arbeite auch gerne viel wenn etwas spass macht. und ich plädiere auch gar nicht für eine gesellschaft ohne arbeit: wie sollten wir da auch unere bedürfnisse befriedigen.

      aber: das ziel solcher pensionsantrittserhöhungen menschen zu ZWINGEN länger zu arbeiten. da stellt sich nirgendwo die fragen warum das notwendig ist, ob es überhaupt genug arbeitsplätze gibt, ob mensch nicht viell. einfach nur mehr 30 stunden hackeln soll und dafür länger, …

      das kritisiere ich an der ganzen diskussion um pensionsantrittsalterhöhungen.
      natürlich auch die gefahr dass es zu einer diskurs kommt, der alt gegen jung ausspielt. wobei es ja eigentlich um besitzende vs nicht besitzende gehen sollte.

      • Irgendwie kommt in dem Artikel nicht so ganz raus, was gemeint ist, aber die Bezeichnung tatsächliches Pensionsantrittsalter würde ich so interpretieren, dass er nicht das gesetzliche Pesnsionsanrittsalter erhöhen will sondern erreichen will, dass möglichst viele auch die Möglichkeit haben bis zu dem Alter zu arbeiten, dass gesetzliche Pensionsantrittsalter und das durchschschnittliche tatsächliche unterscheiden sich nämlich ziemlich…

      • du meinst im standard artikel oder in meinem? *g*

        aber ja: kannst recht haben dass er das meint. aber würde halt trotzdem zu gleichen führen als ne tatsächliche anhebung: mehr menschen müssen länger arbeiten. also von dem her egal würde ich sagen. oder?

      • http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20110218_OTS0012/hundstorfer-zu-ihswifo-anhebung-des-tatsaechlichen-pensionsantrittsalters-hat-oberste-prioritaet

        Das ist übrigens die Aussendung…

        „Die Vorschläge des IHS und WIFO, das
        tatsächliche Pensionsantrittsalter durch berufliche Rehabilitation anzuheben, bestätigen die Maßnahmen, die wir im Budgetbegleitgesetz getroffen haben“ so Sozialminister Rudolf Hundstorfer am Freitag.“

        Klingt so, als ob das einzige Ziel der Aussendung war, dass er auch was zu dem Thema gesagt hat und nicht nur IHS und WIFO..

        „Die Maßnahmen im Budgetbegleitgesetz seien ein wichtiger Schritt gewesen, um Menschen länger gesund im Erwerbsleben zu halten.“

        Dann bleibt nur zu hoffen, dass sie wirklich entsprechende Massnahmen setzen um die Leute „länger *gesund* im Erwerbsleben zu halten.“

      • Wenn er das was er schreibt (oder wohl eher schreiben lässt) ernst meint und auch entsprechende Massnahmen trifft wäre es auf jedem Fall gut… also dafür sorgt, dass die Leute länger *gesund* im Arbeitsleben bleiben..

        Weil die Leute die jetzt durch irgendwelche Schlupflöcher mit grossen Abschlägen in Pension gehen können bzw. vor der Pension ewig arbeitslos sind und wissen, dass sie eh keine Arbeit mehr finden haben sind ja nicht grad in einer angenehmen Situation…

        Aber wahrscheinlich machen die eh nicht das was sie ankündigen….

  2. 1. umverteilen kann man nur, wenn es reiche und arme gibt. wer meint, man müsse etwas dauerhaft aus der besteuerung der reichen finanzieren, sagt damit – zumind. implizit -, dass es auf dauer reiche geben soll.

    2. wieso braucht es überhaupt ein pensionssystem? weil der lohn nicht reicht zur alterssicherung. daher verpflichtet der staat den gesamtlohn zur finanierung (und im übrigen ist das alles v).

    3. wozu braucht es ein sozialsystem und ist ein sozialminister wirklich dazu da zu schauen, dass es den leuten gut geht?

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