ORF again: Diesmal Sexismus und Rassismus


Ich habe ja schon einmal darüber gebloggt wie wenig Distanz der ORF zum Rassismus hält. Nun geschieht es wieder!

Wir lenken Ihre Aufmerksamkeit darauf, dass die Band ,Die Ursprung-Buam‘, die am 27. Juli 2009 zur Sendung ,Wenn die Musi spielt‘ eingeladen ist, in ihrem Lied ,Achmed – lieber Achmed‘ massiv rassistische, islamophobe und sexistische Inhalte propagiert. Damit nicht genug, ist [..] gleich auf der Einstiegsseite ein ,lustiges Online-Spiel‘ […]http://artists.kochuniversal.com/_landingpages/ursprungbuam/spiel/ zugänglich ist.

Dieses ,Online-Spiel‘ ist zutiefst frauenfeindlich. Es fordert dazu auf, mit einer Steinschleuder auf eine junge Frau zu schiessen – die meisten Punkte bekommt man(n) dann, wenn der Frau Verletzungen zugefügt werden (Blutergüsse an Wangen, Augen, aufgeplatzte Lippe) und beide Brüste entblösst sind bzw. sie durch die Schüsse ganz nackt ausgezogen wird. Dies stellt eine Propagierung sexualisierter Gewalt gegen Frauen mittels eines ,Unterhaltungsspiels‘ dar, die an Dummheit, Untergriffigkeit und Frauenfeindlichkeit schwer zu überbieten ist.

Der ORF zeigt also wieder was er von Distanz zu Rassismus und Sexismus hält: Rein gar nichts. Als wäre es das normalste der Welt wird eine Band zu „Wenn die Musi spielt“ eingeladen, welche Gewalt an Frauen als Spiel zeigt…

Wer genug von dieser sexistischen, rassitischen und dummen Band hat und das auch dem ORF zeigen will kann einen bereits formulierten Text  (als PDF, OpenOffice oder Word Dokument) an unten genannte Menschen schicken:

  • publikumsrat@orf.at
  • gabriele.heinisch-hosek@bka.gv.at
  • josef.ostermayer@bka.gv.at
  • matthias.traimer@bka.gv.at
  • stefan.kahe@umusic.com
  • franca.barthel@umusic.com
  • kontakt@umusic.com

Der Text ist vom Frauenring.at erstellt, danke dafür! Der vollständige Text kann gelesen wenn ihr auf „weiterlesen“ klickt.

Update:
Standard.at : Band entfernt Onlinespiel von Webauftritt | Das Spiel ist jedoch auf der gleichen URL weiter erreichbar.
Standard.at : Ministerin fordert Aus­ladung aus ORF-Sendung

Sehr geehrte Damen und Herren,

Wir lenken Ihre Aufmerksamkeit darauf, dass die Band ,Die Ursprung-Buam‘, die am 27. Juli 2009 zur Sendung ,Wenn die Musi spielt‘ eingeladen ist, in ihrem Lied ,Achmed – lieber Achmed‘ massiv rassistische, islamophobe und sexistische Inhalte propagiert. Damit nicht genug, ist auf der Website der ,Ursprung-Buam‘ (http://www.ursprungbuam.com)1 gleich auf der Einstiegsseite ein ,lustiges Online-Spiel‘ der ,Ursprung-Buam‘ beworben, das unter http://artists.kochuniversal.com/_landingpages/ursprungbuam/spiel/ zugänglich ist. Nach Absolvierung dieses ,Online-Spiels‘ kann an einem Gewinnspiel für einen Urlaub im Zillertal teilgenommen werden.

Dieses ,Online-Spiel‘ ist zutiefst frauenfeindlich. Es fordert dazu auf, mit einer Steinschleuder auf eine junge Frau zu schiessen – die meisten Punkte bekommt man(n) dann, wenn der Frau Verletzungen zugefügt werden (Blutergüsse an Wangen, Augen, aufgeplatzte Lippe) und beide Brüste entblösst sind bzw. sie durch die Schüsse ganz nackt ausgezogen wird. Dies stellt eine Propagierung sexualisierter Gewalt gegen Frauen mittels eines ,Unterhaltungsspiels‘ dar, die an Dummheit, Untergriffigkeit und Frauenfeindlichkeit schwer zu überbieten ist.

Wir sind der Ansicht, dass einer Band, die derartig frauenfeindliche  – wie auch rassistische und islamophobe – Inhalte äussert und damit auch noch Marketing betreibt, kein Millionenpublikum im Rahmen einer äusserst beliebten ORF-Sendung gewährt werden darf. Dies auch vor dem Hintergrund, dass der strafrechtliche Tatbestand der ,Verhetzung‘ in der derzeitigen Form ,Geschlecht‘ nicht umfasst und daher keine strafrechtliche Handhabe gegen die *Ursprung-Buam‘ möglich ist.  Der Österreichische Werberat hat sich im Zuge einer Beschwerde im Übrigen für unzuständig erklärt.

