Konsum – Wir gehen wählen jeden Tag


Das Therma Konsum und dessen Rolle im kapitalistischen System verfolgt mich nun seit längerem. Da dieses Thema sehr groß ist, versuche ich einzelne Aspekte nach und nach anzugehen.

Heute möchte ich über diese Annahme sprechen: Durch meinen täglichen Konsum, wähle ich zwischen Produkte. Konsum ist also etwas demokratisches.

Um diese Annahme genauer anzusehen, müssen wir uns zuerst mit dem Begriff der Wahl auseinandersetzen. Eine Wahl besitzt also eine besondere Eigenschaft

  • Jede Stimme ist gleich viel wert

Wahlen sind oft geheim, müssen es aber nicht sein. Es kann auch demokratische Abstimmungen geben die nicht geheim sind. Dieser Aspekt wird hier also nicht vernachlässigt.

In einer Abstimmung besitzt normalerweise JEDE Person GENAU eine Stimme. Beim Konsum ist das gerade nicht gegeben. Menschen haben unterschiedliche finanzielle Mittel. Also besitzen die einen mehr und die anderen wesentlich weniger Stimmen beim Konsum. Würde das Prinzip des Konsum auf eine Parlamentswahl angewendet werden, so würde dies also bedeuten dass reichere Menschen mehr Stimmen haben als andere. Also ganz und gar nicht demokratisch.

Mit diesem simplen Argument zeigt sich: Der Konsum ist also nicht demokratisch!

(Zum Thema „Wohlstands- und Überflussgesellschaft‘ – ‚Konsumterror – Konsumentenmacht‘:Konsum im Kapitalismus“ gibts einen empfehlenswerten Podcast)

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8 Antworten to “Konsum – Wir gehen wählen jeden Tag”

  1. Mathias Says:

    Haha, nur weil der Markt nicht nach der beliebigen Definition von „Demokratie“ deinerseits funktioniert (jeder hat genau eine Stimme), ist er doch nicht undemokratisch.
    Fakt ist: Wie in einer Mehrparteien-Demokratie gewinnt am Ende derjenige, der das beste Angebot liefern kann oder aber sich die Gunst der Wählerschaft (des Konsumenten) andersartig für sich gewinnen kann. Im Gegensatz zur Politik auch noch ohne die Gefahr der Stimmmanipulation.

    Klar haben dabei reichere Menschen mehr Macht über die Marktverhältnisse. Dennoch kann jeder Einzelne immer noch für sich entscheiden, ob er lieber BMW oder Volvo fährt, ob er beim Billa kauft oder beim Spar, ob er Canon- oder Nikon-Kameras bevorzugt. Es geht ja gar nicht so sehr um das Unterstützen diverser bevorzugter Unternehmen, sondern um die Wahl bei der Frage, was wir konsumieren und von wem wir es uns holen. Dahinter steckt mehr Demokratie als bei der alle fünf Jahre stattfindenden Wahl von Volksvertretern, die wiederum von irgendeinem Parteigremium aufgestellt werden.

    • Es ging in diesem Blogposting mal ganz konkret um die Frage ob mensch Konsumentscheidungen mit Wahlentscheidungen vergleichen kann.
      Dieser Vergleich ist eben nicht passend, da eben Wahl bedeutet = gleiche Stimmrechte.

      Konsum ist also in DIESEM Punkt nicht demokratisch.

      Zu den anderen Punkten werd ich (hoffentlich) nach und nach mit anderen Blogpostings kommen. Nur ganz kurz:

      „Dennoch kann jeder Einzelne immer noch für sich entscheiden, ob er lieber BMW oder Volvo fährt, ob er beim Billa kauft oder beim Spar, ob er Canon- oder Nikon-Kameras bevorzugt.“
      Das kann die Person eben NICHT frei entscheiden. Denn diese Entscheidung hängt davobn ab, ob diese Person sich das Produkt überhaupt leisten kann.

  2. mit mir nicht Says:

    Natürlich ist der Konsum nicht demokratisch. Hier kommt die Ungerechtigkeit dieser Welt ganz plakativ und schlagend zur Darstellung. Die Welt ist sogar sehr ungerecht. Durch den Konsum wird dies wohl eher verstärkt als wie abgemildert. Aber was nützt es? Die Schwerkraft ist auch ungerecht. Nur ändern kann sie keiner.

    • Hi „mit mir nich“.

      „Natürlich ist der Konsum nicht demokratisch. Hier kommt die Ungerechtigkeit dieser Welt ganz plakativ und schlagend zur Darstellung. Die Welt ist sogar sehr ungerecht. Durch den Konsum wird dies wohl eher verstärkt als wie abgemildert.“
      Da scheinen wir ja einer Meinung zu sein. Da bin ich bei dir.

      „Aber was nützt es? Die Schwerkraft ist auch ungerecht. Nur ändern kann sie keiner.“
      Da bin ich allerdings ganz anderer Meinung. Das Gleichsetzen von gesellschaftlichen Zuständen mit physikalischen Naturgesetzen (übrigens: die Schwerkraft ist kein absolutes Gesetz, gilt nur im bestimmten Kontexten) ist unsinnig. Denn gesellschaftliche Zustände entwickeln sich und können geändert werden. Weil wie könnte sich sonst unsere Gesellschaft über die letzten 2.000 Jaher so verändert haben?
      Und: Sie wird sich auch weiter verändern. Die Frage ist nur in welche Richtung….
      Mein Ansatz: Aufzuzeigen dass es gerechter zugehen kann.

      • mit mir nicht Says:

        Ja. Das stimmt. Einige „gerechtere“ Modelle wurden schon ausprobiert. Zum Beispiel der Kommunismus. Da gabs dann gleich zig Millionen Tote und einen Osten, der bankrott ging.
        Oder der Faschismus. Zig Millionen Tote und alles kaput.
        Trotzdem hast du Recht. Wir sind noch nicht am Ende. Solange es Menschen gibt, werden sich die Gesellschaftsmodelle wandeln. Richtig, die Richtung ist entscheidend.

  3. @mit mir nicht Du sagst in deiner Antwort:
    „Solange es Menschen gibt, werden sich die Gesellschaftsmodelle wandeln. Richtig, die Richtung ist entscheidend“
    Freut mich dass du also DOCH der Meinung bist dass sich ein Einsetzen für einen Wandel der Gesellschaft Sinn macht.
    Ich vermute nur fast dass die RICHTUNG in der wir gehen wollen bei uns sehr unterschiedlich ist.

    Zum Thema Kommunismus und zig Millionen Toten: Dir sollte bewusst sein dass es sich dabei um Realsozialismus gehandelt hat, der sich den Anstrich von Kommunismus gab. Kommunismus kann er gar nicht gewesen sein, denn das Geld wurde dort auch nicht abgeschafft.

  4. Karl Martell Says:

    Die wahre Debatte geht um ihre Absicht, unsere traditionelle Moral, unsere Institutionen und unsere Kultur zu beseitigen, und unsere Absicht, unsere traditionelle Moral, unsere Institutionen und unsere Kultur zu bewahren – also um nichts weniger als unsere Freiheit und unsere Existenz als Volk.

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