Rosa Luxemburg und die Kunst der Politik
Vor ein paar Wochen habe ich das Buch “Rosa Luxemburg und die Kunst der Politik” von Frigga Haug fertig gelesen, heute raffe ich mich endlich auf (ganz wenig) darüber zu schreiben.
Das Buch ist in mehrere (inhaltlich unterschiedliche) Kapitel unterteilt. Dabei war für mich das Kapitel “Revolutionäre Realpolitik” das spannendste.
In diesem geht es um den Umgang mit Widersprüchen zwischen den Zielen/der Utopie die erreicht werden will und der Tagespolitik. Es dreht sich alles darum, wie die politischen Aktionen im jetzt, ausgerichtet werden auf das Fernziel das erreicht werden soll. Sehr lesenswert: Schliesslich sollte es bei politischen Aktivismus nicht um beliebiges rundumschlagen, sondern um das Erreichen eines Zieles gehen.
In den anderen Kapitel geht es um die Fragen wie: Setzt sich Rosa Luxemburg angemessen mit der Situation von Frauen auseinander, die wissenschaftliche Methodik von Luxemburg, Spannungsverhältnis von Theorie und Empirie, Luxemburg und Gramsci gemeinsam denken und ein Diskurs über die Positionen von Hannah Arendt über Luxemburg.
Insgesamt ist das Buch sicher nicht geeignet für EinsteigerInnen in linke Theorie/Marxismus oder Menschen die einfach mehr über Rosa Luxemburg wissen wollen. Dafür ist dann doch etwas viel Hintergrundwissen notwendig um die Diskussionen richtig zu verstehen.
Das Kapitel zum Thema revolutionäre Realpolitik ist aber jedem und jeder zu empfehlen!
Januar 2, 2011 um 10:04
“Setzt sich Rosa Luxemburg angemessen mit der Situation von Frauen auseinander,”
Ich hab mal eine Biographie von ihr gelesen laut der sie sich eigentlich mit feministischen Themen eher nicht beschäftigt hat.
Gibts in dem Kapitel andere Informationen dazu?
Januar 2, 2011 um 13:46
Ich habe es so verstanden, dass sich Rosa Luxemburg nicht konkret um die Emanzipation der Frau kümmert. Sondern sie generell für eine Befreiung der einzelnen spricht, damit auch für die der Frauen.
Über Frauenunterdrückung jenseits von Marxismus gibts nicht viel von ihr soweit ich weiss.
Januar 2, 2011 um 15:14
Aha ok, deckt sich damit mit dem was in der Biographie steht, die ich gelesen hab (und mit dem davon an was ich mich noch erinnere
) – Sie war ja mit Clara Zetkin befreundet (und hat eine Zeit lang eine Beziehung zu deren Sohn gehabt), die sich ja für eine Verbesseung der damiligen Situation der Frauen eingesetzt hat. Sie selber hat sich aber angeblich nicht diesbezüglich engagiert.