ORF und seine Sicht auf „Drei wahre Helden des Alltags“


Über die neue Serie des ORF in dem der Sanitäter im Fall des Cheibani Wague beteiligt war, habe ich ja bereits berichtet.

Auf eine Mail an den ORF Kundendienst kam diese E-Mail

Grundsätzlich ist festzuhalten, dass der Rettungs-Sanitäter vor einem österreichischen Gericht rechtskräftig freigesprochen wurde. Abgesehen von den zu erwartenden rechtlichen Folgen die eine Nicht-Abnahme bzw. Nicht-Ausstrahlung der Produktion zweifellos hätte, würde der ORF, der ausschließlich auf den Grundlagen des Rechtsstaates agiert, eine Position einnehmen, die einer Verurteilung des Sanitäters gleichkäme. Das kann in niemandes Sinn sein.
Ihre Kritik und Meinung bringe ich jedoch selbstverständlich den Sendungsverantwortlichen zur Kenntnis.
Es ist uns selbstredend ein großes Anliegen, den Wünschen unserer Seherinnen und Seher so weit als möglich zu entsprechen. Wir werden unsere diesbezüglichen Anstrengungen daher noch weiter verstärken. Wir hoffen damit bald Ihren Vorstellungen gerecht zu werden, um auch Sie künftig wieder zu unseren zufriedenen Kunden zählen zu dürfen.

Und die Antwort auf diese Mail

Natürlich soll der ORF auf Grundlage des Rechtstaates agieren. Aber nur weil ein Mann nicht verurteilt wurde, bedeutet es nicht dass mensch ihn als Helden feiern kann/muss/sollte.

Tatsache ist, dass der Sanitäter an dem Vorfall beteiligt war. Unannehmbar am Verhalten des ORF’s ist das Nicht-Erwähnen des Vorfalles.
Es wäre mehr als angemessen zu der Entscheidung stellen zu nehmen. Und das nicht erst nachdem es Beschwerden und Vorwürfe gibt, sondern gleich zu Beginn.
So beteiligt sich der ORF am Verdrängen von rassistischen Vorfällen.

Bezügl. der rechtlichen Folge von Nicht-Abnahme bzw. Nicht-Ausstrahlung:
Ich hoffe dass der ORF sich mindestens vorab über die Hauptdarstellen der für ihn produzierten Serien informiert.
Daher hätte ein Ablehnen der Serie auch zu einem Zeitpunkt erfolgen können, zu dem keine rechtlichen Folgen zu erwarten gewesen wären.
Eine andere Möglichkeit wäre natürlich auch gewesen, statt des betroffenen Sanitäters eine Frau in die Serie zu nehmen.
Drei Helden und keine Heldin ist für den ORF auch peinlich und unpassend.
Weiters hat sich der ORF als öffentlich rechtlicher Sender an ein gewissenes Niveau zu halten. Er ist nicht verpflichtet sich rein an die KundInnenwünsche zu richten.

Gespannt warte ich auf neue Entwicklungen in diesem Fall.
Was sich jedoch schon sagen lässt, es scheint als ob ein grosser Teil des öffentlich rechtlichen Rundfunks nicht seiner Verantwortung bewusst ist (siehe auch meine Kritik an Ö3).

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