Dieser Zustand ist nicht tolerierbar. Wir fordern Sie dringend auf, die Gruppe ,Ursprung-Buam‘, von der Sendung ,Wenn die Musi spielt‘ am 27.7.2009 auszuladen und uns darüber in Kenntnis zu setzen.

Diese Maßnahme ist umso notwendiger, als der gesetzliche Programmauftrag des ORF gemäß § 4 Abs 1 Z 11 die angemessene Berücksichtigung der Anliegen der Gleichberechtigung von Frauen und Männern umfasst und gemäß 1.4.7 der Gestaltungsgrundsätze für alle Programmkategorien der Programmrichtlinien Angebote des ORF zum Abbau von Vorurteilen, insbesondere auf Grund von Geschlecht, beizutragen haben.

Mit freundlichen Grüßen

Cc: ORF Publikumsrat,  Bundesministerin Gabriele Heinisch-Hosek,  Staatssekretär Dr. Josef Ostermayer, MinR Mag. Dr. Matthias Traimer, Koch Universal Music a division of Universal Music GmbH:

publikumsrat@orf.at; gabriele.heinisch-hosek@bka.gv.at; josef.ostermayer@bka.gv.at; matthias.traimer@bka.gv.at; stefan.kahe@umusic.com; franca.barthel@umusic.com; kontakt@umusic.com

Wir lenken Ihre Aufmerksamkeit darauf, dass die Band ‚Die Ursprung-Buam’, die am 27. Juli 2009 zur Sendung ‚Wenn die Musi spielt’ eingeladen ist, in ihrem Lied ‚Achmed – lieber Achmed’ massiv rassistische, islamophobe und sexistische Inhalte propagiert. Damit nicht genug, ist auf der Website der ‚Ursprung-Buam’ (http://www.ursprungbuam.com)1 gleich auf der Einstiegsseite ein ‚lustiges Online-Spiel’ der ‚Ursprung-Buam’ beworben, das unter http://artists.kochuniversal.com/_landingpages/ursprungbuam/spiel/ zugänglich ist. Nach Absolvierung dieses ‚Online-Spiels’ kann an einem Gewinnspiel für einen Urlaub im Zillertal teilgenommen werden.

1 Zuletzt eingesehen am 26. Juni 2009

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6 Antworten to “ORF again: Diesmal Sexismus und Rassismus”

  1. […] Weiterlesen und z.B. Beschwerde-Emails schreiben. […]

  2. Ein sehr interessanter Artikel. Sollten Sie noch weitere Informationen haben – wurde ich mich freuen

  3. ♥Неппу♥ Says:

    „vor dem Hintergrund, dass der strafrechtliche Tatbestand der ,Verhetzung’ in der derzeitigen Form ,Geschlecht’ nicht umfasst“

    — sonst hätten ja einige Feministinnen auch schon Strafen zu erwarten…

    wollt ihr eigentlich jeden Idioten einfach verbieten oder auch wegsperren?
    so eine Band ist doch von vornherein auf eure Aufschreie des Protests angewiesen, und es scheint als Strategie erfolgreich…

    • Es geht da nit um Einsperren.
      Es geht darum dass der ORF kein Geld für eine Band ausgeben soll welche Gewalt an Frauen verharmlost. ganz einfach

  4. Willi Fankhauser Says:

    aber im Grunde ist das doch lächerlich oder… gerade die, die hier so gscheit daher reden sollen mal den Fernseher einschalten und mal schaun was auf unsere Kinder losgelassen wird. Simpsons (wo eine Katze und eine Maus sicher gegenseitig aufs wildeste zerfleischen und und und… da gibts einiges) etc. Das nenne ich ein Verbrechen an unserer Jugend die sich dagegen nicht wehren können – den wer einmal Dumm ist bleibt das ein Leben lang 😉

    • Also zum Punkt Simpsons: Selber wohl nie angesehen oder? Das ist keine Kinderserie. Itchy und Scratchy übrigens eine gute Satire auf Tom und Jerry. Die wiederum SIND für Kinder gedacht. Denk mal drüber nach.

      Aber abgesehen davon: Nur weil es andere bedenkliche Serien/Filme im Fernsehen geben mag, heisst das doch noch lange nicht, dass sich der ORF das leisten darf/kann oder?

      Meine Vermutung: Du hast nicht viel gegen Sexismus und Rassismus, willst es aber nicht zugeben. Falls ich da falsch liege, freu ich mich. Aber die Argumentationsweise die du bringst, habe ich schon so oft genau aus diesem Grund gelesen/gehört.

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